“Es gibt viele probierfreudige Teetrinker in Deutschland” – Marc Wachsmuth von Cuppabox

Kaffeeläden gibt es mittlerweile an jeder Ecke. Aber wer denkt eigentlich an die vielen Tee-Trinker, die einen guten Aufguss der schwarzen Bohne vorziehen? Für viele von ihnen ist das Angebot mehr als lau. […]

Kaffeeläden gibt es mittlerweile an jeder Ecke. Aber wer denkt eigentlich an die vielen Tee-Trinker, die einen guten Aufguss der schwarzen Bohne vorziehen? Für viele von ihnen ist das Angebot mehr als lau. Dieser Zielgruppe widmet sich nun seit Mitte Oktober das Start-up Cuppabox (www.cuppabox.de) und will Teetrinken wieder zu einem Genusserlebnis machen. Mitgründer Marc Wachsmuth spricht im Gründer-Kurzinterview mit deutsche-startups.de über guten Tee und die Möglichkeit, international wieder die Lust am Tee zu wecken.

Welche Idee steckt hinter Ihrem Start-up?
Der Gedanke Cuppabox zu gründen kam uns Mitte Juni 2012. In unserer Überraschungsbox bekommen Mitglieder monatlich jeweils drei ausgewählte lose Teesorten, je 30 g, wechselnder Marken versandkostenfrei geliefert. Das Abonnement eignet sich gut, um neue Sorten zu probieren, erstmalig Tee kennenzulernen, seine persönliche Lieblingsmarke zu identifizieren oder zum Verschenken. Unsere Box voller hochwertiger Tees richtet sich auch an das Gastgewerbe und an Unternehmen, die ihre Gäste und Mitarbeiter zwar oftmals mit gutem Kaffee beglücken, aber nicht selten mit Beuteltees minderer Qualität, Einseitigkeit und fadem Geschmack langweilen.

Wie sehr bzw. in welchen Punkten hat sich ihr Konzept von der ersten Idee bis zur Gründung verändert?
Das finale Konzept vereint wichtige und erprobte Bestandteile, die sich insbesondere die Start-ups aus dem Beautybereich zu nutzen machen. Die Wahl fiel bewusst auf dieses in seinen Grundzügen bewährte Modell, um die allgemein gro?e Nachfrage nach Boxen-Abonnements, ohne großzügige Aufklärungsarbeit, direkt und ohne Barrieren, auch mit dem stets gefragten und gesunden Lebensmittel Tee bedienen zu können. Daher liegt unser Fokus sehr stark auf dem Produkt, welches sich bis zum Start und auch noch jetzt immer wieder verändert und weiter verbessert. Es war und ist wichtig, flexibel zu sein und ständig neue Erkenntnisse in die Entwicklung einflie?en zu lassen, um ein maximal attraktives Endprodukt für unsere online-affine, neugierige und überwiegend feminine Zielgruppe zu kreieren. Produktentwicklung ist und bleibt ohnehin ein ständiger Prozess.

Wer sind Ihre Mitbewerber und wie grenzen Sie sich von ihnen ab?
Klassische Online Teeshops, die eine große Auswahl an Teesorten verschiedener Marken und Hersteller anbieten. Oft sind Online-Teeshops jedoch an eine exklusive Marke gebunden, bieten meist keine Markenvielfalt und können aufgrund ihrer Kostenstruktur nicht auf die separate Berechnung von Versandkosten verzichten, welche oftmals sogar den Preis einer einzelnen Teesorte übersteigen. Wir als Tee-Liebhaber übernehmen nicht nur die Selektion einzelner Qualitäts-Tees, sondern transportieren auch allgemein Wissenswertes rund um das vielfältige Thema Tee, inspirieren unsere Mitglieder mit neusten Sorten, Kompositionen und Blends, sowie ausgefallenen Rezepten und heben uns dadurch von unseren Mitbewerben ab.

