Offline! Start-ups, die 2012 vom Markt verschwunden sind

Nicht alle Start-ups sind erfolgreich! Leider sind auch im vergangenen Jahr wieder etliche deutsche Start-ups und Online-Projekte für immer von der digitalen Bildfläche verschwunden. Zuletzt segneten unter anderem die bekannte Shirtlabel-Community A better […]
Offline! Start-ups, die 2012 vom Markt verschwunden sind
  • Von Alexander Hüsing
    Dienstag, 8. Januar 2013
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Nicht alle Start-ups sind erfolgreich! Leider sind auch im vergangenen Jahr wieder etliche deutsche Start-ups und Online-Projekte für immer von der digitalen Bildfläche verschwunden. Zuletzt segneten unter anderem die bekannte Shirtlabel-Community A better tomorrow, der mit viel Erwartungen gestartete Lebensmittelshop supermarkt.de und der Reservierungsdienst Gourmeo das Zeitliche. Zur Erinnerung: 2011 verschwanden unter anderem die Spieleschmiede Playgenic, die Online-Drogerie AllesAnna und der umstrittene Entertainment-Shoppingdienst Swoopo für immer vom Markt.

A better tomorrow
Das 2006 von Andre Grünhoff gegründete Shirtlabel-Community A better tomorrow scheiterte Ende 2012. “Durch Beschluss des Amtsgerichts Düsseldorf (501 IN 207/12) vom 30.10.2012 ist über das Vermögen der Gesellschaft das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Gesellschaft ist damit kraft Gesetzes aufgelöst. Von Amts wegen eingetragen”, hießt es kurz vor Jahresende im Handelsregister. Das Düsseldorfer Start-up bezeichnete sich als “community-basiertes Shirtlabel”. Junge Designer konnten auf der Plattform ihre Designs in Design-Contest präsentierten. Die Community wählte daraus die besten Motive, welche A better tomorrow dann zum Kauf anbot.

Ada’s Avenue
Ende November zog Ada’s Avenue, ein Social Selling-Start-up für Modeschmuck, sich selbst den Stecker. Das Start-up verkündete die Einstellung des Geschäftsbetrieb. “Wir haben mit einem unglaublich motivierten, kreativen und erfahrenen Team ein überzeugendes Produkt, im Fashion und IT-Bereich geschaffen, haben es aber leider nicht geschafft in diesem umkämpften Markt die nötige Traktion herbeizuführen”, sagte Gründer Henning Daut, der Ada’s Avenue gemeinsam mit Lukas von Ingelheim und Alexa Patricia Schlenter gegründet hat, damals. Kurz nach dieser Verkündung folgte der Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Ada’s Avenue tanzte somit nicht einmal ein Jahr in der Start-up-Szene.

aka-aki
Knapp vier Jahren nach dem offiziellen Startschuss schloss die Handy-Community aka-aki die Pforten. Das Unternehmen selbst wurde bereits Mitte Mai liquidiert. Wobei das Start-up ohnehin in den Monaten zuvor eher als Zombie denn als lebendiges Unternehmen unterwegs war. Bereits im vergangenen Jahr beerdigte das Start-up sein Social Game-Experiment LiftLoft, zuvor riss Investor Creathor Venture die Mehrheit bei aka-aki an sich. aka-aki entstand aus einem Diplomprojekt im Studiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation (GWK) an der Universität der Künste Berlin. 2008 ging die Handy-Community an den Start – und somit weit vor dem Smartphone und Mobileboom.

Audiomagnet
Audiomagnet, eine Selbstvermarktungsplattform für Musiker, existiert ebenfalls nicht mehr. “Leider müssen wir die audiomagnet-Plattform schließen. Von Beginn an, also seit Sommer 2009 haben wir versucht, Euch den bestmöglichen Service und die optimalen Produkte für die Vermarktung Eurer Musik anzubieten, aber leider hat audiomagnet nicht die Beliebtheit und Reichweite erlangt, um sich wirtschaftlich tragen zu können”, teilten die Betreiber im Sommer 2012 mit. Das Start-up wurde von Timo Senechal und Amke Block gegründet. Audiomagnet wird unter anderem vom MP3-Erfinder Karlheinz Brandenburg unterstützt. Audiomagnet bot Künstlern mehrere Wege, ihre Musik im Web zu verbreiten.

