Boomsegment Online-Supermärkte: Emma Mobil, food.de und Supermarkt.de stehen in den Startlöchern

Es tut sich was im Segment der Online-Supermärkte. In unserem Start-up-Radar, einer Übersicht von Start-ups, die demnächst starten, befinden sich mit Emma-Mobil (www.emma-mobil.de), food.de (www.food.de) und Supermarkt.de (www.supermarkt.de) derzeit gleich drei Start-ups mit […]
Boomsegment Online-Supermärkte: Emma Mobil, food.de und Supermarkt.de stehen in den Startlöchern

Es tut sich was im Segment der Online-Supermärkte. In unserem Start-up-Radar, einer Übersicht von Start-ups, die demnächst starten, befinden sich mit Emma-Mobil (www.emma-mobil.de), food.de (www.food.de) und Supermarkt.de (www.supermarkt.de) derzeit gleich drei Start-ups mit Supermarkt-Konzepten. Emma Mobil postitioniert sich als “deutschlandweites Netzwerk aus Partner-Supermärkten, die gemeinsam ihr Sortiment im Internet anbieten”. Food.de will Onlinern in Berlin ein “Vollsortiment an Produkten” des täglichen Bedarfs zu Supermarktpreisen bieten. Supermarkt.de aus Hamburg verspricht seinen Kunden ebenfalls ein “volles Sortiment, günstige Preise und Lieferung zum Wunschtermin”.

Hinter Supermarkt.de bzw. der Supermarkt.de AG stecken unter anderem Dominik Mühl, ehemals CatCap, und Arne Stock, ansonsten Vorstand bei Portalis. Zu der Aktiengesellschaft gehören unter anderem moebel.de (www.moebel.de), fashion.de (www.fashion.de) und mySport.de (www.mysport.de). Portalis-Vorstandssprecher Robert A. Kabs sitzt im Aufsichtsrat von Supermarkt.de. Bei food.de haben Karsten Schaal (Lemonade Invest) und Christian Fickert, zuletzt Senior Vice President Sales bei Groupon, das Kommando. “Gemeinsam arbeiten wir seit mehreren Jahren an verschiedenen Online-Lösungen für Unternehmen und sind daher von der Herausforderung im Online-Lebensmittelhandel fasziniert. Wir sehen in diesem Marktsegment großes Potenzial mit enormen Wachstumschancen”, teilt das Duo mit. Bei Emma Mobil sind Cedric May und Leonhardt Wille die treibenden Kräfte im Hintergrund.

sek163502

“Während Online-Lebensmittelkäufe in England, Holland und in der Schweiz schon gang und gäbe sind, steckt das Thema hierzulande noch in den Kinderschuhen”, lautet das aktuelle Fazit von Jochen Krisch, der als erster über food.de berichtete. Das Fazit von Nora-Vanessa Wohlert von Gründerszene zum Thema Online-Supermärkte lautete kürzlich: “Alle Versuche in Deutschland das Geschäft mit der Web-Bestellung und der Auslieferung bis an die Haus- oder Wohnungstür zu beleben, gelten bislang jedoch als wenig erfolgreich”. Dennoch scheint in der deutschen Gründerszene die Zeit reif für einen erneuten Versuch. Zumal auch Kaiser’s Tengelmann sich (www.kaisers.biz) in Berlin und München an dem Thema versucht. Warum? Ganz einfach: Der Markt ist gigantisch: Mehr als 150 Milliarden Euro geben die Deutschen im Jahr für Lebensmittel aus. Der Online-Anteil daran ist marginal. In anderen Länder kaufen die Menschen aber bereits stärker Lebensmittel über das Netz ein. So betrug der Marktanteil des Lebensmittelhandels am gesamten Onlinemarkt im vergangenen Jahr in Großbritannien 19 % (siehe Grafik oben). Deutschland ist in dieser Statistik noch Entwicklungsland.

Die größten Herausforderungen für Online-Supermärkte fasste Lutz Preußners vom Lebensmittelshop froodies.de (www.froodies.de) bereits 2010 in einem Interview mit deutsche-startups.de zusammen: “Die Präsentation der Waren halte ich für extrem wichtig, weil die Kunden die Waren im Netz ja nunmal nicht anfassen oder riechen können. Aus diesem Grund haben wir uns für die Aufnahme eigener Produktbilder entschieden. Das war eine Menge Aufwand, aber aus unserer Sicht alternativlos. Der Versand ist sicherlich eine Herausforderung, weil die Warenkörbe so unterschiedlich sind und jede Bestellung individuell verpackt werden muss. Aber auch für verderbliche Waren gibt es entsprechende Verpackungsmaterialien und Kühlmittel, mit denen ein Versand unter Einhaltung der Kühlkette möglich ist”.

