Wunderkit vs. Asana – Von Bugs, Spam und Preismodellen

Nun ist die geschlossene Beta-Version des schon im Vorfeld mächtig gehypten Wunderkit (www.wunderkit.com) also da. Noch tüchtig buggy, nichtsdestotrotz dominiert das Thema momentan die Twitter-Streams. Die ersten Reaktionen reichen von schierer Begeisterung für […]
Wunderkit vs. Asana – Von Bugs, Spam und Preismodellen

Nun ist die geschlossene Beta-Version des schon im Vorfeld mächtig gehypten Wunderkit (www.wunderkit.com) also da. Noch tüchtig buggy, nichtsdestotrotz dominiert das Thema momentan die Twitter-Streams. Die ersten Reaktionen reichen von schierer Begeisterung für den neuen Dienst von 6Wunderkinder (www.6wunderkinder.com) über ‘bestimmt nützlich’ bis hin zu ‘braucht kein Mensch. Man kommt momentan nur über eine Einladung rein, die aber wohl nicht schwer zu kriegen sind. Allein 19 trudeln in mein Postfach. Jeder der drin ist, ist dann erst mal für 90 Tage Pro-User und soll – falls an diesem Modell nichts mehr geändert wird – danach auf den Gratis-Account mit eingeschränkten Funktionen zurückgestuft werden – oder eben für die Nutzung von Wunderkit zahlen.

Jeder Nutzer kann bei Wunderkit Workspaces anlegen, Projekte bzw. Aufgabenbereiche, in die andere Nutzer zwecks Kollaboration eingeladen werden können. Diese Workspaces können entweder nur für bestimmte Personen freigegeben werden – was bei Business-Projekten in der Regel wohl auch sinnvoll ist. Oder sie können öffentlich zugänglich gemacht werden. Das wäre zum Beispiel dann nützlich, wenn man möglichst viele Personen zu einem Thema brainstormen lassen möchte. Oder zu einem Usability-Test der neuen Website einlädt. Oder… Immer dann eben, wenn nicht nur von bestimmten Personen an einem Projekt gearbeitet werden soll.

Wie bei Twitter oder Facebook kann man anderen Personen – und hier eben auch Projekten = Workspaces – folgen und sich von anderen folgen lassen. Und mit diesen kommunizieren wie bei Facebook oder Twitter. Aber andere können sich eben auch in die Arbeit an Projekten einklinken, wenn sie dazu eingeladen werden oder wenn die Workspaces öffentlich sind.

Das soll übrigens auch laut Netzwertig der spätere Unterschied zwischen Pro- und Gratis-Version werden: “Das geplante Differenzierungsmerkmal: Nur Pro-Anwender können Inhalte in den Arbeitsbereichen anderer Anwender (zu denen sie eingeladen wurden) editieren.”

Abgesehen von den diversen noch vorhandenen Bugs – zum Beispiel erzeugt man oft versehentlich Spam bei Twitter oder verschickt genauso versehentlich und ungefragt Einladungen – machen zwei Punkte skeptisch gegenüber Wunderkit: Man müsste den Dienst schon wirklich aus dem Effeff beherrschen, um sich zu trauen, wichtige geschäftliche Projekte darüber zu bearbeiten. Zu groß wäre sonst die Gefahr, dass versehentlich Personen Einblick bekommen, die nicht zum Team gehören. Und in manchen Fällen könnte das ganz schön heikel werden.

Zum zweiten stört, dass man auf jeden Fall zahlender Nutzer werden muss, um auch nach Ablauf der Testphase noch alle Funktionen nutzen zu können. Selbst kleine Teams können nach der bisherigen Preismodell-Planung nicht gratis alle Funktionen nutzen.

asana

Und mit dem zweiten Kritikpunkt sind wir auch schon bei Asana (www.asana.com), das seit November 2011 live ist. Asana bedeutet Yoga-Position, die gemeinsame Passion seiner Macher. Die Gründer Dustin Moskovitz und Justin Rosenstein, beide früher bei Facebook, wollen Asana zum Standard unter den Projektmanagement-Softwares für Unternehmen machen.

Und die Software hat das Zeug dazu: Extrem intuitiv zu bedienen und sowohl als Web-Tool wie für alle mobilen Geräte verfügbar, ist es wirklich eine ausgewachsene Projektmanagment-Software. Ziele und Meilensteine können gesetzt, die Aufgaben an Personen des Teams verteilt werden. Die Komplexität der einzelnen Projekte kann frei gestaltet werden von einer simplen Aufgabenliste bis hin zu einem wirklich komplexen Projekt.

