Lukasz Gadowski über Copycats und harte Arbeit

Mit Zitiert! spießt deutsche-startups.de knackige Aussagen von bekannten Menschen aus der Gründerszene auf. Diesmal spricht Lukasz Gadowski, Gründer von Spreadshirt und des Inkubators Team Europe (www.teameurope.net) über Copycats und harte Arbeit. “Allein das […]

Mit Zitiert! spießt deutsche-startups.de knackige Aussagen von bekannten Menschen aus der Gründerszene auf. Diesmal spricht Lukasz Gadowski, Gründer von Spreadshirt und des Inkubators Team Europe (www.teameurope.net) über Copycats und harte Arbeit.

“Allein das Kriterium, Schuhe wie ein anderer Wettbewerber online zu verkaufen, macht meiner Meinung nach noch kein Copycat aus. Zalando ist deutlich innovativer als Zappos und deutlich schneller gewachsen als das US-Vorbild, obwohl dort das eindeutig größere Marktpotenzial vorherrscht. Auch wenn eine Beeinflussung oder ursprüngliche Inspiration durchaus gegeben sein mag: Zalando als Copycat von Zappos zu bezeichnen, empfinde ich als absurd. Zudem wüsste ich nicht, wieso sog. Copycats ein Nachteil für die deutsche Internet-Szene sein sollen. Vielleicht gibt es eine Gruppe von Neidern, die erfolgreicheren Unternehmen den Vorwurf des Kopierens machen; das sind vielleicht meistens junge Unternehmen, die hip und cool sein wollen, ihre innovativen Geschäftsmodelle aber nicht am Markt platzieren können. Unternehmertum ist aber nicht immer cool, es geht um harte Arbeit. ” (Quelle: VC-Magazin)

Wer lesenswerte Aussagen von bekannten Menschen aus der deutschen oder internationalen Gründerszene aufgeschappt bzw. irgendwo gelesen hat, kann uns diese Wortmeldungen gerne mailen – wenn uns das Zitat zusagt veröffentlichen wir es gerne.

Im Fokus: Weitere lesenswerte Ziate von Netzmenschen gibt es in unserem Special Zitiert!



  1. Gründerkönig

    Natürlich kommt das Neidargument wenn jemand diese Umtriebe nicht so toll findet. Weil Sachargumente ja Mangelware sind. Denn dann müsste man ja mal das eigene Gehirn strapazieren und nicht einfach abkupfern. Peinlich hoch drei.



  2. klm

    Ich finde auch, dass das Todschlagargument viel zu häufig rausgeholt wird. Es gibt in dieser Gesellschaft doch sehr viel weniger Neider als behauptet wird. Und meist sind es eher konservative Menschen, die den weitgehend neidfreien progessiven Menschen den Neid vorwerfen. Ich weiß auch gar nicht, warum sich die Copy-Cat-Leute dauernd rechtfertigen. Ich habe noch niemals von einem Pizzabäcker, der eine neue Pizzeria eröffnet gehört, dass er sich für sein Copycat rechtfertigt. Das ist sicher so eine Art Neidkomplex der Copy-Gründer, die bei Vorwürfen von sich auf andere schließen, nämlich neidisch zu sein.



  3. Dieter

    Was ist schlimm daran zu sagen: “Ja, wir sind ein Kopie, wir machens nur besser”? Aber sich hinzuestellen, als wäre man was besseres und hätte nie kopiert, finde ich etwas armselig.
    Und zum Thema harte Arbeit: die beginnt nun bei Zalando, nämlich ohne massives Kapital am Markt zu bestehen. Mit viel Geld ist es immer ein leichtes.



  4. lol

    “Zudem wüsste ich nicht, wieso sog. Copycats ein Nachteil für die deutsche Internet-Szene sein sollen.”

    Naja wenn man selbst größtenteils nur kopiert, ist das natürlich kein Nachteil :)



  5. Farid

    Steve Jobs hatte es schon immer verstanden …

    “Innovation distinguishes between a leader and a follower”

    Die traurige Wahrheit ist, dass die deutsche Internetszene einfach nicht in der Lage ist, selbst Innovationen zu entwickeln. Diese ganzen Argumente für Copycats sind letztendlich nur SCHUTZBEHAUPTUNGEN!

    Die meisten deutschen Unternehmer setzen nicht auf Copycats, weil Kopieren besser ist als Kreieren, sondern weil sie selbst nicht in der Lage sind, Innovationen zu entwickeln.

    Die Mittel (Geld, Manpower) sind ja offensichtlich vorhanden. Daran liegt es nicht. Der Grund ist ein anderer. Sie können es schlicht weg nicht.

    Ihnen fehlt einfach dieser “kreative Geist”. Deshalb vergleichen sich die Inkubatoren auch oft mit McKinsey und nicht mit Apple oder Facebook.

