GetYourGuide-Macher Johannes Reck über das Pingpong-Spiel der Samwers

Mit Zitiert! spießt deutsche-startups.de knackige Aussagen von bekannten Menschen aus der Gründerszene auf. Diesmal spricht Johannes Reck, Mitgründer und Geschäftsführer von GetYourGuide (www.getyourguide.de/), einer Buchungsplattform für touristische Zusatzdienstleistungen. “Für kurze Zeit hat das […]

Mit Zitiert! spießt deutsche-startups.de knackige Aussagen von bekannten Menschen aus der Gründerszene auf. Diesmal spricht Johannes Reck, Mitgründer und Geschäftsführer von GetYourGuide (www.getyourguide.de/), einer Buchungsplattform für touristische Zusatzdienstleistungen.

“Für kurze Zeit hat das schnelle Kopieren und Verkaufen geklappt. Aber die Firmen, die die Samwers verkauft haben, sind ja letztlich nichts anderes als Hülsen gewesen, schnell gefüllt mit vielen kleinen Mitarbeitern, die den großen Samwer-Plan ausführen sollten. Aber jetzt funktioniert das Pingpong-Spiel, dass sie einen Klon aufmachen und ihn dann wieder zurückverkaufen an das Original in die USA – nicht mehr. Warum? Die machen das nicht mehr. Mir hat kürzlich ein sehr erfolgreicher amerikanischer Start-up Unternehmer, der von den Samwers kopiert wurde, gesagt: ‘Das Schlimmste, was man den Samwers antun kann, ist, dass sie Firmen, die sie klonen, langfristig aufziehen müssen. Und genau das tun wir ihnen jetzt an.’”(Quelle: Manager Magazin).

Im Fokus: Weitere lesenswerte Ziate von Netzmenschen gibt es in unserem Special Zitiert!



  1. Risikor

    ‘Das Schlimmste, was man den Samwers antun kann, ist, dass sie Firmen, die sie klonen, langfristig aufziehen müssen. Und genau das tun wir ihnen jetzt an.’

    Exactly, that’s it!
    Denn irgendwann werden die Finanzierungsrunden so groß, dass kein Investor mehr mitziehen kann. Wenn dann eben kein “Dummer” gefunden wird, der die Milliarde zahlt bleibt nur noch die Möglichkeit des IPOs oder die Company langfristig zu betreiben (Umsatz – Kosten > 0).
    HAHAHA – LOVE IT!!!



  2. Dieter

    @Risikor: sie haben die Börse vergessen.
    Die Samwers werden jetzt erstmal ein paar Milliarden mit Zalanado an der Börse machen.
    Die haben ihre Strategie dem Markt angepasst.
    Und wenn sie damit erfolg haben, dann haben sie ihn auch verdient. Wenn es nunmal genug dumme gibt, die Unternehmen ohne realen Wert oder reale Verzinsung kaufen, selbst Schuld.



  3. Mike

    Dafür müssten sie Zalando aber schon auf der amerikanischen Börse veröffentlichen, dort kennt nun kaum einer Zalando oder höchstens als Zappos-Klon. Die dt. Börse dagegen ist sowohl vom Handelsvolumen als auch vom Instinkt viel kleiner und konservativer, weshalb die Samwers selbst mit extrem hohen Eintrittsbewertung und schnellem Verkauf ihre Anteile nicht genügend schnell los werden können, bevor die Aktie ins bodenlose fällt. Die Börse ist die einzige Exitstrategie der Samwers, aber zugeben können sie dies nicht, da zukünftige Investoren und Käufer abgeschreckt werden. Denn wenn ein Techstartup an die Börse muss, dann meistens weil sich keine Investoren mehr finden und das ist meistens ein schlechtes Zeichen. Das ist auch der Grund warum die Samwers ihren Deal mit Goldmann Sachs eingefädelt haben, denn wenn alle Leinen reissen, wird sich Goldmann selbst nach einen Käufer losmachen und die Samwers verkaufen ihre Anteile per Vertrag mit (mal abgesehen davon, dass die Samwers den Großteil ihrer eigenen Anteile gewinnbringend veräußert haben, als sie VC Kapital aufgenommen haben)



  4. steve

    mike ich lese deine texte gern und denke dass du in gewissen bereichen gute erfahrungen und solides wissen hast, aber die aussage bzgl der börse ist quatsch – sorry ;)

  5. Erfrischend mal kompetente Aussagen zu hören! *thumbsup*



  6. Mike

    @Steve,

    ich denke du musst schon ein wenig mehr darauf eingehen von welcher Teilaussage du sprichst und entsprechend argumentieren. Ich revidiere gerne meine Meinung, wenn diese logisch dargelegt wird.



  7. Petra Panther

    Großkotzig, Herr Reck! “schnell gefüllt mit vielen kleinen Mitarbeitern”

    Klasse Einstellung zu Mitarbeitern hat er da.



