“Die App Economy verzeichnet ein atemberaubendes Wachstum” – Yukitaka Nezu von AppInvest

Gemeinsam mit der Münchner App-Agentur AppAdvisors startet Yukitaka Nezu, ehemals Investment Manager bei Allianz Capital Partners, den Kapitalgeber AppInvest (www.appinvest.de), der ausschließlich in App-Start-ups investiert. Im Interview mit mobilbranche.de-Macher Florian Treiß spricht Yukitaka […]

Gemeinsam mit der Münchner App-Agentur AppAdvisors startet Yukitaka Nezu, ehemals Investment Manager bei Allianz Capital Partners, den Kapitalgeber AppInvest (www.appinvest.de), der ausschließlich in App-Start-ups investiert. Im Interview mit mobilbranche.de-Macher Florian Treiß spricht Yukitaka Nezu über Wachstumsmärkte, vielversprechende Projekte und Finanzierungsvolumina.

Sie waren über zehn Jahre als Investment Manager bei Allianz Capital Partners tätig. Was reizt Sie daran, nun selbst zum Kapitalgeber speziell für Apps zu werden, einem Marktsegment, dass es seit gerade einmal vier Jahren gibt?
Ich war als Mitarbeiter der Allianz Capital Partners über zehn Jahre in der Private Equity Branche tätig. Dabei war ich für meinen Geldgeber, die Allianz Gruppe, ständig auf der Suche nach attraktiven Investitionsmöglichkeiten in nicht-börsennotierte Unternehmen. Die Private Equity-Branche verzeichnete bis 2008 hohe Wachstumsraten, sicherlich maßgeblich unterstützt durch die hohe Finanzierungsbereitschaft der Banken und der allgemein guten Wirtschaftslage. Nach der Finanzkrise und in der anhaltenden Euro-Krise durchläuft die Private Equity Branche heute einen schmerzhaften Wandel. Die Suche nach attraktiven Investitionsmöglichkeiten gestaltet sich zunehmend als schwierig und eine allgemeine Konsolidierung dieser Branche ist unausweichlich. Wachstumsmärkte sind Mangelware in Europa, mit wenigen Ausnahmen – darunter die App Economy. Mit zunehmender Verbreitung von Smartphones und Tablets verzeichnet die App Economy ein atemberaubendes Wachstum. Heute ist diese Branche milliardenschwer und immer mehr innovative aber auch traditionelle Unternehmen versuchen, von diesem enormen Wachstum zu profitieren. Daher war meine Entscheidung naheliegend, mich auf die Suche nach interessanten Investitionsmöglichkeiten in der App Economy zu begeben.

Sie haben AppInvest zusammen mit dem Team von AppAdvisors gegründet, einer Full Service App Agentur aus München. Wo gibt es Synergien?
Jede erfolgreiche aktive Investmentgesellschaft ist bestrebt, so nah wie möglich am Portfoliounternehmen zu sein. Dieser sogenannte “Hands-on-Ansatz” erlaubt es dem Investor, dem Management und bei Start-ups dem Gründerteam als Sparringspartner zur Seite zu stehen. Wichtig ist dabei, dass der Investor das benötigte operative Know-how mitbringt. Mit AppAdvisors hat AppInvest die Möglichkeit, auf die Expertise einer gut etablierten Agentur zurückzugreifen, die sich seit Beginn der App Economy im deutschsprachigen Raum mit Konzeption, Entwicklung und Vermarktung von Apps beschäftigt. In enger Kooperation mit AppAdvisors bieten wir als AppInvest den Unternehmensgründern daher nicht nur Kapital, sondern auch das notwendige Know-how zu operativen und finanztechnischen Themen. Ich denke, diese Kombination auf dem deutschen Markt ist einmalig.

