Gastbeitrag von Daniela Schär Tipps und Tricks für die richtige Beleuchtung im Büro

In Büroräumen sollte die Allgemeinbeleuchtung von einer flexiblen Platzbeleuchtung ergänzt werden. Denn sie versorgt das unmittelbare Arbeitsfeld mit hellem, direkten Licht und erlaubt es, jederzeit die individuelle Anpassung des Lichts an die jeweilige Sehaufgabe.
Tipps und Tricks für die richtige Beleuchtung im Büro

Von all den Informationen, die auf uns tagtäglich einströmen, nehmen wir gut 80 % allein über unsere Augen wahr. Die Gesundheit unseres wichtigsten Sinnesorgans sollte uns daher sehr am Herzen liegen. Und gerade wer im Büro viel Zeit vor dem Computerbildschirm verbringt, wird das eine oder andere Mal selbst erfahren haben, wie sehr diese Tätigkeit die Augen beansprucht. Denn das lange Schauen auf relativ kurzer Distanz kann bei schlechten Lichtverhältnissen zu Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Augenleiden und Kopfschmerzen führen. Umgekehrt kann eine ergonomisch richtige Beleuchtung im Büro die Motivation, Leistungsfähigkeit und Produktivität positiv beeinflussen und zu besseren Arbeitsergebnissen führen.

Die leistungsfördernde Wirkung des Lichts

Das Licht ermöglicht es uns nicht nur, Dinge überhaupt erst wahrzunehmen, sondern übt auch einen maßgeblichen Einfluss auf unseren Biorhythmus aus. Wissenschaftlich erwiesen ist die steuernde Wirkung des Lichts insbesondere in Bezug auf unseren Schlaf-Wach-Rhythmus.

So reagieren in unseren Augen die sogenannten Ganglienzellen besonders empfindlich auf das kurzwellige, als blau wahrgenommene Licht der Vormittagsstunden. Durch dieses wird in unserem Gehirn die Ausschüttung des Hormons Melantonin unterdrückt, mit der Folge, dass das zur gleichen Zeit produzierte Cortisol unseren Organismus aktiviert. Das Cortisol ist also der Grund, weswegen wir zu dieser Zeit besonders aufmerksam und konzentriert bei der Sache sind.

In die Nachmittagsstunden hingegen werden die Strahlen des Sonnenlichts langwelliger und weisen einen höheren Rotanteil auf. Dies regt die Ausschüttung des Hormons Melantonin an, mit dem sich die vegetativen Prozesse in unserem Körper allmählich verlangsamen. Das Melantonin stimmt uns sozusagen auf den Feierabend ein.

Sowohl in der Lichttechnik, als auch in der Lichtplanung wird der positiven Wirkung des Lichts auf unsere Leistungsfähigkeit Rechnung getragen. Wie auch Sie Ihre Bürobeleuchtung inspirierend, augenfreundlich und zugleich energieeffizient gestalten können, verrät Ihnen der folgende Artikel.

Soviel Tageslicht wie möglich – Standort und Gestaltung des Büros

Da die künstliche Beleuchtung das Sonnenlicht zwar gut imitieren, aber nicht all dessen Vorteile auf sich vereinen kann, lautet die einfachste Regel: Nutzen Sie soviel Tageslicht wie möglich für Ihre Bürobeleuchtung!

Dies sollte schon bei der Wahl der zukünftigen Büroräume ein wichtiges Kriterium sein. Denn in Deutschland gehen rund 40 % der im Unternehmen anfallenden Stromkosten auf die Beleuchtung zurück. Das ideale Büro liegt daher in den oberen Etagen eines Gebäudes und verfügt über möglichst große Fenster mit südwestlicher bzw. südöstlicher Ausrichtung.

