
Mindmapping ist eine ausgezeichnete Kreativitäts- und visualisierende Gliederungs-Methode. Mögliche Einsatzbereiche wurden in dem Artikel Verwendung von Mind Maps im Business bereits vorgestellt. Natürlich kann man eine Mind Map auf Papier im Querformat mit vielen bunten Stiften erstellen. Einige schwören sogar auf diese Methode. Sie sagen, bei der ‘handmade’-Methode fließen ihre Ideen besser, sie fühlen sich ‘näher am Geschehen’ und eine Umsetzung per Software würde eine technische Barriere aufbauen. Aber viele möchten ihre Mindmaps eben lieber digital erstellen. Und dafür gibt es inzwischen enorm viele verschiedene Tools und Programme. Die besten stellen wir Ihnen heute vor.
Die Entwicklung einer Mind Map per Hand sei jedem unbenommen, aber Mind Maps auf Papier haben auch Nachteile:
- Äste und Zweige der Map lassen sich nicht einfach hin- und herschieben. Zum Überarbeiten muss eine neue Map angelegt werden.
- Eine per Hand erstellte Mind Map kann man nur mittels des Umwegs über einen Scanner mit anderen teilen.
- Team-Work an einer Map ist nur möglich, wenn sich alle Beteiligten im selben Raum befinden.
- Unterwegs an einer Map weiterzuarbeiten ist nur machbar, wenn man den Zettel vorher eingesteckt hat.
- Die Anbindung an die Projektmanagement-Software ist nicht möglich. Man muss dann dort alles neu eingeben.
- Wenn man kein passabler Zeichner ist, sehen handgemachte Mind Maps selten gut aus. Das kann Ästheten die Lust daran nehmen. Auf jeden Fall erschwert es aber die Übersichtlichkeit.
- Für Präsentationszwecke eignen sich handgemalte Mind Maps nur in den seltensten Fällen. Hierfür sollte man zur Software greifen.
Wer also lieber am Computer, auf dem Tablet oder am Smartphone mindmapt, dem sei hier eine Auswahl der besten Softwares und Tools zur Suche ‘seines’ Mindmapping-Programms an die Hand gegeben.
EDraw Max
Mit EDrawMax, einem sehr guten Programm mit fast 5.000 Vektorgrafiken zum Erstellen eigener Grafiken, kann man auch Mind Maps erstellen. Sie sind optisch sehr ansprechend, aber recht mühsam zu entwickeln, weil man sie eben manuell aus vielen Grafik-Vorlagen zusammenbastelt. Zwar gibt es rudimentäre Mindmapping-Funktionen, wie die Möglichkeit, Zweige an einen Hauptzweig ‘anzuheften’, aber die Bedienung ist alles andere als komfortabel. So eignen sich mit EDrawMax erstellte Mind Maps bestens zu Präsentationszwecken, aber nicht zum ‘mal eben’ Aufgaben verwalten oder Ähnliches.
Freemind
Die Vorteile: Einfach zu bedienen, gratis, wenig Festplattenplatz fressend und läuft auf Mac und PC. Zum Anfertigen von Mind Maps, die dem Eigengebrauch dienen, ist dieses Programm gut geeignet. Optisch ist es allerdings für Puristen, denn die Gestaltungsmöglichkeiten sind doch eher übersichtlich, die Mind Maps eher praktisch als schick.
Freeplane
Ein ehemaliger Freemind-Mitarbeiter hat Freeplane entwickelt, hat die Arbeitsoberfläche nutzerfreundlicher gestaltet und die Optik der entstehenden Mindmaps aufgehübscht. Freeplane lässt sich einfach bedienen, läuft auf allen Betriebssystemen – und es ist gratis. Für den Hausgebrauch ohne viel Schnickschnack ist Freeplane absolut ausreichend.
iMindMap
Die Software des Erfinders der Mind Map-Methode, Tony Buzan. iMindMap bietet bis hin zu 3D-Mindmaps, Gantt-Charts für das Projektmanagement, Filtern für die Übersichtlichkeit alles, was der Profi-Mindmapper braucht. iMindMap gibt es als Desktopversion für alle Betriebssysteme, als Version in der Cloud und auch für iPhone und iPad. Eine App für Android oder andere Systeme hab ich nicht gefunden. Wirklich schade: Echte Collaboration-Funktionen gibt es selbst in der teuersten Ultimate- oder der Cloud-Version nicht. Hier besteht Handlungsbedarf. Einen ausführlichen Test gibt es zum Beispiel bei creaective.
