Neustart für 6Wunderkinder: Wunderlist 2 ist seit eben live

Wie schon geschrieben als ‘Wunderkit’ eingestellt wurde: Hinfallen darf man, so oft man will – man muss nur einmal mehr wieder aufstehen. Jetzt scheinen 6Wunderkinder (www.6wunderkinder.com) genau das zu versuchen: Sie wollen wieder […]
Neustart für 6Wunderkinder: Wunderlist 2 ist seit eben live
  • Von Elke Fleing
    Dienstag, 18. Dezember 2012
  • 23 Kommentare
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Wie schon geschrieben als ‘Wunderkit’ eingestellt wurde: Hinfallen darf man, so oft man will – man muss nur einmal mehr wieder aufstehen. Jetzt scheinen 6Wunderkinder (www.6wunderkinder.com) genau das zu versuchen: Sie wollen wieder aufstehen. Mit Wunderlist 2 (www.wunderlist.com). Bei dieser Anwendung, die es in der Version 1 ja schon lange gibt, hat man gründlichst alles umgekrempelt und die gesamte Anwendung ‘mal eben’ komplett neu programmiert und überarbeitet.

Geblieben sind Plattformunabhängigkeit, Einfachheit und hübsches Design des Services, der laut Christian Reber, Gründer und CEO von 6Wunderkinder, in der Version 1 von mehr als 3 Millionen Menschen genutzt wird.

So ziemlich alles andere soll neu sein – angefangen von der Programmierung als native Applikation auf allen großen Plattformen – iPhone, Mac, Web, Android und Windows machen den Anfang – wodurch soll die Anwendung stabiler und fühlbar schneller laufen soll. An Apps für iPad und Android Tablets arbeitet man gerade und will sie Anfang 2013 veröffentlichen.

Während ich dies schreibe, ist man hinter den Kulissen von 6Wunderkinder gerade dabei, von Wunderlist 1 auf 2 zu switchen, noch kann also kein testender Blick auf die neue Version geworfen werden. Laut Pressemitteilung soll sich Version 2 aber ziemlich radikal von der alten Wunderlist unterscheiden:

“Neue native Apps für fast alle Geräte, ein brandneuer Cloud Sync Service sowie neue Funktionen, auf die viele Nutzer gewartet haben: beispielsweise Wiederkehrende Aufgaben, Erinnerungen und Teilaufgaben. Alles verpackt in einer vollständig überarbeiteten intuitiven Benutzeroberfläche. …

Das neue einfache Design wird besonders deutlich, wenn Nutzer mit anderen in Listen zusammenarbeiten. Durch die smarte Integration von persönlichem Adressbuch und Facebook sind Freunde und Kollegen in Wunderlist 2 nur einen Klick oder Fingertipp entfernt. Wurde eine Liste geteilt, können Nutzer ganz einfach auswählen, wie sie über Neuigkeiten auf dem Laufenden bleiben möchten, egal ob via Push, E-Mail oder dem neuen Activity Center in Wunderlist 2.”

Die Frage nach dem Geschäftsmodell der bisher kostenlosen Wunderlist stellt sich natürlich sofort. Dazu sagt Christian Reber: “Unser Ziel ist es natürlich, 6Wunderkinder zu einem hochprofitablen Unternehmen aufzubauen. Wir sind weiterhin der Überzeugung, dass ein Freemium-Modell für uns und unsere Nutzer eine perfekte Lösung ist. Wir durchleben wie viele Startups drei Phasen: Product/Market Fit, Growth & Revenue. Mit Wunderlist 2 versuchen wir jetzt die zweite Phase zu knacken, und Anfang 2013 mit der Einführung von Premium- Accounts die nächste Stufe zu erreichen.” Genaueres ist ihm dazu bislang nicht zu entlocken.

An der Investorenstruktur bei 6Wunderkinder hat sich laut Reber nichts geändert, denn: “Wir sind sehr froh, mit unseren Investoren erfahrene Partner gefunden zu haben. Nicht nur in den Themen Monetarisierung, sondern auch, wenn es um Internationalisierung und Skalierung unseres Business geht, sind wir mehr als zufrieden mit dem Rat unserer Investoren.”

deutsche-startups.de berichtete ja verschiedentlich:

Warten wir alle es also ab, wenn Wunderlist 2 live ist: Ist es wirklich so großartig, wie es jetzt angekündigt wird?

Und: Werden die Nutzer, die Wunderlist 1 nun schon lange kostenlos nutzen, bereit sein, für die Premium-Version zu bezahlen, um weiterhin alle Funktionen nutzen zu können?

Oder finden sich reichlich neue Nutzer, für die der Nutzen von Wunderlist 2 Geld wert ist?