Zudem sollten die Wände und Decke in hellen Farbtönen gestrichen sein, damit sie das natürliche wie auch das künstliche Licht besser in die Raumtiefe reflektieren können und so für eine homogene Lichtverteilung im Büro sorgen. Gleichzeitig wird auf dieser Weise verhindert, dass das Licht des Bildschirms und das der Umgebung allzu starke Unterschiede im Helligkeitsniveau aufweisen. Denn würde hier ein allzu starker Hell-Dunkel-Kontrast bestehen, müssten unsere Augen diesen durch beständige Adaption kompensieren und würden so schneller ermüden. Schließlich haben dunkle Wandfarben auch den Nachteil, dass sie das Licht stärker absorbieren. Um unter diesen Umständen noch ein ausreichendes Helligkeitsniveau im Büro zu garantieren, müssten mehr Leuchten bzw. Lampen mit höherer Leistung eingesetzt werden – die Folge wären höhere Stromkosten.

Der Schreibtisch sollte seinen Platz möglichst nahe am Fenster finden und am besten quer zu diesem stehen, so dass das Tageslicht seitlich vor der Schreibhand auf die Arbeitsfläche auftrifft. Schattenwürfe, die Sie bei der Arbeit behindern würden, werden auf diese Weise ebenso vermieden wie blendendes Sonnenlicht auf dem Computerbildschirm.

Mit Blick auf die Büroausstattung sollte hellfarbenen Möbeln und Geräten mit matten Oberflächen ohnehin der Vorzug geben werden, da auf ihnen keine störende Reflexblendungen entstehen können. Gerade beim Kauf des Schreibtisches und des Computerbildschirms sollte darauf unbedingt geachtet werden.

Beleuchtungskonzepte für Büros

Wie bedeutend die Beleuchtung am Arbeitsplatz für die Gesundheit unserer Augen ist, verdeutlicht schon allein die Anzahl der Normen und Verordnungen, die sich mit ihr befassen. Konkret sind das die Arbeitsstättenverordnung, die Bildschirmarbeitsplatzverordnung, die Arbeitsstättenrichtlinie ASR A3.4, das Arbeitsschutzgesetz sowie die Norm DIN EN 12464-1.

In der Praxis hat sich für Büroräume eine Kombination aus einer direkten und indirekten Allgemeinbeleuchtung sowie einer direkten Platzbeleuchtung als optimales Lichtkonzept erwiesen. Um darüber hinaus auch dem Aspekt der Ergonomie im stärkeren Maße gerecht zu werden und dabei gleichzeitig die Forderung nach einer energieeffizienten Beleuchtung zu erfüllen, setzt sich in Büroräumen immer mehr das dynamische Beleuchtungskonzept durch.

Die allgemeine Beleuchtung von Büros

Für die Grundbeleuchtung sorgt in den meisten Büroräumen eine Deckenan- bzw. Einbauleuchte, die mit Spiegelrastern als Blendschutz versehen und obendrein für energiesparende Leuchtstofflampen konzipiert ist. Solche Modelle sind gerade bei Großraumbüros mit mehreren Arbeitsplätzen eine optimale Lösung. Sie sollten parallel zum Fenster an der Decke angebracht werden und über einen Dimmer verfügen.

Bei Büroräumen mit hohen Decken sollte aus Effizienzgründen besser auf Pendelleuchten oder mobile Stehleuchten mit Spiegelrastern zurückgegriffen werden. Denn je größer der Abstand zwischen Lichtquelle und Arbeitsfläche, desto höher muss die Leistung der eingesetzten Leuchtmittel sein bzw. desto mehr Leuchten müssen zum Einsatz kommen, um auf dem Schreibtisch die geforderte Beleuchtungsstärke von mindestens 500 Lux zu erzielen, für die übrigen Raumzonen ist eine Beleuchtungsstärke von mindestens 300 Lux vorgeschrieben. Pendelleuchten haben hierbei zudem den Vorteil, dass sie ihr Licht nicht nur direkt nach unten abgeben, sondern einen Teil auch indirekt in den Raum abgeben. Dies begünstigt eine gleichmäßige Lichtverteilung und verhindert gerade bei hohen Decken eine erdrückende Dunkelheit oberhalb der Pendelleuchte.

