Pippa&Jean übernimmt Juvalia

Dass darf man dann mal eine extrem schnelle Marktbereinigung nennen: Erst verkündet das Social Selling-Start-up Ada’s Avenue (www.adas-avenue.com), dass man seinen Geschäftsbetrieb einstellt, und nun übernimmt Pippa&Jean (www.pippajean.com) seinen Wettbewerber Juvalia & You […]
Pippa&Jean übernimmt Juvalia
  • Von Alexander Hüsing
    Dienstag, 18. Dezember 2012
  • 20 Kommentare
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Dass darf man dann mal eine extrem schnelle Marktbereinigung nennen: Erst verkündet das Social Selling-Start-up Ada’s Avenue (www.adas-avenue.com), dass man seinen Geschäftsbetrieb einstellt, und nun übernimmt Pippa&Jean (www.pippajean.com) seinen Wettbewerber Juvalia & You (www.juvalia.de). Wie das Start-up mitteilt, wandern die “deutschen Aktivitäten von Juvalia & You” unter das Dach von Pippa&Jean. Um Brasilien, Indien, und Russland muss sich das Juvalia weiter selbst kümmern. In Deutschland verschwindet Juvalia dagegen bald von der Bildfläche: Pippa&Jean-Macher Gerald Heydenreich ging es bei der Übernahme vor allem um die “Struktur und die Beraterinnen” von Juvalia.

„Wir sind glücklich und stolz. Unsere Stylistinnen werden von dem starken Team und den attraktiven Chancen bei Pippa&Jean profitieren”, sagt Magnus Resch, Geschäftsführer von Juvalia. “Das Team um Magnus Resch konnte innerhalb der letzten sieben Monate eine wichtige Position im deutschen Markt einnehmen und ein umfangreiches Netzwerk aufbauen. Durch die Übernahme nimmt Pippa&Jean in Deutschland nun eine Spitzenposition im Bereich des Social Selling ein”, sagt Heydenreich. Wobei es nun auch kaum noch Konkurrenz im Social Selling-Segment gibt! Zu nennen wäre vor allen Dingen das US-Votbild Stella & Dot (www.stelladot.com), welches auch in Deutschland aktiv ist, und Bella & Liz (www.bella-liz.de), ein Start-up aus Stuttgart das gerade aber gerade erst gestartet ist. Was Pippa&Jean für Juvalia & You auf den Tisch gelegt hat, ist nicht bekannt. Eine Riesensumme dürfte es aber nicht gewesen sein.

Zum Konzept der bisherigen Konkurrenten: Unter dem Motto “Zurück ins Wohnzimmer” setzt das Duo auf freie Beraterinnen, die Schmuck über eine geschlossene Online-Boutique und über Style-Partys an die Zielgruppe bringen sollen. Die Start-ups kombinieren somit die Vorteile des klassischen Direktvertriebs mit denen des Online-Handels. Einfacher ist dieses Modell dadurch nicht, immerhin gilt es im Grunde gleich mehrere Dinge zu stemmen: Die Start-ups müssen eine eigene Produktlinie aufbauen, ein E-Commerce-Unternehmen und einen klassischen Direktvertrieb. Man brauche dabei vor allem Durchhaltevermögen, sagt Heydenreich gegenüber deutsche-startups.de. Es dauere einige Zeit, bis der Multiplikatoreffekt greifen würde. Offenbar legen Heydenreich und sein Team dieses Durchhaltevermögen an den Tag.

Springstar: Der Hype ist vorbei

Bleibt noch ein letzter Blick auf Juvalia bzw. den Inkubator Springstar aus dem das Start-up stammt: Von den Start-Projekten der Ideenschmiede sind viele Start-up schon wieder verschwunden: KidsDeal wurde von FamilyDeal übernommen, Gourmeo mit dem Wettbewerber Tablespots fusioniert und schließlich doch beerdigt. Ebenfalls abgewickelt wurde StylesClub, eine Shopping-Mall für das Übernetzwerk Facebook. So viel zur Negativliste. Auf der Positivliste stehen der Design-Shoppingclub Casacanda, der an Fab verkauft wurde, die Global Leads Group, die Holtzbrinck Digital, die Internet-Beteiligungsholding der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, als Investor gewinnen konnte und die Auslandsarbeot für den Zimmervermittler airbnb. Der gewünschte weitere starke Inkubatoren-Player ist Springstar leider nicht geworden. Ist wohl auch nicht mehr zu erwarten: Hinter Kulissen soll nicht die beste Stimmung herrschen. Klaus Hommels und Oliver Jung sollen sollen laut Flurfunk die ein oder eine Meinungsverschiedenheit gehabt haben.

