Delivery Hero holt sich 25 Millionen Euro und übernimmt OnlinePizza-Gruppe

Nach der Fusion von Delivery Hero (www.deliveryhero.com) und Lieferheld (www.lieferheld.de) ruht sich das Team um Oberheld Fabian Siegel nicht aus. Jetzt holt sich die Jungfirma, die bereits 15 Millionen Euro eingesammelt hat, von […]
Delivery Hero holt sich 25 Millionen Euro und übernimmt OnlinePizza-Gruppe
  • Von Alexander Hüsing
    Montag, 2. April 2012
  • 23 Kommentare
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Nach der Fusion von Delivery Hero (www.deliveryhero.com) und Lieferheld (www.lieferheld.de) ruht sich das Team um Oberheld Fabian Siegel nicht aus. Jetzt holt sich die Jungfirma, die bereits 15 Millionen Euro eingesammelt hat, von ihren Altgesellschaftern, darunter Team Europe, Holtzbrinck Ventures, Tengelmann Ventures, Kite Ventures und ru-net, mal eben weitere 25 Millionen Euro Risikokapital. Einen zweistelligen Millionenbetrag in bar davon stecken die Berliner direkt in die Übernahme der OnlinePizza Norden Group, zu der unter anderem OnlinePizza.se (onlinepizza.se) in Schweden, PizzaOnline (www.pizzaonline.fi) in Finland und PizzaPortal (www.pizzaportal.pl) in Polen gehören.

18 Monate nach dem Start von Lieferheld in Deutschland ist aus dem lokalen deutschen Lieferdienstvermittler somit inzwischen ein wichtiger Anbieter mit Ablegern in der Schweiz, Großbritannien, Schweden, Finnland, Polen, Österreich, Russland, Mexiko und Australien geworden. Auch Mjam (www.mjam.net) aus Österreich, quasi das technische Gründgerüst für den Start in Deutschland, verleibte sich Delivery Hero mit der Übernahme ein. In der Alpenrepublik gehört zudem jetzt auch WillEssen (www.willessen.at) zur Heldentruppe. Zu guter Letzt ist im Zuge der Übernahme noch Mat24 (www.mat24.se) aus Schweden neu in der globalen Delivery Hero-Familie. Erst Ende Februar hatte Delivery Hero zudem einen maßgeblichen Anteil am britischen Essenvermittler hungryhouse.co.uk (www.hungryhouse.co.uk) übernommen.

Geplant: 225 Millionen Euro Restaurant-Umsatz

Recht hilfreich bei der Übernahme der profitablen schwedischen OnlinePizza-Gruppe dürfte Niklas Östberg, Mit-Geschäftsführer von Delivery Hero, gewesen sein. Von 2008 bis 2011 war er Chairman und Partner bei der OnlinePizza-Gruppe. “Weil er an dieser auch beteiligt war, streicht er durch den Verkauf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag ein”, berichtet die “FTD“. Spannende Randnotiz bei der Übernahme: OnlinePizza war auch mit dem großen Delivery Hero-Konkurrenten Just-Eat (www.just-eat.com), dem internationalen Marktführer im Segment, verbandelt. Siegel und Östberg haben dem großen Wettbewerber somit einen wichtigen Verbündeten gemopst. Delivery Hero-Macher Siegel sieht sich seinem Ziel, “der eindeutige Marktführer in Europa” nun wieder ein Stückchen näher. Rund 350 Mitarbeiter arbeiten nun für die heldenhafte Pizzafamilie mit Sitz in der deutschen Hauptstadt. Im laufenden Jahr plant das Unternehmen 225 Millionen Euro Umsatz an die Partner-Restaurants weiterzuleiten. Vor der Übernahme lag die Planzahl bei 150 Millionen Euro.

Hungrig ist die Delivery Hero-Mannschaft auch nach dieser Übernahme noch. Offenbar sowohl was Übernahmen von bestehenden Anbietern in aller Welt angeht, als auch in Sachen Finanzierungsrunden. “Die aktuelle Kapitalrunde wird nicht die letzte gewesen sein”, sagt Delivery Hero-Chef Siegel gegenüber deutsche-startups.de. “Wir sind noch nicht durchfianziert!” Dabei hat die Heldentruppe bisher bereits beachtliche 40 Millionen Euro eingesammelt. Die Hauptstädter und die Investoren im Hintergrund denken aber weiter in ganz großen Dimensionen. Mit dem Satz “Unser Ziel ist es, einen Weltmarktführer aufzubauen” unterstreicht Siegel die großen Ambitionen des Unternehmens noch einmal deutlich.

“Wir sind noch nicht durchfianziert!”

Momentan ist Just-Eat, der wichtigste Konkurrent von Deliver Hero, in 16 Ländern aktiv. Darunter auch Länder wie Argentinien, Brasilien, Indien und Kanada. In Frankreich verbündete sich Just-Eat kürzlich mit Alloresto (www.alloresto.fr), dem größten Lieferdienstvermittler des Landes. Der Lieferdienstvermittler aus London ging 2001 in Dänemark an den Start. Um Deutschland macht die Firma, die von Klaus Nyengaard geführt wird, bisher einen Bogen. Erst Anfang 2011 sammelte Just-Eat stattliche 48 Millionen US-Dollar, umgerechnet momentan rund 36 Millionen Euro, ein.