ds_supermarkt_shot

froodies, seit 2009 im Markt, wird unter anderem von Sirius Venture und dem High-Tech Gründerfonds unterstützt. Ebenfalls schon länger im Segment Online-Supermärkte vertreten ist Lebensmittel.de (www.lebensmittel.de) aus Hannover. Im Stuttgarter Raum ist Lieferladen.de (www.lieferladen.de) aktiv. Das Unternehmen belifert Stuttgart und Umgebung mit frischen und vor allem regionalen Lebensmitteln. Fakt bleibt, bisher dominiert kein Anbieter den Markt. Das Bestellen von Lebensmitteln über das Netz ist noch längst kein Massenmarkt. Bei entsprechender Logistik und fairen Preisen kann das Segment Online-Supermärkte aber selbst bei niedrigen Margen noch eine Erfolgsgeschichte werden – zumindest in Ballungsgebieten.

Artikel zum Thema
* froodies sammelt Kapital ein
* Amazon testet Lebensmittelverkauf – Start-up froodies mischt mit
* Finanzspritze, Übernahme, Expansion – froodies gibt Gas
* Sehenswert: Lutz Preußners von froodies im Interview
* froodies.de liefert Lebensmittel

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Richard Metzler

    Bei mir um die Ecke hat neulich ein neuer Kaufland aufgemacht. Weil der Netto gleich um die Ecke bis 22 Uhr offen hat und das Kaufland jetzt auch so lange geöffnet ist, hat der Lidl einfach mal mitgezogen und ich habe jetzt 3 Läden in unmittelbarer Laufnähe die Montag bis Freitag jeweils bis 22 Uhr geöffnet haben. Welcher Online Supermarkt kann denn da mithalten?

    In Berlin ist das natürlich von Stadtteil zu Stadtteil sehr unterschiedlich, aber hier kommen dann ja auch noch die vielen Spätkaufs und Imbisse dazu. Eigentlich gibt es ein riesiges Überangebot an Nahrung.



  2. Rob

    Ich glaub´ auch.. es hat seinen Grund, warum das in D bisher nicht funktioniert.. Auch bei mir, innerhalb eines Kilometers 4 verschiedene lokale Anbieter wovon einer bin 22 Uhr auf hat.. und wenn ich was zu essen brauche, dann gleich und nicht erst in 1-2 Tagen.. Und Dönerbuden gibts ja auch noch wie Sand am Meer.

    Außerdem: Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel ist so ziemlich der Umkämpfteste auf der Welt. Das hat auch schon Walmart bitter erkennen müssen. Der Deutsche ist sensibilisiert auf kleine Preise, gerade im Lebensmittelbereich. Die Gesamtmargen sind gering (deutlich unter 10%). Wenn man bedenkt, dass da auch noch Versandkodten hinzukommen, die schnell jenseits der 10€ landen (ich hab noch nie sinnvoll unter 10kg eingekauft) kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das hier mehr als ein Nischenmarkt für spezielle Produkte (z.B. nicht gelistete Produkte) mit hohen Margen werden kann.

    Ok.. Ich bin sicherlich eben auch nicht in der Zielgruppe, kanns mir aber auch nicht vorstellen.

  3. Genau da liegt das Problem:
    In Großstädten gibt es ein Überangebot an Lebensmitteln zu jeder Tageszeit.
    Für das Kaff am Ende der Welt dagegen ist Lieferung mit Kurierdienst zu teuer.

    Aber immerhin treten die neuen Onlineshops mit Konzept und TOP Domainnamen (supermarkt.de, food.de) an den Start.

    Das ist ein ganz anderes Niveau als die ganzen Lieferando/ Lieferheld- Dinger, die im Gegensatz zum Name noch nicht einmal selber liefern, und nur VC verbrennen, und den Endkunde Geld kosten.



  4. Rob

    Ach!! Eins hab´ ich da wohl übersehen. Ich bin eben noch so ein romantischer Unternehmen-aufbauen-und-Erfolge-feiern-Typ..

    Geht wohl eigentlich nur darum einigermaßen ins Geschäft zu kommen und dann nach Möglichkeit an einen Big-Offline-Player zu verschachern..

    Wenn die nur nicht schon alle selbst einen Shop entwickeln..