    Sie sehen hält alles als eine Frage des “Managements”.

    Typisch BWLer :))))))))



  6. Farid

    Ich denke nicht, dass wir hier in Deutschland viele Innovationen sehen?! Wo denn? Die ganzen Inkubatoren setzen doch alle ausschließlich auf Copycats. Gerade das ist doch das Problem.

    Ich versteh nicht warum Unternehmer, die bereits einen Exit oder mehrere EXITS erzielt haben, immer weiter und weiter auf Copycats setzen.

    Sie haben doch das Geld und können ein Zeichen setzen, dass in Berlin ein Wandel stattfindet. Aber sie tun es nicht.

    Deshalb bin ich der Meinung, dass der Grund für all dies darin begründet liegt, dass diese Leute einfach nicht in der Lage sind Innovationen zu entwickeln.

    Es liegt nicht an dem Geld. Die Inkubatoren haben das Geld, siehe Rocket Internet!

    Aber gerne können mich die Inkubatoren eines Besseren belehren und es uns allen mal beweisen, dass sie es doch können.

    Aber dies wird nie geschehen! Deshalb sind alle Argumente für Copycats nur SCHUTZBEHAUPTUNGEN!



  7. Farid

    Um ehrlich zu sein, habe ich nichts persönlich gegen Menschen, die auf Copycats setzen. Das einzige was mich stört ist der Versuch, die Wahrheit zu verdrehen und gewisse Dinge falsch darzustellen.

    Richtig wäre es, zu sagen:
    “Ja, wir stehen dazu. Wir setzen auf Copycats. Der Grund ist, weil wir gute Manager sind, aber nicht das notwendige Talent und die Kreativität besitzen, um etwas zu entwickeln, was es auf der Welt noch nicht gibt. Wir sind halt keine Erfinder-Typen, sondern halt nur Manager. Deshalb setzen wir auf Copycats”

    Ganz ehrlich:
    Das ist alles PR BULLSHIT! Sowas kann man doch nicht wirklich ernst nehmen. Ich verfolge das Thema und die Diskussionen schon seit Jahren. Habe nie etwas dazu öffentlich gesagt. Aber jetzt wird einmal Zeit, dass jemand die Wahrheit ausspricht.

    Ansonsten glauben noch die ganzen talentierten Menschen dort draußen diesen ganzen Mist! Und das wäre wirklich schade …



  8. Gründerkönig

    @Farid Nur sind die ganzen asiatischen Wirtschaften (und auch die deutsche Industrie) durch Kopieren groß geworden. Es kann ein Einstieg sein, bis man zu Innovationen im Stande ist. Aber darüber sollte man sich auch im Klaren sein und nicht diesen Zustand als Ziel ansehen.

  9. Eines vorab, um nicht missverstanden zu werden: Jedes Unternehmen, insbesondere jedes neu gegründete Unternehmen bzw. Start-up ist ein Gewinn für uns alle und deshalb zu begrüßen. Ferner steckt hinter jedem erfolgreich platzierten Unternehmen natürlich viel, viel harte Arbeit. So wie man copycats nicht abwerten sollte, bin ich aber auch der Meinung, dass die Kritik, es seien „Neider, die hip und cool sein wollen bzw. ihre innovativen Geschäftsmodelle nicht am Markt platzieren können“, ins Leere geht.

    Natürlich ist die Imitation eine kluge Vorgehensweise, wenn man – aus welchen Gründen auch immer – (noch) nicht in der Lage ist, innovativ tätig zu sein, also Neues zu erschaffen. Ganze Länder haben so aufgeholt und sich zu Hochtechnologiegesellschaften entwickelt. Dennoch muss die Frage berechtigt sein, warum hier in Deutschland selbst renommierte Verlage ins Silicon Valley pilgern, abkupfern und dann hierzulande so viele copycats finanziert werden und wir andererseits so wenig wirklich unique und weltweit akzeptierte Geschäftsmodelle zustande bringen. Haben wir das wirklich nötig?

    Ich habe da meine eigene Meinung dazu:

    Wirkliche Innovation muss man in einem Trial and Error-Prozess ausprobieren. Die lässt sich nicht absichern und in Businesspläne pressen. Da müssen nicht nur der Innovator sondern auch die Umgebung wie z.B. die Risikokapitalgeber wirkliches Risiko tragen können, was viel Vertrauen in die Handelnden voraussetzt. Absicherung ist da nicht. Da liegt meines Erachtens das Problem. Innovation und Sicherheit vertragen sich am Ende nicht. Viele Menschen und Institutionen wollen und müssen sich aber absichern, um ein Fehlinvestment hinterher zumindest halbwegs rational verargumentieren zu können.

