Visa-Novelle soll Rekrutierung von Fachkräften erleichtern – Gastbeitrag von Ivo Betke

Mit der für dieses Jahr geplanten Einführung der Blauen Karte EU durch die Bundesregierung wird die Rekrutierung von Fachkräften für Start-ups in Berlin voraussichtlich deutlich leichter. Der Prozess zur Erteilung von Visa und […]

Mit der für dieses Jahr geplanten Einführung der Blauen Karte EU durch die Bundesregierung wird die Rekrutierung von Fachkräften für Start-ups in Berlin voraussichtlich deutlich leichter. Der Prozess zur Erteilung von Visa und Arbeitsgenehmigung bei Nicht-EU Staatsangehörigen dauert zurzeit zwei bis sechs Monate, erst im Anschluss darf der Mitarbeiter regulär in Deutschland beschäftigt werden. Dieser Zeithorizont, in Verbindung mit dem hohen Verwaltungsaufwand lässt im Moment viele Berliner Start-ups vor einer Rekrutierung im nichteuropäischen Ausland zurückschrecken. Üblicherweise werden Bewerber die ein VISA und eine Arbeitsgenehmigung benötigen, gar nicht erst in den Auswahlprozess mit einbezogen.

Das Genehmigungsverfahren soll nach Aussage des Gesetzgebers nun verkürzt und vereinfacht werden. Weiterhin werden die Einkommensgrenzen von heute 66.000 auf 44.000, respektive 33.000 Euro in sogenannten Mangelberufen reduziert. Zu den Mangelberufen gehören auch die in Berlin so dringend benötigten IT-Fachkräfte, womit die gesetzliche Vorgabe auch die in Berlin üblicherweise für ausländische Entwickler gezahlten Gehälter abbildet.

Voraussetzung für die Erteilung einer sogenannten Blauen Karte ist neben dem entsprechenden Einkommen ein abgeschlossenes und anerkanntes Hochschulstudium oder mindestens fünf Jahre einschlägiger Berufserfahrung.

Die Blaue Karte wird höchstens für vier Jahre ausgestellt und erlischt im Kündigungsfall automatisch drei Monate nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Das heißt, dass ausländische Arbeitnehmer im Falle einer Kündigung drei Monate Zeit haben um eine neue Anstellung zu finden.

Von dieser neuen Regelung unberührt bleibt zum Beispiel, dass mitziehenden Familienangehörige zur Erlangung eines Aufenthaltstitels trotzdem weiterhin grundlegende Deutschkenntnisse nachweisen müssen.

Nach dem jetzigen Gesetzesentwurf bleibt ebenso die Beteiligung von Botschaft, Ausländerbehörde und Arbeitsagentur bestehen. Womit die Chancen auf eine deutliche Verkürzung der Bearbeitungszeiten wohl eher gering ausfallen dürften.

In jedem Fall wird das Gesetzgebungsverfahren im Jahr 2012 abgeschlossen, da die Einführung der Blauen Karte auf einer EU-Richtlinie von 2009 beruht, die eigentlich schon Mitte 2011 durch die Bundesregierung hätte umgesetzt werden müssen.

Weiterführende Informationen und Beratung erhalten Unternehmer beim Business Immigration Service (BIS) der IHK Berlin.

Zur Person
Ivo Betke, ist Gründer von webcrowd.net (www.webcrowd.net), einem Job und Service Netzwerk für Internet Professionals und war selbst acht Jahre lang Freelancer im Webdevelopment.

Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Dieter

    Endlich geht die Fachbarbeiterlüge weiter.

    Natürlich gibt es immer einen Bedarf an gut ausgebildeten Mitarbeitern, aber möge mir doch einer der Experten mal bitte folgendes erklären:

    Wenn in einem Markt ein Mangel herscht, dann wird doch i.d.R. mehr bezahlt. (Angebot und Nachfrage)

    Wie kann es also sein, dass man die Einkommensgrenze auf 44 K absenkt und sogar bei Mangelberufen auf 33 K. Die Logik verstehe ich leider nicht.

