
EXKLUSIV Im vergangenen Sommer ging ein Erdbeben durch die deutsche Gründerszene. Der Grund dafür war der bekannte Schauspieler Ashton Kutcher (oben mit Noch-Ehefrau Demi Moore), der gemeinsam mit anderen bekannten Investoren in das damals noch nicht gestartete Berliner Start-up Amen investierte. Die gesamte Szene redete damals über nichts anderes – und auch “Handelsblatt”, Bild” und “BZ Berlin” berichteten über das Investment des Schauspielers (”Two and a Half Men”). Nun steht der deutschen Gründerszene ein neues mediales Erdbeben bevor: Nach Informationen von deutsche-startups.de investiert Kutcher in Gidsy (www.gidsy.com), einen Marktplätze für Aktivitäten, Events und Kurse.
Das Start-up mit Sitz in der deutschen Hauptstadt wurde Ende des vergangenen Jahres von den Brüdern Edial und Floris Dekker, die aus den Niederlanden stammen, sowie Philipp Wassibauer, der aus Österreich stammt, ins Netz gehievt (Foto: unten). Bei Gidsy können Privatpersonen Aktivitäten aller Art inserieren und damit Geld verdienen. Gidsy bekommt im Gegenzug eine Provision in Höhe von 10 %. Zum Start war Gidsy nur in Berlin verfügbar. Inzwischen ist das Start-up auch in New York und Amsterdam aktiv. Auf der englischsprachigen Website bieten verschiedene Anbieter derzeit Aktivitäten wie Shoppingtouren, Coaching-Meetings für Start-ups oder Trabitouren durch Berlin an.
Wo gibt es rund um Berlin Pilze?
“Die Idee zu Gidsy hatten wir, als wir rund um Berlin Schwammerlsuchen wollten, aber nicht wussten, wo wir fündig werden”, sagte Mitgründer Wassibauer gegenüber futurezone. “Uns hat der Zugang zu lokalen Informationen gefehlt.” Mitgründer Edial Dekker erzählte die Geschichte gegenüber VentureBeat wie folgt: “We were looking for someone to go mushroom picking in Berlin because we wanted to make a mushroom risotto and we couldn’t find anyone who could help us with that. That’s when we came up with the idea of Gidsy. How great would it be if anyone could organize a robotics workshop, city walk or cooking class?”
Optisch macht Gidsy einen guten Eindruck: Die Website ist stylisch, die einzelnen Angebote stehen im Mittelpunkt. Allerdings setzt Gidsy dabei auf eine äußerst reduzierte Bildsprache und einen sehr minimalistischen Ansatz, die bei der digitalen Elite in Großstädten vielleicht gut ankommt, bei der breiten Masse, für die lokale und regionale Aktivitäten interessant sein könnten, aber vielleicht nicht. Preislich dürfte Gidsy alle denkbaren Zielgruppen ansprechen. Professionelle oder Hobby-Anbieter, die die Plattform nutzen möchten, müssen für ihre Dienstleistungen mindestens fünf Euro verlangen. Daneben findet man bei Gidsy aber auch viele Angebote für 30, 50 oder weit über 100 Euro.

Mit seiner internationalen Ausrichtung, seinem internationalen Team und der stylischen Ausrichtung passt Gidsy aber auf jeden Fall perfekt nach Berlin. Gidsy gehört somit in eine Reihe mit Start-ups wie 6wunderkinder (www.6wunderkinder.com), Amen (www.getamen.com), ResearchGate (www.researchgate.com), Soudcloud (www.soundcloud.com) und wooga (www.wooga.com), die alle nicht nur ihren Sitz in Berlin haben, sondern das Lebensgefühl der Start-up-Hauptstadt Deutschlands auch widerspiegeln und vorleben. Und auch der Hollywood-Star Kutcher, der ein bekennender Berlin-Fan ist, passt somit perfekt zu Gidsy.
Zunächst finanzierte das Gründertrio Gidsy komplett aus eigener Tasche. Seit Ende des vergangenen Jahres sind dann auch Szenegrößen wie Christophe F. Maire, Amen-Mitgründer Felix Petersen, Matthew Stinchcomb von etsy und Alexander Ljung und Eric Wahlfross, die Gründer von soundcloud bei Gidsy an Bord. Die Gidsy-Unterstützer kennen sich bereits von ihrem Engagement bei Amen. Somit erscheint ein Einstieg des Schauspielers Kutcher fast schon logisch. Zumal Kutcher auch schon in soundCloud investierte. Wer neben Kutcher noch bei Gidsy einsteigt und wie viel Risikokapital das Unternehmen erhält ist bisher unklar. Wahrscheinlich ist aber ein Betrag in Millionenhöhe.

Klar ist aber, dass Kutcher Ende 2011 in Berlin weilte. “Ich bin zu Meetings hier”, sagte er der “Berliner Morgenpost”. Die Hauptstadt-Zeitung sichtete den Schauspieler unter anderem im Szene-Lokal “Grill Royal”, in der “Neuen Odessa Bar” und im angesagten “Soho House”. Vielleicht ging irgendwo dazwischen der Gidsy-Deal über die Bühne. Klar dürfte auch sein, dass der Einstieg von Kutcher ein großes mediales Echo erfahren wird – nicht nur in Deutschland. Man darf gespannt sein, wie die Konkurrenten von Gidsy auf diesen prominenten Unterstützer reagieren werden: In Deutschland zählen Regiondo (www.regiondo.de) und Yasuu (www.yasuu.de) zu den Mitbewerbern von Gidsy. Auf internationalem Parkett wäre ravn (www.ravn.com), ehemals Skyara, zu nennen. Aber was soll`s, ein Hollywoodstar allein macht ein Start-up nicht zum Überflieger.