Im Fokus: Alle Finanzspritzen und Exits in der Internetbranche gibt es in unserem Deal-Monitor

Hausbesuch bei Lieferheld

Anfang November 2011 durfte sich deutsche-startups.de beim Berliner Start-up Lieferheld einmal ganz genau umsehen. In den riesigen Büroräumen – umweit der Friedrichstraße – arbeiten über 100 Lieferhelden in sehr schicken Räumlichkeiten. Das Büro ist vollgepackt mit Bildern von Superhelden aller Art, etlichen großen Pappkameraden und ganz ganz vielen leeren Pizzakartons. Einige heldenhafte Eindrücke gibt es in unserer kunterbunten Fotogalerie.

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Alexander Hüsing

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Rolamd

    Naja, damit würde die Lieferheld Gruppe ca. 15-22,5 Mio. Euro Innenumsatz machen … 350 Mann kosten noch einmal gute 15 Mio. Euro, selbst wenn auch viele Praktis darunter sind. Marketing und SbA sind noch gar nicht mit eingerechnet.
    Zum Vergleich: Joeys macht in Deutschland ca. 110 Mio. Euro Umsatz und hat noch einmal eine deutlich bessere Marge.



  2. Commentator

    Um mit einem internationalen Roll-Up wie diesem Wert zu generieren, braucht man schon ein verdammt gutes Management. Schon erstaunlich, wieviel sich die Investoren ihren Glauben an dieses Management kosten lassen. Das kann auch böse ins Auge gehen.

  3. @Rolamd: guter Vergleich. D.h. der Marktanteil / Umsatz müsste sich schon um Faktor 3-5x in den nächsten 3 Jahren entwickeln und gleichzeitig anständig Geld in die Marketing-Kasse fließen, damit sich da dauerhaft lohnt.



  4. Toto

    Na ja mein altbewährter Spruch. Fremdes Geld verbrennen kann jeder. Ich glaube nicht, dass so schnell so viel dabei rumkommt. Aber man wird sehen, was der Held macht ^^.

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  6. Dieter

    Glückwunsch an alle aufgekauften Dienste, Exit geschafft!

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  9. c

    @Dieter: auf Grund der Ueberschneidung in handelnen Personen bei den meisten Aufkäufen wäre ich damit vorsichtig. Vermutlich waren viele Sharedeals bzw. Earn outs dabei.

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  11. wigger

    Gibt es da Synergien? Die Technik oder was ist da der Mehrwert?
    In D braucht man Smileys oder Joeys als Kunden um etwas zu werden. Solche Dienste sind dem italiener der auch liefert mittlerweile so ueberlegen.

  12. @c: Der Deal war ein reiner Cash Deal ohne irgend eine Share-Komponente.

    @Toto: Wir als Team Europe sind auch selber stark in Delivery Hero investiert. Und Niklas hat auch einen Großteil des Geldes was er durch den Online Pizza Exit bekommen hat wieder in Delivery Hero investiert.



  13. Mikado

    So ist es eben in der Startup Szene und dem Internet. Mal eben ein Startup gründen und endlich die “eigene” Firma zu führen gehört doch für viele angehende Student/innen in die Hosentasche wie das Praktikum.
    Natürlich ist Lieferheld von diesem Stadium einer Neugründung weit entfernt, aber als gelernter Koch sind die Gewinn Möglichkeiten in der 0815 Gastronomie eher gering. In der gehobenen Top-Gastro sowie in der Systemgastronomie wo jedes Gramm Zutaten pro Speise genau abgewogen sind ist schon etwas mehr möglich.
    Trozdem ist der größte Nachteil von Pizza Liederdiensten & Co folgender:
    Wenn ich meinen Lieblingslieferdient gefunden habe z.B. ein Chinesisches Sushi Restaurant dann bestelle ich doch spätestens beim 3. Mal direkt beim Anbieter anstatt einen 3rd Party Dienstleister wie pizza.de, lieferando.de oder lieferheld.de “dazwischen” zu schalten.

    Just my 2 Cents..

  14. @Mikado: Ich bin mir ziemlich sicher dass dem Endkunden letztendlich egal ist ob er direkt beim Anbieter bestellt oder über einen “3rd-Party-Dienstleister” – im Regelfall wird hier die einfachste/bequemste Variante gewählt.

    Ich warte übrigens auch noch auf den “Standardkommentar”, der normalerweise zu jeder Lieferdienst-Meldung gepostet wird: “Lieferdienst-Portale oder -Apps braucht doch kein Mensch. ICH habe hier den Flyer meines Lieblingsitalieners liegen und wenn ICH was bestellen will rufe ich da an!”. ;-)



  15. Olaf

    @Mikado:
    > Wenn ich meinen Lieblingslieferdient gefunden habe z.B. ein Chinesisches Sushi Restaurant dann bestelle ich doch spätestens beim 3. Mal direkt beim Anbieter

    So ist es. Erst recht dann, wenn mir der gemakelte Lieferdienst bei der Lieferung einen Rabattgutschein in die Hand drückt, welcher nur bei direkter Bestellung gilt.

    Und:
    Die Pizzabäcker bieten schon teilweise Sonderpreise bei direkter (Online)- Bestellung an, damit nicht über Makler bestellt wird.

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  17. Ich habe hier eher den Eindruck, dass bei diesen national agierenden Lieferdiensten ordentlich Geld verbrannt wird. Auf lokaler Ebene gibt es doch laufend neue Anbieter, die ihre Werbung regelmäßig in den Briefkasten einwerfen. Wie will sich hier ein nationaler Liefersevice mit entsprechenden Overheadkosten durchsetzen und die Kunden dauerhaft halten ? Bzgl. der Fernsehwerbung bei einem Lieferdienst konnte ich auch nur den Kopf schütteln. So etwas kann ich machen, wenn man sehr breit aufgestellt ist. Ansonsten besteht hier die Gefahr von erheblichen Streuverlusten.

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