5 neue Start-ups: locaside, boost, Vamida, Dreizagg, Schokostück

Tagtäglich entstehen in Deutschland unzählige neue Start-ups – siehe auch unser Special “Brandneue Start-ups“. An manchen Tagen stellen uns mehrere dutzend Gründerinnen und Gründerin per Mail, am Telefon oder von Angesicht zu Angesicht […]
5 neue Start-ups: locaside, boost, Vamida, Dreizagg, Schokostück
  • Von Christina Cassala
    Mittwoch, 23. Januar 2013
  • 7 Kommentare
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Tagtäglich entstehen in Deutschland unzählige neue Start-ups – siehe auch unser Special “Brandneue Start-ups“. An manchen Tagen stellen uns mehrere dutzend Gründerinnen und Gründerin per Mail, am Telefon oder von Angesicht zu Angesicht ihre brandneuen Ideen vor. Leider können wir nicht alle neuen Start-ups in aller Ausführlichkeit vorstellen. In unserer Rubrik “5 neue Start-ups” gibt es deswegen Woche für Woche neue Start-ups und Internetprojekte aller Art in Kurzform. Weniger wichtig sind diese Start-ups deswegen aber nicht. Gerne stellen wir auch Ihr Start-up vor, schicken Sie uns einfach eine Mail. Diesmal stellen wir locaside, boost, Vamida, Dreizagg und Schokostück vor.

locaside weiß, wo die Party sind

Freizeitgestaltung: Die Frage, wie die Generation App ihre Abende gestalten kann, beschäftigt so manches Gründerteam. Was sind die besten Locations, wo finden die besten Partys statt und wo trifft man in der eigenen Stadt wohl die hipsten Menschen? Auch Hannes Becker, Tobias Meinhardt, André Pfohl und Marco Weber stellten sich nach ihrem Uni-Abschluss diese Fragen und gründeten locaside (www.locaside.com) mit Sitz in Karlsruhe. Damit wollen die vier Junggründer das soziale Event- und Nightlife-Portal werden und bieten einen tagesaktuellen Überblick über die neusten Veranstaltungen in einer Stadt. Besucher und Nutzer können entweder auf der Seite von locaside oder in der gleichnamigen Smartphone-App sehen, in welchem Club die beste Party steigt, wann die Lieblingsband das nächste Mal auftritt, in welcher Bar man sich gemütlich mit Freunden auf ein Bier treffen kann oder in welcher Lounge sich die besten Cocktails – idealerweise zu Happy-Hour-Preisen – trinken lassen. Das derzeit bestehende Angebot soll weltweit aufgebaut werden. Zudem basteln die Gründer derzeit auch an einem CRS-System, damit Locations über das Nightlife-Portal zielgerichtet Marketingmaßnahmen durchführen können. Durch die Schnittstelle zu Facebook entfällt für die Locations gleichzeitig der hohe Zeitaufwand für das mehrfache Pflegen von Events auf verschiedenen Plattformen.

boost spendet beim Shoppen

Social ist in: Wem das Fundraising auf der Straße oder im TV nicht ganz geheuer ist und dennoch Gutes tun will, kann künftig beim Shoppen im Netz Gutes tun. Mitte 2012 ging das Projekt boost (www.boost-project.com) von Frank C. Eckert und Benjamin Vahle online und seither kostenlos gemeinnützige Organisationen unterstützt werden. So funktioniert es: Die über 500 angeschlossenen Online-Shops zahlen eine Provision, sobald ein Nutzer über boost auf ihre Seite gelangt und etwas kauft. Im Anschluss spendet boost 90% der Provision, der Nutzer entscheidet wofür. Er leitet zunächst 50% der Spende an die Organisation seiner Wahl weiter. Wer dann noch auf Facebook mitteilt, an wen die Spende fließt, verdoppelt diese. Klassische win-win-Situation: Der Online-Shopper wird so zum Botschafter seiner Lieblingsorganisation und steigert ihre Bekanntheit. Die aktuelle Spendenliste wird auf boost veröffentlicht.