Update: Neben Ashton Kutcher investieren in dieser Finanzierungsrunde auch Sunstone Capital, Index Ventures, Werner Vogels und Peter Read in Gidsy. Insgesamt erhält das Start-up 1,2 Millionen Dollar. “Since our launch, two months ago, we have seen the platform grow to something very special. We had a few assumptions, but the feedback and activities organized on Gidsy have surpassed all our expectations”, says Edial Dekker, the CEO of Gidsy. “Today is a big day for us, we’re super excited to have some of the best investors in the world backing us.”
Foto: istockphoto
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Kommentare
Check out the video interview TechBerlin did with Gidsy CEO Edial! http://www.techberlin.com/post/11944567215/skype-a-founder-8-edial-dekker-founder-ceo
Kommentar von TechBerlin 13. Januar 2012 @ 18:47Tja, helfen wird er wenig können, eher kein smart sondern dumb money, bei Amen konnte er auch nichts machen, das Ding ist tot! Aber trotzdem herzlichen Glückwunsch, vielleicht hat er mit gidsy mehr Erfolg. Ansonsten eine Folge mehr drehen und er hat alle Investments wieder drinnen :-)
Kommentar von Johannes 13. Januar 2012 @ 20:10„Die gesamte Szene redete damals über nichts anderes“
Kein Grund, es jetzt nicht wieder zu tun, was? Ganz ehrlich – solange niemand weiß, wie sich das Ding entwickelt, who cares, wer da investiert hat?!
Kommentar von nk 13. Januar 2012 @ 22:10Inzwischen ist die Sache offiziell:
Gidsy, a Community Marketplace for Activities Raises $1.2M Seed Investment
Sunstone Capital leads investment in Gidsy together with W. Vogels, Index Capital and A. Kutcher
Gidsy, an online service where people can discover, offer and book unique experiences, announce their seed round investment. The round is led by Sunstone Capital and is joined by Index Capital, Werner Vogels, Peter Read and Ashton Kutcher. The fresh capital will be used to fuel worldwide expansion of the Berlin-based startup.
Kommentar von Alexander Hüsing 13. Januar 2012 @ 22:48Mal sehen ob die mehr mit dem jetzt aufkommenden Interesse anfangen können, als Amen… immerhin scheint es hier sowas wie ein Businessmodel zu geben. Skalierbarkeit und Profitablität ist wohl eher hyptothetisch, auf den ersten Blick, aber schaun wir mal ;)
Kommentar von JMCQ87 14. Januar 2012 @ 01:11Schon wieder ein startup mit failed businessmodel. Kein usp, ein markt ohne eintrittsbarrieren, ein unprofitabler nischenmarkt, keine aussicht auf synergyeffekte, keine expansionsmöglichkeiten wegen fehlender nachfrage und partner, aber jede menge geld und kostenlose werbung.
Na bei dem seed kapital und der üblichen wachstumsburnrate läuft das startup genau 12 monate, bevor das zombie startup, sprich mit einem toten business model, endgültig im grab der schlechten startups versinkt.
Bis zum februar 2013!
Kommentar von Mike 14. Januar 2012 @ 02:36“Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer”, wer will wirklich wissen, was der von Moore gepushte Kutcher macht? Nachhaltigkeit sieht anders aus.
Kommentar von Rob Meyer 14. Januar 2012 @ 10:31Und was heißt “digitale Elite in Großstädten”? Die Redaktion scheint alles nachzuplappern, was sich cool anhört – so wie Kutcher in Szenelokale geht, die er bei Visits abklappert, weil man das eben so macht.
Erstaunlich, dass ihr immer noch nicht die Farben eurer Website geändert habt, damit man eure Posts auch auf Smartphones lesen kann. Dieses Grau vor schwarzem Hintergrund ist nicht zu erkennen. Macht ihr keine Usability Tests? Ich möchte nicht wissen, wieviele Nutzer ihr jeden Tag verliert. Seit Monaten. Also: bitte optimieren. Danke.
Kommentar von Karsten 14. Januar 2012 @ 10:45Nachtrag: der schwarze Hintergrund entsteht übrigens bei der bei Androids äußerst beliebten twitter-app friendfeed.
Kommentar von Karsten 14. Januar 2012 @ 10:53Über 1 Mio. Venture Capital, aber so banale Dinge wie die Impressumspflicht werden links liegen gelassen. In der Größenordnung ist so etwas schwer nachzuvollziehen. Macht mich skeptisch, wünsche aber trotzdem viel Erfolg.
Kommentar von Mathias 14. Januar 2012 @ 13:58Das ganze Konzept gibt es bereits erfolglos unter localguiding.com . Dort seit Monaten keine Ratings. DOA vorprogrammiert. Eventmarktplätze gibt es zu Hauf. Änderung in den dortigen Geschäftspraktiken und schon ist Gidsy Geschichte.
Kommentar von Florian 14. Januar 2012 @ 17:36Ohje, schon wieder ein Site mit dem Namen “Ashton Kutcher” gepusht.
Also wenn dass das einzige Argument für die Seite sein soll, dann gute Nacht (bevor es überhaupt losging).
Kommentar von Dieter 16. Januar 2012 @ 10:56Das Konzept ist bereits auf dem Markt, nicht mit besonders hoher Nachfrage, aber wesentlich besserem Konzept und Nutzer-Vorteil: creative-holiday.de
Kommentar von ChrisD 16. Januar 2012 @ 11:24Was ist hier die Innovation eines Startups?
Wird Gidsy ein Erfolg? http://graph.me/p169467781/q
Kommentar von cwmaster 16. Januar 2012 @ 23:50