Gründerinnen. „Es ist eine spannende und arbeitsintensive Zeit“ – Sabrina Schönborn von SugarShape

Bei SugarShape (www.sugarshape.de) gehören die beiden Gründerinnen Sabrina Schönborn (links im Bild) und ihre Schwester Laura Gollers zur eigenen Zielgruppe: SugarShape produziert und verkauft schicke passende BHs für Frauen
Gründerinnen. „Es ist eine spannende und arbeitsintensive Zeit“ – Sabrina Schönborn von SugarShape
  • Von Susanne Pohl
    Dienstag, 20. November 2012
  • 2 Kommentare
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Bei SugarShape (www.sugarshape.de) gehören die beiden Gründerinnen Sabrina Schönborn (links im Bild) und ihre Schwester Laura Gollers zur eigenen Zielgruppe: SugarShape produziert und verkauft schicke passende BHs für Frauen mit großer Brustweite und geringem Unterbrustumfang. Schönborn beschäftigt sich bei SugarShape vor allem mit dem kaufmännischen Teil, Controlling, der Beziehung zu Investoren, Logistik und den Bestellprozessen. „Das tollste ist, dass ich mein eigener Herr bin“, Schönborn stutzt und lacht, „vielleicht eher meine eigene Dame.“

Im Juni 2011 präsentieren die Gründerinnen ihre Gründungsidee beim „Start-up Weekend“ in Hamburg und gewinnen. Ende Januar 2012 gründen sie SugarShape und sammeln Ende Februar 2012 bei Seedmatch in knapp vier Stunden 100.000 Euro ein. Die erste Dessous-Kollektion, Dolce Vita, zusammen mit ihren Kundinnen entworfen, liefern sie Anfang April 2012 aus. Mittlerweile voten Kundinnen für die dritte Kollektion und die Medien entdecken SugarShape.

Ende August ist SugarShape bereit für den nächsten Schritt: sie wollen sich einer größeren Öffentlichkeit bekannt machen und denken an Pressearbeit und Werbung. Nachdem RTL über die Gründerinnen berichtet, ist „sofort ein Hype losgetreten“: andere TV-Sender und verschiedene Printmedien berichten über SugarShape. Der RTL-Beitrag erwähnt zwar den Firmennamen nicht, aber die Kundinnen finden SugarShape trotzdem. „Beim Sender sind die Drähte heiß gelaufen und wir konnten minütlich sehen, wie Bestellungen und Anfragen rein kamen“, erzählt Schönborn. „Die Kundinnen haben uns überrannt. Wir haben eine Wunschliste eingerichtet, wenn eine Größe ausverkauft war.“ Darüberhinaus besitzt SugarShape jetzt statistisch auswertbare Daten, welche Größen benötigt werden. Es soll so schnell wie möglich eine neue Dessous-Kollektion, nach „Dolce Vita“ und dem Bikini „Sailorette“, die dritte, auf den Markt und das Größenangebot, SugarShape hat ein eigenes Größensystem, wird erweitert. „Es ist eine sehr spannende und arbeitsintensive Zeit. Wir sind mit SugarShape jetzt auf einem ganz anderen Level“, fasst Schönborn zusammen.

Die BHs zu produzieren ist und bleibt die größte Herausforderung

Die größte Herausforderung ist für die Gründerin ganz klar, die Produkte zu produzieren: Ein BH besteht aus 50 Einzelteilen; gefertigt wird in der Türkei. „Wir sind da ganz blauäugig ran gegangen. Wenn man vorher nicht weiß, was auf einen zukommt, macht man das einfach. Jetzt sind wir mittendrin und bislang haben wir alle Problemen gelöst.“ Laut Schönborn wird das Produkt auch für die nächsten Jahre die größte Herausforderung bleiben. Für die Kundinnen sind die SugarShape-BHs eine Problemlösung: “ich habe immer Probleme mit meinem Körper gehabt; ich möchte meine Kurven nicht mehr verstecken; ihr habt mir Mut gemacht“, lautet der Tenor im Kundinnenfeedback bei SugarShape. Schönborn schätzt diesen emotionalen Kontakt zu ihren Kundinnen.