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Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Micha

    Gibt es zu Juvalia ein paar Zahlen? Als das Lipdub-Video rumging war man ziemlich überrascht, wie groß das Büro und das Team waren.



  2. Karl

    Hat der Magnus wieder einmal gerade noch die Kurve bekommen… Sonst wär das Geld wahrscheinlich bald verbrannt gewesen.
    Aber Hey “call me maybe” ;-)



  3. Sven

    Magnus sollte endlich wieder genug Geld haben um mit seinem eigenen Fahrer nächstes Jahr zum Oktoberfest zu fahren, ansonsten: Abhängen im Soho House ist angesagt! ;)



  4. Lars

    Der Herr Doktor scheint besser darin zu sein Projekte mit Verlust zu verticken als Wert für seine Investoren zu schaffen. Hauptsache er hat dabei gut abkassiert! Mal schauen wie lange Oliver Jung noch an ihm festhält …

  5. @Micha: Wenn ich diesen Eintrag richtig interpretiere…
    http://www.facebook.com/albadancers/posts/430493710336148?comment_id=94135067&offset=0&total_comments=1
    … dann hatten die dort auch professionelle Unterstützung, was das Team angeht. ;)



  6. Christian

    @Sven – Lol. P1 nicht vergessen und viele Pinke Ralph Lauren Hemden mit Stehkrägen. Sommer Residenz am Starnberger See, Winter Schloss am Wannensee ;)

    Mit seinem ersten Exit darf man Teil der Berliner Startup Illuminaten werden und den Startup Markt mit Angel Runden für 8000 Euro überfluten und 30 % der Firmenanteile rechnen.



  7. Torsten

    Spitzen Track Record: Gourmeo gescheitert, Juvalia gescheitert. Auf zum nächsten Projekt. Aufgrund welcher Leistung hat Magnus eigentlich Verantwortung bekommen?



  8. Aaron

    Auszug aus dem Gründerlexikon:

    Den Resch machen
    Wenn man sein Unternehmen verkauft, um eine Insolvenz zu verschleiern.

    Beispiel: “Puh, gerade noch so den Resch gemacht! Meine Bude gehört jetzt dem Späti an der Ecke, aber immerhin muss ich nicht nach Charlottenburg zum Amtsgericht!”

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  9. Bitte sagt mir, dass die Dame in diesem OFFIZIELLEN WERBEvideo für eine ernstgemeinte Unternehmung bei Minute 0:14 nicht das tut, was ich denke, das sie tut….



  10. Alex

    Immer wieder erstaunlich diese ganzen Hater Kommentare, aber wahrscheinlich selber noch garnichts auf die Reihe bekommen. Da spricht doch der pure Neid. Es gibt doch immer wieder Leute die denken, dass sie sich besser stellen indem sie andere schlecht machen. Trauriges Deutschland.



  11. Torsten

    Wahrscheinlich hast du Recht, Alex. Vielleicht aber auch nicht. Ab wann darf man haten? Ab wann hat man mehr als gar nichts auf die Reihe bekommen?
    Reicht ein Doktortitel oder sollte man schon mehr als ein Unternehmen geführt haben (Wenige Monate reichen, wenn in der Zeit genug Geld verbrannt werden konnte)?
    Es ist ja überhaupt keine Schande wenn irgendwas nicht funktioniert. Aber für manche Leute kann man sich dann doch freuen.



  12. peter

    Im Endeffekt wird ja auch nur “gehated”, weil Herr Resch sich regelmäßig daneben benimmt, bzw. ein ganz schlimmes Auftreten hat.

    Wäre er eine zurückhaltende Persönlichkeit und nicht so ein peinlicher Schreier und Poser, würde man ihm das ein oder andere verzeihen und auch nicht so Kommentare loswerden wollen.

    Wie dem auch sei, ich wünsche ihm alles Gute für die Zukunft und dass er sein Image nach außen mal überdenkt…. Das kommt nämlich weder ihm, noch seinen Startups, noch Springstar zugute.