MindManager
Schon seit 1994 gibt es ‘die Mutter aller Mindmapping-Programme’ und für viele ist es heute noch so, dass Sie MindManager sagen, wenn sie Software zum Mindmappen meinen. Interessant dürfte das Produkt schon wegen des Preises wohl ausschließlich für Unternehmen sein: Der MindManager kostet mal eben pro Lizenz um die 240 Euro – jedes Jahr. Dafür lässt diese Software aber auch wirklich keine Wünsche offen und bietet weit mehr als nur Mindmapping.
Die Computerwoche beschreibt es: “Mit einem ausgeklügelten Arbeitsworkflow, der aus drei Schritten besteht, soll die Anwendung Firmen dabei unterstützen, Diskussionen anzuregen und kreative Ideen zu erfassen.
In einem ersten Schritt lassen sich anhand vorgegebener beziehungsweise eigener Fragen (“Welche sind unsere Kunden?”, “Wann muss das Produkt fertig sein?”) Herausforderungen definieren. Mit Hilfe von so genannten “Brainstorming-Flash-Karten” werden Anwender in die Lage versetzt, die identifizierten Herausforderungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Schließlich können die ausgearbeiteten Ideen in Aktions- und Aufgabenplänen strukturiert werden. Ferner stehen dabei eine Vielzahl visueller Formate zur Verfügung, zum Beispiel Informations-Maps, Gliederungen, Gantt-Diagramme, 2×2-Analyse-Ansichten, Organigramme und Indexlisten.”
Dass die Software auf PC und Mac läuft und dass Apps für Android und iOS zur Verfügung stehen, ist bei all dem schon fast selbstverständlich. Auf die Kollaborations-Möglichkeit – denn im Gegensatz zu iMindMap gibt es sie hier – wird im nächsten Artikel über Mindmapping Tools eingegangen.
MindNode
Leider nur für Mac, iPhone und iPad ist MindNode. Userfreundlich und intuitiv zu bedienen lassen sich optisch sehr schöne Mind Maps erstellen. Und das Ganze gratis – Funktionen reichen für die meisten Zwecke locker aus – oder für sage und schreibe 16.- Euro, wenn man einige Zusatzfunktionen möchte.
Mindview
Wie der MindManager hat MindView eindeutig Unternehmen zur Zielgruppe. Denn der Fokus dieses Programms, das nur auf Windows-Betriebssystemen läuft, liegt auf professionellem Projektmanagement. Natürlich kann man auch einfach Mind Maps damit erstellen, aber nur dafür bräuchte niemand 350 Euro für eine SingleUser-Lizenz auszugeben. Ein integriertes Gantt-Diagramm bildet die automatische Schnittstelle von Mindmapping zum Projektplan und MindView lässt sich nahtlos in die die Projektmanagement- und Office-Programme von Microsoft integrieren. Ein sehr mächtiges Tool für Unternehmen.
simplemind
simplemind gibt es als Desktop-Version für Windows und Mac OSX und als App für iPhone und iPad. Recht einfach lassen sich bunte Mind Maps erstellen, mit Icons versehen und als PDF, PNG, TIF oder nach Freemind exportieren. Das war’s auch schon an Funktionen – dafür kostet die SingeUser-Lizenz aber auch nur knapp 25 Euro. In einem LAN-Netzwerk kann man sogar mit Kollegen an derselben Map zusammenarbeiten, wobei die 4er Lizenz dann knapp 40 Euro kostet und die für eine unbegrenzte Anzahl von Nutzern etwa 400 Euro.
ViewVourMind (VYM)
VYM läuft auf Linux-, Unix- und Mac-Plattformen, nicht auf Windows. Es ist ein kostenloses Tool, alle wichtigen Funktionen für hübsche bunte Mind Maps sind enthalten, Eportmöglichkeiten auch. Prima für den Hausgebrauch auf den genannten Systemen.