Vamida verschickt Arznei aus Österreich

Gesund: Seit November 2012 ist Vamida.at (www.vamida.at) online. Damit startete die erste österreichische Online-Apotheke mit Standort in Wien. Mit Schnelligkeit und Preisvorteil will das Unternehmen um Martin Wallner als Mitbegründer und Geschäftsführer auf dem Markt punkten. Als einzige Versandapotheke kooperiert Vamida.at eigenen Angaben nach als Premium-Select-Partner mit der österreichischen Post, das ständig wachsende Sortiment aus derzeit über 1000 rezeptfrei zugelassenen Arznei- und Naturheilmitteln, Kosmetika und Drogerie-Artikeln stammt zu 100% von österreichischen Großhändlern. Allerdings, so verspricht Vamida, liege der Preis für diese Artikel bis zu 40 % unter der Preisempfehlung. Seit 2010 drängen einige Versandapotheken aus dem Ausland (hauptsächlich Deutschland und Holland) in den Markt, welche Österreich von den Unternehmenszentralen aus mit betreuen und die Produkte von einer Apotheke in einem Nachbarland (hauptsächlich Deutschland und Tschechische Republik) aus versenden. Vamida.at (wird zum Großteil von den Investoren PP Investments und dem Österreicher Fred Kranich (Inari Investments) finanziert.

Mit Dreizagg Möbel selbst designen

Eigenkreationen: Möbel selbst designen, das geht? Fast, meinen die Dreizagg (www.3zagg.de) Gründer Oliver Brach, Tevfik Sayin und Bernd Wunder. Das Start-up aus dem bayrischen Kulmbach bietet Polyrattan-Möbel und Acrylglasprodukte, die in kundenindividuellen Farbvarianten, mit unterschiedlichsten Motiven sowie Accessoires hergestellt und geliefert werden können. Die Eigen-Marken des Unternehmens hören dabei auf die Namen nuloox (www.nuloox.de) und acryloox (www.acryloox.de). Dahinter verstecken sich zwei Konzepte die modular und maximal kompatibel sein sollen. „Die Innovation allerdings ist die Beleuchtung der Produkte mit hoch energieeffizienten und langlebigen LED-Leuchtsystemen“, heißt es aus dem Marketing. Insbesondere für die Acrylprodukte sollen sich daraus vielfältige Einsatzgebiete als Dekorelemente und Werbeträger ergeben.

Schokolade in Boxen bei Schokostück

Zarter Schmelz: Willkommen im Himmel, so lautet das Versprechen an jenen, der die Seite von Schokostück (www.schokostueck.de) öffnet. Auf der Plattform von Christina Raftis und Benjamin Bauer können Box, gefüllt mit ausgesuchter Schokolade im Abo bestellt werden. Die Gründer preisen ihr Start-up als Marketingtool für Schokoladenfirmen, die in Deutschland aufgrund eines niedrigen Marketingbudgets noch weniger bekannt sind und gleichzeitig süße Überraschung für die Abonnenten. Da haben doch alle was davon.

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Christina Cassala

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.

  1. Da hat sich locaside (ehemals party is on) offensichtlich am Namen von getloca.de ebenfalls aus Karlsruhe bedient. Auch das Konzept kommt mir sehr ähnlich vor.



  2. Mike

    Die ganzen php hacker sollen nach hause gehen und erstmal ihre Osterwalder Bücher verbrennen. Außer Schokostueck hat keines dieser neuen Startups auch nur einen Ansatz auf Umsatzgenerierung. Was ist los mit euch? Hat euch keiner Ries oder Blank empfohlen? Ich finde DS sollte der Startupszene etwas Gutes tun und eine Serie von Buchempfehlungen liefern, die meines Erachtes einfach zur Grundausbildung eines Gründers gehören. Dann entstehen zwar noch immer Low Value Low Investment Startups wie eben gelistet, der Median an Innovation wird sich jedoch durch eine bessere Bildung erhöhen.

  3. @Mike Gute Idee!

    “Ich finde DS sollte der Startupszene etwas Gutes tun und eine Serie von Buchempfehlungen liefern, die meines Erachtes einfach zur Grundausbildung eines Gründers gehören.”

    Welche Bücher kannst du empfehlen?



  4. Michael

    @Mike: was spricht gegen Trial & Error? Ganz im Sinne von Ries?



  5. Tim

    Business Model Canvas und Lean Startup schließen sich nicht aus sondern ergänzen sich. Wenn man nur eines von beiden macht endet man mit einem Produkt das keiner will(nur Business Model Canvas) oder mit eienm Startup das den Innovationsgrad und die Ambition eines Wochenendprojekts hat(nur Lean Startup).
    @Alex: Ich finde jeder Gründer sollte Business Model Generation(Osterwalder), Lean Startup(Ries) und Rework(Fried/Heinemeier Hansson) gelesen haben. Four Steps to Epiphany von Blanc ist sicherlich auch toll aber nicht gerade leichte Kost.