Zumindest für kleinere Einzelbüros mit Wandhöhen von unter drei Metern und nur einem Stromanschluss an der Decke kommt als alternative Beleuchtungslösung auch ein Schienen-, Seil- bzw. Stangensystem in Frage. Hierbei befinden sich auf dem jeweiligen Trägersystem mehrere Strahler, die darauf an jeder beliebigen Stelle montiert und ihr Lichtstrahl individuell auf Schreibtisch, Schränke, und Regale ausgerichtet werden können. Sie haben somit den Vorteil, dass der Nutzer stets über ein helles direktes und schattenfreies Licht verfügt und das genau da, wo er es sich wünscht.

In Kombination mit dem direkten Licht der Platzbeleuchtung kann für Einzeilbüros auch eine indirekte Grundbeleuchtung die stromsparendste Lösung sein. Diese kann etwa durch Uplights realisiert werden, deren Licht gen Wand und Decke strahlt und von diesen sanft in den Raum reflektiert wird. Alternativ können auch Downlights kurz vor der Wand in die Decke montiert werden, so dass ihr Licht von der Wand zurückstrahlt. Gleichzeitig können auf diese Weise Plakate, Grafiken und Logos für die Unternehmenspräsentation effektvoll in Szene gesetzt werden.

Die umgekehrte Variante wären Voutenleuchten, die knapp unterhalb der Decke durchgängig an der Wand verlaufen und deren Licht von der Decke reflektiert wird. Oft verbergen sich im Inneren der Voute LED-Lichtbänder, deren brillantes Licht ein angenehmes und gleichmäßiges Helligkeitsniveau verspricht und dabei höchste Stromeffizienz garantiert.

Die modernste Lösung für eine indirekte Bürobeleuchtung stellen OLED-Panels dar, die mittlerweile in verschiedenen Größen und Formen erhältlich sind. Mit den hauchdünnen Flächenleuchten wird zumeist die gesamte Decke verkleidet, von wo aus sie ein sehr helles, weiches und blendfreies Licht spenden, das Farben naturgetreu wiedergibt und als sehr angenehm und belebend empfunden wird.

Das Licht am Bildschirmarbeitsplatz

In Büroräumen sollte die Allgemeinbeleuchtung von einer flexiblen Platzbeleuchtung ergänzt werden. Denn sie versorgt das unmittelbare Arbeitsfeld mit hellem, direkten Licht und erlaubt es, jederzeit die individuelle Anpassung des Lichts an die jeweilige Sehaufgabe. Hierfür ist es notwendig, dass die Struktur der Schreibtischleuchte über mehrere Bewegungspunkte verfügt und ihr Leuchtenkopf schwenkbar ist. Zudem sollte sie dimmbar sein. So haben Sie einerseits helles, brillantes Licht, um etwa Dokumente und Druckvorlagen deutlich sehen zu können; andererseits steht Ihnen gedämpftes Licht für die Arbeit am Bildschirm zur Verfügung, so dass Sie etwa bei der Bildbearbeitung kleinste Details und Farben genau erkennen können.

Alternativ kann auch eine zweite, indirekt strahlende Leuchte seitlich hinter den Bildschirm platziert werden, die bei solchen Arbeiten eingeschaltet wird. Ihr Schirm sollte mit hellfarbenen, blickdichten Stoff bezogen oder aus satiniertem Glas gefertigt sein, um Blendungen zu vermeiden.

Dynamische Lichtsteuerung

Auch wenn in den gesetzlichen Bestimmungen für den Arbeitsplatzbereich eine Beleuchtungsstärke von mindestens 500 Lux vorgeschrieben ist, tragen laut empirischer Studien erst Beleuchtungsstärken von 1.000 Lux zu einer angenehmen und konzentrationsfördernden Arbeitsatmosphäre bei. Kombiniert werden sollten Beleuchtungsstärken mit diesem und höheren Werten mit Leuchtmitteln, die eine Farbtemperatur von mindestens 5.300 Kelvin aufweisen. Für diese hat sich gemeinhin die Lichtfarben-Bezeichnung Tageslichtweiß eingebürgert, die so auch oft auf der Verpackung angegeben wird.

