Wie smarchive nach der Crowdfinanzierung das ganz große Geld einsammelte – und die Probleme dabei

Crowdfunding ist derzeit ein Riesentrend in Deutschland. Mit 14 erfolgreich finanzierten Start-ups und 1,26 Millionen Euro eingesammeltem Risikokapital markiert das 3. Quartal laut Crowdfunding-Monitor sogar einen neuen Höchstwert für Crowdinvesting in Deutschland. Ein […]
Wie smarchive nach der Crowdfinanzierung das ganz große Geld einsammelte – und die Probleme dabei

Crowdfunding ist derzeit ein Riesentrend in Deutschland. Mit 14 erfolgreich finanzierten Start-ups und 1,26 Millionen Euro eingesammeltem Risikokapital markiert das 3. Quartal laut Crowdfunding-Monitor sogar einen neuen Höchstwert für Crowdinvesting in Deutschland. Ein gutes Zeichen für die Gründerszene und die Start-ups im Lande. Bereits im vergangenen Jahr wurde das Münchner Start-up smarchive (www.smarchive.de) erfolgreich über Seedmatch (www.seedmatch.de) finanziert. Neben smarchive erhielt auch das über Seedmatch finanzierte Startup BluePatent (www.bluepatent.com) kürzlich eine Anschlussfinanzierung. Was für die jeweiligen Start-ups durchaus eine Herausforderung ist.

Genau darüber sprach smarchive-Macher Steffen Reitz mit Klaus-Martin Meyer vom Crowdfunding-Blog crowdstreet.de. Vorweg aber noch einmal die Fakten: smarchive wurde im Dezember 2011 via Seedmatch finanziert. In der damaligen Rekordzeit von nur 60 Stunden trugen 136 Investoren den Maximalbetrag von insgesamt 100.000 Euro zusammen. Nun investierten T-Venture, der Venture-Capital-Ableger der Deutschen Telekom, Check24 und mehrere Business Angel wie Immobilienscout24-Mitgründerin Birgit Ströbel einen siebenstelligen Betrag in das Münchner Start-up. Die Herausforderung der smarchive-Gründer bestand nun darin das Problem mit den vielen stillen Beteiligungen zu lösen. Diese fanden die neuen Kapitalgeber “nicht so begrüßenswert”.

“Wir haben daher gemeinsam mit dem VC eine elegante Lösung erarbeitet, welche alle Stillen Gesellschafter in eine Pooling-Gesellschaft bündelt. Die Schwierigkeit war, dass jeder Einzelne dazu zustimmen musste – eine schweißtreibende Angelegenheit”, berichtet Reitz. Das oftmals angesprochene Problem mit vielen Beteiligten lässt sich somit lösen, ist aber mit Arbeit bzw. einem gewissen Aufwand verbunden. Das Seedmatch-Team sieht sich somit – zu recht – bestätigt: Mit der Anschlussfinanzierung werde “deutlich, welch wichtige Position Crowdfunding im Finanzierungsmix für Start-ups einnehmen kann. Außerdem zeigt sich die Stärke und die Cleverness der Crowd und gleichzeitig auch die große Chance für Crowd-Investoren bei Seedmatch, sich sehr früh an spannenden Unternehmen zu beteiligen und beim Wachstum dabei zu sein!”

Vielleicht lässt sich das Prozedere aber für alle weiter vereinfachen. Für smarchive-Macher Reitz ist aber auch so klar: “Wir würden es wieder machen – ohne die Crowd wären wir heute niemals VC-reif gewesen”. Bei anderen Crowdinvestingplattformen wie Companisto (www.companisto.de) ist die Beteiligung der Crowd ohnehin gebündelt: “Companisto schließt hierfür einen so genannten atypisch stillen Beteiligungsvertrag mit dem Startup ab. Die Startups haben somit mit Companisto nur einen einzigen direkten Vertragspartner, schließen also nur einen stillen Beteiligungsvertrag. Die Companisten werden ihrerseits durch Verträge mit Companisto am Gewinn und Unternehmenswert des Startups beteiligt”. smarchive zeigt somit, dass Crowdinvesting der Startschuss für eine steile Start-ups-Karriere sein kann.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Bitte Vorsicht bei der Aussage das Companisto atypische stillen Beteiligungen abschließt – ertragsteuerlich heißt atypisch das eine Mitunternehmerschaft entsteht und das ist weder Sinn noch gewollt.



  2. klm

    In diesem Zusammenhang ist sicher der Kommentar von Seedmatch auf FB interessant. Dort arbeitet man an einer Optimierung der Vertragskonstellation: https://www.facebook.com/groups/crowdfunding/permalink/418732028192319/?comment_id=418988438166678&offset=0&total_comments=1

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  7. Wenn alle Willens sind, dann kann man ja alles juristisch lösen.
    Trotzdem bleibt der Gesetzgeber gefragt das zu vereinfachen.
    Vielleicht brauchen wir den eNotar.
    Es macht ja keinen Sinn, das ich für 100.000€ Möbel im Netz bestellen kann aber wenn ich mich für 250€ an einem Unternehmen beteiligen will, dann wird es kompliziert. Obwohl das ja fast unter den Taschgeld Paragrafen fallen sollte.

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