    Ich wünsche mir eine hierzulande eine Mentalität, die wieder auf den Menschen setzt und stärker ins Risiko geht. Vielleicht als Randnotiz. Wer einmal in Huelva die Nachbauten der Santa Maria, der Nina und der Pinta, mit denen Columbus den Seeweg nach Ostasien entdecken wollte und Amerika entdeckt hat (übrigens typisch für Innovationen), betreten hat, der bekommt ein Gefühl dafür, was ich meine.

    Neue Welten entdeckt man, in dem man die Alte hinter sich lässt. Dazu muss nicht nur der Innovator, sondern auch seine Umgebung, sprich z.B. der Risikokapitalgeber bereit sein!

    Mit freundlichen Grüßen

    Norbert Lohrke
    Vorstand Globalyze Invest AG

    Annenhofer Weg 2
    24247 Rodenbek
    http://www.globalyze.de



  10. TheRiddler

    Deutsche Investoren haben einfach keine Eier. Das Internationale Investoren nach Deutschland kommen kann man nur begrüßen – leider wird die erste Welle auch nur mit blinden Renditefuzzies besetzt sein.
    Ideen gibt es in Deutschland zu genüge.



  11. marc

    Bei dieser Diskussion spielen einfach zu viele Punkte und Aspekte eine Rolle, als sie in wenigen Zeilen darzulegen.

    Aber um es auf wenige essentielle Aspekte herunterzubrechen, kopieren ist einfacher als selbst etwas zu erfinden und entwickeln.

    Aber ich glaube absolut nicht, dass es an Innovationen hierzulande mangelt, viel mehr an Investoren und vor allem mutiogen Investoren, die junge Gründer und ihre Startups mit dem nötigen Kapital bei der Gründung und in der ersten Zeit unterstützen und an dessen Idee udn Vision glauben. Es ist nicht mal der Grund, dass es so wenige Investoren gibt, sondern viele mehr…

    Copy Cats und Modelle zu unterstützen im Web, die sich in anderen Ländern erfolgreich bewährt haben und somit einen proof of concept vorweisen können, sind oft bei Investoren lieber gesehen, als Innovative Ideen, weil man möchte ja Geld verdienen. Das ist eines der Hauptgründe.

    Nicht bei allen (Ausnahmen bestätigen die Regel), aber bei einigen, ist es wesentlich einfacher, eine Finanzierung zu bekommen, wenn man erwähnt und/oder der Investor durch Presse etc. bereits weiß, das Modell funkt. zum Beispiel in den USA schon erfolgreich.

    Hier steckt, wer weiss, vielleicht auch zugleich bereits die Möglichkeit eines Exits an wohlmöglich das Original, was in den heimischen Markt in Zukunft einzug halten möchte.

    Wirtschaftlich gedacht sind all diese Punkte sowie viele weitere nicht zu verachten, aber andererseits entstehen so auch nur ganz selten große und weltweit erfolgreiche Webunternehmen, wie ebay, amazon, google, facebook und co, die sich langfristig behaupten, auch aus Deutschland heraus.

    Und nicht umsonst herrscht diese immer währende Copy Cat Debatte überwiegend in Deutschland vor, und in den USA und einigen anderen Ländern laufen ähnliche Startups eher unter Wettbewerb.



  12. Markus Tischer

    Eine Copycat ist eine legtime Sache. Man sollte auch dazu stehen, das die Idee nicht die eigene ist.
    Aber die Analyse greift m.E. viel zu kurz. Zalando mag innovativ sein, ist aber auf einem ganz anderen Pfad unterwegs als zappos.
    Alleine die in Deutschland strikten Ladenschlusszeiten sowie die laengeren Arbeitszeiten duerften ein schnelleres Wachstum mit erklaeren.
    In den USA kann ich schliesslich auch am Sonntag um 23 Uhr noch im Wall Mart Kleidung kaufen…
    auch die massive Finanzierung und die wenige ernstzunehmende Konkurrenz tragen dazu bei.
    Kaufhof z.b. haette mit einem guten Online/Offline Konzept Zalando ganz schnell das Wasser abgraben koennen.
    Aber die Offline Pure Player sind da einfach nicht praeventiv genug und erkennen die Gefahr fuer ihre Unternehmen nicht.
    Auch ist Zalando hoechst abhaengig von billigem Warentransport- sobald der DHL Mann nicht mehr fuer 5 Euro die Stunde arbeitet, geht es mit 50% Retouren den Bach herunter.

    Dennoch ist Zalando ein riesen Erfolg, insofern Gratulaton zur hervoragenden Umsetzung eines bereits bekannten Business Models.

  13. Pingback: Internet-Urgestein Nico Lumma über Copycats :: deutsche-startups.de

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