Da Beleuchtungsstärken von 1.000 Lux und mehr nicht nur mit einem höheren Stromverbrauch einhergehen, sondern auf Dauer auch zu Schlafstörungen führen können, sind für Büroräume moderne Lichtsteuerungssysteme die ideale Lösung, welche für verschiedene Tätigkeiten vorprogrammierte Lichtstimmungen zur Verfügung stellen und die Allgemein- und Platzbeleuchtung zudem in Abhängigkeit vom einfallenden Tageslicht regulieren.

Das heißt: Mit Hilfe einer dynamischen Lichtsteuerung kann die künstliche Beleuchtung die natürliche Veränderung des Sonnenlichts über den Tag simulieren. So strahlt in den Vormittagsstunden ein Licht mit höherem Blauanteil; nach Mittag wirkt die vorübergehende Erhöhung der Beleuchtungsstärke auf 1.000 Lux dem Mittagstief entgegen und zum späten Nachmittag hin scheint schließlich ein wärmeres Licht mit höherem Rotanteil. Eine solche dynamische Bürobeleuchtung unterstützt den Biorhythmus der Mitarbeiter und trägt so positiv zu ihrem allgemeinen Wohlbefinden und Gesundheitszustand bei.

Leuchtmittel

Im Vergleich zur alten Glühlampe versprechen LED- und OLED-Lampen das größte Stromeinsparpotential. Angesichts der hohen Anschaffungskosten von 30 Euro und mehr pro Stück halten sich die Verbraucher bisher allerdings zurück.

Energiesparlampen verbrauchen rund 80 % weniger Strom als die alte Glühbirnen. Auch ist ihre Technik mittlerweile soweit ausgereift, dass alte Kinderkrankheiten wie grelles Licht, lange Startphase und hoher Quecksilberwerte behoben sind. Zudem sind Energiesparlampen in allen gängigen Formen, Größen und Lichtfarben erhältlich. Doch ein Manko ist geblieben: die verzerrte Wiedergabe von Farben. Aus diesem Grunde sind Energiesparlampen gerade an den Arbeitsplätzen von Webdesignern, Grafikern und Fotografen fehl am Platz. Zu empfehlen sind sie stattdessen für Flure, Empfangs- und Pausenräume sowie für Leuchten, die indirektes Licht spenden und beispielsweise für die Beleuchtung der Arbeitsplatzumgebung eingesetzt werden.

Leuchtstofflampen und Halogenleuchten zählen schließlich ebenfalls zu den energieeffizienten Leuchtmitteln, auch wenn das Sparpotential geringer ausfällt als bei den vorgenannten Lampenarten. Kennzeichnend für sie sind allerdings die sehr guten Farbwiedergabeeigenschaften von Ra 90 bis 100, was sie für den Einsatz an grafikorientierten Arbeitsbereichen prädestiniert.

Zur Person
Daniela Schär ist Geschäftsführerin der Lichtkultur GmbH, die heute mehrere Ladengeschäfte für Designleuchten sowie den Online-Shop LightingDeluxe.de betreibt. Bereits im Jahr 1980 von ihrem Vater gegründet erfuhr das Unternehmen nach dem Generationswechsel an der Spitze eine Neuausrichtung auf hochwertige Leuchten namhafter europäischer Marken und meisterte zugleich erfolgreich den Eintritt ins Online-Geschäft. Neben einer großen Auswahl an Designleuchten für die Innen- und Außenbeleuchtung bietet die Lichtkultur GmbH ihren Privat- und Geschäftskunden weiterhin professionelle Lichtplanung an, bei der sie von einer mehr als 30 Jahre währenden Geschäftserfahrung profitieren.

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  2. Heiner Drener

    Die Betonung auf dem Tageslicht finde ich extrem wichtig. Habe mehrere Jahre in einer Bank gearbeitet, die hauptsächlich von künstlichem Licht ausgeleuchtet wurde. Zwar gab es eine dynamische Veränderung entsprechend der Tageszeit, aber Tageslicht konnte damit nicht ersetzt werden.



  3. Sven

    schöner seo-Artikel

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