10 Millionen Euro: Daimler-Tochter Car2go investiert in myTaxi

Der bekannte Autokonzern Daimler pumpt über seine Carsharing-Tochter Car2go (www.car2go.com) stattliche 10 Millionen Euro in die Taxiruf-Applikation myTaxi (www.mytaxi.net). Neben Car2go investieren auch Xing-Gründer Lars Hinrichs sowie die Altinvestoren T-Venture und KfW in […]
10 Millionen Euro: Daimler-Tochter Car2go investiert in myTaxi

Der bekannte Autokonzern Daimler pumpt über seine Carsharing-Tochter Car2go (www.car2go.com) stattliche 10 Millionen Euro in die Taxiruf-Applikation myTaxi (www.mytaxi.net). Neben Car2go investieren auch Xing-Gründer Lars Hinrichs sowie die Altinvestoren T-Venture und KfW in die Hamburger Jungfirma, die im Sommer 2009 von Sven Külper und Niclaus Mewes gegründet wurde. Bereits im Oktober 2010 sicherte sich myTaxi, damals noch als 1TouchTaxi unterwegs die Unterstützung von T-Venture, dem Risikokapitalgeber der Deutschen Telekom. Wie “Businessweek” berichtet, hält Car2go ab sofort 15 % der myTaxi-Anteile.

“Mehr als 60 % aller deutschen Taxis kommen aus dem Hause Daimler. Mit unseren neu gewonnenen Gesellschaftern werden nach Deutschland, Österreich und der Schweiz Länder wie England, Spanien und den Niederlanden angegangen. Hier werden wir von der strategischen Partnerschaft mit der car2go GmbH und der Deutschen Telekom AG profitieren”, sagt myTaxi-Mitgründer Mewes. In Deutschland, Österreich und der Schweiz sieht sich myTaxi bereits als “klarer Marktführer mit 80% Marktanteil bei der Taxivermittlung durch Applikationen”. Neuinvestor Hinrichs sagt: “Der Taximarkt wird sich durch die Digitalisierung der Bestellung nachhaltig verändern. myTaxi hat als kreativer Revolutionär die Möglichkeit, in diesem Milliardenmarkt in Europa eine führende Stellung zu übernehmen”.

Hausbesuch bei myTaxi

Eingehüllt in sanften Fischgeruch befindet sich das Büro von myTaxi direkt am alten Hamburger Fischereihafen. Die hübschen Räume sind rundum verglast, sodass sich keiner verstecken kann. Wie es bei myTaxi aussieht, zeigen wir in unserer Fotogalerie.

ds_mytaxi

Im Fokus: Alle Finanzspritzen und Exits in der Internetbranche gibt es in unserem Deal-Monitor

Artikel zum Thema
* Fünfzehn Fragen an Niclaus Mewes von myTaxi

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Thorsten

    Eine stattliche Summe, würde ich sagen und ein starker Partner. Das Taxigeschäft ist hart und es wird nicht leicht sich da durchzusetzen. Bin mal gespannt wie das weitergeht. Aber die Idee und Umsetzung ist gut. Ob die damit die Taxizentralen aber ablösen bezweifle ich aber noch. Man wird sehen.



  2. jan frei

    Hui. nette Runde. Wobei myTaxi aber auch ein super Service ist, der extrem viel Potential hat. Z.B. könnte man die Bezahlung samt Quittung über die App laufen lassen.
    Tolles, innovatives StartUp. Glückwunsch zur verdient hohen Bewertung.



  3. Rob

    WTF? 10 Mio € für 15%!!!!!!!!!!!

    Ähm ja.. ich glaub ich entsorg mein BWL-Diplom.. den ich hab´ scheinbar absolut keine Ahnung von Wirtschaft..



  4. Stefan

    Glückwunsch! Die Bewertung finde ich auch verdient.