Bei Asana können bis zu 30-köpfige Teams alle Funktionen gratis nutzen

Und: Asana ist und bleibt in voller Funktionalität für Teams bis zu 30 Personen gratis. Verdient wird an größeren Unternehmen, die auch die Hauptzielgruppe von Asana sind. Aber kleinere Teams können eben gratis von allen Vorteilen dieser mächtigen und trotzdem simpel zu handhabenden Software profitieren.

Nachteil Asanas für deutschsprachige Teams und Unternehmen: Bislang gibt es nur eine englischsprachige Version – kein Wunder bei einem amerikanischen Unternehmen. Aber nur englischsprachig ist Wunderkit ja auch – und das ist eine deutsche Firma.

Elke Fleing aus Hamburg unterstützt Start-ups und SMB bei Positionierung, Kommunikation und Wachstum. Sie wird gerufen als strategische Sparrings-Partnerin, Business-Coach und Workshop-Leiterin. Folgerichtig widmet sie sich auch hier vor allem Tools und Themen, die der Erfolgs-Maximierung von Unternehmen dienen. Außerdem ist sie Texterin und Webdesignerin, Speakerin und Moderatorin bei diversen Business-Events.



  1. Christian

    Wenn es sooo viele Invites für Wunderkit gibt, würde ich mich über einen freuen. ;-)



  2. Thomas

    Der Ansatz von Wunderkit ist ein anderer, es ist kein Business Produkt. Asana, Basecamp und all die vielen anderen Tools fokussieren sich auf Unternehmen, Wunderkit hingegen auf den “User” – der sich privat organisiert.

    Ein ähnlicher Vergleich: Outlook vs. Sparrow

  3. Pingback: Telekom Austria, Samwer, 6Wunderkinder. — mobilbranche.de



  4. Oliver

    Wir selbst nutzen Podio – kann man auch umsonst nutzen (da fehlen dann ein paar Admin Möglichkeiten). Wer sich also für das Thema interessiert, könnte man einen Blick drauf werfen.

  5. Wieso “stört” es denn, dass man für einen Dienst auch als kleines Team zahlen soll? Wieso stört es überhaupt, dass man für einen Dienst, in dem keine 437 Werbebanner aufpoppen, zahlen soll?
    Mir ist doch lieber ich zahle meine paar Euro im Monat und kann deshalb auch davon ausgehen, dass ich auch als kleines Unternehmen die nötige Aufmerksamkeit hinsichtlich Funktionen und Support bekomme, als etwas umsonst zu bekommen, einen dementsprechend überlaufenen Kundensupport zu haben und vom Fokus her ohnehin nicht “in die Masche” passe, da mit den großen Unternehmen Geld verdient wird.

    Wenn etwas gut ist und mir hilft, zahle ich gern dafür. Wenn es mir nicht hilft ignoriere ich es, auch wenn es umsonst ist.
    Dieses “Was? Online? Für Unternehmen? UND ES KOSTET?! FRECHHEIT!” kann ich deshalb 0,0 nachvollziehen.

    Grüße aus Stuttgart,
    Michael

  6. Hallo Elke,

    Wie Du schon geschrieben hast, haben wir die öffentliche Betaphase gerade erst begonnen. Die ersten Bugs sind schon behoben und das Invite-System haben wir ebenfalls überarbeitet. Wir arbeiten so schnell es geht an der Behebung aller auftretenden Problemen, sind dafür aber natürlich auf das Feedback der ersten Beta-Nutzer angewiesen. Das ist auch der Grund, warum wir nach und nach die Leute einladen.

    Thomas hat es bereits gesagt, hinter Wunderkit steckt eine andere Philosophie als bei Asana. Während wir eine Arbeits-Plattform entwickeln, die mit verschiedenen Tools ausgestattet ist, steckt hinter Asana ein einziges Tool.

    Mit den besten Grüßen
    Sebastian von den 6Wunderkindern



  7. Andreas

    Gibt es schon Infos was Wunderkit kostet wird? Pro User? Pro Monat…?

    Die Public-Funktion sollte überarbeitet werden. Da sehe ich ein starkes sicherheits-Risiko. Ich möchte das die Projekte nicht Public werden und nur mein Team rauf kommt.

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  11. Philantroph

    Interessante Idee, aber nur weil die Philosophie anders ist, warum soll nicht auch ein Business-Produkt für private Belange was taugen?

    Die Wollmilch und Eierlegende Sau ist das Projekt auch nicht, so toll die Grafiken etc. auch sind, glaube da wird (mal wieder) eine menge Geld für nix gescheites verballert.

    Trotzdem, viel Glück leute! ;-)

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