Bamarang
Der Möbel-Shoppingclub Westwing (www.westwing.de), der kürzlich stattliche 50 Millionen US-Dollar einsammelte, konzentriert sich seitdem voll und ganz auf sein Hauptprodukt. Thematisch geht es bei Westwing “um edle Wohnaccessoires und Möbel”. Der Ableger Bamarang wurde im zweiten Quartal dieses Jahres eingestellt. Die Kopie des erfolgreichen Designermöbelshops Fab (www.fab.com) ging erst Anfang 2012 an den Start und erzürnte wegen der vielen Ähnlichkeiten nicht nur Fab-Gründer Jason Goldberg, sondern die weltweite Internetszene. In Windeseile exportierte das Westwing-Team Bamarang seitdem rund um den Globus. In Windeseile wurde Bamarang dann auch beerdigt.

bookya
Anfang 2010 übernahm die Leipziger LSL-Gruppe, die Unternehmen, Bibliotheken und Behörden mit Literatur aller Art (Bücher, eBooks, Zeitschriften) beliefert, bookya, einen Online-Marktplatz für studentische Bücher. Bei der 2007 gestarteten Bücherbörse konnten Studierende kostenlos Bücher kaufen oder verkaufen und neue Bücher bestellen. Damit ist jetzt Schluss: Mitte Juni ging bookya vom Netz. “Leider ist es uns in den letzten Jahren nicht gelungen, aus einer tollen Geschäftsidee ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln”, teilt der ostdeutsche Betreiber mit. Die entsprechende Domain steht seitdem zum Verkauf.

Caterna
Schade, dass sich nützliche, gute und hilfreiche Anwendungen nicht immer durchsetzen: Das Dresdener Start-up Caterna www.caterna.de schloss im Sommer 2012 die Pforten. “Mit großem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass die Caterna GmbH ihren Geschäftsbetrieb einstellen wird. Die wirtschaftliche Entwicklung zwingt uns zu einer solchen Entscheidung. Trotz intensiver Bemühungen in den letzten Monaten ist es uns nicht gelungen, ein tragfähiges Modell für die Fortführung des Unternehmens zu entwickeln”, schrieb Gründer Sascha Seewald damals. Das Start-up aus dem Umfeld der der TU Dresden bot ein spielerisches Therapieverfahren für Amblyopie, eine neurologische Sehstörung, an.

centerdeals
Der lokale Dealanbieter centerdeals existiert nicht mehr. Wie Gründerszene im Sommer 2012 berichtete, kam es aufgrund einer nicht von Centerdeals veranlassten Abschaltung der Domain zu einer dreiwöchigen Betriebsunterbrechung. “Danach habe man sich nicht in der Lage gesehen, das Geschäft wirtschaftlich wieder zu beleben”, berichtet Gründerin Rebekka Sigalov den Kollegen. Nun läuft eine Schadenersatz gegen United-Domains. Nutzer konnten bei centerdeals eigene Wunsch-Deals einreichen; das Team versuchte dann, diese umzusetzen. Außerdem legte man großen Wert auf die faire Behandlung der Partner. Unterstützt wurde die Jungfirma von UMT United Mobility Technology.

connex.io
Zweieinhalb Jahre nach der Gründung gab das Zürcher Jungunternehmen connex.io, ein Dienst zur Synchronisierung von Adressbüchern über verschiedene Plattformen, Ende 2012 auf. “Man habe die selbst gesteckten Milestones nicht erreicht, nämlich ‘viermal soviel Nutzer insgesamt und deutlich mehr zahlende als jetzt’, so Marcus Kuhn. Ein Evaluation und die nicht gesicherte künftige Finanzierung sorgten dafür, dass jetzt die Bremse gezogen werde. Die Gründer wollen als erstes ihre Nutzer informieren und bereits bezahlte Leistungen – connex.io bot Monats- und Jahresabos an – rückvergüten”, berichtet Netzwertig.com.

Deutsche Bus
Das Berliner Start-up und Busunternehmen Deutsche Bus, welches von Jochen Baumeister und Heinrich Strößenreuther gegründet wurde, wollte die Planung, Organisation und Durchführung von Gruppenbusreisen übernehmen. Auf der Startseite konnte der Organisator den Preis pro Person ermitteln: Er musste lediglich die Reisedaten und die Personenanzahl in eine Suchmaske eingeben. Mit einem Klick wurde aus der Preisermittlung eine unverbindliche Anfrage und der Ansprechpartner erhielt weitere Informationen sowie Überweisungsträger für alle Mitreisenden. Inzwischen ist die Idee Geschichte: Die Website schon längst nicht mehr zu erreichen, die Gesellschaft wurde aufgelöst.