Grundsätzlich scheint sich die ‘kostenlos’-Mentalität der Internet-Nutzer ja endlich dahingehend zu bewegen, dass mehr Leute bereit sind, für wirklich nützliche Dienste zu bezahlen. Bleibt also im Interesse der 6Wunderkinder zu hoffen, dass möglichst viele Wunderlist 2 eben als genau das empfinden: Als extrem nützlich. Mit großem Haben-wollen!-Faktor.

Elke Fleing

Elke Fleing aus Hamburg ist Beraterin für Start-ups und KMU. Sie berät ihre Kunden zu Unternehmens-Positionierung, ihrer PR und der Unternehmenskommunikation. Operativ ist Elke Fleing als Texterin, Web-Designerin und Trainerin tätig. Folgerichtig widmet sie sich auch hier vor allem Tools und Themen, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen.



  1. Steve

    Earlybird ist im Fundraising. So lange wird Wundermist überleben.



  2. mike

    Erstklassiges Design, innovationsloses Produkt, kein Businessmodel, da bleibt nur noch ein Exit an Holtzbrinck.

  3. Das Design ist so erstklassig, daß man mit Adblocker nur eine weiße Seite zu sehen bekommt. Businessmodel ist wohl wie so oft der geplante Exit. Oder irgendwann mal 3,99 Euro für das Programm zu verlangen oder es mit Werbung zukleistern oder es als Spyware zu benützen.

  4. …allerdings haben Sie beim Launch auch Probleme:

    http://www.severint.net/2012/12/18/kritische-anmerkungen-zum-wunderlist-2-launch/

    Kann derzeit nur über Wunderlist1 für Windows Phone auf meine Aufgaben zugreifen.



  5. Geldschrank

    Der Spot offenbart doch schon die Trivialität des Produkts.
    Ein Einkaufszettel: Milch, Bananen, Spaghetti, Basilikum, Rotwein und die Begriffe “sliden” ganz cool nach oben weg.
    Das soll jetzt die Revolution der ToDo List sein? Sorry, das schreibe ich mir schnell auf einen Papierfetzen und geh dann schneller shoppen, als ihr euer Iphone unlocked habt.
    Und dafür dann 4 Mio.? Hahaha, die Investoren nutzen das wohl aus steuerlichen Gründen als Abschreibungsmodell …



  6. Sven

    “Charlette is the sunshine of the team. And she is the one to ask, when it comes to statistics, graphs and analysis. She controls everything regarding our numbers. As you are reading this, she has probably already tracked back your IP address and analysed your preferences, your social media profile and your haircut. But you don‘t have to worry. She can keep a secret.”

    Nanana! Datenschutz-Rechtlich sicherlich gesehen wohl absolute Offenbarung.

    Aber Datenschutz und Startups? Zwei Themen die meistens nicht zusammenpassen.



  7. Mikr

    da funktioniert z.zt. leider garnichts!

  8. Für Datenschutz interessiert sich aber auch ebay und Google nicht sonderlich, oder warum kann man bei ebay den Verkäufern und den Käufern hinterherschnüffeln was sie so kaufen und verkaufen und wie viel, und warum muss man bei Google seit neuestem, wenn man eine Google Play App Bewertung schreibt das unter seinem Google Plus Konto veröffentlichen?



  9. mike

    Sind ja auch ein bootgestrapptes 3 köpfiges Team, da kann man das ruhig erwarten.

  10. Jetzt muss ich doch noch eine Lanze für Wunderlist und die 6Wunderkinder brechen: Tatsächlich ist eine 2do App eine im Grundsatz eher triviale Sache, doch haben die Wunderkinder diese so genial umgesetzt, dass ich zum ersten mal in meinem Leben eine 2do App nutze. Und das nicht nur für Einkaufslisten sondern auch für die Organisation von Events, Verwaltung meiner Webprojekte und sogar als Bookmarkverwaltung.

    Und die Wunderkinder haben auch Größe bewiesen, ihr scheitern mit Wunderkit einzugestehen.

    Für meinen Teil wäre ich gerne bereit, für Wunderlist zu zahlen.

    Und auch wenn beim Launch von Wunderlist 2 jetzt einiges schief geht – was sicher mit einem sukzessiven Rollout hätte vermieden werden können – glaube ich auch, dass die Wunderkinder das in den Griff kriegen.

    Daher finde ich die hier aufkommende Häme unschön.