  8. Mike

    Um euch mal ein Beispiel zugeben, dass eine größere Skalierung kein Garant für zukünftige Skalierbarkeit ist:

    von Gründerszene c&p

    “Verlust von 67,4 Millionen US-Dollar

    Ambivalent zeigen sich derweil die Zahlen des Groupon-Geschäftsjahres 2012: Zwar hatte das Unternehmen für das Gesamtjahr 2012 einen Anstieg der Einnahmen um 35 Prozent von 1,6 auf 2,3 Milliarden US-Dollar. Dabei konnte vor allem im Heimatmarkt USA ein Umsatzanstieg verzeichnet werden und die Zahl der aktiven Kunden – darunter versteht Groupon jene, die in den zurückliegenden zwölf Monaten über die Plattform eingekauft haben – stieg nach Angaben des Unternehmens von 33,7 Millionen auf 41 Millionen an.”

    Groupon ist ein typisches Samwer-Unternehmen
    Hoher Umsatz, Operativer Verlust

    $41Mio Verlust bei $2,3Mia Umsatz OBWOHL die USA Strukturvorteile genießen in Form von:

    - niedrige AN-Kosten i.V. zum Umsatz
    - gigantischer Binnenmarkt
    - optimale Marktbedingungen dank Rezession
    -> Mehr Leerverkäufe
    -> Mehr Schnäppchenjäger
    –> Hohes Angebot und Nachfrage

    - gigantisches Werbebudget
    - hoher Markenbekanntheitsgrad durch Medienhype
    - riesiges Netzwerk an Händlern und Unternehmen

    Und trotz all dem machen die $41M Verlust? Das sind doch nur 1,78% vom Umsatz. Ja, aber die 1,78% haben sie auch nach 4 Jahren invensiver Prozessoptimierung und Massenentlassungen nicht ausmerzen können. Diese 1,78% frisst sich wie ein Krebstumor kumulativ an und Groupon musste weiteres Kapital aufnehmen, anhand von Aktienverkäufen an der Börse, wodurch die Aktien nur noch stärker sanken. Und bedenkt man dass Groupon nicht mal Lagerhallen aufweist, wird einem dass nur noch deutlicher bewusst, wie wenig der Umsatz und die vorläufige Verlustrechnung über die Profitabilitätsfähigkeit eines Unternehmens aussagt. Die Geprellten bei Rocket Unternehmen sind nicht nur die Gesellschafter, sondern auch die Unternehmer und das ist systembedingt.

    “The biggest fool is not the fool himself, but the one who keeps believing in the fool.”



  9. Mike

    *zukünftige Profitabilität

  10. Pingback: Wölfe in Deutschland + Ponader + Wohnungsbau + Samwers » myBasti



  11. Risikor

    @Dieter: Habe ich doch geschrieben, “IPO” = initial public offering = Börsengang.
    @Paul Panther: Agorrant, stimmt aber trotzdem. Vor allem BWLer, Geist-soz. und schlecht-genotete Psychologen, die für 25k Brutto da anfangen. “Kleine Leute” eben.
    @Mike: Gut erläutert. Note 1. Ich ergänze noch eines: In der realen Wirtschaft, also da, wo die großen Jungs ihre Millionen dadurch gemacht haben, dass über viele Jahre Umsatz – Kosten >> 0 war und sich dadurch Millionen akkumuliert haben, wird für eine Company so das 8-12fache des Jahresgewinns gezahlt. Bei Groupon nun wurden 41 Mio. Miese gemacht, aber die Samwers alleine haben das 10fache (sic!) kassiert, als sie die shares gedroppt haben!
    .
    Das ist einfach nur krank.
    Aber die Samwers sind bei Groupon nicht die Alleinschuldigen. Es ist dort vor allem Eric Levkovsky. Googlet ihn, und ihr wisst was für ein Teufel er ist.
    Ciao



  12. steve

    sorry maik, ds ist für mich kein ort um sowas zu besprechen. wollts dir nur gesagt haben- sonst lese ich dich sehr gerne!!



  13. steve

    http://techcrunch.com/2011/06/01/airbnb-buys-german-clone-accoleo-opens-first-european-office-in-hamburg/

    hatte damals ja nicht mit wimdu(im märz 2011 gegründet)geklappt… war jmd schneller gewesen hihi

  14. Der Kaufpreis von Accoleo hätte aber wohl auch keinem bei Rocket “gereicht”. Da wurde wahrscheinlich in den ersten 2 Monaten bereits mehr Geld ausgegeben.

  15. Pingback: Pinspire geht vom Netz – Rocket Internet beerdigt seinen Pinterest-Klon :: deutsche-startups.de

Anzeige

Aktuelle Meldungen

Abschalten!Wir wünschen allen ruhige und ganz sonnige Ostern

7 Tage - 10 ArtikelPutzfrauen, Nischenshops (und mehr News der Woche)

4 neue DealsGeldwerte News zu uberall, Flowkey, trans­paro und Co.

LesenswertWir brauchen mehr Gründer mit Mut (und noch mehr)