CouchCommerce wandelt Shops für Tablets um – Qype-Gründer Uhrenbacher investiert in das Start-up

CouchCommerce aus Hannover (www.couchcommerce.com) wandelt mit seinem Software-as-a-Service-Dienst Onlineshops automatisch in eine touchfähige Webapplikation um, zu der Besucher mit mobilen Geräten weitergeleitet werden. Die Zwischenspeicherung der Shopseiten im Browser des potenziellen Kunden sorgt […]
CouchCommerce wandelt Shops für Tablets um – Qype-Gründer Uhrenbacher investiert in das Start-up

CouchCommerce aus Hannover (www.couchcommerce.com) wandelt mit seinem Software-as-a-Service-Dienst Onlineshops automatisch in eine touchfähige Webapplikation um, zu der Besucher mit mobilen Geräten weitergeleitet werden. Die Zwischenspeicherung der Shopseiten im Browser des potenziellen Kunden sorgt dafür, dass die Anzeige der Produkte nach dem erstmaligen Laden schnell wieder zur Verfügung steht. Shopbesitzer, die bislang noch auf den Desktopbrowser setzen, können so am steigenden mobilen Traffic partizipieren und diesen Traffic in Verkäufe umwandeln. Ende Januar sammelte das Start-up eine sechsstellige Finanzierung ein, ganz aktuell stieg Stephan Uhrenbacher (Qype, 9flats) als Investor bei CouchCommerce ein.

Heutzutage halten immer mehr Smartphones, Tablet-PCs und Smart-TVs Einzug in unsere Wohnzimmer. Kein Wunder, dass immer mehr Besitzer solcher mobilen Geräte inzwischen über diese auch in Onlineshops surfen und Produkte kaufen möchten. Diesem Trend widmet sich CouchCommerce und erstellt für bestehende Onlineshops automatisch eine der Displaygröße angepasste Darstellung, die so funktioniert, wie mobile Nutzer es erwarten würden.

Alexander Ringsdorff, einer der Gründer von CouchCommerce, erklärt die Ratio hinter der Idee: “In dem Fall, dass zum Beispiel ein Tabletbesucher ein Produkt eines Onlineshops, der CouchCommerce nutzt, in einer Suchmaschine findet und darauf klickt, wird er automatisch und ohne Unterbrechung auf die für sein Tablet (egal ob iOS, Android oder Windows) optimierte Produktseite innerhalb der Web-App geleitet. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kauf zustande kommt maximiert und es werden deutlich gesteigerte Conversions erreicht.”

Ein Javascript-Framework und der Amazon EC2-Dienst dienen als Grundlage

Als technischer Unterbau dient das auf Javascript basierende Framework “Sencha Touch“, mit dem zügig mobile, touchfähige Webapplikationen erstellt werden können. Um eine schnelle Skalierung bei hohem Trafficaufkommen zu gewährleisten, setzt das CouchCommerce-Team darüberhinaus auf Amazon EC2, das Entwicklern skalierbare Rechenleistung aus der Cloud anbietet. Inhalte werden im Browser des Nutzers zwischengespeichert, so dass die weitere Anzeige ohne große Verzögerung erfolgt und im Notfall sogar ohne Internetzugriff weiter gesurft werden könnte.

Integriert wird die Funktionalität am einfachsten über ein Modul für das verwendete Shopsystem, aktuell unterstützt CouchCommerce bereits eine ganze Reihe von Software, unter anderem Shopify, Shopware, OXID und Magento. Nach der Installation sind es dann, neben farblichen Veränderungen oder dem Einbinden des eigenen Logos, nur noch wenige Klicks, bis “der Laden läuft“. Shops sollen so innerhalb von 30 Minuten einsatzfähig sein, an der Integration in andere Systeme wird permanent gearbeitet.

CouchCommerce sieht Vorteile gegenüber nativen Apps

Ringsdorff sieht durch die Verwendung von Webapplikationen Vorteile gegenüber nativen Apps für iOS oder Android und fasst zusammen: “Im Gegensatz zu einer nativen App aus einem App-Store ist CouchCommerce für den Endkunden ohne vorherigen Download und Installation nutzbar. Die sofortige, optimierte Anzeige des gewünschten Inhaltes im Browser des Tablets oder Smartphones ist über die CouchCommerce Web-App sichergestellt. In den Punkten Usability und Unterstützung von Touch-Gesten steht CouchCommerce auf einem Niveau mit nativen Apps.”

Nach dem Bootstrapping kommt die Seed-Finanzierung

Die Hannoveraner CouchCommerce GmbH wurde im Februar 2012 von Alexander Ringsdorff, Nadine Schmitt und Kai-Thomas Krause gegründet, die Betaphase fand im August und September statt. Die Firma finanzierte sich zu Beginn über Bootstrapping selbst, Ende Januar diesen Jahres gewann das Team mit seiner Idee dann einen Pitch-Wettbewerb der Venturepreneurs’ Organisation und strich eine sechsstellige Seed-Finanzierung ein. Ganz frisch ist Stephan Uhrenbacher, Gründer von Qype und 9flats, als Investor eingestiegen. CouchCommerce bietet seinen Kunden einen kostenlosen sowie drei kostenpflichtige Tarife, die zwischen 9 und 49 Euro im Monat kosten. Die Unterschiede zwischen den Tarifen bestehen hauptsächlich in der Anzahl der Shop-Produkte, der Verwendung einer eigenen Subdomain oder dem Level des Supports durch CouchCommerce.

Der Begriff “Couch Commerce”geistert schon eine geraume Zeit durch die E-Commerce-Szene, so verwundert es nicht, dass die Firma CouchCommerce nicht allein auf weiter Flur ist. Movendor (www.movendor.com) bietet unter anderem auch eine Software-as-a-Service-Lösung, Shopgate (www.shopgate.com/de) hingegen setzt auf native Applikationen, MobiCart (www.mobi-cart.com) aus den USA unterstützt beide Ansätze.

Wer die Desktopversion seines Onlineshops ohne viel Aufwand für mobile Geräte bereit machen und an den steigenden Besucherzahlen partizipieren möchte, findet mit CouchCommerce eine schnelle und recht einfache Möglichkeit.

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Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.

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  3. Und noch eine Korrektur hier: Webapps haben technische Limitationen gegenüber nativen Apps. Namentlich:
    – Kein integrierbarer Barcode-Scanner
    – Kein integrierbarer Bild-Scanner
    – Keine Push-Nachrichten (Instant-Messages)

    Die Installation auf dem iPhone ist ausserdem nicht unbedingt ein Nachteil. Im Gegenteil: Für Händler bedeutet die Installation eine starke Kundenbindung. Denn damit kann man mit regelmässigen Besuchen im Mobile-Shop rechnen.

    Freilich muss man dem Kunden gute Gründe liefern, um eine App zu installieren. Und die sind meistens einfacher als man denkt: Convenience, Geld sparen, Geschwindigkeit, um nur einige zu nennen…

  4. Native Apps sind vor allem eines: teuer. Da nun gleich drei Süppchen gekocht werden müssen (iOS, Android und Windows RT) fragt man sich zweimal ob das tatsächlich lohnt.

  5. Richtig – und damit stellt sich für ein eCommerce-Startup die Frage eigentlich auch erstmal nicht.

  6. Ich kann Andrea absolut zustimmen. Die technischen Begrenzungen sollten nicht außer acht gelassen werden.

  7. Naja ich sehe die Entwicklung mit diesen non native Apps sehr skeptisch gegenüber. Klar sie sind leichter für Cross OS Kompatibilität aber dafür leidet die Performance oftmals Stark.

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