easystores
Multishop-Konzepte waren einmal extrem angesagt. Aber schon bald machte sich Ernüchterung breit! So auch beim Frankfurter Start-up easystores (www.easystores.org), das den Markt mit Nischenshops wie Energydrinks.de (www.energydrinks.de) und Schuhzoo.de (www.schuhzoo.de) beglücken wollte. Das Ziel der Mannschaft um Gründer Christian Lertes war zum Start groß: In drei Jahren sollten die vielen easystores-Läden “30 Millionen Umsatz generieren”. 30 Online-Shops “in den unterschiedlichsten Branchen- und Märkten” waren geplant. Bereits im Frühjahr 2012 ging easystores in den Winterschlaf – und wachte aus diesem nie wieder auf.

Fashionism
Fashionism, aus Berlin, brachte sich seit als Trüffelschwein für Mode in Stellung. Über die iPhone-App konnten Nutzer Mode, die ihnen gefiel, festhalten und der Welt mitteilen. “Our mission is to make your traditional shopping experience easier, more fun, more inspiring and more social”, teilte das Start-up im Frühjahr 2012 mit. Kurze zeit später war Fashionism schon wieder offline. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Luster konnte man bei Fashionism auch online durch die vielen Fotos der Nutzer navigieren und dabei immer auch sehen, wo die User das Produkt abgelichtet hatten. Zudem konnte jeder die Website nach Marken sowie Shop- und Usernnamen durchsuchen.

Finderia
Im März 2011 ging die “Social Recommendation-Plattform” Finderia (www.finderia.de) an den Start. Im Sommer 2012 verschwand das Projekt von der fünf Lokalistengründer Andreas Degenhart, Jürgen Gerleit, Andreas Hauenstein, Norbert Schauermann und Peter Wehner wieder aus dem Netz. Nach Informationen von deutsche-startups.de wurde ein Vertrag mit dem Datenlieferanten Schober beendet, weswegen die Plattform einen neuen Datenlieferanten brauchte. Offenbar wurde das Projekt stattdessen aber lieber beendet. Inhaltlich ging es bei Finderia darum, Empfehlungen für Geschäfte, Handwerker und Restaurants zu bekommen – aber nicht von irgendwem sondern aus dem eigenen Freunden.

froodies
Die Insolvenz des Lebensmittelshop froodies (www.froodies.de) nahm leider kein gutes Ende. Nach Informationen von deutsche-startups.de scheiterten im Sommer 2012 alle Bemühungen den Online-Shop zu retten. In Schieflage geriet die Firma nach einer geplatzten Finanzierungsrunde. Ingo Bohg, Geschäftsführer der Jungfirma, musste daraufhin im Mai den Gang zum Amtsgericht antreten und einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen. Schon bald wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Wobei der Insolvenzverwalter mitteilte, dass Masseunzulänglichkeit vorliege. Sprich die Insolvenzmasse reichte nicht aus, um die die Kosten des Verfahrens und die Verbindlichkeiten zu decken.

Gourmeo
Der Reservierungsdienst Gourmeo schloss Ende 2012 für immer seine Pforten. Das Unternehmen aus dem malerischen Heidelberg wurde abgewickelt. “Wir wussten, dass der Markt schwierig ist. Leider haben sich unsere Erwartungen nicht erfüllt”, sagte Mit-Gründer Tobias Böcker Ende November. Nutzer konnten über die Plattformen in ausgewählten Restaurants einen Tisch reservieren und bekamen dann 30 % auf die gesamte Rechnung – ganz ohne Coupons. Die Reservierung kostete dafür aber 5 Euro. Angetreten war das Start-up, um “ein neues Kapitel kulinarischer Zukunft” einzuläuten. Leider kam das Konzept in Deutschland nicht an.

Joinbox
Joinbox existiert seit Ende des vergangenen Jahres nicht mehr. “Au revoir! Joinbox development has been discontinued. We are sorry. Servers will be definitely shut down on December 31, 2012. At that point all customer data will be deleted irreversible”, stand kurz vorher auf der Website. Joinbox wollte Nachrichtenkanäle aller Art auf einer Webseite verbinden. Sämtliche eingehenden Nachrichten landeten dabei auf einer gemeinsamen, pinnwand-ähnlichen Inbox. Ebenso ließen sich eigene Nachrichten mit einem Klick auf den unterschiedlichen Kanälen posten. Das Berner Start-up wurde von den fünf Gründern Konrad Mazanowski, Felix Steiner, Michael van der Weg, Fabian Jordi und Tobias Kneubühler ins Leben gerufen.

