Westwing sammelt von Summit Partners und Altinvestoren 50 Millionen US-Dollar ein

Als Münchner Start-up stand der Möbel-Shoppingclub Westwing (www.westwing.de) bisher wenig im Rampenlicht. Lediglich der Einstieg von Rocket Internet und der Start von Bamarang (www.bamarang.de), einer Kopie des erfolgreichen Designermöbelshops Fab (www.fab.com), sorgte kurzzeitig […]
Westwing sammelt von Summit Partners und Altinvestoren 50 Millionen US-Dollar ein
  • Von Alexander Hüsing
    Freitag, 8. Juni 2012
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Als Münchner Start-up stand der Möbel-Shoppingclub Westwing (www.westwing.de) bisher wenig im Rampenlicht. Lediglich der Einstieg von Rocket Internet und der Start von Bamarang (www.bamarang.de), einer Kopie des erfolgreichen Designermöbelshops Fab (www.fab.com), sorgte kurzzeitig für weltweite Aufmerksamkeit. Diese Ruhe dürfte für Delia Fischer, Georg Biersack, Matthias Siepe, Stefan Smalla und Tim Schäfer, die Gründer des Start-ups, nun vorbei sein. Wer vom bekannten US-Kapitalgeber Summit Partners und den bestehenden Investoren Access Industries, Holtzbrinck Ventures, Kinnevik und Rocket Internet stattliche 50 Millionen Dollar erhält, steht ab sofort unter dauerhafter weltweiter Beobachtung.

Summit Partners und die Rocket-Macher Alexander, Marc und Oliver Samwer (auch an deutsche-startups.de beteiligt) kennen sich bereits seit Jahren: Summit Partners investierte bereits in dem samwerschen Klingeltonanbieter Jamba. In Deutschland ist Summit Partners ansonsten vor allem durch sein Engagement bei der erfolgreichen Spieleschmiede Bigpoint bekannt. Zu den weiteren bekannten Investments des Kapitalgebers in Europa zählt unter anderem der Shoppingclub vente-privee.com. In der Regel investiert Summit Partners zwischen 5 und 500 Millionen Euro in einzelne Unternehmen. Vielleicht hat Rocket Internet mit Summit Partners nach den beiden Dickschiffen Access Industries und Kinnevik nun einen weiteren finanzstarken Geldgeber für seine Aktivitäten gefunden.

82 Millionen US-Dollar sammelte Westwing bisher ein

Das Investment bei Westwing ist zumindest einmal eine Ansage. Als letztes deutsches Start-ups sammelte der Musikabspieldienst SoundCloud Anfang dieses Jahres 50 Millionen Dollar ein. Insgesamt sammelte Westwing nach eigenen Angaben bisher beachtliche 82 Millionen Dollar, umgerechnet aktuell rund 66 Millionen Euro, ein. “Das aufgenommene Kapital ermöglicht es uns, das starke Wachstum weiter zu steigern, die Skalierung des Geschäfts in unseren internationalen Märkten voranzutreiben und insbesondere das Angebot für unsere Kunden und Markenpartner auszubauen, sagt Westwing-Mitgründer Smalla. Sein Faible für das Möbelsegment hat Rocket-Macher Oliver Samwer in seiner – inzwischen legendären – Blitzkrieg-Mail deutlich verkündet: “there are only 3 areas in ecommerce to build billion dollar business: amazon, zappos and furniture”.

Der Möbel-Shoppingclub ging im August des vergangenen Jahres an den Start. Inzwischen ist die Jungfirma in mehr als einem Dutzend Ländern unterwegs – darunter Australien, Brasilien, Indien, die Türkei, Russland und Polen. Zusätzlich wirbelt das Unternehmen mit der Marke Bamarang rund um den Globus. Die Kopie des Erfolgsshops Fab, bei dem um das Thema Designermöbel geht, erzürnte zum Start vor allem Fab-Gründer Jason Goldberg. Kurz darauf übernahm Fab das deutsche Start-up Casacanda, seitdem exportiert das Berliner Team das Konzept der Plattform quer durch Europa. Diese Aktivitäten sind dabei immer auch als Frontalangriff auf Rocket Internet zu sehen.

Westwing hat 3 Millionen Mitglieder

Die Riesenfinanzierung für Westwing ist nun zumindest einmal eine indirekte Antwort auf die Expansionspläne. Wobei der Fokus der Kapitalspritze aber bei Wingwing zu liegen scheint. Der Shopping-Club für Wohnaccessoires und Möbel bezeichnet sich mit seinen über 3 Millionen Mitgliedern mittlerweile als “der führende internationale Shopping-Club für Home & Living”. Wie bei anderen Shoppingclubs sind die Verkaufsaktionen bei Westwing auf wenige Tage begrenzt. Thematisch geht es bei Westwing “um edle Wohnaccessoires und Möbel”. Der elegante Shoppingclub ist damit Kopie der US-Plattform One Kings Lane (www.onekingslane.com). Somit sind die 50 Millionen Dollar, die Westwing gerade einsammelte, eher eine Kampfansage an One Kings Lane. Investoren wie Kleiner Perkins Caufield & Byers, Greylock Partners und Tiger Global Management pumpten bisher 63 Millionen Dollar in das Start-up.

Im Fokus: Alle Finanzspritzen und Exits in der Internetbranche gibt es in unserem Deal-Monitor

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Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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  2. Zonen-Gaby

    “Als Münchner Startup standen Sie weniger im Rampenlicht”. Also in meinem Rampenlicht standen sie schon davor, auch vor dem Einstieg der drolligen Samwer-Drillinge. Schöner Beleg für die Selbstbezogenheit Berlins. And the girls sing: “Tanze Samwer mit mir, tanze Samwer die ganze Nacht…”

  3. Pingback: Bamarang am Ende: Westwing beerdigt seinen Fab-Klon :: deutsche-startups.de



  4. Nikkki

    Sehr schön! Gute Nachricht für die deutsche Startup Szene.

  5. Pingback: Westwing schrumpft sich in die schwarzen Zahlen – 15 % der Mitarbeiter müssen gehen :: deutsche-startups.de

  6. Pingback: Summit Partners investiert Millionensumme in ein Dutzend Rocket Internet-Start-ups :: deutsche-startups.de

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