  5. Dieter

    @Rob es gibt Leute die etwas (er)schaffen und BWLer ;-)
    Spass bei Seite. Ich glaube schon, dass einige Potenzial drin steckt, ob es nun knapp 70 Millionen sind muss sich noch zeigen. Jedenfalls glaube ich nicht, dass sich mehr als 1 oder 2 Anbieter auf dem Markt tummeln werden.

  6. Ich finde das Startup durchaus spannend – gerade der Bereich der urbanen Mobilität bietet viele Chancen für die Verbesserung von Effizienzen. Insofern ist es auch als Cleantech-Sicht eine gute Investition und Nachricht.

    Das Gemecker über die Bewertung und das Investment – auch auf anderen Seiten im Web – kann ich nicht nachvollziehen. Da gibt es viele andere Beispiele, die eher Anlass für Gemecker bieten würden…



  7. Stefan Freundlich

    @Rob: Gute Idee. Einsicht ist bekanntlich der erste Schritt.



  8. Investor und Insider

    Technologisch dürfte mytaxi derzeit führend sein, taxi.eu ist von den Funktionen meilenweit hinterher.

    Allerdings ist mir unklar wieso die Taxizentralen nicht selbst ein Gegengewicht aufbauen und selbst eine Alternative anbieten. Ihnen fehlt wahrscheinlich das Geld und das technische Knowhow, aber das gäbe doch ein lustiges Wettrennen.
    Bisher sind 7000 der 180 000 Taxifahrer bei mytaxi dabei, also ist das Spiel noch längst nicht gelaufen.
    Taxizentralen sagen, die Apps seien eine Nische und ohnehin nur für Smartphonenutzer interessant. Klares Zeichen, dass sie den Lauf der Dinge nicht blicken, so wie media markt mit dem online Handel.



  9. Sascha

    Ich finde eine Allianz aus Taxi und Car Sharing macht Sinn. Warum nicht das nächste Auto von Car2go als alternatives Mobilitätsangebot in die TaxiApp integrieren.

    Das jetzt Konzerne wieder in StartUps investieren …. das ist doch voll 97´



  10. Rob

    Ach, ihr kapiert das nicht.. Die haben ein Hinterhofbüro, null Anlagevermögen, absolut keine Mrktbeherrschende Stellung, keinen Markennamen, welche die Bewertung rechtfertigen. Mit 10mio kann “man” selbst neu Gründen und ist innerhalb 2 Jahren Marktführer und hat 100% am Unternehmen.

  11. Pingback: myTaxi bekommt 10 Mio. Euro und expandiert ins Ausland » t3n News



  12. Investor und Insider

    @Rob: So kann nur ein Theoretiker denken.



  13. Dieter

    Rob es ist doch ganz einfach:
    1. Besorg dir die 10 Millionen
    2. Dann machst du auch sowas
    3. Und in 2 Jahren hast du die Kunden (vielleicht, mit einem ganz großen Fragezeichen)
    Aber bis dahin dürfte mytaxi & Co. schon gefühlte 25 Schritte weiter sein.

    Oder ein Investor:
    1. kauft sich ins gemachte Nest ein
    2. hat jetzt schon die Kunden
    3. muss keine 2 Jahre warten
    4. kann wachsen

    Na was wird ein Investor wohl eher unterstützen?
    Und ich hab kein BWL Studium.



  14. Rob

    Dann sind die ganzen Copycats der vergangenen Jahre auch nur theoretisch gegründet worden.

    Das Verhältnis Chance/Risiko ist bei dem Investitionsverhältnis definitiv problematisch, spätestens sobald hier noch andere “Großkopferlte” in den Wettbewerb eintreten.

    Und einen zwangsweisen Winner-takes-it-all-Markt alá ebay/skype und Co. sehe ich auch nicht.

    Na, ich will eigentlich nicht drauf herumhacken und freue mich für die Jungs und Ihr Verhandlungsgeschick.