Juvalia & You
Dass darf man dann mal eine extrem schnelle Marktbereinigung nennen: Erst verkündete das Social Selling-Start-up Ada’s Avenue, dass man seinen Geschäftsbetrieb einstellt, dann übernahm Pippa&Jean (www.pippajean.com) seinen Wettbewerber Juvalia & You. Im Dezember wanderten die “deutschen Aktivitäten von Juvalia & You” unter das Dach von Pippa&Jean. In Deutschland verschwand Juvalia daraufhin der Bildfläche: Pippa&Jean-Macher Gerald Heydenreich ging es bei der Übernahme vor allem um die “Struktur und die Beraterinnen” von Juvalia. “Durch die Übernahme nimmt Pippa&Jean in Deutschland nun eine Spitzenposition im Bereich des Social Selling ein”, sagt Heydenreich.

Livingo
Der Möbel-Shop Livingo segnete Ende 2012 das Zeitliche. “Wir haben unseren Möbel-Onlineshop Livingo geschlossen. Die Gewährleistungsansprüche bleiben selbstverständlich erhalten. In unseren FAQ erhalten Sie Antworten auf die meistgestellten Fragen. Darüber hinaus erreichen sie uns weiterhin über das Kontaktformular”, heißt es seitdem auf der Website. Livingo gehörte zur Internetstores AG von René Marius Köhler. Bereits etliche Monate zuvor hatte das Unternehmen eine Neuausrichtung und das Abstoßen einiger Shops angekündigt. Ein geplanter Verkauf von Livingo scheiterte offenbar.

Localisto
Heimlich, still und leise ging Localisto (www.localisto.de) Anfang 2012 an den Start– zumindest testweise. Heimlich, still und leise verschwand Localisto im Sommer 2012 wieder aus dem Netz. Hinter der Jungfirma steckte Founderslink, der Inkubator von Oliver Beste und Fabian Hansmann. Vor der Testphase beschrieben die Berliner ihr Projekt als “Marktplatz für lokale Dienstleistungen”. Über die Plattform sollten Nutzer “einfacher, sicherer und günstiger lokale Dienstleistungen” finden können. In der Testphase bearbeitete Localisto die Stadt Lübeck. Über eine Suchmaske konnten User Dienstleister vergleichen und buchen. Vorgegeben sind Suchanfragen wie Fahrschule, Fitnessstudio oder Massage.

Miosato
Noch Ende November des vergangenen Jahres schrieb das Team von Miosato (www.miosato.com) bei Twitter: “Wir sind in Weihnachtsstimmung! Schaut morgen unbedingt auf unserer Seite vorbei… Surprise, surprise!” Auf der Facebook-Fanpage von Miosato datiert der letzte Eintrag vom 1. Dezember. Wenige Tage später war die Online-Modegalerie, die jungen Labels eine neue Heimat bieten wollte, schon wieder Geschichte. Im Handelsregister findet sich mit Datum vom 23. Dezember 2011 der Eintrag: “Die Miosato GmbH mit Sitz in Berlin ist aufgelöst. Die Gläubiger der Gesellschaft werden aufgefordert, sich bei ihr zu melden”. Erst im Sommer 2011 ging Miosato offiziell ins Netz.

mylugo
Fast völlig wortlos ist das Online-Kaufhaus mylugo (www.mylugo.de), welches Ende des vergangenen Jahres in die Insolvenz schlitterte, im Februar 2012 aus dem Netz verschwunden. Lediglich bei Facebook finden sich einige kurze Abschiedsworte: Liebe Partner, Freunde, Händler, leider muss mylugo die Türen schließen und den Betrieb einstellen. Wir bedanken uns für die tolle Zusammenarbeit und die schöne Zeit”. Anfang Februar wurde über das Vermögen der Gesellschaft das Insolvenzverfahren eröffnet. Die Gesellschaft ist aufgelöst. Ende 2009 ging das ambitionierte Projekt an den Start. Das Hamburger Start-up wollte das Einkaufen im Internet sicherer machen. Daraus wurde nichts.

myMobai
Das Desdener Start-up myMobai musste Anfang Juli ein Insolvenzverfahren über sich ergehen lassen. Wie so oft scheiterte zuvor eine Finanzierungsrunde. “Die Assets, Patente und das Couponing-System Skyrocket, werden nun gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter verkauft. Mittlerweile gibt es dafür fünf Unternehmen, die an den Assets interessiert sind”, schrieb MyMobai-Gründer André Reif bei mobilbranche.de.”Es war eine tolle Zeit. Ich bin allen Beteiligen, meinen ehemaligen Mitarbeiter – alle ganz tolle Menschen, den Kunden und Kooperationspartnern und für die Möglichkeit meine persönlichen Horizont so erweitern zu können, dankbar. Ich habe viel dazu gelernt”, lautet das Fazit des myMobai-Gründers.

