wergehthin.de vor dem Aus – Couponing-Anbieter insolvent

Noch Anfang Juni schien es bei wergehthin.de (www.wergehthin.de), einem lokalen Couponing-Anbieter mit angeschlossener Eventplattform, gut zu laufen. Zumindest erweckte das Team um Christian Dommers den Eindruck. Für das laufende Jahr peile das Unternehmen […]
wergehthin.de vor dem Aus – Couponing-Anbieter insolvent

Noch Anfang Juni schien es bei wergehthin.de (www.wergehthin.de), einem lokalen Couponing-Anbieter mit angeschlossener Eventplattform, gut zu laufen. Zumindest erweckte das Team um Christian Dommers den Eindruck. Für das laufende Jahr peile das Unternehmen einen Umsatz in siebenstelliger Höhe an. Zudem arbeite wergehthin.de profitabel, teilten die Kölner mit. Um die weitere Expansion zu stemmen, befand sich wergehthin.de-Mannschaft “in Gesprächen mit einigen größeren Investoren”. Nun steht wergehthin.de vor dem Aus: Die Rheinländer, die wergehthin.de Ende 2008 an den Start brachten, mussten einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen.

In einer Mail an “User, Fans & Freunde von WerGehtHin” schildert das Start-up die Hintergründe der Insolvenz: “Wir bedauern Euch mitteilen zu müssen, dass wir den Service unter deals.wergehthin.de nicht mehr anbieten können. Wochenlang haben wir mit allen Mitteln dafür gekämpft, um diese traurige Nachricht zu vermeiden”. Ursprünglich ging wergehthin.de als Bewertungs- und Empfehlungsportal für Freizeitangebote – samt hochwertigen E-Mail-Stadtmagazin – an den Start. Es folgte der Wandel zum lokalen Couponing-Anbieter mit Eventecke. Dank der Kombi aus Gutscheinen und Events war wergehthin.de deutlich mehr als ein x-beliebiger Couponanbieter. Ohne Deals fehlt dem Start-up nun die Einnahmequelle.

“Es tut uns unendlich leid”

“Unser größtes Anliegen war es stets, die besten Läden der Stadt mit ausgehfreudigen Menschen zu verbinden. Vielen unserer Partner haben wir mit liebevoller Redaktionsarbeit und optimal gestalteten Angeboten dabei helfen können, neue Stammkunden zu gewinnen. Und viele User haben bei WerGehtHin neue Lieblingsläden entdeckt, die sie auch weiterhin gerne besuchen”, heißt es in der Abschiedsmail weiter. Gerade im Heimatmarkt Köln sah sich Dommers als klare Nummer zwei im Gutscheinsegment. In Berlin beansprucht er die Bronzemedaille für sich.

“Es tut uns unendlich leid, dass das nun nicht mehr möglich ist. Wir haben alles in unserer Macht stehende versucht, um unsere Vision und unser mit eigenen Händen aufgebautes Geschäft zu retten. Wir konnten unserem Anspruch nicht mehr gerecht werden, jeden Kunden & Partner so zufrieden wie möglich zu stellen. Deshalb mussten wir diesen harten und konsequenten Schritt gehen und einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen”. Leidtragende sind jetzt die Kunden, die noch Gutscheine besitzen: Es bleibt fraglich, ob Restaurantbesitzer die Gutscheine noch annehmen, da eine Auszahlung ihres Anteils nicht mehr gesichert ist bzw. auf Grund der rechtlichen Lage vermutlich nicht mehr stattfinden wird. Die wergehthin.de-Abschiedsmail endet mit den Worten: “Wir trauern mit allen Fans, Freunden und treuen Usern”. Offen bleibt, wie dies alles so schnell gehen konnte, wenn wergehthin.de zuletzt angeblich auf einem guten Weg war.

Artikel zum Thema
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* 15 Fragen an Christian Dommers von wergehthin.de
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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Toto

    Das ist immer bitter, aber ich finde es schon “komisch”, wenn man sagt man ist die Nummer 2 oder 3 und dann auf einmal pleite ist. Da stimmt doch etwas nicht oder man hat einfach schlecht/falsch gewirtschaftet.



