Bloggen, ja klar! Aber über welche Themen?

Sicher sind nahezu alle unter den hier mitlesenden Start-ups spätestens seit dem Artikel Wenn Startups nicht bloggen, ist das sehr schade – vor allem für sie selbst restlos davon überzeugt nun endlich zu […]
Bloggen, ja klar! Aber über welche Themen?

Sicher sind nahezu alle unter den hier mitlesenden Start-ups spätestens seit dem Artikel Wenn Startups nicht bloggen, ist das sehr schade – vor allem für sie selbst restlos davon überzeugt nun endlich zu bloggen. Und brennen geradezu darauf, endlich anfangen zu können. Die Frage ist nur: Worüber soll man bloggen? – Wir sehen es ja ein: Es ist nicht nett, jemanden für eine tolle Sache zu begeistern und dann mit dieser Begeisterung allein zu lassen. Deshalb gibt es heute Tipps, wie gute Themen für ein Blog gefunden werden.

Stellen wir uns also eines der Start-ups vor, das Elan beginnen will zu bloggen. Das Team sitzt vor einer Auswahl möglicher Themen, die so groß ist wie das Universum selbst. Über ‘alles’ zu bloggen, macht allerdings wenig Sinn, denn dann interessiert sich jeder Leser vielleicht nur für jeden 183. Artikel.

Die Blogthemen sollten die Zielgruppe des Unternehmens interessieren

Eine solch niedrige Relevanz-Quote für jeden einzelnen Leser ist deutlich zu niedrig, dann sind die potentiellen Dauerleser – und solche will man ja gewinnen und immer neue dieser Sorte dazu – sofort auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Sie abonnieren und lesen lieber Blogs regelmäßig, bei denen sie jeder oder zumindest fast jeder Artikel interessiert.

Also sollte man über Themen bloggen, die die Leser des Blogs möglichst durchgängig reizen. Da sich für jedes mögliche Thema immer nur eine kleine Gruppe von Personen interessiert, muss man sich bei der Themenauswahl auf eine Interessensgruppe fokussieren und all die anderen fröhlich winkend zu den vielen anderen tollen Blogs dieser Erde ziehen lassen.

Natürlich will man den Erfolg des eigenen Start-ups mit dem Blog fördern, will mit Hilfe des Blogs Leser auch auf das eigene Unternehmen aufmerksam werden lassen. Also ist die Zielgruppe des Blogs schon mal klar: Sie sollte weitestgehend identisch sein mit der Zielgruppe des eigenen Unternehmens, damit diese Synergie-Effekte auch wirklich entstehen.

Die Blogthemen sollten also die Zielgruppe des Unternehmens möglichst brennend interessieren. Und schon gilt es mal wieder, wie schon beim Herausarbeiten der Kundennutzen [Link ]die Schreibtischseite auf den Stuhl des Kunden zu wechseln. Und Gehirnschmalz zu investieren. Und Leute nach ihren Interessensgebieten zu befragen.

Denn es heißt, einen Katalog mit Themen zu entwickeln, über die die Unternehmens-Zielgruppe gern lesen würde. Dieser Themenkatalog bildet später die Kategorien des Blog, sozusagen dessen Kapitel.

Fallbeispiel: Unser fiktives Beispiel-Start-Up ‘PetSplendor’ ist aus dem boomenden Segment ‘Heimtierbedarf’ und hat sich – wie der Name schon durchklingen lässt – mit seinem Online-Shop auf Artikel für gehobene Ansprüche spezialisiert. Die Zielgruppe könnte so beschrieben werden:

In deutlicher Mehrzahl Frauen, relativ begütert, natürlich Heimtierbesitzer. Wahrscheinlich haben die meisten Personen der Zielgruppe relativ viel freie Zeit, bewegen sich allgemein in eher luxuriösem Umfeld und interessieren sich für alles Mögliche, was das Leben schön, angenehm und bequem macht.

Sie hängen so sehr an ihrem Tier, bzw. ihren Tieren, dass sie für diese nur das Beste wollen, sind außerdem wahrscheinlich statusbewusst und markenaffin. Außerdem verfügen sie zumindest über so viel Internet-Affinität, dass sie online einkaufen.

Auszug aus möglichen Themen, die die Zielgruppe von PetSplendor interessieren:

Luxusartikel aller Art: Uhren, Schmuck, kulinarische Köstlichkeiten, edle Weine und Spirituosen, Luxusautos …
teurere und statusträchtige Sportarten wie Reiten, Golf, Motor- oder Segelboote;
Luxusreisen, Kreuzfahrten;
Mode und Beauty,
Klatsch über die High Society, gesellschaftliche Events;
Heimtiere,
Immobilien, Designermöbel und Antiquitäten, noble Gartenanlagen, Swimmingpools oder edle Schwimmteiche, …
Geldanlagen,
Wirtschaftspolitik.

Weitere Inspirationen findet man leicht zum Beispiel mit dem Google-Keyword-Tool.

Themenkatalog entlang der Ziele des Blogs eingrenzen

Wahrscheinlich wird das eifrige Blooger-Team in spe dann feststellen: ‘Ojeh, das sind aber immer noch viel zu viele Themen. Wenn wir all die abdecken, wird das Themenspektrum unseres Blogs immer noch zu breit, zu beliebig, zu austauschbar. Und nun?’