MyOn-ID
Der Reputationsdienst myON-ID (www.myonid.de) segnete im Sommer 2012 das Zeitliche. Nutzer konnten über myON-ID ihre persönlichen Online-Inhalte und -Aktivitäten sammeln und verwalten. “Mit myON-ID setzten wir uns das Ziel, unter einem Dach eine professionelle Möglichkeit zur Überwachung sowie zur Präsentation der eigenen Personenmarke anzubieten. Wir haben dabei erkannt, dass die meisten Nutzer verstärkt an der Funktion zur Überwachung des Internets interessiert waren”, teilte das Unternehmen mit. Stattdessen setzt die Jungfirma nun komplett auf secure.me (www.secure.me), eine Plattform, mit der Nutzer ihre Privatsphäre auf Facebook schützen können.

petitebox
Das Berliner Start-up Glossybox (www.glossybox.de), ein Birchbox-Klon aus dem Hause Rocket Internet, schickte seinen Ableger petitebox , eine “monatliche Überraschungsbox für schwangere Frauen und junge Mütter”, im Sommer des vergangenen Jahres aufs Abstellgleis. In der offiziellen Pressemitteilung war von einer Sommerpause die Rede. Die kleine Schwester der Glossybox kam aus dieser unter dem Namen Glossybox Baby wieder zurück. Allerdings nicht als monatliche Box, sondern “als einmalige Überraschungsbox zur Schwangerschaft, zur Geburt oder zur Baby Shower Party”. Somit änderte das Start-up mal eben den Namen, das Konzept und die Konditionen der Babybox.

Picopay
Das 2010 gestartete Hamburger Start-up Picopay (www.picopay.de) wollte Verlagen mit seiner One-Click-Bezahlmethode beim Verkauf von Onlineartikeln helfen. Ohne Erfolg – seit dem Sommer 2012 gibt es Picopay nicht mehr. “Ein neues Denken in die Branchen zu bringen, mit den gängigen Modellen mitzuhalten, war sehr schwierig”, sagte Mitgründer Andreas Stehling gegenüber “Gründerszene“. Nutzer mussten bei Picopay lediglich ihre Mail-Adresse angeben und bekamen nach deren Verifizierung ein Startguthaben gutgeschrieben. War das Geld aufgebraucht, wurde der Kunde aufgefordert, ein Konto anzulegen und eine Zahlungsmöglichkeit zu hinterlegen.

SevenSnap
SevenSnap (www.sevensnap.com), einst als eine Art Swoopo für Smartphones angekündigt, letztendlich aber im März des vergangenen Jahres als webbasierter Schnäppchendienst gestartet, ist ebenfalls schon einige Monate nicht mehr im Netz vertreten. Gründer Tobias Hieb sprach gegenüber deutsche-startups.de zuletzt im April dieses Jahres von einer Auszeit. Zuvor war es aber bereits einige Monate sehr sehr ruhig um SevenSnap. Die Social Media-Kanäle des Projektes sind schon seit Ende Januar verstummt. Jeder Nutzer, der den virtuellen Verkaufsraum von SevenSnap betrat, konnte dort ein Angebot zum Schnäppchenpreis vorfinden. Für den Aufenthalt im sogenannten Snap Room mussten die Nutzer pro Minute zahlen.

Shirts on the Fly
Der Maßschneider Shirts on the Fly (www.shirtsonthefly.com) schlitterte im Sommer 2012 in die Insolvenz. Das junge Start-up, welches von der Beteiligungsgesellschaft Online Solutions Ventures unterstützt wurde, sieht sich als Opfer des eigenen Erfolges: “Da wir unseren eigenen Anspruch an Service und Lieferzeiten nicht mehr stabil realisieren konnten”. Nach einem Bericht der “Financial Times Deutschland” verkaufte Shirts on the Fly vom Start “Ende September 2011 bis zum Jahreswechsel 1.500 Hemden, genauso viele waren es bislang von Januar bis Mai 2012. Damit hat das Startup seit seiner Gründung vor einem Dreivierteljahr 140.000 Euro Umsatz erwirtschaftet”.

