“Man muss es Kunden so einfach wie möglich machen” – Alexander Friedrich von Bloomboxer

Die richtigen Schlüpfer für die vielleicht nicht immer perfekte Figur zu finden, ist auch für Männer nicht immer einfach. Diese Erfahrung machte auch Alexander Friedrich und gründete quasi aus Eigenbedarf heraus Bloomboxer (www.bloomboxer.com/de/), […]

Die richtigen Schlüpfer für die vielleicht nicht immer perfekte Figur zu finden, ist auch für Männer nicht immer einfach. Diese Erfahrung machte auch Alexander Friedrich und gründete quasi aus Eigenbedarf heraus Bloomboxer (www.bloomboxer.com/de/), ein Start-up, welches maßgeschneiderte Boxershorts verschickt. Mit diesem Angebot dürfte er sicher vieler seiner Artgenossen glücklich machen. Daher sprach der Gründer im Gründer-Kurzinterview mit deutsche-startups über Herren-Dessous “nach Maß”.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Wie so oft ist die Geschäftsidee aus der Not heraus entstanden. Auf einer Urlaubsreise habe ich mir in Shanghai im Frühjahr 2010 Boxershorts nach einer Vorlage schneidern lassen, jedoch war die Qualität des Stoffes und Details wie der Gummi-Zug im Bund doch mangelhaft. Eine Recherche hat dann ergeben, dass diese Lücke im Netz nicht besetzt war; zudem war das existierende Boxershort Angebot (wie die von van Laack oder Sunspel) entweder teuer oder hatte einfach nicht die Qualität, welche man von einer 30 Euro Boxershort erwartet.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Abgesehen davon, dass man mit solch einem Long-Tail Konzept sowohl in der Produktion als auch in der Vermarktung immer Neuland betritt, hat sich die Grundidee – also mit Hilfe moderner Fertigungsanlagen ein konfigurierbares Produkt Online anzubieten – nur wenig verändert. Lediglich die Wahlmöglichkeiten wurden etwas vereinfacht und auch der Realität, dem Kunden angepasst.

Gerade in dem Bereich in den Nischenbereich „Boxershorts nach Maß“ sollte und muss man es dem Kunden so einfach wie möglich machen. Wobei ich den ursprünglichen Ansatz, also „Boxershorts nach Maß“ gar nicht mehr als 100 % treffend empfinde; vielmehr probieren wir, dem Kunden ein Produkt nach seinen Präferenzen, lang oder kurz, eng oder weit, etc, zu bieten.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Abgesehen von den klassischen Schneidern, von denen wir uns preislich ohnehin abgrenzen, gibt es online keinen Mitbewerber in dieser Form. Da wir rein online arbeiten, müssen wir uns natürlich durch eine Eigenentwicklung abgrenzen: vor zwei Tagen haben wir einen Logarithmus, welcher nur Alter, Größe und Gewicht benötigt, um mit 95% Treffsicherheit unserem Kunden seine Basis Kleidergrösse zu berechnen, live gestellt. Das User Interface des Konfigurators wird ebenfalls noch etwas überarbeitet und vereinfacht.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Unsere Kunden.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Unserer monatlichen Fixkosten bewegen sich im unteren dreistelligen Bereich, somit sehe ich 2013 sehr positiv entgegen. Investitionen in das Marketing sind allerdings nötig, da wir gerade 12 Monate am Markt sind. Zudem arbeiten wir an der Entwicklung und Design eigener Stoffe.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Mittelfristig bleiben wir erst mal bei unserem Nischen-Segment, Boxershorts. Geographisch sind wir so aufgestellt, dass wir dank günstiger Portokosten weltweit liefern können. Gerade Online bietet einer Marke ja die Möglichkeit, augenblicklich den weltweiten Vertrieb zu starten – der Vertrieb wird nicht durch den Zwang einer Ladenpräsenz beschränkt.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Die Haupt-Meilensteine für 2013 sind ganz klar den Umsatz um 300% zu steigern und die Marke bekannter zu machen. Auch die Entwicklung und das Design unseres ersten eigenen Stoffes soll dieses Jahr erfolgen. In dem Markt, welchen wir uns ausgesucht haben, werden per annum einige Milliarden umgesetzt. Natürlich arbeiten wir in einer Nische, aber wenn man sich die Entwicklung des Damen Dessous Marktes in den 80er Jahren bis heute ansieht, sieht man einfach Potential; traditionell folgt der Markt für Männer mit einiger Verzögerung dem Markt, in welchem Frauen anfangs die Option Leader sind. Daher auch unser Slogan „Looking good with your trousers down“.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person:
Alexander Friedrich ist Gründer und Geschäftsführer der Bloomboxer GmbH mit Sitz in München. Zuvor hatte er jahrelang in den Bereichen Finanzen, Internet und E-Commerce gearbeitet. Zuerst als Broker bei der Hornblower Fischer AG in Düsseldorf und New York, später bei Bloomberg in London. Danach wechselte Alexander Friedrich von der Finanz- in die Internet-Welt, wo er unter anderem bei der Tanto AG in München und für die Deutsche Presse-Agentur als Manager Electronic Commerce tätig war.

Christina Cassala

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

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