  6. ChrisT

    Klar, alles wichtig… Nur wenn man mal auch von der Seite ran geht: Wer hat große Unternehmen, wie google, facebook etc. gegründet. Ein BWLer oder ein “PHP-Hacker”? PS: Ich will die oben genannten Unternehmen natürlich nicht mit google und co. vergleichen. Nur ein Denkanstoß geben…



  7. Mike

    Bücher zu Entrepreneurship und Startups gibt es wie Sand am Meer. Leider sind 98% Müll.

    Meines Erachtens liegt es an Blogautoren wie euch, da ein wenig Übersicht zu schaffen und gegebenenfalls Beiträge zu schreiben, die ihr in all den Jahren Berichterstattung selbst belegen könnt.

    Zu der Frage was der Gründer lesen sollte, stellt sich die Vorfrage welches Grundwissen ein Gründer besitzt.

    Type 1 – Der Techie:
    Ein Gründer der keinen wirtschaftlichen Hintergrund besitzt, sollte sich meines Erachtens zumindest grundlegend mit den kaufmännischen Prozessen vertraut machen und sich ein wenig mit Arbeitsrecht, Buchhaltung und später Merger & Aquisition befassen.

    Viel zu oft müssen Techgründer die operationalen Prozesse vollständig an einen externen Geschäftsführer übergeben, der von Startups keinen Schimmer hat, nur Marketing und M&A mitbringt und es kommt deshalb viel zu oft zu inkompetenten, für BWLer-typischen Fehlentscheidungen wie “Lass uns Umsätze generieren und noch mehr VC Geld einscheffeln.”, anstatt langfristige Kostenvorteile und Wertschöpfungserhöhungsstrategien (Value Proposition) aufzubauen. Das ist genau der Grund warum hippe Startups mit VC Finanzierung schon nach 8 Monaten die Luft ausgeht. Weil eben 20T für Recht, 40T für Marketing, 15% für dubiose Media for Equity Deals, und 50T für externe Fachkräfte ausgegeben werden, die irgendwo in Indien das Backend bauen ohne Q&A eingeplant zu haben.

    Für diesen Typen empfehle ich:

    - “Unternehmergesellschaft – Recht, Steuer, Gründung” von Lothar Volkert.

    Die 20€ Investition zahlt sich mehr als das zwanzigfache in Form von gesparten Stunden beim Anwalt und Steuerberater.

    - “How to Win Friends and Influence People” von Dale Carniege

    Die 10€ Investition zahlt sich mehr als hundertfach aus, weil sie dem Techie zeigt, dass man zum Unternehmertum nicht nur intellektuelle Fähigkeiten, sondern vorallem menschliche Fähigkeiten besitzen muss. Sei es bei der Diskussion der neuen Featurelist, bei der Kundenaquise, bei Gesprächen mit Investoren. Überall geht es vorallem um menschliche Beziehungen. Wer das vernachlässigt, verliert nicht nur Freunde und Kollegen, sondern auch potentiell Millionen in Finanzierung.

    - “The Art of the Start” von Guy Kawasaki, allerdings findet lohnt sich hier nur das Video von Stanford anzuschauen: http://www.youtube.com/watch?v=2-bYcmMgIN0&list=PLD8313EF066B891B5

    - “The Lean Startup” von Eric Ries,
    seid ehrlich, 95 von euren 100 Ideen sind scheiße, ihr wisst es nur noch nicht. Wie ihr es herausfinden könnt, erfahrt ihr im Buch oder Videolecture von Ries.

    Fakt ist: die meisten Techies verlassen ihre feste Stelle viel zu früh mit unausgereiften Ideen. Es ist heutzutage nicht schwer Geld für Scheißideen zubekommen, das heißt aber noch lange nicht, dass man unter dem Strich die nächsten 3 Jahre an einer Scheißidee arbeiten, dann pleite geht und 3 Jahre seines Lebens verschwenden muss. Die Opportunitätskosten für einen Techie an einem wahrlich innovativen oder coolen Projekt arbeiten zu können, sind einfach zu hoch und statistisch gesehen, bekommen die meisten Techies selbst bei einem erfolgreichen Exit eine niedrigere Auszahlung, als sie es in ihrem Festanstellung in den 3 Jahren bekommen hätten. Letztlich ist nicht jeder Techie geeignet Unternehmer zuwerden, die meisten merken das einfach zuspät.