Was ist der entscheidendste Faktor, damit Ihr Start-up den Durchbruch schafft?
Wir sind Mitte Oktober 2012 gestartet, bisher ausschließlich viral über die sozialen Kanäle, wie Facebook und Twitter, gewachsen und zählten bereits nach nur wenigen Wochen eine dreistellige Zahl an Tee-Liebhabern und solchen, die es werden möchten, zu unseren zahlenden Kunden. Insgesamt sind wir also sehr gut gestartet. Weit über die Hälfte unserer Mitglieder ist oder war ein Abonnement von Beauty-Boxen. Gelingt es uns, unsere Zielgruppe hinreichend zu adressieren und für noch mehr Markenvielfalt zu sorgen, denken wir Cuppabox erfolgreich betreiben zu können.

Wie wollen Sie Geld verdienen und wann schreiben sie schwarze Zahlen?
Es gibt unzählig viele probierfreudige Teetrinker allein in Deutschland und davon eine Minderheit, die sich auf nur eine einzige Teesorte festgelegt haben. Wer isst schon jeden Tag dasselbe? Cuppabox ist für seine Mitglieder eine bequeme, zeitsparende, flexible und sogar verhältnismäßig günstige Möglichkeit, regelmäßig den Bedarf an Tee zu decken und dabei verschiedene erstklassige Sorten unterschiedlicher Marken zu probieren. Für die vielen, auch eher unbekannten, aber erstklassigen Teemarken ist Cuppabox ein optimales Feedback- und Marketing-Tool, mit der Chance neue, potenzielle Kunden von der Qualität ihrer Sorten nachhaltig zu überzeugen. Mit jeder verkauften Cuppabox liegt ein gesunder positiver Deckungsbeitrag zur Grunde, obwohl die enthaltenen Bestandteile oftmals in Summe den Preis der Cuppabox übertreffen. Der Break-Even ist also abhängig von der Schnelligkeit unseres Wachstums.

Welche Märkte wollen Sie mittel- und langfristig erobern?
International wird, wie in Deutschland, viel Tee konsumiert. In vielen Ländern noch weitaus mehr wie in Deutschland. Die Internationalisierung ist für viele Teemarken aktuell ohnehin ein notwendiger Schritt, um weiter zu wachsen, den wir mit ausreichend Kapital für die Skalierung unseres Geschäftsmodells folgen werden. Daran glaubt auch Starbucks, die zuletzt mit Teavana ihren bisher teuersten Zukauf machten. Internationalisierung bedeutet für uns nicht nur unser Produkt weiträumiger anzubieten, sondern auch, neue und interessante Teemarken für unser Konzept zu gewinnen.

Welche Meilensteine wollen Sie in den kommenden zwölf Monaten auf jeden Fall erreichen?
Nachdem wir mittlerweile den aus Gründersicht, vorsichtig gesagt, sehr wichtigen Proof of Principle des Modells erreicht haben, planen wir nun kurzfristig unkompliziert Seed-Kapital aufzunehmen, um alle Signale auf Wachstum zu stellen. Mittel- bis langfristig möchten wir das Bindeglied zwischen Teekonsument und Teemarke darstellen, sowie als Informationsträger und Markenbotschafter rund um das Thema Tee wahrgenommen werden.

Im Fokus: Weitere Interviews mit jungen Gründern gibt es im Special Gründerinterviews

Zur Person
Marc Wachsmuth leitete vor seiner Zeit als Gründer Projekte im IT- und Logistikumfeld, bis er gemeinsam mit Sascha Gies und Felix Wessendorf zunächst Motosino (www.motosino.de) gründete und nun mit der Cuppabox für besseren Tee eintritt.

Christina Cassala

Christina Cassala, Redakteurin bei deutsche-startups.de, war schon zu ihren besten Uni- Zeiten in den 90er Jahren journalistisch tätig. Gleich nach dem Volontariat arbeitete sie bei einem Branchenfachverlag in Hamburg, ehe sie 2007 zu deutsche-startups.de stieß und seither die Entwicklungen der Start-up Szene in Deutschland mit großer Neugierde beobachtet.



