Fraisr motiviert Menschen mit “Social-Social-Commerce” zu sozialem Engagement

Fraisr aus Berlin (www.fraisr.com) ist ein neues Start-up im Social-Commerce-Bereich. Wobei das noch nicht ganz korrekt ist – Lukas-C. Fischer, einer der Gründer, präzisiert: “Wir sehen unsere Idee als Social-Social-Commerce. Denn mit fraisr […]
Fraisr motiviert Menschen mit “Social-Social-Commerce” zu sozialem Engagement
  • Von Thorsten Panknin
    Montag, 26. November 2012
  • 6 Kommentare
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Fraisr aus Berlin (www.fraisr.com) ist ein neues Start-up im Social-Commerce-Bereich. Wobei das noch nicht ganz korrekt ist – Lukas-C. Fischer, einer der Gründer, präzisiert: “Wir sehen unsere Idee als Social-Social-Commerce. Denn mit fraisr verknüpfen wir die Idee des Social Commerce mit sozialen Anliegen.” Verkäufer auf der Plattform können sich dazu entschließen, einen frei wählbaren Anteil des Erlöses an private Initiativen oder anerkannte Partnerorganisationen wie die Deutsche Knochenspenderdatei zu spenden. Seit Anfang November befindet sich der Dienst in der offenen Betaphase.

Fraisr ist ein Marktplatz, auf dem sowohl Privatpersonen als auch Firmen verschiedenste Dinge verkaufen können. Von Gebrauchtem oder Neuware bis hin zu Selbstgemachtem oder Dienstleistungen geht die Bandbreite. Wichtig ist dabei, dass sich Verkäufer entscheiden können, einen Teil des Erlöses zu spenden: Für einen privaten Zweck wie die Anschaffung neuer Trikots des lokalen Fussballvereins oder auch an diverse gemeinnützige Organisationen, mit denen fraisr zusammenarbeitet. Aktuell sind zum Beispiel der “Bundesverband Deutsche Tafel e.V.”, die “Deutsche Knochenmarkspenderdatei” und “Reporter ohne Grenzen” mit an Bord und freuen sich über den niederschwelligen Zugang, den fraisr bietet.

Von der Idee zur Verwirklichung und ähnlichen Konzepten

Die Nutzung des Dienstes ist prinzipiell kostenlos, fraisr erhebt von Verkäufern lediglich eine sechs-prozentige Kauf-Provision; private Verkäufer erhalten auf Wunsch überdies eine Spendenbescheinigung. Fischer zeigt sich mit der bisherigen Entwicklung der Nutzerzahlen zufrieden: “Wir haben seit dem Launch inzwischen 200 registrierte Nutzer aus dem Friends&Family-Bereich.”

Erste Ideen zu fraisr waren im Oktober 2011 bereits da und wurden bis Ende Mai 2012 entwickelt. Im Juni 2012 erfolgte dann durch Lukas-C. Fischer, Alex Schwaderer und Oskar Volkland die Gründung. Der Dienst wird durch Business Angels und einen Early-Stage-Risikokapitalgeber mit einer sechsstelligen Summe finanziert.

Direkte Mitbewerber sieht fraisr nicht, es gibt allerdings im weiteren Sinne ähnliche Konzepte, zum Beispiel den WebThriftStore (www.webthriftstore.com), wo allerdings grundsätzlich der gesamte Verkaufserlös gespendet wird . “Ebay Giving Works” (www.ebaygivingworks.com) dagegen verknüpft den Onlinehandel mit Spenden und seit einer Weile gibt es auch die Aktion “Deutschland rundet auf” (www.deutschland-rundet-auf.de), die mit TV-Spots dafür wirbt, dass Kunden ihren Einkauf im Supermarkt mit wenigen Cents aufrunden lassen können.

Die Idee von fraisr ist lobenswert: Der Dienst möchte Menschen über das Kaufen und Verkaufen motivieren, mit der enthaltenen Spende etwas Gutes zu tun und so möglicherweise überhaupt erst Engagement zu zeigen. Es wäre schön, wenn das Konzept darüber hinaus noch zu menschlichem Handeln ermutigen würde.

Wie ist Eure Meinung zu fraisr?

Thorsten Panknin

Kommt beruflich aus den Bereichen der Mediengestaltung und der Betreuung demenziell erkrankter Menschen. Seit Ende 2012 ist er freier Journalist mit dem Schwerpunkt Start-ups, interessiert sich aber auch für E-Reading und Open Source.

  1. Finde ich eine super Idee. In dem Zusammenhang zu erwähnen wäre auch noch http://www.clicks4charity.net
    Auch hier wird bei jedem Einkauf was gespendet und zwar nicht vom Endkunden sondern von Amazon & Co. Einfach meine Charity auswählen, am besten em-Schülerfirmennetzwerk :), und los geht’s!

  2. Ich finde das ist eine interessante Sache.
    Klassiches Charty Malls haben ja das Problem zu hoher Kundengwinnungskosten im na sagen wir mal kompetitiven ecommerce Umfeld.
    fraisr umgeht das in dem es nicht ausschließlich auf professionelle Verkäufer setzt sondern auf Privatpersonen die was verkaufen/verspenden wollen und dazu ihr Netzwerk motivieren.
    Mal gucken ob es abgeht :-)
    Viel Erfolg

  3. Klassische Charity-Malls haben vor allem das Problem, mit einer kleinen Provision auf einen Verkauf an dem der Produzent, der z.B. die Umwelt zerstört, mehr verdient als sie selbst, z.B. die Umwelt retten zu wollen.

    Ich finde das Konzept von fraisr prinzipiell ganz nett, fände aber einen Mindestspende und einige Funktionen zur Beweis der Spende sinnvoll.

    Beispiel: Angebot von 2 Stühlen für 30 €, 10% Spende an irgendein Kinderdorf.

    Ist der Minibetrag nicht lächerlich und kommt er überhaupt an?



  4. Wolle

    @webSimon: wieso lächerlich? 10% immerhin.
    Ablasshandel ist ein erprobtes Geschäftsmodell. Bezeichnet man sowas heute schon als “Engagement” (siehe Artikel)? Naja, Geld stinkt nicht, die Empfänger werden’s trotzdem brauchen können.

  5. Pingback: Fraisr: Produkte für einen guten Zweck an Freunde verkaufen » t3n News

  6. Pingback: fraisr: Social Commerce mit gutem Zweck « TWT Blog

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