Auch privat ist für die Gründerin wichtig, Kontakte zu pflegen. Das „erste Mal“ im Internet ist 1996 als sie ein HighSchool Jahr in den USA verbringt und über E-Mail aus dem Rechenzentrum der HighSchool regelmäßig mit ihrer Familie kommuniziert. Heute ist Facebook für sie „eine tolle Möglichkeit“ um zu ihren Freunden in den USA und Indien Kontakt zu halten. „Ich bin so am täglichen Leben von Leuten beteiligt, die ich Ressourcen bedingt nicht regelmäßig sehen kann.“ Beruflich bedeutet für sie das Internet, dass sie ihre Zielgruppe effektiv erreicht. „Mit unserem Seedkapital hätten wir gerade mal einen Laden aufmachen können. Über das Internet erreichen wir Kundinnen aus der ganzen Welt.“ Überhaupt könne man in einem Start-up lernen, „mit den knappen Ressourcen hauszuhalten und gleichzeitig einen großen Output zu erzielen.“ Das lernt Schönborn schon in ihrer Zeit bei dem Start-up iCharts, das SaaS für interaktive Datenvisualisierung anbietet. Weitere wertvolle Erfahrungen sammelt Schönborn bei Hubert Burda Media, Tchibo und der Forschungs- und Beratungsagentur d.core.

Aufgewachsen ist Schönborn in dem kleinen Ort Fliegenberg zwischen Hamburg und Lüneburg. Dort ist auch das Start-up beheimatet. Sie studiert in Lüneburg und Neu Delhi: Wirtschaftspsychologie „mein absolutes Wunschstudium. Mich hat schon immer interessiert, was Leute antreibt und motiviert.“ Sie lebt und studiert ein Jahr in Neu Delhi und gründet 2005 zusammen mit ihrem Mann die Aktion Lebensretter (www.aktionlebensretter.de). Das Projekt gibt Kindern und Frauen in indischen Slums eine Zukunft. „Wenn man eine Zeit lang in Indien verbringt und nicht das Bedürfnis hat etwas zu tun, muss man schon ziemlich herzlos sein“ so Schönborn. Zunächst will sie nur Spenden und trifft Leute von größeren Organisationen. Dann lernt sie ein lokales Projekt kennen: Kinder die dringend lebensrettende OPs brauchen. „Wir waren glücklich, das wir ein Projekt vor Ort unterstützen konnten und sind jedes Jahr wieder hin gefahren.“ Neben den Spendenaktivitäten veranstaltet Schönborn mit Mann und Schwester Kreativ-Workshops mit Frauen und Kindern in Indien. Auch eine musikalisches Auszeit als Singer und Songwriter Verenice (www.verenice.com) nimmt sich Schönborn und macht ein halbes Jahr nur Musik. „Es war eine tolle Zeit und ich habe unheimlich viel gelernt, aber ich habe gemerkt, die Musikbranche ist nichts für mich.“

“Frauen gründen kleiner am Anfang und wollen ein nachhaltiges Wachstum.”

„Ich habe gelesen, Frauen gründen nachhaltiger. Sie gründen kleiner am Anfang und wollen ein nachhaltiges Wachstum. Sie neigen nicht so dazu wie Männer gleich riesig anzufangen.“ Allerdings sollte sich eine Unternehmerin auch fragen, ob das alles so klein sein muss. „Wir haben ein Produkt mit Image am Markt, dass es so noch nicht gibt. Für uns ist es wichtig jetzt schnell zu wachsen und eine nachhaltige Marke aufzubauen. Am besten findet frau einen Mittelweg“ so Schönborn. Die Gründerin bemängelt, dass Vorbilder für Frauen in der Wirtschaft fehlen: „Frauen, die nicht versuchen besonders männlich rüberzukommen, sondern viel mehr ihr Frau-sein auch in der Wirtschaft ausleben.“ Schönborn engagiert sich als Speaker und Mentor; auf dem diesjährigen Hamburger Start-up Weekend waren Schönborn und ihre Schwester als Motivational Speaker eingeladen. Als Business Angel würde Schönborn vor allem eine Idee unterstützen, an die sie persönlich glaubt und bei der sie, wie bei SugarShape, zur Zielgruppe gehört.

Im Fokus: Weitere Porträts über Netzmenschen gibt es in unserem Special Gründer-Porträts



  1. hans

    COll dann kan ja jeder Geschäft machen einfach mal 100.000euro bekommen und starten ;) wow!

    Wo stellt man seine ideen vor?



  2. Alfred

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