
In der aktuellen Börsenpflichtmitteilung von Google findet sich ein spannender Absatz in Bezug auf die Übernahme von DailyDeal (www.dailydeal.de): “In September 2011, we completed the acquisition of Daily Deals GmbH (Daily Deals), a privately-held online commerce deals company, for $114 million in cash”. Der Kaufpreis ist somit niedriger als gedacht: Netzökonom Holger Schmidt schrieb von 150 bis 200 Millionen Dollar, deutsche-startups.de lagen Informationen vor, nach denen der Preis bei rund 180 Millionen Dollar lag. Wobei bei der neuen Zahl offen bleibt, ob nicht noch zusätzlich Geld fließt, wenn in den kommenden Monaten bestimmte Meilensteine erreicht werden.
Mit 114 Millionen Dollar bzw. 81,5 Millionen Euro ist der Verkauf von DailyDeal an Google aber auf jeden Fall einer der wichtigsten deutschen Exits der vergangenen Jahre. Auch wenn das DailyDeal-Team anscheinend ohne Übernahme nur noch wenige Wochen durchgehalten hätte. Maßgelich vorangetrieben wurde DailyDeal vom Berliner Unternehmen Rebate Networks, einem weltweiten Groupon-Netzwerk von Ex-studiVZ-Macher Michael Brehm und dem ehemaligen last.fm-Chef Stefan Glänzer. Anfangs waren zudem auch Klaus Hommels und Oliver Jung bei DailyDeal an Bord. Eine zweistellige Millionensumme sammelte das Start-up in mehreren Finanzierungsrunden insgesamt ein. Noch im Sommer des vergangenen Jahres investierte Insight in DailyDeal.
Heilemann-Brüder hielten rund 27 % der DailyDeal-Anteile
Zuletzt hielten die Heilemann-Brüder Fabian und Ferry, die DailyDeal 2009 gründeten, rund 27 % der DailyDeal-Anteile. Was aber – wie immer – bei solchen Übernahmen nicht bedeutet, dass das Duo auch 27 % von der Übernahmesumme erhält. Liquidation Preference ist dabei nur ein Schlagwort. Im zweiten Quartal dieses Jahres verkaufte DailyDeal nach eigenen Angaben Gutscheine mit einem Gesamtwert von 22,8 Millionen Euro. Im Vergleich zum ersten Quartal ein Plus in Höhe von 45 %. In den ersten drei Monaten dieses Jahres brachte DailyDeal somit Gutscheine mit einem Gesamtwert von 13,3 Millionen Euro an den Mann oder die Frau. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2010 machte das Start-up noch einen Gutscheinumsatz in Höhe von 398.000 Euro. Wie viel von diesem Außenumsatz bei DailyDeal hängenbleibt, ist nicht bekannt. Jetzt ist es an Google die Übernahme von DailyDeal mit Leben zu füllen. Bisher scheint es in Berlin seitdem eher chaotisch zuzugehen.
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Kommentare
24m für customer relationships?
Kommentar von Sascha (Dealkompass.de) 27. Oktober 2011 @ 13:54gibt es irgendwelche angaben, wie viele abonennten dailydeal hat(te)?
@Sascha: Nein, wird es auch nicht geben. ;-)
Kommentar von Michael Hensch 27. Oktober 2011 @ 14:31Ganz ehrlich wundert mich der niedrigere Kaufpreis nicht: Groupon hat in der USA deutlich schlechter abgeschnitten als erwartet und muss laufend seine Zahlen nach unten korrigieren – und, wie auch der Seitenhieb mit “Auch wenn das DailyDeal-Team anscheinend ohne Übernahme nur noch wenige Wochen durchgehalten hätte.” verdeutlicht, ist es ja in Deutschland kaum anders. Bis da ein ordentlicher Revenue kommt, muss Google auch nach der Übernahme noch ordentlich Geld drin versacken lassen.
Kommentar von Hannah 28. Oktober 2011 @ 20:44