
Die Zeit für Les Facettes (www.lesfacettes.de) im Start-up-Radar, unserer umfangreichen Übersicht von Start-ups, die demnächst starten, ist vorbei: Heimlich, still und leise ist die Schmuckmanufaktur von Josef Biller, ehemals Chief Operating Officer bei zalando, Moritz Werner, Michael Dieckmann (Keywords.de) und Emanuel Schleussinger an den Start gegangen. Der Online-Shop, in dem Nutzer Ringe, Ohrringe und Halsketten individuell gestalten können, macht optisch einen edlen Eindruck. Die Navigation ist verständlich und simpel, die Fotos der vielen Schmuckstücke sind einheitlich und ansprechend. Der Konfigurator, mit dem man die Wunschringe und -ketten gestalten kann, ist einfach zu bedienen.
Im Angebot des Münchner Start-ups, dass von Holtzbrinck Ventures (auch an deutsche-startups.de beteiligt) unterstützt wird, finden sich neben Halsketten für 99 Euro auch Ohrringe für 408 Euro und Ringe für 5.275 Euro. Alle Schmuckstücke werden von Hand in Deutschland gefertigt, verspricht die Jungfirma. Zwei bis drei Wochen müssen die Kunden aber auf ihre Bestellungen warten. Versandkosten verlangt Les Facettes keine. Ein Konzept auf das auch das amerikanische Vorbild gemvara (www.gemvara.com) setzt. Bei den hohen Preisen im Schmucksegment sollte Versandkostenfreiheit aber kein Problem sein.
Ende Oktober startet Amoonic
gemvara zeigt wo die Reise für Les Facettes hingehen könnte: Balderton Capital investierte im Frühjahr dieses Jahres gemeinsam mit Highland Capital Partners und Canaan Partners stattliche 15 Millionen US-Dollar in den “online retailer of customer-designed fine jewelry”. Im Jahr zuvor sicherte sich gemvara bereits rund 5 Millionen Risikokapital. Welchen Betrag Holtzbrinck Ventures in das Start-up investierte ist nicht bekannt. Eine pralle Kriegskasse sollte Les Facettes aber schon haben, denn im Schmucksegment ist derzeit viel los: Erst im August investierten unter anderem Moutain Super Angel und Ecommerce Alliance in die Schmuckfabrik Pearlfection (www.pearlfection.de).
Zu den weiteren Konkurrenten im Schmuckbaukastenmarkt gehören beispielsweise Rockberries (www.rockberries.com), Julie&Grace (www.julie-grace.de), und Renesim.com (www.renesim.com). Ende Oktober startet mit Amoonic (www.amoonic.de) zudem ein weiteres interessantes Schmuck-Start-up. “Amoonic ist eine Plattform, auf der der User hochwertigen Echtschmuck individualisieren kann. Man hat die Möglichkeit aus einer Vielzahl von Steinen und Materialien sein Wuschschmuckstück zu kreieren”, teilt das Unternehmen mit. Die Test-Website des Schmuckshopes, der von Sabine Beck und Olga Dick geführt wird, zeigt, dass sich Amoonic und Les Facettes extrem ins Gehege kommen werden.

Für Konkurrenz ist somit gesorgt! Nachteil für Les Facettes: Die meisten Mitstreiter sind alle schon länger im Netz unterwegs und haben somit einen kleinen Vorsprung. Ein Selbstläufer wird Les Facettes sicherlich nicht. Im Hochpreissegment, in dem das Start-up unterwegs ist, ist viel Ausdauer gefragt. Der Markt ist zwar spannend und Unternehmen wie mytheresa (www.mytheresa.com) zeigen, dass das Segment auch lukrativ sein kann, dennoch steht das ganze Segment erst am Anfang. Zumal die Deutschen sich noch daran gewöhnen müssen, für hunderte oder tausende Euro in einem Online-Shop zu bestellen.
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Kommentare
“Schmuckmanufaktur”?? Dass ich nicht lache. Und Zalando ist dann wahrscheinlich eine Manufaktur von rahmengenähten Schuhen? Verarsche pur.
Kommentar von Schaudruff 12. Oktober 2011 @ 13:21Sind schöne Sachen dabei. Nur die Preise sind teilweise echt heftig.
Kommentar von Mandy 12. Oktober 2011 @ 13:21Hm. Kann mir jemand erklären wozu man bei Amoonic alle “Förderer” EU usw. verlinkt? Ich finde sowas immer ein bissl peinlich sieht dann so aus nach ohne deren Kohle hätten wir es nicht geschafft – weil wir eigentlich auch keine Ahnung davon haben was wir machen und ohne externes Geld wäre das eh nicht gegangen – weil wir so ne Schnappsidee nicht mit eigenen Geld finanzieren wollten… – aber an der WHU hat man uns gesagt: “Wer doch ne Marktlücke!” … und einer muss den Job ja machen.
Kommentar von TheRiddler 12. Oktober 2011 @ 15:04“Wäre doch nen Marktlücke”
Kommentar von TheRiddler 12. Oktober 2011 @ 15:05@TheRiddler
Wenn ich richtig informiert bin, muss man diese Logos sogar einbauen. Erinnere mich dunkel an sehr genaue Vorgaben, wie dies umgesetzt werden muss.
Kommentar von Alexander Hüsing 12. Oktober 2011 @ 15:20Google nach les facettes, 1. Platz deutsche Startups, 6. Platz die Site selbst.
Kommentar von Kris Brown 12. Oktober 2011 @ 15:58@TheRiddler
ich denke die worte “Bundesministerium, EU, Universität…” können zumindest am anfang bei einem völlig unbekannten unternehmen zur nötigen seriösität verhelfen und über kauf/ nichtkauf entscheiden.
Also nicht peinlich, sondern stolz sein (gibt ja schlechtere referenzen)
Kommentar von Daniel 12. Oktober 2011 @ 21:46Nach einem ersten Blick bin ich ebenfalls überrascht von den Preisen – sie liegen teilweise deutlich über gängigen Juwelierspreisen. Ob man so Marktlücken nutzt?
Kommentar von Tanja Handl 13. Oktober 2011 @ 14:51@Riddler: Zeugt ja von großem Selbstbewusstsein wenn jemand aus dem Hause LesFacettes (s. Sitz Riddlerstrassem kreativer Name!) es für nötig befindet, potentielle Mitbewerber und private Unis schlecht zu reden – und das noch mit dem Deutsch eines 1.-Klässlers, anstatt schlau genug zu sein, seine eigenen Leistungen und sein eigenes sicherlich spannendes Venture in den Vordergrund zu stellen. Bleibt nur zu hoffe, dass Service und Produkte der Münchner besser sind als deren niveaulose Kommentare
Kommentar von Alex Gründer 13. Oktober 2011 @ 20:51Tanja: Dann muss man sich aber sehr gut auskennen…schmuck ist aber so ein Vertical wo die Preise schlecht oder gar nicht vergleichbar sind.
Kommentar von c 13. Oktober 2011 @ 20:57Diese Schmuckkram wird ne schwarze Zahlen schreiben … so ein absoluter Schwachsinn …
Kommentar von Ingo 16. Oktober 2011 @ 16:18