
Der schwedische Investor Kinnevik sichert sich weitere 10 % am Schuh- und Modeshop zalando (www.zalando.de). Das Unternehmen zahlt dafür den stolzen preis von 287 Millionen Euro. Die Anteile stammen von Holtzbrinck Ventures, Tengelmann und Rocket Internet, die aber weiter bei zalando an Bord bleiben und nur einen kleinen Teil ihrer Anteile versilbern. Nach diesem Kauf hält Rocket Internet-Investor Kinnevik 35 % der zalando-Anteile – 26 % davon direkt und 9 indirekt über Rocket Internet. Damit ist Kinnevik, das bisher fast eine Milliarde Euro in diverse Samwer-Start-ups investierte, nun der größte Anteilseigner an zalando. Kinnevik sicherte sich zudem eine Option auf weitere 3 % der Anteile. Kaufpreis: 100 Millionen Euro.
Zuletzt sorgte zalando gleich mehrfach für Schlagzeilen: So stellten die Commerzbank, die Sparkasse Mittelthüringen und die KfW Bankengruppe dem umtriebigen Online-Shop gerade erste “eine langfristige Fremdkapitalfinanzierung in Höhe von 40,7 Millionen Euro” zu Verfügung. Mit dem Geld will die Jungfirma “den Innenausbau seines ersten eigenen Logistikzentrums teilfinanzieren”. Außerdem enthielt das Finanzierungspaket eine Betriebsmittellinie, um die Finanzierung des operativen Geschäfts zu unterstützen. Zudem investierten J.P. Morgan und Digital Sky Technologies (DST) in den Schuh- und Modeshop. Auf der Negativseite stehen Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne bei der Jungfirma.
Die 2008 gegründete Jungfirma erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Nettoumsatz in Höhe von 510 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr konnte zalando seinen Umsatz damit “mehr als verdreifachen”. 2012 erwirtschaftete zalando in den ersten sechs Monaten 471 Millionen Euro. Der Verlust den das Unternehmen einfährt, dürfte weiter enorm sein. Das Unternehmen mit seinen über 1.000 Mitarbeitern ist momentan in 14 Ländern aktiv. Die Bewertung des Unternehmens soll zuletzt bei rund 4 Milliarden Euro gelegen haben, somit kaufte Kinnevik nun quasi zum Schnäppchenpreis. Wobei die bisherigen Anteilseigner sicherlich auch so gut wegkommen mit diesem Verkauf.
zalando in Zahlen
Umsatz (Nettoumsatz)
2009: 6 Millionen Euro
2010: 150 Millionen Euro
2011: 510 Millionen Euro
Jahresfehlbetrag
2009: 1,6 Millionen Euro
2010: 20,4 Millionen Euro
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Kommentare
Soll Zalando etc. pp mit der ganz eigenen surrealen aggressiven Entwicklung noch in irgendeiner Weise als Vorbild fuer die allgemeine Gruenderszene stehen? Wie fuehlt sich der einzelne Unternehmer, wenn VC’s kuenstliche Marketing Gebilde mit riesigen Summen schaffen, und auf der globalen Ueberholspur im Wahnsinnstempo an ihnen vorbeiziehen.
Ist es nicht so, das der groesste Teil der IT Startups verzaubert darauf giert von den grossen VC’s entdeckt zu werden. Das schnelle Geld lockt, koste es was es wolle. Nach dem Motto „nach mir die Sintflut, unabhaengig davon ob die Rechnung aufgeht oder auch nicht“. Hauptsache einmal richtig abzocken.
Ich will nicht darueber spekulieren wo die Zalando Reise letztendlich oder kurzfristig hingehen soll, aber der Hype um diesen Online E-Commerce Irrsinn, faengt an mich immer mehr zu irritieren, um es diplomatisch auszudruecken.
Leute unterstuetzt http://www.angeltester.com und bewertet bzw. kommentiert Investoren, VC’s und Business Angel.
Kommentar von Klaus Kramer 18. Oktober 2012 @ 10:27Also, wenn das so weiter geht, dann haben die dieses Jahr mal locker 40 Mio an Verlust geschrieben. Das dürften wohl noch nicht mal die Abschreibungen aus Retouren und Altlagerbeständen drin sein, die stark ansteigen dürften.
Die Bewertung bei 4 Milliarden ist also mal wieder deutlich zu hoch – wenn ich alleine mal an die negative P/E denke. Da kaufe ich doch lieber Aktien von Apple oder Google, bevor ich nächstes Jahr dann mal Zalando Aktien kaufe.
Dafür kaufe ich aber gerne bei Zalando ein, 10 Sachen bestellen, in Ruhe aussuchen, 9 Sachen zurückschicken. Das dann über das ganze Jahr … tz tz.
Comment by Rob 18. Oktober 2012 @ 14:06Kriegen die Gründer auch einen Teil vom Kuchen oder müssen die bis zum Exit warten?
Comment by Tobias 18. Oktober 2012 @ 20:41Die Überbewertung um Faktor 10+ erfolgt grundsätzlich kurz vor nahender IPO bzw Übernahme durch Zappos.
Das heißt Oliver ist gerade in Übernahmeverhandlungen mit Zappos aka Amazon.
Mike
Comment by Mike 19. Oktober 2012 @ 09:25Das ist doch mal eine anständige Burnrate … rechnet man noch den Mediawert der Pro7 Werbung dazu, kommt doch das Feeeling vor der Blase 2001 auf
Comment by Andreas Schilling 19. Oktober 2012 @ 15:55