Auch die großen Telkos haben zunehmend Apps im Visier. Wie unterscheidet sich AppInvest von Initiativen wie Wayra (Telefónica) oder hub:raum (Deutsche Telekom)?
Beide Telefongesellschaften verfügen über eine große Bilanz mit einer gemeinsamen Herausforderung. Das traditionelle Kerngeschäft Telefonie schrumpft. Neue Geschäftsfelder müssen entdeckt werden, um diesen Negativtrend aufzuhalten. Es ist naheliegend, dass diese Unternehmen versuchen, aus dem rasanten Wachstum des mobilen Datenverkehrs Nutzen zu ziehen. Große Kapitalgeber bedienen sich allerdings in der Regel des sogenannten Portfolio- oder Diversifizierungseffekts. Sie streuen das Einzelrisiko in der Breite und versuchen so das Gesamtrisiko zu minimieren. Das vorrangige Ziel ist dabei nicht, die Perlen unter vielen Bewerbern zu finden, sondern ein Portfolio mit einem niedrigen Gesamtrisiko aufzubauen. Bei den beiden genannten Telekommunikationsunternehmen spielen sicherlich auch strategische Überlegungen eine signifikante Rolle, wie beispielsweise eine spätere Integration neuer technologischer Ansätze in das bestehende Geschäft erfolgen kann. Der Ansatz von AppInvest ist grundlegend anders. Wir wollen in einige wenige aber vielversprechende Projekte investieren, dabei aktiv das jeweilige Management Team begleiten und bei der Lösung ihrer operativen Herausforderungen unterstützen.

In welcher Unternehmensphase will AppInvest bei App-Betreibern einsteigen und um welche Finanzierungsvolumen geht es?
Da wir uns konzeptionell mit den jeweiligen Geschäftsmodellen auseinandersetzen wollen wir uns bereits in der Frühphase engagieren. Für uns sind diejenigen Finanzierungsvolumina interessant, die für klassische VCs typischerweise zu klein sind – Investitionen ab 50.000 bis 100.000 Euro In derselben Größenordnung bieten wir externen Investoren an, AppInvest ihr Kapital zur Verfügung zu stellen; d.h. auch vermögende Einzelpersonen oder Business Angels können sich mit AppInvest zusammenschliessen und direkt in die App Economy investieren. Ihr Vorteil dabei: Sie bleiben dank der engen Betreuung durch uns nah an ihrem Investment ohne selbst operativ tätig werden zu müssen.

Können Sie schon das erste Investment nennen?
Mit AppInvest haben wir eine erste interne Finanzierungsrunde für appstar.tv getätigt, eine Plattform für die Selbstvermarktung von Apps für Entwickler. Mit diesem Kapital arbeitet das appstar-Team an einem Relaunch der Plattform im Herbst dieses Jahres. Die Finanzierung eines zweiten Projekts – dieses Mal gemeinsam mit externen Investoren – ist derzeit in Arbeit.

Gibt es spezielle Themengebiete, aus denen die Apps von AppInvest kommen sollen?
Als für uns relevante Themen haben wir die folgenden Kernbereiche definiert: Bildung, Medien, Gesundheit und E-Commerce. Hier kennen wir uns aus, bringen dank AppAdvisors Erfahrung mit und können Geschäftsmodelle gut bewerten. Wichtig ist, dass es bei unseren Investitionen nicht nur um Apps geht, sondern auch um die Services und Produkte, die auf Apps basieren. Die App an sich kann lediglich der Zugang zu einem im Hintergrund ablaufenden Service bedeuten, der allerdings ohne App nicht oder nicht so gut möglich wäre. Daher sprechen wir bei unseren Investitionszielen auch von Apps und appbasierten Produkten und Services.

Wie kann man sich für ein Funding bei Ihnen empfehlen?
Der Aufschlag bei AppInvest ist denkbar einfach. Der Interessent reicht eine Kurzpräsentation inklusive aktuellem Business Plan ein. Beides sollte wirklich kurz und übersichtlich gestaltet sein – ganz im Sinne einer App. Wir reagieren in der Regel schnell und laden Gründer vielversprechender Apps und appbasierter Services zu einem Erstgespräch ein. Selbstverständlich behandeln wir sämtliche Informationen vertraulich.

Zur Person
Yukitaka Nezu war vor der Gründung von AppInvest zehn Jahre in der Private Equity Branche als Investment Manager bei Allianz Capital Partners (ACP) in München tätig. Er betreute mehrere internationale LBO und Mezzanine Transaktionen. Davor war er als Corporate Finance Berater bei PricewaterhouseCoopers in Frankfurt aktiv. Er hält den Chartered Financial Analyst (CFA) und einen Master in Internationale Betriebswirtschaftslehre der Universität Wien.

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  1. t

    sorry…aber bloss weil apps ein wachstumsmarkt sind, versteht man auch gleich was von mobile consumer internet product development?

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