Keine Frage, der Themenkatalog muss eingegrenzt werden. Aber nach welchen Kriterien?

Jetzt muss nach den Zielen gefragt werden, die mit dem Blog verfolgt werden sollen.

Klar, das Blog soll dem Unternehmen Reichweite in der Zielgruppe schaffen, das Unternehmen bekannter machen. Es soll spannende und unterhaltsame Inhalte liefern, die von der Zielgruppe des Unternehmens gern gelesen werden und so en passent möglichst viele potenzielle Kunden auf das bloggende Unternehmen aufmerksam werden lassen.

Ein weiteres der wichtigsten Ziele, die mit einem Blog verfolgt werden können, ist, sich als Experte in dem Bereich zu positionieren, in dem das Unternehmen tätig ist. Und hier haben wir schon ein fantastisches Eingrenzungskriterium: Gebloggt wird nur über Themen, mit denen sich das bloggende Unternehmen auch als Experte in seinem Bereich positionieren kann. Es müssen also Themen sein, die einen Bezug zum Produkt oder Service des Unternehmens haben.

Die PetSplendor’s greifen sich also ihre Themenliste, dünnen aus und modifizieren:

Wegen mangelnden Bezugs zum Unternehmenssegment gestrichen werden: Geldanlagen, Wirtschaftspolitik, Luxusartikel aller Art: Uhren, Schmuck, kulinarische Köstlichkeiten, edle Weine und Spirituosen.
Ans Unternehmenssegment angepasst werden:
Luxusautos: Tierunterbringung in Nobelkarossen
Teurere und statusträchtige Sportarten wie Reiten, Golf, Motor- oder Segelboote: Tipps, wie man seine vierbeinigen Lieblinge in diese Unternehmungen integrieren oder eben anderweitig unterbringen kann
Luxusreisen, Kreuzfahrten: Wo sind Tiere erlaubt und erwünscht, in welchen Hotels wird sich gut um sie gekümmert? Was tun mit dem Heimtier während eines Urlaubs etc.
Mode und Beauty für Heimtiere
Klatsch über die High Society, gesellschaftliche Events: Nur dann, wenn ein Bezug zu Heimtieren da ist, also zum Beispiel dem neuen Outfit von Paris Hiltons Hündchen
Immobilien, Designermöbel und Antiquitäten, noble Gartenanlagen, Swimmingpools oder edle Schwimmteiche: Auch hier nur mit Bezug zu Heimtieren: Möbel vor den Krallen der Katze schützen; Tiergerechte Häuser und Gartenanlagen…
Na, und dieser Themenbereich ist natürlich auf jeden Fall ausführlich dabei: Heimtiere: Gesundheit und Krankheit, Ernährung, Spielzeug, Sitzplätze…
Ergänzt wird der Themenkatalog natürlich über News und Events aus dem eigenen Unternehmen.

Themenkatalog von denen ähnlicher Blogs abgrenzen

Nach solch einer Auslese sieht der Themenkatalog wahrscheinlich schon viel übersichtlicher aus. Spätestens jetzt aber sollte man sich in der Blogosphäre umschauen, welche anderen Blogs mit ähnlichem Themenkatalog bloggen und sich inhaltlich von denen abgrenzen.

Peer Wandiger schlägt im Artikel Die perfekte Blog-Nische finden einerseits ebenfalls die Beschränkung auf einen engen Themenbereich vor.

Als zweite Möglichkeit, sich von anderen Blogs inhaltlich abzugrenzen rät er zum Themen-Mashup: “Es gibt bereits starke Konkurrenz zu den Themen A und B? Dann einfach A und B kombinieren oder mit einem anderen Thema kombinieren A + C.”

Anmerkung: Das Blogprojekt ist ein insgesamt sehr lesenswertes Blog und fast Pflichtlektüre für Blogger und solche, die es werden wollen!

Denen, die ihre Blog-Nische lieber technisch fundiert und wirklich keywordorientiert finden wollen, sei der Artikel Neue Blog-Themen finden: Mit Nischenthemen Besucher gewinnen empfohlen. Hier wird genau beschrieben, wie man mit Hilfe von Google Instant und den Google Keyword Tools seinen Themenkatalog so weit herunterbrechen kann, bis man die perfekte Nische für ein Blog gefunden hat.

Aber prinzipiell kommt man auf beiden Wegen wahrscheinlich zu sehr ähnlichen Ergebnissen.

Foto: Gerd Altmann, pixelio

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* Wenn Start-ups nicht bloggen, ist das sehr schade – vor allem für sie selbst

Elke Fleing aus Hamburg unterstützt Start-ups und SMB bei Positionierung, Kommunikation und Wachstum. Sie wird gerufen als strategische Sparrings-Partnerin, Business-Coach und Workshop-Leiterin. Folgerichtig widmet sie sich auch hier vor allem Tools und Themen, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen. Außerdem ist sie Texterin und Webdesignerin, Speakerin und Moderatorin bei diversen Business-Events.

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