  1. Geldschrank

    3 Packungen Tee für 10 €
    Good Luck!

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  3. DAX-Vorstandsreferent

    Sicherlich lecker aber nach einer Woche ist das Monatsabo schon aufgebraucht (3 mal 30gr). Was soll das?



  4. leckercheck

    Bin ich auch mal gespannt. Wenn man richtig einkauft, ist in dem Bereich sicher einiges drin. Die Menge ist allerdings wahrlich ein knackpunkt.



  5. Udo

    Die Menge ist nicht das Problem; im Gegenteil. 45-55 Tassen Tee pro Monat, also eine Tasse Tee pro Tag+, entspricht auch dem Durchschnitt des Konsums pro Kopf im Monat (3g pro Tag in Deutschland) plus der Möglichkeit zur Nachbestellung eines erhaltenen Tees in 100g als Beilage. Gruß Udo



  6. Dieter

    Revolutionär! Das gabs noch nie, wie seit ihr blos auf die Idee gekommen. Diverse Tee-Sorten und dann noch Abo. Ich glaub seit dem Erfolg von MyMuesli-Customizung gabs dutzende Kaffee- und Teeabos.

    Und wie bei allen Ideen finden sich auch hier Abnehmer. Aber bei einer handvoll Kunden, bei denen ja noch nicht klar ist, ob das Abo auch weiterhin genutzt wird, würde ich mich mit “Internationalisierung” zurückhalten… aber andererseits, das ist ja genau das was die windigen VCs hören wollen, skalieren bis zum geht nicht mehr, unendliches Wachstum.

    Jedenfalls (ehrlich gemeint) hoffe ich das Beste.

    Eur Pessimist (oder Realist, alles eine Frage der Sichtweise)



  7. Udo

    @Dieter, von Revolutionär spricht doch niemand. Ganz im Gegenteil: hier geht es um GlossyBox nur mit Tee(marken). Interpretiert man mittelfristig bis langfristig nach wirtschaftlicher Definition; bewegt man sich zwischen 4-7 Jahren und 8 Jahren+, da sollte man mit so einer prozessual simplen Idee, in Bezug auf die Wertschöpfung und Logistik, schon International skaliert sein. Ich bin gespannt, ob sie die Zielgruppe wirklich erreichen. Udo

  8. Meine Fresse. Für jeden Kram braucht es ein Abo. “3 Packungen Tee für 10 € Good Luck!” -> Naja, Coca Cola ist auch teurer als Lidl Cola. Aber bei den 9,99 Euro sind auch noch die Versandkosten drin. Da braucht es schon etliche Abos, damit überhaupt eine Person von diesem Geschäft leben kann.



  9. Silvia

    Interessant die Kommentare zu lesen. Sind Teetrinker unter Euch ? Ein kleiner Ausflug in die Kunst des Tees.
    Loser Tee (keine Früchte und Kräuter – ist nämlich kein Tee), kann wenn exklusiv und gut ist ganz einfach 10 EUR auf 100g kommen. Der Unterschied zu weniger qualitativen Tees ist, dass guter Tee 3-4 mal aufgebrüht werden kann. Sehr gute Tees wie Oolongs, weisse und auch grüne Tees (je nach Erntezeit), sind ihr Geld wert, wie guter Kaffee auch.

  10. Pingback: Die Woche im Rückblick: Lieferheld, Emeza, Salon.io :: deutsche-startups.de



  11. DAX-Vorstandsreferent

    Wieso wird über so etwas berichtet? Nur weil der Vetriebsweg ein www. enthält?

  12. Wenn da tatsächlich Begeisterung für Tee da ist und auch langfristig keine Erwartungshaltung da ist, dass da mal mehr als eine handvoll Menschen von leben könnten – warum nicht?

    Ich kann mir spannenderes vorstellen, denn so interessant finde ich Tee nicht. Und das Geschäftsmodell eigentlich auch nicht.

  13. Dann sollte die Teetrinker sich mal eine Geschäftsidee einfallen lassen :)))

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