  5. Thorsten

    Sowas funktioniert nur im höherpreisigen Segment. Son Lieferservice für besonders teure Ware gibt es ja in Düsseldorf z.b. Aber für den Normalo bringt das Ganze Null Vorteile, dafür gibt es zu viele Märkte und so faul kann keiner sein nicht einmal 500m zu gehen. In 500 m habe ich Aldi Nord, Penny, Netto (2mal) und Lidl. 2km etwa noch Aldi Süd, Edeka. 5 Km Real, Metro, weitere Aldi, Lidl Netto usw. Viele haben mittlerweile bis 22 Uhr auf. Ach und da gibt es noch die Tankstellen und Kioske. Sorry wer braucht da wirklich noch so ein total unsinniges Angebot? Günstiger als Aldi & Co. sind die auch nicht. Ich kapiers nicht wo da mein benefit sein soll…



  6. Michael S.

    Immer schön Geld raus hauen. Hauptsache es ist weg. Also ich bin ja echt jemand, der sich bei vielen Konzepten viel Vorstellen kann, aber bei sowas? Da setzt selbst meine Kreativität aus. :)



  7. Deluxe

    ich wäre schon an einer lösung für eine art lebensmittelabo interessiert, da ich sehr einheitlich esse, bzw. man kann sagen ich esse “immer das gleiche”. d.h. ich suche einen service der mir jeden montag anliefert:

    * 2 l alpro soya vanillemilch
    * 10 eier
    * 8 bananen
    * …

    naja aber ich glaube ich gehöre nicht zum mainstream…

  8. Also ich kann mir persönlich gut vorstellen – direkt Online meine Lebensmittel zu bestellen. Für Familien die um Berufsleben stehen und Kinder haben – passt das Konzept. Man hat wenig Zeit und möchte nach der Arbeit nur noch Nachhause chillen und sich um die Kinder kümmern. Desweiteren machen viele Familien in Deutschland – einmal die Woche einen gross Einkauf. Wieso sollte man nicht direkt Online seinen Einkauf tätigen? Sobald die Preise mit Aldi, Penny, Lidl etc. mithalten können und die Versandkosten nicht extrem hoch sind – würde ich bestellen! Und ich kann mir gut vorstellen, dass es viele andere auch tun würden. Das ist aber jeden selber überlassen! ich finde die Idee bzw. das Konzept zwar nicht neu – aber gut! Stellt sich nur die Frage – wie lange ein Versand dauert, wie teuer die Lebensmittel werden und wie frisch das ganze wird.



  9. Winner 2000

    @Rob: Im LEH sind Margen bei den Lebensmitteln selbst eher im niedrigen einstelligen % Bereich.
    Daher machen ALDI / LIDL etc auch soviel Non food weil dort das gute Geld verdient wird.
    Grundsätzlich Lebensmittel nach Hause liefern ist schon ein case, aber die Leute müssen erstmal eine Logistik / Sortimentsaktualität aufbauen die mit den großen mithalten kann, dafür bräuchte es dutzende bis hunderte mio. €. Das wird in Deutschland nicht funktionieren.
    Aber okay – die Millionen an VC die jetzt verballert werden sind ja nicht weg, sondern es hat sie nur ein anderer. Mitarbeiter der Startups durch ihren Verdienst, Entwickler, Logistik Firmen etc. Und schlimm ist das nicht, die Investoren sind Multimillionäre und können das verkraften.



  10. klaus haus

    niemals werde ich das in anspruch nehmen
    wenn ich einkaufen gehe brauche ich die sachen andem tag sprich SOFORT! nicht in paar tagen

    aber schauen wir mal



  11. jonas

    Mal dumm gefragt: wäre ich als kleine Firma/ Großfamilie nicht gut beraten, mit dem Gemüsehändler an der Ecke einen Deal auszumachen, dass ich meine Standardlieferung alle paar Tage automatisch bekomme? Statt dann die Saftorangen per Post durch Deutschland zu verschicken, bleibt die Ware frisch u. der Laden kann sich zudem gegenüber den Supermärkten – die hier in Berlin sehr zahlreich sind u. zumindest in Mitte/P-Berg meist sogar bis 2400 geöffnet haben – differenzieren.



  12. Sascha

    ökologisch unsinnig. Ich lass mir die Gemüse vom regionalen Bauern bringen, den Rest vor Ort. Ich brauche keinen ökologischen Rucksack, den ich mit mir rumtrage. Aber für alle, die mit ihrem Hybrid-SUV zum Einkaufen fahren, werden mit den Ohren schlackern.

  13. gabs vor 11 Jahren schon in Köln/Bonn – netconsum.de (für die ewigkeit erhaltene testberichte hier: http://www.ciao.de/netconsum_de__394974). war dann leider schnell in der Inso… Obs damals einfach zu früh war oder ein immanentes Problem des Geschäftsmodells?