  15. Pingback: myTaxi bekommt 10 Mio. Euro und expandiert ins Ausland › raaaf.de | rafael alex

  16. Taxizentralen bekommen von Taxifahrern eine monatliche Gebühr von rund 100,00 Euro plus 0,90 € pro vermittelter Fahrt. Die Taxi Apps übernehmen die Vermittlung ohne Grundgebühren und für 0,79 € pro Fahrt.

    Taxifahrer wünschen sich mehr Support von myTaxi, falls etwas schief geht (adresse falsch o.ä.)

    (Hab mich neulich mit einem Taxifahrer dazu unterhalten)



  17. wigger

    man muss ja auch leute haben die es machen, eventuell gab es ja noch mehrere Interessenten. was mich allerdings wundert. ich habe es jetzt im laufe eines jahres glaube ich dreimal probiert, immer wieder neu weil von grösserer reichweite gesprochen wird. es wurde nie eine taxe vermittelt, da ist die abdeckung innhamburg einfach nicht gegeben

  18. Zumindest in Deutschland haben wir jetzt wohl wieder eine ganz, ganz dicke Blase, wenn man sich diese Bewertung anguckt. Vielleicht profitier ich ja noch davon, bevor sie platzt – schön wär’s! ;)



  19. Mike

    Was soll denn der Hype schon wieder. Da haben n paar Kinder ne iPhone App geschrieben, die die Position von Gästen bestimmt. Oh, was für ne Leistung. Wartet mal ab bis myBerlinTaxi, myMünchenTaxi, meinDorfTaxi und CityTaxi an den Start gehen. Dann versteht man erst, dass es keine große Leistung ist n paar funzelige apps in cocoa zu schreiben und dann geht es um harte Bilanzzahlen, Vermarktung, Kooperationspartner und Marktdurchdringung. DANN geht der wahre Kampf erst los. Dann wird sich zeigen wie viel die Typen von myTaxi über Markteintrittsbarrieren in ihrem Businessmodel nachgedacht haben.

    Mit 70 Cent pro Vermittlung sind sie noch weeeeeeeit weg von einem seriösen Businessmodel, welches Werbekosten, Mitarbeiter, Büro selbst finanzieren muss und nicht auf Risikokapital abhängig ist.

  20. Pingback: Linkwertig: SoundCloud, SMS, myTaxi, Rapidshare » netzwertig.com

  21. BTW:
    Die meisten großen Taxizentralen bzw. die Anbieter von deren Software verfügen längst über eigene Apps.

    Allerdings denken diese Taxizentralen nicht über ihren Tellerrand hinaus, so daß oft nur Taxen der einen Zentrale mit der App bestellt werden können.

    So gesehen könnte eine z.B. deutschlandweit nutzbare App Sinn machen.

    Mytaxi wird natürlich nicht derjenige sein, der am Ende übrigbleibt.



  22. Sebastian

    Ich bin mal gespannt wann die ersten Taxi-Lead Affiliates auftauchen (Metaanbieter für lokal fragmentierte Apps der einzelnen Taxizentralen + mytaxi).

    Ich frage mich nebenbei wie die in-App Zahlug ablaufen soll. Fahrtpreis ist vorher nicht bekannt (da selbst wenn die Route in Zukunft angegeben werden muss, der Fahrtpreis von Standzeit (Ampeln, Stau etc.) abhängt und ein Fstpreis ohnhein nur im Mietwagenbetrieb oder ausserhalb des durch die Gebührenordnung betroffene Gebiet zulässig ist). Nach der Fahrt hat der Taxifahrer einen Anreiz den Kunden zur Zahlung in Cash oder einem ec-Gerät zu bewegen, da er sich somit die Provision spart (myhammer Problem ;))



  23. Investor und Insider

    @JMCQ87: Ich denke wir sind jetzt erst am Anfang der Blase, jetzt fangen die Konzerne an zu hohen Bewertungen zu investieren, weil sie denken jetzt “dabei sein zu müssen”.
    Welche Firma baust du gerade, wenn man fragen darf?
    @Sebastian: Anreizprobleme sehe ich keine, denn wenn der Fahrer den Auftrag angenommen hat wird die Provision fällig. Da gibt es keinen Spielraum für Betrug. Außerdem sind 0,79€ weniger als die regulären 0,99€ plus Grundgebühr bei den normalen Taxizentralen.
    Das mit der Metaplattform klingt interessant, ich werde mal ein paar Praktikanten dransetzen.



