Supermarkt.de schließt auf “unbestimmte Zeit”

Online-Supermärkte bleiben in Deutschland ein schwieriges Geschäft. Auch Supermarkt.de (www.supermarkt.de) aus Hamburg konnte das Segment nicht rocken. Nach einer Zwangspause Ende November, folgt nun die Einstellung auf “unbestimmte Zeit”. Schon im vergangenen Monat […]
Supermarkt.de schließt auf “unbestimmte Zeit”

Online-Supermärkte bleiben in Deutschland ein schwieriges Geschäft. Auch Supermarkt.de (www.supermarkt.de) aus Hamburg konnte das Segment nicht rocken. Nach einer Zwangspause Ende November, folgt nun die Einstellung auf “unbestimmte Zeit”. Schon im vergangenen Monat klangt die “dem Wachstum geschuldete Auszeit” eher merkwürdig. Damals teilte das Start-up mit: “In Summe ist es in den vergangenen Monaten gelungen, den Proof-of-Concept des Geschäftsmodells zu zeigen”. Zurzeit befinde man sich in Gesprächen mit Investoren, um die Wachstumsziele umsetzen zu können. Nun folgt die totale Ernüchterung: Die Einstellung folgt “aufgrund der ausgebliebenen Anschlussfinanzierung”.

Auf der Website verabschiedet sich Supermarkt.de wie folgt: “Liebe supermarkt.de Besucher, mit großem Zuspruch der Kunden haben wir im vergangenen Jahr erfolgreich die Auslieferung eines Vollsortiments von Lebensmitteln und Haushaltswaren mit über 4.000 Produkten aufbauen können. Wir konnten eine treue Stammkundschaft gewinnen, welcher wir hiermit ein herzliches Dankeschön aussprechen möchten”. Es folgt ein quasi letzter Versuch, das Modell an den Mann zu bringen: “Sollten Sie als Investor oder Käufer Interesse an der Gesellschaft, deren Sachwerte oder Erkenntnisse zum Proof-of-Concept haben, erreichen Sie uns unter info@supermarkt.de”.

Pünktlich zum Adventsgeschäft öffnete der Hamburger Online-Supermarkt mit dem perfekten Namen im vergangenen Jahr seine Pforten. Zum Start warb das Start-up in Hamburg mit einer Postwurfsendung: Auf vier Seiten bot das Prospekt Angebote und Infos zum Konzept. Das Team um Dominik Mühl und Arne Stock, die von der Kabs-Gruppe (Kabs Polsterwelt, moebel.de und Co.) unterstützt wurden, wollte vor allem mit Service punkten: „Unsere Kunden haben die Möglichkeit, ihren Lieferungszeitraum stündlich genau zu planen – das ist deutschlandweit einzigartig“, erklärte Mühl zum Start. Wer bis um 19 Uhr bestellte, bekamdie Lieferung am nächsten Morgen ab acht Uhr zum Wunschtermin geliefert – bis um 22 Uhr. Funktioniert hat es trotzdem nicht. Wie Mitbewerber froodies, der dieses Jahr in die Insolvenz schlitterte, konnte auch Supermarkt.de mit seinem Konzept nicht landen. Unsere Frage “Ist der Verkauf von Lebensmitteln übers Internet auf Dauer kein Erfolgsmodell?” bleibt somit weiter im Raum.

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Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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