  2. Dominic

    Finde es auch unglaublich mal wieder als geprellter Kunde das nachsehen zu haben.Auch wenn die Chancen gegen Null laufen das ich mein Geld wiedersehe werde ich alle meine Möglichkeiten ausschöpfen.Das es rechtlich überhaupt möglich ist sowas abzuziehen zeigt wie sehr die Kaufkraft in unserem Land wert ist.Stattdessen werden Firmen,Banken usw. welche sich vorsätzlich übernommen haben Europaweit für ihre Taten noch belohnt!



  3. Marc

    Hier eine Facebook Gruppe, die sich mit dem Thema beschäftigt. Wie sieht es mit einer Klage aus, wenn einen der Anbieter noch 200€ schuldet? https://www.facebook.com/wergehthin.opfer?ref=ts



  4. unknown

    Vonwegen plötzich…

    Der Firma ging es schon 1 Jahr vorher nicht mehr gut!
    Intern wurde gestritten, das Arbeitsklima war mäßig bis unangenehm und die Firma war mit der Ausdehnung auf Berlin einerseits völlig überfordert und andererseits für den neuen Markt nicht anpassungsfähig genug, um ausreichend Umsatz zu generieren. Stattdessen wurde versucht, an allen möglichen Stellen einzusparen, was sich schlussendlich folgendermaßen äußerte: Mitarbeiter kündigten und offene Stellen wurden nicht neu besetzt, stattdessen wurde die Arbeit auf die übrigen Mitarbeiter umgelegt und gleichzeitig das Arbeitspensum erhöht, um den Gewinn zu steigern. Das alles geschah in einer Firma, in der geschätzt 60% (was offen gesagt eine sehr positive Schätzung ist) der Angestellten Praktikanten, Werkstudenten oder 400€-Jobber waren, die in Halbzeit nahezu eine Volzeitstelle abarbeiteten oder Vollzeit für den Lohn eines Minijobs tätig waren.
    Wenn sich der Gewinn dabei nicht einstellt, dann muss das, zumindest der Firmenleitung nach, natürlich an den schlecht arbeitenden, nicht ausreichend engagierten und/oder inkompetenten Mitarbeitern liegen.

    Wenn dann schon 1/2 Jahr vor der Insolvenz in weniger als 3 Monaten eine komplette Redaktion von der Büroleitung bis zum kleinen Schreiberlein kündigt, so sollte man sich vielleicht langsam Gedanken darum machen, was da schief gelaufen ist!
    Ein Unternehmen, das nicht verstehen will, dass seine Mitarbeiter sein größtes Kapital sind, das endete dann früher oder später schon oftmals beim Insolvenzverwalter.

    Da ist wergehthin.de weder das erste, noch wird es das letzte Glied in einer leider sehr langen Kette sein.

  5. Soviel zu dem Geschäftsmodell: Als alleinstehende Sache auf Dauer wohl zumindest überregional nicht lukrativ.



  6. MR Peace

    ich war mal in der zentrale. sehr junges team, alle saßen auf klappstühlen in hiphop klamotten etc. vorstellungsgespräch für ein praktikum war in der küche dieser wohnung..ich war extrem kompetent, konnte alles beantworten und war überqualifiziert für diese bude mit meinem lebenslauf. dann als ich meine gehaltsvorstellung nannte (die wirklich niedrig war) , kam der satz “wir melden uns” dann am nächsten tag rief mich der typ an u sagte ich bin nicht qualifiziert genug. ein schlechter witz, bekam zwei wochen später nach vorstellungsgesprächen von zwei AGs zusagen. der laden hatte einfach null kohle, die wollten studentischen praktikanten lächerliche 150e geben. mir war da klar, dass etwas mit der bilanz nicht stimmt. es waren nur junge leute ohne erfahrung. so setzt man kein team zusammen, sorry.



  7. unknown

    kann ich so bestätigen! als ich dort war, sah es genauso aus, mein bewerbungsgespräch war ähnlich und als ich wieder ging, wurde meine stelle mit doppelt hohen arbeitszeiten und der hälfte meines “gehalts” neu ausgeschrieben.

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