Shortbet
Das Berliner Start-up Shortbet (www.shortbet.com) wollte “die Standards im Social Betting neu definieren”. Nutzer der Facebook-App konnten auf Ereignisse wie “Gibt es weiße Weihnachten?” wetten. “Mit einem Klick ist man eingeloggt und kann mit seinen ersten 1.000 Credits setzen. ShortBet ist als Free-to-Play Variante aufgesetzt, sodass niemand außen vor bleibt. In wenigen Schritten sind eigene ShortBets erstellt und können mit Freunden geteilt werden”, teilte das Start-up, das von Martin Möllmann geführt wurde, zum Start mit. Wenige Monate nach dem Start ist das Start-up aus dem Hause Make a Startup schon wieder Geschichte. Probleme in Sachen Social Betting hatte zuvor bereits das BerlinerStart-up Crowdpark, welches Ende Juli in die Insolvenz schlitterte.

Simty
Der 2009 gestartete Handyparkservice Simty (www.simty.com) segnete Ende August das Zeitliche. “Liebe Simty-Kunden, leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir unseren Geschäftsbetrieb zum 31. August 2012 einstellen werden. Die aktuellen Rahmenbedingungen ermöglichen es uns leider nicht ein langfristiges Geschäftsmodell zu entwickeln”, hieß es in einer Mail an die Nutzer. Über den Dienst von Ortwin Kartmann konnten Autofahrer Parkscheine auf öffentlichen Parkplätzen mit ihrem Handy kaufen. Zum Abschied empfiehlt das Simty-Team seinen Nutzern den Mitbewerber MobilZahlen. Der Dienst funktioniert in allen bisherigen Städten, sowie zusätzlich in Aichach, Augsburg, Bad Oldesloe, Celle, Friedberg, Baden, Krems, und vielen mehr”, teilte Simty mit.

Stockdoo
Das Investment-Social-Network Stockdoo (www.stockdoo.com) wagte sich im vergangenen Jahr ins Haifischbecken der zahlreichen Anlegerplattformen. Anfang 2012 befand sich die Jungfirma schon wieder in Liquidation. Das Prinzip von Stockdoo war simpel: Investoren und professionelle Trader konnten sich über den kleinen, nützlichen Dienst vernetzen und mit Bewertungen und persönlichen Analysen untereinander eine bestmögliche Transparenz am Aktienmarkt schaffen. Die Innovo Finance Group aus Zürich investierte über 400.000 Euro in das Konzept von Yves Tölderer. Eine zweite Finanzierungsrunde über 1,2 Millionen Euro war bereits geplant. Das Aus kam aber schneller, als das Geld!

StylesClub
Sang- und klanglos ist StylesClub, eine Shopping-Mall für das Übernetzwerk Facebook, im Sommer 2012 von der Bildfläche verschwunden. Das Start-up aus dem Hause Springstar (Klaus Hommels, Oliver Jung, Harish Bahl) wurde im Mai des vergangenen Jahres von Malte Schulze gegründet. Mit der Facebook-Applikation von StylesClub sollten leidenschaftliche Netzwerker ihren Freunden oder Lieblingsshops folgen. Dafür bekam man – so versprach es das Start-up – dann eine “maßgeschneiderte Auswahl an Produkten”, die einen wirklich interessieren. Noch Mitte April verkündete die Jungfirma eine “brandneue Applikation und damit auch eine Vielzahl an neuen, spannenden Features”.

Supermarkt.de
Auch Supermarkt.de aus Hamburg konnte das Segment Online-Supermärkte nicht rocken. Nach einer Zwangspause Ende November, folgte Mitte Dezember die Einstellung auf “unbestimmte Zeit”. Schon zuvor klangt die “dem Wachstum geschuldete Auszeit” eher merkwürdig. Damals teilte das Start-up mit: “In Summe ist es in den vergangenen Monaten gelungen, den Proof-of-Concept des Geschäftsmodells zu zeigen”. Zurzeit befinde man sich in Gesprächen mit Investoren, um die Wachstumsziele umsetzen zu können. Dann folgte die totale Ernüchterung: Die Einstellung folgt “aufgrund der ausgebliebenen Anschlussfinanzierung”.