XMind
XMind ist in der Basisversion für eine Person gratis, die Proversion ist ziemlich teuer. Die Desktopversion läuft Plattformübergreifend, eine webbasierte gibt es bisher nicht. Neben Mind Maps und Tabellenkönnen in der kostenpflichtigen Variante auch Fishbone-Diagramme angelegt werden, um Ursache – Wirkungsbeziehungen aufzuzeigen. Export- und Importfunktionen hat die Pro-Version reichlich, ebenso einen Brainstorming- und einen Präsentationsmodus sowie integrierte Gantt-Diagramme für das Projektmanagement. Ich habe das Tool selbst nicht ausprobiert, aber schon öfter gelesen, dass die Bedienung nicht so ganz einfach und intuitiv wie bei anderen Mindmapping-Programmen sein soll.
Speziell für Smartphones oder Tablets
… hab ich mal in den Stores für Android und iOS geguckt: Im Android Market habe ich 46 Apps gefunden, darunter natürlich auch einige Smartphone-Versionen der hier vorgestellten Softwares. Im AppStore gab es gar keine Ergebnisse für ‘MindMap’, oder ‘Mindmapping’, obwohl ja diverse Softwareanbieter, z. B. MindJet oder iMindMap Apps anbieten – Nur zu finden waren sie über die Stichwortsuche leider nicht.
Im nächsten und letzten Artikel werden Mindmapping-Tools vorgestellt, mit denen die Arbeit im Team möglich ist. Wichtig für Unternehmen und Projektteams, die nicht am gleichen Ort sitzen. Und diese Form des Arbeitens ist ja heute fast schon die Regel, nicht mehr die Ausnahme. Ansonsten noch einmal der Hinweis auf den Artikel “Verwendung von Mind Maps im Business“.
Foto: istockphoto
Artikel zum Thema
* Verwendung von Mind Maps im Business
* Die besten Tools, um spannende Grafiken, Präsentationen und Videos selbst zu erstellen


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Kommentare
Danke für den Artikel, der passt grad super! Ich habe MindMeister genutzt, die sind jetzt aber ziemlich teuer geworden.
Comment by Jenni 24. Februar 2012 @ 15:00Es geht doch nichts über Mindjet MindManager – auch wenn die Lizenzen sehr sehr teuer sind.
Comment by Susanne 24. Februar 2012 @ 19:59Ich bin verwundert dass Sie zum Thema Mindmap nichts im Apple Appstore gefunden hatten da ich selbst vor einiger Zeit zu dem Thema recherchiert hatte und schnell fündig geworden war.
Eine eben durchgeführte Suche mit diesem Begriff auf meinem ipad brachte 29 Treffer für iphone und 27 für ipad.
Comment by riverstomp 24. Februar 2012 @ 21:18Darf ich fragen wie Sie ihre Suche durchgeführt hatten ?
Danke für den interessanten Beitrag, die Liste mit den Tools. Meines Erachtens ist die Bewertung der Tools etwas zu salopp ausgefallen. Es schneiden vor allem Tools gut ab, die übbig ausgestattet sind. Die Funktionalität einer Software müsste hingegen strikt an den (Kern-)aufgaben ausgerichtet sein, welche das Mapping ausmachen. Dann kommen ganz andere Bewertungen zustande. Wer Mappen will, braucht keine drittklassige Gantt-Funktionalität dazu, um nur ein Beispiel zu nennen. Mehr ist weniger. Schlicht, smart ist besser. iMindmap und Freemind sind unter diesem Gesichtspunkt interessanter als manch andere Lösung und übrigens auch kostengünstiger…
Aber ich bleibe dabei: Im Vordergrund steht der Dank für die interessante Hinführung zu den Tools.
Comment by mac55 25. Februar 2012 @ 09:48Für den Mac Os Bereich ist hier auf jeden fall noch Omnigraffle zu erwähnen, welches unter http://www.omnigroup.com/products/omnigraffle/ zu finden ist.
In Verbindung mit http://graffletopia.com/ ein Allround Programm erster Klasse!
Comment by Marian Albers 26. Februar 2012 @ 23:52Tolle Übersicht, danke.
Comment by m@ik 03. März 2012 @ 22:20Ich kann die Bedenken zur Bedienung von Xmind nicht teilen: Habe Xmind seit Jahren intensiv im Einsatz und finde dass es einer der am intuitivsten zu bedienenden Mind Mapping Programme ist. Vor allem wenn man mit Tastenkürzeln arbeitet.
