“Der Markt ist groß genug für mehrere Anbieter” – Armin Strbac von Shpock

Wer seine ollen Plünnen schnell einmal verkaufen möchte, ohne sich dabei auf zugige Flohmärkte zu stellen, der hat seit einiger Zeit mit Flohmarkt-Apps für Smartphone eine echte Alternvative. Eine davon ist unter weiteren […]
  • Von Christina Cassala
    Mittwoch, 16. Januar 2013
  • 5 Kommentare

Wer seine ollen Plünnen schnell einmal verkaufen möchte, ohne sich dabei auf zugige Flohmärkte zu stellen, der hat seit einiger Zeit mit Flohmarkt-Apps für Smartphone eine echte Alternvative. Eine davon ist unter weiteren Mitbewerbern wir Stuffle das Kind aus dem finderly.de-Haus die Handy-App Shpock (www.shpock.com). Über Konkurrenz macht sich Armin Strbac allerdings weniger Sorgen, sondern spricht im Gründer-Kurzinterview mit deutsche-startups vor allem über den großen Erfolg, den die App seit Launch zu verbuchen hat.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Shpock – der mobile Flohmarkt für schöne Dinge ermöglicht Durchstöbern, Kauf und Verkauf von verschiedensten Produkten, egal ob die zu klein gewordene Lieblings-Bluse, die Designer-Vase oder die alte Playstation. Das Schöne, der mobile Flohmarkt hat immer geöffnet, ob unterwegs oder zuhause, sieht super aus und ist einfach zu nutzen. Die angebotenen Gegenstände werden nach Entfernung vom eigenen Standort sortiert angezeigt, was es besonders einfach macht, Angebote im eigenen Bezirk, Ort oder Bundesland zu finden. Usern, die besonders interessante Dinge anbieten, kann man auch folgen, um am Laufenden zu bleiben. Wenn man etwas Passendes gefunden hat, ist es ein Leichtes, den Verkäufer zu kontaktieren um direkt in der App über den endgültigen Preis und die Übergabe verhandeln.

Das Erstellen eines Angebots in der Flohmarkt-App dauert nur 30 Sekunden: Nach der Registrierung über Facebook muss man lediglich ein Foto des Gegenstands machen, den Titel und eine Kurz-Beschreibung angeben und den Preis festlegen. Sollte das gesuchte Produkt mal nicht in der Nähe verfügbar sein, dann nutzt man einfach die Suche oder setzt einen Such-Agenten, der einen informiert sobald das gesuchte Produkt hinzugefügt wird. Gelauncht haben wir am 17. September 2012 auf Android und iOS und konnten seit damals mehrere wichtige Updates mit Funktionserweiterungen anhand von Userwünschen durchführen.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Der Grundgedanke ist immer derselbe geblieben, jedoch ändern sich das Konzept und der Funktionsumfang laufend. Das bleibt auch sicher noch eine ganze Weile so. Hätten wir starr alles umgesetzt, was wir am Anfang im Kopf hatten, hätten wir viele Features gehabt, die keinen Menschen interessieren. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass wir durchaus auch falsch eingeschätzt haben, welche Produkte auch tatsächlich verkauft werden.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Der Mitbewerb ist recht vielfältig. Neben den Apps der klassischen Kleinanzeigenportalen, sind im amerikanischen Raum vor allem „Rumgr“ und „Yardsale“ zu erwähnen, in Deutschland ist neben uns vor allem Stuffle bekannt und es gibt noch einige weitere, die die Spinnweben aus der Ebay/Kleinanzeigen-Welt vertreiben wollen. Wir unterscheiden uns von der Konkurrenz in folgenden Punkten: Klare Designsprache, die auf Ästhetik, Bedienungsfreundlichkeit, wenige Menüpunkte und vor allem Einfachheit fokussiert, überlegene Features, wir sind seit dem Launch auf iOS und Android verfügbar, dabei wurde Bedienung und Design an das jeweilige Ökosystem angepasst und wir haben alle Kernkompetenzen in-house! Daher kurze Feedback->Updateschleifen und können somit schnell auf veränderte Marktgegebenheiten reagieren und uns rasch weiterentwickeln.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Unser Team und die Beziehung zu unseren Usern. Das Team hat mit viel Hingabe und Einsatz in kurzer Zeit so viel erreicht und ist bemüht dieses Niveau auch zu erhalten. Das Spüren die User und unterstützen uns im Gegenzug mit Feedback und dadurch, dass sie ihre Begeisterung mit anderen Usern teilen. Einer der Gründe warum wir in nur 3,5 Monaten mehr als 100.000 Downloads haben.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Die App ist mit einem minimalen Funktionsumfang und als Gratis-App gestartet, um erst mal zu sehen, ob den Usern unser Ansatz gefällt und um die App auch rasch anhand der Userwünsche zu verbessern. Die App wird auch noch eine Zeit lang gratis bleiben. Langfristig werden wir aber bestehende Geschäftsmodelle von Kleinanzeigen/Second-Hand Portalen auf den mobile Usecase übertragen, ohne dabei aber unsere User zu nerven.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
Im Moment fokussieren wir uns auf den Deutschsprachigen Raum. Noch dieses Jahr sollen aber auch noch andere Regionen und Sprachen erobert werden.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Wir wollen kräftig weiterwachsen und Marktführer der neuen Generation von Flohmarkt/Second-hand Apps werden. Glauben aber, dass der Markt groß genug ist, dass mehrere Anbieter erfolgreich sein können.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person
Amin Strbac lebt und arbeit in Wien. Er studierte sowohl Multimedia/Nachrichtentechnik als auch BWL und ging im Anschluss in die Beratung zu BCG – international Technologie und Konsumgüterprojekte. Nach dieser Erfahrung wurde der Wunsch nach einer Selbständigkeit so groß, so dass er sich diesen 2010 verwirklichte und mit Katharina Klausberger und Stefan Fleig Shpock gründete.