  14. Im Vergleich hat Deutschland die höchste LEH Dichte. An jeder Ecke (mehr oder weniger) kann man Lebensmittel kaufen. Die Öffnungszeiten sind auch sehr gut mittlerweile. Solange man die täglichen Produkte durch einen schnellen Einkauf erledigen kann, wird man sie nicht online bestellen. Der eine oder andere sollte mal über ein Single-Shopping-Dating Modell nachdenken. Ab 18 Uhr stehen immer Mädels und Jungs mit Tiefkühle-Singleeinkauf an der Kasse schlange. Reden dabei nicht miteinander (was sie sicherlich gerne machen würden, aber zu schüchtern sind). Da muss doch was machbar sein?

  15. Es sind auch reichlich Modehäuser, Möbelhäuser, Schuhfachhändler, Baumärkte, Elektrofachhändler vorhanden – aber trotzdem wird im Internet bestellt. Wo ist das Problem? Sobald ich planen kann, was ich z.b. für eine Woche benötige an Lebensmitteln… kann ich auch Online bestellen. Eilige Lebensmittel die ich sofort brauche, kaufe ich natürlich im Supermarkt um die Ecke. In anderen Ländern funktioniert das ganze auch. Nur weil in Deutschland die höchste LEH Dichte vorhanden ist, muss man die Idee und das Konzept nicht direkt schlecht reden. Es muss ja nicht jeder Online bestellen – viele kaufen auch nicht bei ALDI, LIDL etc. ein, sondern fahren lieber 3-4 KM zu Rewe oder Real.

  16. Ich wäre schon ein Verfechter eines Lebensmittel-Abo´s denn manche Dinge braucht man immer. Die Frage bleibt,wer nimmt die Päckchen an!

  17. Pingback: Boomsegment Online-Supermärkte: Emma Mobil, food.de und Supermarkt.de stehen … – deutsche-startups.de » News

  18. Pingback: Boomsegment Online-Supermärkte: Emma Mobil, food.de und Supermarkt.de stehen … – deutsche-startups.de » Infowelle

  19. Pingback: Boomsegment Online-Supermärkte: Emma Mobil, food.de und Supermarkt.de stehen … – deutsche-startups.de » IT-Nachrichten

  20. Pingback: Online Supermarkt wird zum Boom Thema - FOLDEN eMarketing

  21. Pingback: Online Lebensmittel Handel im Wandel - eMarkets.de B2B Handel



  22. Reinhold

    Diese Postversand-Onlinesupermärkte wie froodies hab ich schon ausprobiert..die schaffens entgegen aller Beteuerungen immer noch nicht, die Kühlkette zu einzuhalten – wer will schon Fleisch, das 3 Tage bei 20 Grad unterwegs war?

    Am vielversprechendesten finde ich ja die Anbieter, die regional und lokal aufgestellt sind und selbst liefern.
    Ich wohne in einer ländlichen Region und muss min. 5km zum nächsten Supermarkt fahren – insofern macht die Lieferung bei mir absolut Sinn.

  23. Pingback: Online-Lebensmittelhandel nimmt in Deutschland Fahrt auf | ohne tüte

  24. Pingback: Online Supermärkte auf dem Vormarsch » Discounter Blog

  25. Pingback: Start-up-Barometer 9/2011: Start-up-Radar, Google schluckt DailyDeal, Online-Supermärkte :: deutsche-startups.de

  26. An Netconsum erinnere ich mich auch noch, ebenso an webvan. Trotzdem glaube ich, dass das Modell grundsätzlich funktionieren kann. Insbesondere wenn sich tatsächlich mal durchsetzt, dass die Kühlschränke gewisse Standardlebensmittel automatisch nachbestellen. Unabhängig von geringeren Margen im LEH: Das größe Problem ist wohl die Logistik. Der Nutzen einer Lieferung nach Hause wird arg gemindert, wenn ein großes Zeitfenster für die Anlieferung eingeplant werden muss. Funktioniert vllt besser in lokalen Ballungsgebieten mit einer eigenen Flotte. In Köln gibt es übrigens http://www.bring24.com, die liefern 24/7 und auf Wunsch sogar binnen 1 Stunde (12 Euro Aufpreis). Getestet hab ich es noch nicht, Supermärkte in meiner Nähe haben sechs Tage die Woche bis 00.00 geöffnet.

  27. Pingback: Lebensmittel-Lieferung an die Haustür: supermarkt.de ist online :: deutsche-startups.de

  28. Pingback: Handelskraft – Das E-Commerce und Social-Commerce-Blog - Vorstellungen für 2012 und darüber hinaus

  29. Pingback: Eine der letzten Bastionen des Offline-Handels: Wie Onlinesupermärkten der Durchbruch gelingt » netzwertig.com

Aktuelle Meldungen

Alle