TeamsUnited
Aus und vorbei: TeamsUnited (www.teamsunited.com), ein Organisations- und Community-Tool für Gamer, verkündete im Sommer seine Einstellung. Mit ihrer Plattform wollten Robin Harries und Kim Karsten Stahn, die mit ihrer Idee zu den Siegern des bekannten Gründerwettbewerbs enable2start gehörten, eine Anlaufstelle für Team-Gamer aller Art schaffen. Begeistert von TeamsUnited waren auch die trivago-Macher Stephan Stubner, Rolf Schrömgens, Malte Siewert und Peter Vinnemeier. Mit ihrer Beteiligungsgsellschaft Monkfish Equity investierten sie eine sechsstellige Summe das Start-up mit Sitz in Hamburg. Die Bilanz nach knapp drei Jahren Aufbauarbeit ist ernüchternd: Das TeamsUnited-Konzept ging nicht auf.

the Chicken
The Chicken (www.thechicken.com), eine Plattform für Produkterlebnisse, existiert ebenfalls nicht mehr. Die Twitter- und Facebookpräsenz der Jungfirma sind bereits seit dem Sommer des vergangenen Jahres verwaist. Bei the Chicken konnten Nutzer Geschichten, die sie mit einem Produkt erlebt haben, niederschreiben. Die Gründer Sebastian Kurt und Adrian Haß belohnten dabei die Veröffentlichung von Produktgeschichten mit verschiedenen Auszeichnungen, Punkten und Cheftiteln. Wie sozialen Netzwerken gab es bei the Chicken die Funktion “Status Updates”, nur dass jede Aktion mit einem Produkt verbunden war. Das Berliner Start-up ging aus dem Vorläufer Shopotainment hervor.

Townster
Bereits Ende November des vergangenen Jahres lag das gut gemachte Metropolenmagazin Townster (www.townster.de) auf Eis. Inzwischen ist das Projekt Geschichte: Die Townster GmbH wurde Ende Januar dieses Jahres aufgelöst. Wer die Plattform jetzt ansteuert, landet bei der Empfehlungsplattform plazaa (www.plazaa.de), die wie Townster zum Inkubator crossventures gehört. Auf plazaa können Nutzer ihren Freunden ihre Lieblingsorte empfehlen. Townster positionierte sich als Metropolen-Magazin. Townster war eine Mischung aus Infodienst, Stadtmagazin und Bewertungsplattform. Zunächst bearbeitete die Townster-Mannschaft Berlin, später kam Hamburg hinzu.

UnitedCommerce
Der Multishopanbieter UnitedCommerce (www.unitedcommerce.de) betrieb den Delikatessen-Shop Chefgourmet (www.chefgourmet.de), geschenkpaket.de (www.geschenkpaket.de), einem Shop für Geschenkideen, und die Wein-Plattform 12Vinos (www.12vinos.de). Die Geschichte nahm kein gutes Ende: UnitedCommerce schlitterte Anfang 2012 in die Insolvenz. Auf der Facebook-Seite von Chefgourmet hieß es damals: “Wir bedauern Ihnen mitteilen zu müssen, dass die UnitedCommerce GmbH mit Ihrem Shop-Angebot chefgourmet.de einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen musste”. Der Delikatessen-Shop Chefgourmet ging im Sommer 2010 an den Start. 2011 entstand um den Shop eine Multishop-Strategie.

Vigno
Vigno, eine Plattform mit wechselnden Angeboten für Weinliebhaber, existiert ebenfalls nicht mehr. Das Start-up ging erst im Herbst 2011 an den Start. “Wir haben beschlossen Vigno einzustellen”, sagte Mitgründer Daniel Klarkowski (ehemals eBay, Kijiji sowie Skype), der das Start-up gemeinsam mit Alex Lunt und Raphael Agasse gegründet hat, Ende 2012 gegenüber deutsche-startups.de. Mit Vigno wollte das Trio “Weinkennern einen Zugang zu exklusiven Weinen, die sonst nur schwer zu bekommen sind, verschaffen”. Durch “hervorragende Kontakte zu prominenten Winzern und Weingütern und die gebündelte Kaufkraft” der Kunden wollte Vigno Weine und Champagner “zu stark vergünstigten Preisen anbieten”. Offenbar jedoch ohne langfristigen Erfolg. Ebenfalls untergegangen ist bereits das Berliner Start-up Wein der Woche, welches von Alexis Hue geführt wurde.