Eine Quelle wurde noch vergessen – Creativ Mindmap 4 pro von Data Becker. Sie ist günstig, leicht verständlich, viele Möglichkeiten und arbeitet mit Outlook und PowerPoint zusammen. Export als PDF oder HTML möglich. Benutze sie schon länger privat und beruflich. Hier der Link dazu http://www.databecker.de/shop/software/goldene-serie/business-finanzen/creative-mindmap-4-pro.php
Comment by GeroM 09. November 2012 @ 16:11Ich möchte noch eine kostenlose web-basierte Software nachtragen:
wisemapping.com
Komplett kostenlos, auch einen funktionierenden Export in verschiedenste Formate gibt es. Finanziert sich über Spenden.
Comment by Thorsten Panknin 11. November 2012 @ 16:41Per Dez. 2012 kostet die Mindnode App fürs iPad €8,99, also nix mehr mit gratis.
Comment by zda 11. Dezember 2012 @ 16:47Eines der ältesten und m.E. besten Programme fehlt noch: Inspiration. Verfügbar für OSX, iOS und Windows. Inspiration ist nicht nur für klassische Mindmaps geeignet, sondern auch für ConceptsMaps (ohne obligatorisches Zentralkonzept). Damit ist es auch für komplexere Wissensanalysen geeignet.
Comment by Helmut M. Niegemann 13. Februar 2013 @ 23:48Inspiration gibt es nur in Englisch, was niemandim E-Learning-Bereich stören wird.
mindmeister.com kann ich empfehlen. Als Web-App wie auch iPad App kann man damit sehr gut im Team an einer Idee Arbeiten
Comment by Martin 15. Februar 2013 @ 12:18Danke für die Auflistung und Zusammenfassung von Pro und Kontra der einzelnen Programme. Ich denke, jeder muss selbst seine Lieblingsanwendung finden, kostenlose Testversionen lassen sich ja bekanntlich bei den meisten Anbietern herunterladen. Meine Erfahrungen sind aber auch, dass oftmals kostenlose Tools für private Bedürfnisse mehr als ausreichend sind. An dieser Stelle möchte ich daher noch das kostenlose Online-Tool Bubbl.us empfehlen.
Comment by John 23. Februar 2013 @ 19:35Danke für die Liste. Ein Update dazu: VYM – view your mind gibt es mittlerweile auch für Windows. Das wurde ja auch Zeit.
Comment by Geraldine 24. Februar 2013 @ 13:24Für “Mindmaps” zu Geschäftsmodellen kann ich “runpat” nur empfehlen. Wir haben einige Ideen damit schon visualisiert und sind davon absolut begeistert. Die Jungs, die die Software bauen, haben es geschafft, dass man ein Geschäftsmodell in 15 Minuten komplett visualisiert hat. Wundert mich, dass die hier nicht im Artikel mit drin stehen. Runpat ist grad in der offenen Alpha, funktioniert aber schon super und bringt Features wie einen Assistenten mit, der die richtigen Fragen stellt um nichts im Geschäftsmodell zu vergessen.
Comment by Finn 27. Februar 2013 @ 12:44Eines der besten (wenn nicht das beste) MindMap-Programme für das iPad ist iThoughts. Ist bei mir täglich im Einsatz und das Geld wirklich wert. Natürlich mit Export zu FreeMind und vielen anderen.
Comment by Jan 22. März 2013 @ 10:48Danke für den Vergleich.
Ich nutze seit Jahren den Mindmanager und bin damit eigentlich sehr, sehr zufrieden. Einziges ‘Manko’: die Exportfunktion ist nicht optimal, wenn es um klickbare Maps geht. Die SWFs verlieren schnell die Formatierungen und andere Infos, die klickbaren PDFs erfordern eine offene Internetverbindung… ich weiß – jammern auf hohem Niveau …
Deshalb meine Frage: Kennt jemand eine Alternative, mit einer besseren Exportfunktion?
Comment by Jochen 29. März 2013 @ 19:03Mal endlich einen gute Auflistung aller der unterschiedlichen Software Programme. Werde die jetzt mal Testen.
Comment by Weber 11. April 2013 @ 11:26Suche noch eher was, das “so gut wie MindManager ist”, aber garantiert nur im Browser läuft – und dabei nciht auf Flash/o.ä. setzt :-)
Comment by Vomitorium 22. April 2013 @ 12:16Ideen?