  13. Maria

    Vielleicht waren die Auslandsbüros von Juvalia (Indien, Russland, Brasilien) interessant, da Pippa ja auch international durchstarten will. Ansonsten weiß ich wirklich nicht, was Pippa an Juvalia gewinnt. Wäre interessant zu wissen wie teuer Juvalia sich verkaufen konnte. Juvalias Schmuck hatte Drogeriemarktqualität, die handvoll Beraterinnen waren nach den ersten Shows demotiviert, da die Kundinnen ausblieben bzw. die Ware nicht annahmen. Das Team waren allesamt Direktvertriebsneulinge.
    Ich empfehle übrigens jedem der wissen will wie Herr Dr. Magnus Resch tickt, ein wenig seinen familiären Background zu recherchieren…



  14. Fassungslos

    @ Maria
    Deine Nachricht empfinde ich als wirklich peinlich. Das wird wirklich zu persönlich. Familiärer Background in Bezug auf Magnus Resch? Schäm Dich…. Und das Team war in Berlin bekanntermaßen der ziemliche Hammer.



  15. Aaron

    “Und das Team war in Berlin bekanntermaßen der ziemliche Hammer.”

    in was genau?

    Im Champagnersprühen im Felix?
    Im Verbrennen von Klaus&Olis Geld indem man eine Cheerleadermannschaft für ein Company Video antanzen lässt?

    Wenn jemand 2 mal hintereinander 7stellige Beträge komplett ohne daraus zu lernen verbrennt ist das schon ziemlich daben.

    Gut, dass bei springstar auch bald die Lichter aussind, das erspart und einen 3. Anlauf :)



  16. Maria

    Sorry @Fassungslos. Direktvertrieb ist nun mal persönlich. Warum sollte ich mich schämen? Seien Sie nicht naiv, man erfährt viel über die Motivation des Einzelnen wenn man etwas Recherche betreibt bzw. im Archiv nachschaut und nicht nur die Hochglanzbiographie als Grundlage seines Urteils nimmt. So ergibt vieles einen Sinn, und man sieht einen jungen Mann, der auf Teufel komm raus, sich was beweisen will und um Anerkennung und Beliebtheit buhlt.
    Schämen sollten sich “Geschäftsleute” die eine Firma gründen mit eins zu eins geklautem/geklontem Konzept nur um sie dann meistbietend verkaufen zu wollen. Das scheint ja heutzutage aber nichts anstößiges mehr zu sein. Dass das aber auf Kosten von Menschen geht, wird vergessen: Kunden sauer, Beraterinnen desillusioniert, aber Hauptsache die Stimmung im Büro ist so unbeschreiblich gut. Klar. Frage mich in welchem Seminar in St.Gallen man diese Prioritätensetzung lernt.



  17. aaahjetzt

    …nach all den Kommentaren habe ich mich gefragt, wer dieser Herr Dr. Magnus Resch denn wohl ist. Die ersten 2 Sekunden des Videos haben es mir beantwortet, ich hatte ihn auch schon mal getroffen :-) kann mich gut erinnern und daran, dass ich innerlich ein wenig irritiert war wegen der großen Erfolgsgeschichten und dem im Verhältnis doch noch sehr jugendlichen Aussehen!



  18. Geldschrank

    Dass ein Business nicht funktioniert, ist ja prinzipiell überhaupt kein Problem. Mobbing durch anonyme Kommentare sollte trotzdem nicht sein. Klar, geschasste Beraterinnen, die auf das Auftreten reingefallen sind und dachten, sie könnten da dauerhaft 2.000 € netto verdienen, sind wahrscheinlich jetzt sauer. Aber so naiv darf man eben auch nicht sein, wenn man bei einem Startup anheuert, das kann jeden Tag vorbei sein.
    Zu den Hintermännern: Ich habe mich ja schon amüsiert, als im Sommer auf Sylt in Kampen da so Typen rummarschiert sind, die laut rumkrakeelt haben dass die Springstar MDs Multimillionäre sind.



  19. Traurig

    Leider war das doch vorauszusehen… Erst das ganze Drama mit Stella&Dot Design Klau und dann diese minderwertigen Produkte. Mir tun alle leid, die dem auf den Leim gegangen sind und nun in die Röhre gucken. :( So kriegt der Direktvertrieb wieder einen schlechten Beigeschmack und der Ruf für diese Personen ist auch ruiniert. Was bin ich froh, dass ich damals nicht auf ihr Angebot eingegangen bin.

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