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.



  1. Toto

    Dass Apps im Moment in sind, ist ja nicht zu übersehen, aber in diesem Segment nur auf eine reine App zu setzen, halte ich für grundweg falsch. Ich glaube, dass es in diesem Segment doch besser ist eine Webplattform, von mir aus App ^^, zu haben und dann eine mobile Version nachzuziehen. Es ist sowieso viel einfacher aus einer Webplattform eine auf mobile Bedürfnisse zugeschnittene App zu erstellen, als umgekehrt. Nur mit einer App, dan auch noch für ein OS, kommt man gegen die Großen auf jeden Fall nicht an, auch wenn ich mir mehr Konkurrenz schon laaaaaaaaange wünsche.



  2. Sven

    Nachdem Lesen habe ich mir Stuffle und Shpock mal runtergeladen. Es ist schon schlimm, wie sich die Konzepte im Detail ähneln. Gerade bei so einer “kleinen Sache” wie einer App finde ich das extrem bedenklich. Wenn Rocket-Internet einen Trend ins internationale Geschäft trägt, dann kann man das vielleicht noch toleriern (ich weiß noch nicht, ob ich das kann), weil die Jungs aus Übersee sich nicht von vornherein international aufgestellt haben, wie es alle Europäer eigentlich immer tun.

    Wenn aber “kleine Sachen” und Konzepte 1:1 kopiert werden, dann finde ich das schon nicht gut. Wer hat hier von wem kopiert?



  3. Mike

    Das ist eines dieser typischen Startups mit 0 Umsatzchancen und nur drauf auf sind aufgrund ihrer hohen Nutzerzahlen einen guten Verkaufswert zuerhalten.

  4. “Wer seine ollen Plünnen schnell einmal verkaufen möchte, ohne sich dabei auf zugige Flohmärkte zu stellen, der hat seit einiger Zeit mit Flohmarkt-Apps für Smartphone eine echte Alternvative. ”

    Die einzig wichtige Flohmarkt-App ist von ebay. Mehr braucht es nicht. Auf ebay sind sowohl die Käufer als auch die Verkäufer. Sowohl als Verkäufer als auch als Käufer wüsste ich nicht warum ich von ebay weggehen sollte. Es ist nunmal ein Teufelskreislauf –> ohne Käufer, keine Verkäufer und ohne Verkäufer, keine Käufer.



  5. Toto

    @Rainer

    Das ist auch der Grund warum ebay immer höhere Gebühren nehmen kann, weil keine Alternative eine Chance bekommt. Aber als gewerblicher Nutzer ist eine App eh unattraktiv, da benötigt es schon mehr Comfort, die eine App nicht bietet. Aber eine Mischung bringts. Vielleicht kommt da mal etwas anderes.

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