Wein der Woche
Das Berliner Start-up Wein der Woche (www.weinderwoche.com), welches von Alexis Hue geführt wurde, existiert ebenfalls nicht mehr. Bereits Mitte Februar 2012 wurde die Wein der Woche GmbH sang und klaglos aufgelöst. Bei Wein der Woche gab es eigener Aussage “Geheimtipps der Winzerwelt”. Diese wurden von den “Mitgliedern der Online-Community vorab getestet und bewertet”. Die besten Weine schafften es dann als “Angebot der Woche” auf die Plattform. Duch den Verzicht von Zwischenhändlern konnte Wein der Woche diese Spitzenweine mit deutlichen Rabatten anbieten. Offenbar ging das Konzept nicht auf, sonst wäre das Start-up nicht so still und leise verschwunden.

wergehthin.de
Noch Anfang Juni schien es bei wergehthin.de, einem lokalen Couponing-Anbieter mit angeschlossener Eventplattform, gut zu laufen. Zumindest erweckte das Team um Christian Dommers den Eindruck. Für das laufende Jahr peile das Unternehmen einen Umsatz in siebenstelliger Höhe an. Zudem arbeite wergehthin.de profitabel, teilten die Kölner mit. Um die weitere Expansion zu stemmen, befand sich wergehthin.de-Mannschaft “in Gesprächen mit einigen größeren Investoren”. Im Sommer des vergangenen Jahres steht wergehthin.de dann vor dem Aus: Die Rheinländer, die wergehthin.de Ende 2008 an den Start brachten, mussten einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen.

youmusic24.com
Im Januar 2011 investierte Media Ventures in die Münchner Musikplattform youmusic24.com (www.youmusic24.com). Knapp ein Jahr später war die musikalische Liason schon wieder Geschichte. Auf youmusic24.com klebt seitdem der Hinweis: “Wegen technischer Probleme gerade nicht erreichbar. Wir arbeiten an einer Lösung”. Mitgründer Matthias Hieber zum Aus: “Wegen mangelnder Akzeptanz bei den Künstlern und damit ausgebliebenen Umsätzen mussten wir das Portal aus wirtschaftlichen Gründen schließen”. youmusic24.com ermöglichte Künstlern den Vertrieb von Musiktiteln und den Verkauf von Konzerttickets. Jeder Künstler erhielt 80 % des Nettoumsatzes von jedem verkauften Song.

Im Fokus: Infos über Start-ups, die es nicht mehr gibt, finden Sie in unserem Special Offline

Artikel zum Thema
* Offline! Start-ups, die 2011 vom Markt verschwunden sind
* Offline! Start-ups, die 2010 vom Markt verschwunden sind

Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Ich habe bei teamsunited schon in der Berichterstattung bei der ftd nicht so recht verstanden, wie deren Konzept je aufgehen soll.
    Dazu war das ganze in vielen Details sehr unprofessionell aufgezogen, die Berichterstattung sorgte so manches Mal für erhebliche Erheiterung.

  2. In Dresden hat es mit ubrigate ein weiteres Technologiestartup erwischt. Schade, denn Produkt und Idee waren zeitgemäß. Doch Nischenanbieter haben oft das Nachsehen, wenn Allround-Anbieter über die komplette Supply Chain Angebote machen.

    Entsprechende Pressemitteilung zur drohenden Insolvenz: http://www.ubigrate.com/Aktuelles-45/Pressemitteilungen-47/

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  5. Peter Siegert

    80% dieser Startups haben sich wohl in der eigenen Filter-Bubble verirrt – soviel Angebote, die die Welt nicht braucht!

    Wann programmiert endlich mal jemand Liquid Democracy neu (dringlich nötig!) und vermarktet das an Gemeinden, Landkreise, Verbände und Vereine?

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  7. Wer auch nur ansatzweise etwas im Hirn hat und sich die obige Liste anguckt, wird gewisse Analogien zwischen den Shutdowns erkennen können… (und der wichtigste Punkt hat in den meisten Fällen nichts mit dem Produkt oder der Idee zu tun, die Gründe für die Shutdowns sind viel viel Banaler, zuminest bei 95% der genannten Namen)

    Gleichzeitig muss ich sagen, dass gem. der DS-Beiträge diese Liste viel zu klein ist – wenn ich mich richtig erinnere gingen noch deutlich mehr Companies down, ohne dass die da aufgelistet sind…

  8. Ich vermisse in dieser Liste Angaben darüber, wieviel Investitionen mit jedem Pleite-Projekt verloren gegangen sind.

    Noch schöner wäre es, wenn in einer tabellarischen Übersicht auch die Investoren abzulesen wären.

    Und die wenigen Unternehem dürfen bestimmt nicht alle gewesen sein. Denn das wären recht wenige für so ein großes Land.

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