  24. Mike

    Was viele Startups einfach nicht schnallen: je höher die Bewertung, um so höher das Risiko frühzeitig verkauft zu werden.

    Werden die Umsatzziele nicht erreicht, dürfen sowohl Geschäftsführung als auch Gründer zu einem Drag Along Früh-Verkauf gedrängt werden. Denn eine Downround möchte niemand haben, auch die Gründer nicht. Aber bei 10 mio € Puffer, fällt dies den Gründern natürlich erst ein, nachdem sie ein gigantsiches Büro angemietet, 60 Mitarbeiter eingestellt und nach 12 Monaten bereits 8mio€ verbrannt haben. Man müsse ja auch noch profitabel werden und Umsatzziele erreichen. Damn! Aber unsere App funktioniert toll! Nur dauert es noch 2 Jahre bis jeder ein Smartphone besitzt. Aber wir sind schon nach 12 Monaten fast pleite.

    DANN merken sie erst, dass es vielleicht doch toll wäre, einen Telefonservice anzubieten. Dann merken sie allerdings erst wie teuer eine überregionale Expansion ist. Denn jede Stadt braucht ein Büro und jedes Büro braucht einen Sachbearbeiter, Filialleiter und Sekretär. Und das sind alles Fixkosten! Plötzlich merken sie dass es sich überhaupt nicht rentiert den Service auch in kleinen Gebieten anzubieten. Plötzlich merken sie auch das es Nachfrageschwankungen in einem freien Markt gibt, die Fixkosten aber sehr .. fix sind. Verdammt, wie haben die andere Taxiunternehmen das damals gemacht?

    Plötzlich merken sie auch, dass sie bei Gewinn nicht nur Mwst. bezahlen müssen.

    Plötzlich merken sie das Franz, der Filialleiter in Kleinberndten Gelder veruntreut hat. Man braucht für ein Unternehmen also ein richtiges Rechnungswesen. Nur die Personalkosten…

    Mitlerweile ist die Mitarbeiterahl auf rasante 20 angewachsen, pro Stadt. Plötzlich merkt man, dass die Mitarbeiter auch krank werden und Rechte besitzen, und man also Pufferpersonal benötigt. Dann merkt man aber auch wie teuer gutes Personal ist, denn die Kunden beschweren sich über den schlechten Support der Servicezentrale, sind ja alles Minijobber und die schicken Taxifahrer gerne mal in die irre.

    Alles nicht so einfach ne. Aber, hauptsache eine 70mio € Bewertung. Hoffentlich lassen sich die Mitarbeiter in Optionen bezahlen.

    Mike

  25. @Investor und Insider: Eine Firma, die wohl eher kein “Venture Case” sein wird… aber auch nicht sein soll. ;) – Läuft “nur” nebenher, neben meinem Master.

  26. Pingback: Taxi.de fordert myTaxi heraus – myTaxi startet Mobile Payment :: deutsche-startups.de

  27. Pingback: Disruptive Innovations – MyTaxi tötet den Taxifunk :: deutsche-startups.de

  28. Pingback: Mit der car2go-App Taxis bestellen: Das Potenzial von myTaxi als Plattform » netzwertig.com

  29. Pingback: 8 neue Deals: zalando, mytaxi, roombeats, mysportgroup, CupoNation, Depop, Jetlore, Foodpanda, Janamesa :: deutsche-startups.de

Aktuelle Meldungen

Alle