    Type 2 – Der BWLer

    Wer BWLer ist und nen Techie ins Boot holt, läuft oftmals Gefahr die multidimensionalen Probleme bei Produkt- und Servidesign zuunterschätzen. Viel zu oft konzentrieren sich BWL-Gründer nur an Umsätze und Exitstrategien und unterschätzen dabei das Szenario eines Non-Exit. Was passiert wenn keine Series A gelandet wird? Was passiert wenn man plötzlich langfristig wirtschaften muss? Dann spielen plötzlich Kriterien wie User Retention, Communitybuilding und Innovationmanagement eine wichtige Rolle. Hinzukommt, dass der BWLer oftmals die Sprache der Techies nicht versteht, wodurch langfristig falsche wirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden, die technische Probleme bereiten.

    Diesem Typen empfehle ich:

    “Unfunded” von Nicholas R. Carter, der Autor gehört zu den wenigen, die nicht nur von Bootstrapping reden, sondern, die es in ihre DNA übernehmen. Geldverbrennung scheint ein Riesenthema in Berlin zu sein, besonders wenn man sich ansieht, wie viele Startups trotz Seed- und Series A untergehen.

    “The Innovator’s Dilemma” von Clayton Christensen
    Oh, dieses Buch sollte Standardlektüre für jeden jeden BWL-Gründer sein. Wusstet ihr das 9 von 10 Startups scheitern? Ja? Genau, weil 9 von 10 Startups ohne Innovation geboren und noch viel schlimmer wertschöpfungslos bleiben. Das Schlimmste was man als BWLer machen kann, ist es den richtigen Techie zu finden, eine Finanzierungsrunde zu erhalten und dann am Ende in Sachen Innovation und Produktentwicklung zu versagen. Man hat dann quasi 90% richtig gemacht, und etwas Wertloses geschaffen. 9 von 10 machen’s falsch, also liest das Buch!

    Optional: “Moneyball” von Michael Lewis, jeder fängt klein an und jeder kennt das Gefühl wenn man ganze Industrien verändern möchte, aber der Weg von Industrieriesen versperrt wird. Lewis erzählt die wahre Geschichte, wie man mit dem richtigen Bauchgefühl und der richtigen Datenauswertung eine jahrzehnte altes Geschäft revolutioniert. Auch für Nichtsportenthusiasten ein brilliantes, inspirierendes Buch.

    Type 3 – Der Künstler (PWler, Künstler, etc)

    Der Künstler hat eine besondere Begabung, er sieht die Dinge per Definition mit anderen Augen. Er verliert sich nicht in Pragmatik und Detail wie der Techie, noch hindert ihn eine traditionell kaufmännische Ausbildung wie dem BWLer beim Denken und Finden von Innovation. Würde sich jener kaufmännische und technische Fähigkeiten erlangen, könnte er starke Synergien entwickeln. Doch dem Künstler fehlen oftmals die Disziplin und wissenschaftliche Grundfertigkeiten. Kurz er tut sich mit Details schwer und gründen hat eben viel mit Detailarbeit zu tun.

    Diesem Type empfehle ich daher:

    “The Effective Executive” von Peter F Drucker
    Dieses Buch gibt einen guten Überblick über die Nutzung von Zeit, denn Zeit, das weißt der Künstler ist ein Paradox, man ist davon umgeben und es ist doch nie genug da. Ein effektiver Künstler, ist ein schaffender Künstler!

    “The Practicing Mind” von Thomas M. Sterner
    1000 Ideen hat der Künstler, doch nur 1 kann er die nächsten 3 Jahre umsetzen. Wie er sich auf das konzentriert, wenn es darauf ankommt, dass bringt Sterner in seinem Buch sehr gut bei.

    “The Checklist Manifesto” von Atul Gawande, ein spannendes Buch darüber wie Menschen mit den richtigen, geordneten Methoden anderen Menschen das Leben retten. Sowohl für Entwickler als auch Künstler Typen die Pläne nicht nur schmieden, sondern auch umsetzen möchten.

    “The Four Steps to the Epiphany” von Steve Blank
    Man sagt alle Wege führen nach Rom, so ähnlich verhält es sich mit diesem Standardwerk. Egal welcher Type, jeder sollte dieses Buch zumindestens Kapitelweise lesen. Jeder Gründer wird in diesem Buch seine Idee wiederfinden und systematisch durchleuchten müssen. Wenn es ein Buch gäbe, dass die VCs als Pflichtlektüre empfehlen würden, dann ist es dieses Buch. Wer es liest, filtert im vorhinein 90% aller Müllideen aus seinem Kopf. Die restlichen 10% können dann zuguten Ideen entwickelt werden.

    Es gibt noch weitere tolle Bücher, aber irgendwann will man ja auch mit Gründen anfangen.

    Mike

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