Twigspot: Standortbasiertes Video- und Fotosharing

Twigspot aus Gilching in Bayern (www.twigspot.com) bietet mit seiner kostenlosen, standortbasierten iOS-App die Möglichkeit, in Echtzeit Fotos und Videos zu veröffentlichen. Dadurch illustrieren Nutzer auf einer Umgebungskarte, was am eigenen Aufenthaltsort gerade los […]
Twigspot: Standortbasiertes Video- und Fotosharing
  • Von Thorsten Panknin
    Dienstag, 8. Januar 2013
  • 11 Kommentare
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Twigspot aus Gilching in Bayern (www.twigspot.com) bietet mit seiner kostenlosen, standortbasierten iOS-App die Möglichkeit, in Echtzeit Fotos und Videos zu veröffentlichen. Dadurch illustrieren Nutzer auf einer Umgebungskarte, was am eigenen Aufenthaltsort gerade los ist. Zusätzlich bietet twigspot eine Chatfunktion und die Möglichkeit, Menschen an anderen Orten zu bitten, ein paar Momentaufnahmen zu machen. Dadurch können Nutzer direkt und zeitnah einen Eindruck erhalten, wie bei einer Veranstaltung die Stimmung ist.

“In welche Kneipe gehe ich heute Abend, mir ist eher nach ruhiger Atmosphäre?”, “Ist im Park gerade etwas los?” und “Was geht beim Konzert dieser neuen Band ab?” sind nur ein paar der Fragen, auf die twigspot eine Antwort geben möchte. Seit Ende Oktober können Nutzer der standortbasierten iPhone-App bei anderen Teilnehmern, “Spotter” genannt, selbst Fotos und Videos veröffentlichen oder per Chat nach entsprechenden Aufnahmen fragen, um einen visuellen Eindruck entfernter Örtlichkeiten zu erhalten.

Anonym und ohne Registrierung nutzbar

Twigspot lässt sich ohne Angaben von persönlichen Daten nutzen, es ist keine Registrierung notwendig, die Nutzer werden durch generische Avatare repräsentiert. Neben der Möglichkeit, unbekannte Spotter nach Informationen zu fragen, können sich Freunde zusätzlich gegenseitig für die Umgebungskarte autorisieren, um immer zu wissen, wo der andere sich gerade aufhält. Kürzlich kam eine Anbindung an Facebook zur App hinzu, um eigene Aufnahmen auch mit den dortigen Freunden teilen zu können. Kürzlich kam eine Anbindung an Facebook zur App hinzu, um eigene Aufnahmen auch mit den dortigen Freunden teilen zu können.

Trotz regelmäßiger Aktualisierung der Daten soll der Stromverbrauch der App dabei allerdings gering bleiben. Es werden, der Übersicht wegen, nie mehr als 5000 Nutzer gleichzeitig auf der Karte angezeigt. Die gemachten Aufnahmen bleiben maximal 4 Wochen lang online, um Aktualität zu gewährleisten.

Twigspot verbreitet sich weltweit

Aktuell befindet sich die App in den deutschen AppStore-Charts auf Platz 2 in der Kategorie “Soziale Netze” und wurde bereits in über 60 Ländern heruntergeladen. Martin Schöneberger, einer der beiden Gründer, erklärt twigspots Potenzial: “In Zukunft kann ich meinen Freunden nicht nur Urlaubsfotos zeigen, sondern sie auch in Echtzeit an meiner Reiseroute teilhaben lassen, ohne stündlich ‘posten’ zu müssen.” Inzwischen werde twigspot, nach eigenen Angaben, in über 50 Ländern genutzt und biete sich auch an, um zum Beispiel das nächste Urlaubsziel schon einmal unter die Lupe zu nehmen und von Einheimischen Aufnahmen machen zu lassen.

Martin Schöneberger und Daniel Federauer gründeten die Firma im Juli 2011 mit Eigenmitteln, die beiden arbeiten aktuell in Teilzeit am Projekt; um den Betrieb des Dienstes zu sichern, gibt es zusätzlich Gelder aus dem Inkubationsprogramm der European Agency und dem Bayerischen Staatsministerium – führt twigspot aber auch Gespräche mit Investoren und Business Angels. Die Entscheidung über das Geschäftsmodell müsse dabei, laut Schöneberger, nicht schnell gehen, zwei Konzepte sind bereits ausgearbeitet und werden gerade anhand der Nutzerszenarien evaluiert: zum einen ist eine Premiumfunktion für Vielnutzer möglich oder eine Monetarisierung über B2B-Portale. Vornehmlich gehe es zunächst darum, eine kritische Masse bei den Nutzern zu erreichen und neben der iPhone-App auch eine für Android zu entwickeln.