  11. Also man kann ja vom neuen Produkt der Wunderkinder halten was man will, es wird ja schließlich niemand gezwungen es zu nutzen… ABER was hier und in anderen Newsportalen etc. mittlerweile reflexartig an Bashing- und Hating-Kommentaren dazu rausposaunt wird, ist echt nicht mehr feierlich (fast schon mit dem Standard-Apple-Bashing vergleichbar)!
    Vor allem solche Kommentare wie die von “Sven” zum Thema “Datenschutz” (natürlich werden alle Wunderlist-Nutzer AUSSPIONIERT, steht ja schließlich genau so auf der Website!!! Ja ja, is’ klar!) sind dermaßen lächerlich bzw. peinlich, dass mich wirklich mal die psychologische Motivation hierfür interessieren würde. Liest zufällig ein Psychologe mit, der die Hintergründe erklären kann? ;-) Ok, wahrscheinlich ist es nicht mal Neid o. ä., sondern einfach nur – wie meistens – pure Dummheit… ;-)



  12. Rolfes

    @Severin: kommst du grad aus der Disko oder sitzt der gute Herr Reber in deinem Nacken? *tztz*

  13. @Rolfes:

    Zwei Dinge:

    1) ich finde Wunderlist einfach gelungen und nutze es produktiv. Das kann man schon seit gut 1 1/2 Jahren in meinem Blog nachlesen…

    2) finde ich es aber auf der anderen Seite auch sehr unprofessionell, wie der Launch von Wunderlist2 gelaufen ist (siehe mein erstes Posting zum Thema).

    ABER – das ist ein Startup. Da kann sowas passieren, weil zB die Erfahrung fehlt. Das wird noch werden (Hauptsache es kommt auch eine Windows Phone App…)

    Warum jetzt soviel Häme sein muss, verstehe ich daher nicht.



  14. Rocco Siffredi

    So lange To Do Listen Apps nicht Roccos To Do’s für Rocco erledigen, ist das alles brotlose Konst.

    Rocco hat den Eindruck, dass jeder Designer irgendwann mal eine To Do App entwickelt hat. Auf Dribbble sind tausende zu finden und eine sieht geiler als die andere aus.

    Am Ende des Tages, steht Rocco aber immernoch vor den selben To Dos, ob jetzt mit Wunderlist, Google Tasks, Asana, whatever.

  15. Pingback: 6Wunderkinder stellen ihre “Wunderlist 2″ vor. — mobilbranche.de

  16. @Metti le Chef: Die Psychologie, die hier zum tragen ist “Schadenfreude, nachdem einer den Mund zu voll genommen hat”(=PR-Strategie von 6 Wunderkinder), kombiniert mit dem Fakt, dass der Markt für to-do Listen und Productivity-Apps völlig überlaufen ist. Nichts weiter.

  17. Schön umgesetzt, braucht aber niemand! Schade….



  18. Rolfes

    @Severin: da bin ich leider nicht ganz deiner Meinung. Dort ist ein riesengroßer Haufen von Leute die von Technik und IT Welt scheinbar wenig verstehen, aber sich mit dem Geld der Investoren austoben können…



  19. Geldschrank

    @severin:
    Klar, das Produkt mag toll sein. Hier sind aber nunmal nicht nur leichtgläubige Journaliste, Blogger und Social Media Consultants unterwegs, sondern auch Unternehmer, die bereits ihr Geld gemacht haben und andere Ansprüche an ein Unternehmenskonzept haben, als dass Blogartikel darüber geschrieben werden und sich die Leute die App “für umme” saugen.
    Ich kann auch einen Satz Rolex Submariner 16610 kaufen und die 50% unter dem EK für 1.800 € in meinen Online Shop verkaufen, dann bin ich zwar der Held, mache aber trotzdem großes Minus.
    Daher: Auf Basis eines solch trivialen Produkts wie einer ToDo-Liste werden die VC-Millionen niemals mehr reingespielt. Das ist alles, was die “Hater” hier sagen.

  20. @Geldschrank

    Ursprünglich war Wunderlist ja nur als “Teaser” für Wunderkit gedacht, mit dem dann Geld verdient werden sollte. Dass das in die Hose ging, ist ja hinlänglich bekannt.

    Also sollte Wunderlist von der reinen 2do Liste mit Wunderlist2 zu einem Produktivitätstool werden, mit dem dann auch Geld verdient werden sollte. Soweit so gut.

    Allerdings – und da gebe ich den Kritkern recht – kann ich beim derzeitigen Funktionsumfang nicht erkennen, wofür man wirklich zahlen würde. Wunderlist2 kommt also zu früh.

    Zudem ist der Launch gehörig schief gegangen, was ich ja auch geschrieben habe (für mich ist Wunderlist nunmehr über 24 nicht brauchbar).

    Das kann man sachlich vorbringen – hämisch oder schadenfroh muss man deswegen nicht sein.

    Angemerkt sei noch, dass Wunderlist für einen erfolgreichen Exit der Beteiligten nicht zwingend Geld verdienen muss.

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