    Das ganze dient nur dazu die inländischen Löhne massiv zu drücken.

    Grundsätzliches Problem der green bzw. nun blue-card: selbst wenn jemand so verrückt ist und in Deutschland für 33K arbeiten kann, dem werden doch gleich nochmal 40 % Steuern abgezogen.

    Und nun die Quizfrage:
    Warum sollte eine gut ausgebildete Fachkraft ausgerechnet nach Deutschland / Europa kommen, wenn er mehr Geld und weniger Steuern in den USA oder Kanada hat und man ihm dort einen noch größeren roten Teppich ausrollt ?

    Die Lüge an der ganze Sache ist doch die Definition einer Fachkraft, wir holen uns Leute ins Land die mal einen Computer eingeschaltet haben, die USA / Kanada suchen Leute die wirklich was drauf haben und komischerweise wird dort mehr bezahlt statt weniger.

    Und der zweite Witz an der Geschichte ist doch, die relativ hohe Zahl an gut ausgebildeten inländischen kräften die auswandert, weil man woanders bessere Chancen und Verdienstmöglichkeiten hat.

  2. Und irgendwann müssen wir diese FA’s wieder durchsozialisieren, weil rauswerfen wird die BRD diese dann bestimmt nicht bei Arbeitslosigkeit, weil dann wäre ja die BRD ein ganz böser rechtsradikaler Staat; genauso wie die ganzen Altenpflegekräfte, die importiert werden sollen. Komisch … dabei gibt es doch schon genaug arbeitslose Ausländer in diesem Land – die könnte man umschulen. Das ganze dient doch hauptsächlich nur dazu die Löhne zu drücken. Wo soll das aber mit der ewigen Lohndrückerei hinführen. Wenn den produzierten Kram bald keiner mehr kaufen ein. Die aktuelle internationalistische Globalisierung funktioniert doch nur, weil die Leute in China ausgebeutet werden und wo anders es noch genug Leute gibt, die den Kram bezahlen können. Aber lange wird das hoffentlich nicht mehr gut gehen.

    Es wird aber so laufen wie immer … die Versager/Faulenzer werden kommen und die Elite bleibt im eigenen Land oder geht woanders hin. Wie heisst es so schön: Am deutschen Wesen (Geld) soll die Welt genesen.

    33 K? Netto oder Brutto? Da habe ich schon als Affi vor einigen Jahren mal wesentlich mehr verdient.

    Warum verlagert man nicht die Arbeit für die angeblichen Fachkräfte ins Ausland. Die meiste Produktion wurde doch sowieso schon nach China verlagert. Also … auch Forschung, Entwicklung, Design und den ganzen Rest dorthin. Dann ist auch endlich genug Platz in der BRD um ein Agrar-Staat zu werden. Damit dürfen auch die Öko-Faschisten keine Probleme haben. Online-Shops brauchen wir hier auch keine. Die sitzen dann alle in China. Dort wird direkt bestellt. Die Ware kommt in Sammel-Containern in Hamburg an. Dort sitzen dann ein paar Umverteiler, die es dann einzeln weiterverschicken.



  3. Lars

    Bei der wundervollen Rechtschreibung meines Vorredners wundere ich mich nicht, dass Fachkräfte aus dem Ausland geholt werden müssen.

  4. Ohh … das übliche Totschlagargument in Blogs und Foren mit der Rechtschreibung, wenn man selbst keine vernünftigen Argumente hat. Und dann auch noch anonym. Wie feige! Was interessiert mich meine Rechtschreibung in einem Blogkommentar. Oder meinst du auf meinen Projekt? Zja, dann mal überlegen warum das Projekt mh-… und nicht rs-… heisst. Was wohl irgendwie logischer wäre. Ich habe das Projekt nämlich mal gekauft. Mit samt der teilweise sehr fragwürdigen Texte. Nur hatte ich weder Zeit noch Lust alle Texte zu verbessern.

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