An Mitbewerbern gibt es diverse Chat- und Foto- und Video-Sharing-Applikationen, zum Beispiel Instagram (www.instagram.com) oder Tadaa (www.tadaa.net). Twigspot sieht seinen USP einerseits in der “Friendfinder”-Funktionalität und darin, dass sich Avatare miteinander verbinden können sowie dem einstellbaren Umkreis der Geolokation.

Die Idee von twigspot gefällt, da es den geografischen Standort, visuelle Eindrücke und auch eine Chatfunktion vereint. Wenn die Nutzerzahl weiter steigt und sich die App verbreitet, ist das eine schöne Sache. In größeren Städten wie Hamburg ist zumindest schon eine Menge los.

Thorsten Panknin

Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.



  1. Mike

    Bye Bye in 12 Monaten.



  2. Darni

    Ziemlich cool eigentlich! Gab’s zumindest so noch nicht…



  3. Kristian

    Die Idee find ich ziemlich gut, kritische Masse wird aber sicherlich nicht leicht…

  4. “Twigspot lässt sich ohne Angaben von persönlichen Daten nutzen, es ist keine Registrierung notwendig”

    Die App wird schon irgendwelche unverschämten Rechte habe, um schnüffeln zu können.



  5. Max

    Rainer, was meinst du denn dass geschnüfflet wird? Da man keine DAten von sich preis gibt gibt es ja auch keine Schnüffelmasse.

    Ich finde es eine interessante Sache und bin gespannt was daraus wird.



  6. Larne

    Der Vollständigkeit halber: Ein weiterer Mitbewerber mit sehr ähnlichem Konzept ist das Berliner Startup “eyeQuest”(www.eyequest.de).

    Hier ein Artikel von deutsche-startups: http://www.deutsche-startups.de/2013/01/18/eyequest-standortbasierte-foto-und-videoanfragen-in-echtzeit/

  7. Danke für den Nachtrag, Larne!



  8. mike

    Und was bitte schön unterscheidet euch von den anderen tausend fotoapps? Gpsdaten auslesen und auf ner Karte darstellen kann so ziemlich jeder. Wo ist die Markteintrittsbarriere? Wie werde Umsätze generiert? Wann hören die dt
    Startups endlich auf Demoprojekte zuveröffentlichen und an echte Businessmodelle zu arbeiten?



  9. Florian

    Mike, lies doch den Artikel und guck die App an, dann sollten deine Fragen beantwortet sein.

    Wo ist das Businessmodell von Instagram, Eyeem und den tausend anderen Fotoapps, könnte man auch fragen, wäre aber irgendwie sinnlos.

    Nörgeln ist immer leicht, man sollte nicht nur an profitable Businessmodelle ab Tag 1 glauben. Ich bin gespannt was hieraus wird.



  10. mike

    Genau darum geht es. Apps bieten keine VC cases. Die Applebenszeit bewegt sich zwischen 6 und 12 Monaten, im Normalfall sogar weniger. Da hat man die meisten User Bereits verloren, wenn man die Seedrunde erhält. Twitter und Instagram sind Massenmarktphänomene, die auf darauf basieren dass die Englischsprechende Markt etwa zehn mal So gross ist, wie der Dt. Markt. Ein Twitter aus Deutschland hätte sich dagegen bis heute nicht durchgesetzt und wäre für immer ein Hobbyprojekt geblieben. Ganz zu schweigen das Twitter selbst mit einer Milliarden User rote Zahlen schreibt und das noch in absehbarer Zeit so bleiben wird. Am Ende ist auch Twitter ohne Erlösmodel nur ein Verkaufskandidat an Facebook und Google und sobald der IPO von Twitter vor der Tür steht, wird auch Twitter so schnell wie möglich Kaufangebote einholen und an den Höchstbietenden verkaufen, denn ein IPO kann sich Twitter ohne Umsätze nicht leisten. Sonst ergeht es Ihnen wie Reddit und Digg, deren Aktien intern als Toilettenpapier benutzt wird.



  11. Florian

    Da hast du ja überall recht mit, aber nur weil momentan noch kein Business Case erkennbar ist muss es ja nicht heißen, dass hier keines vorhanden ist. Ich denke sicher dass die Firma gute Antworten parat hat wenn diese Frage von einem VC gestellt wird. Dass man direkt nach golive nicht gleich Milionen verdienen kann sollte klar sein. So etwas passiert meistens in mehreren Schritten und man plaudert nicht an die breite Masse aus wie später Geld verdient werden soll.

    Wenn kein plausibler Case dahinter steht, geb ich dir recht. Es allerdings von Anfang an zu verteufeln finde ich ein bisschen verfrüht. Die Plattform ist seit 3-4 Monaten auf dem Markt.

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