
Die mobile Dienstleistungsvermittlung Gigalocal (www.gigalocal.de) war in den vergangenen Monaten eines der Szenegespräche – dabei war der Ableger der Mini-Jobbörse Gigalo (www.gigalo.de) bisher nicht einmal gestartet. Bereits im April stellten Sebastian Diemer und Alexander Graubner-Müller ihre Idee auf der re:publica in Berlin erstmals der Öffentlichkeit vor. Das Start-up aus dem Hause Hanse Ventures heizte danach das Feuer mit Finanzierungsrunden, dem Einstieg von Heiko Hubertz und Edgar Berger sowie Holtzbrinck Ventures (auch an deutsche-startups.de beteiligt), weiter an. Jetzt wird es endlich Zeit für Taten: Die Dienstleistungsvermittlung geht offiziell an den Start – als “lokale App für iPhone, Android und als Web App”. Zunächst bedient Gigalocal Berlin!
Die Macher beschreiben Gigalocal als “Schwarzes Brett” bzw. als “virtuellen Wunschzettel für unterwegs”. Nutzer können bei Gigalocal kleine Dienstleistungen inserieren, die andere Personen erledigen sollen und können. Als Beispiele nennt das Start-up Minijobs wie “2 Stunden Wohnung aufräumen oder bügeln”, “4h Ikea Regale transportieren und aufbauen” oder “2x 15cm Subway Sandwiches” einkaufen. Die Aufträge heißen bei Gigalocal Gigs. Den Preis für diese Gigs, die alle auf einer ansehnlichen Karte präsentiert werden, können die Nutzer selbst festlegen. “Gigalocal vernetzt Gleichgesinnte vor Ort in Echtzeit. Wer zum Beispiel Unterstützung für eine soziale Aktion sucht, um etwa den Spielplatz im eigenen Viertel zu säubern oder neu in einer Stadt ist und nicht alleine ins Kino gehen möchte, findet mit unserer App sofort Abhilfe“, sagt Gigalocal-Gründer Diemer.
Anbieter und Nachfrager können über die Applikation kostenlos miteinander kommunizieren – entweder per Chat oder über einen verschlüsselten Telefonserver. Neben Privatkunden soll Gigalocal vor allem lokale Geschäfte und Dienstleister ansprechen. “Mit Gigalocal sind die Anbieter so nah an den Bedürfnissen potenzieller Kunden im direkten Umfeld wie nie zuvor und können in Echtzeit darauf reagieren”, glaubt Gigalocal-Mitgründer Graubner-Müller. Die lokalen Dienstleister und Geschäfte sind für Gigalocal extrem wichtig, denn Gigalocal ist komplett kostenlos. “Einen Gig einzustellen kostet keinen Cent. Ebenfalls fallen keine Provisionen an und wir belästigen Dich nicht mit Werbung. Kostenloser gehts nicht”, teilt das Start-up mit. Kostenpflichtige Premium-Partnerschaften mit den Geschäftskunden sollen stattdessen Geld in die Kasse von Gigalocal bringen. Zu den Bezahldiensten zählt unter anderem ein Alert-System, dass “Anbieter benachrichtigt, sobald eine passende Nachfrage eingeht”.
Es bleibt das Henne-Ei-Problem! Das Gigalocal-Konzept kann nur funktionieren, wenn sowohl genügend Anbieter als auch genügend Ausführer dabei mitmachen. Um beide Seiten gleich gut auszubauen, muss die Gigalocal-Crew ordentlich Gas geben. Zumal das in der Internetszene heißgeliebte Smartphone, egal ob iPhone oder Android, von der breiten Masse noch nicht so intensiv genutzt wird, wie es für das Gigalocal-Konzept vielleicht nötig ist. “Um die Zielgruppe zu erweitern, haben wir neben den nativen Apps zusätzlich eine vollfunktionsfähige Webpage erstellt, die die Nutzung von Gigalocal auch ohne Smartphone ermöglicht”, erklärt Mitgründer Diemer.
Zwei Monate Verspätung
Bleibt ein anderer Haken: Eigentlich sollte Gigalocal bereits vor zwei Monaten an den Start gehen. Die entsprechende Pressemitteilung war bereits vorbereitet ebenso eine “offizielle Launch-Party” und eine große Marketingaktion in Berlin. Mehrere Tage wollte das Gigalocal-Team in einem Doppeldeckerbus durch die Hauptstadt touren und die Werbetrommel für seine Minijobbörse rühren. Am angepeilten Starttag im Juni, der nun offiziell zum Testlaunch erklärt wurde, war Gigalocal aber nicht benutzbar. Der mobile Minijobdienst ruckelte beim Test von deutsche-startups.de extrem, die Registrierung funktionierte teilweise nicht und auch die Ortsbestimmung im Netz war fehlerhaft.
Am Ende wurde der Start abgeblasen und Launch-Party und Marketingaktion ebenfalls. Gigalocal-Macher Diemer verweist zum zweiten Starttermin auf eine “von Grund auf neu entwickelte Version”. Und weiter: “Nachdem sich gezeigt hat, dass selbst mit einer rudimentären Alphaversion reale Transaktionen in kurzer Zeit zustande kamen, konsolidierten wir das Userfeedback und konzentrierten uns auf Usabilityoptimierung sowie die Integration einiger neuer Features.” Somit kann es nach diversen Kinderkrankheiten jetzt endlich losgehen für Gigalocal. Nach dem Start in Berlin soll Gigalocal im September in Hamburg starten. Bis zum Jahresende wollen die Hanseaten dann in allen Großstädten vertreten sein.
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Kommentare
Cooles Konzept, freu mich schon wenns in HH endlich losgeht
Kommentar von PeterHH 16. August 2011 @ 11:53Ist ja wirklich schon einiges los in Berlin. Ist auf jeden Fall mal einen Test wert. Sollte die kritische Masse erreicht werden und das Prinzip aufgehen ist dies auf jeden Fall eine sehr coole Idee.
Kommentar von Andreas K. 16. August 2011 @ 12:34Gibt es eigentlich schon Infos wie sich das US-Vorbild Zaarly derzeit schlägt? Würde mich mal interessieren, ob es im US-Markt schon abgeht.
Kommentar von Patrick H 16. August 2011 @ 13:06http://www.gigalocal.de kann ich nicht öffnen. Server-Fehler! Anscheinend habe die immer noch Probleme mit ihrer IT.
Kommentar von Paschi 16. August 2011 @ 16:54Gigalocal… Klasse Startup, klasse Idee!
Kommentar von Mitch 16. August 2011 @ 17:55Wir haben das Problem lokalisieren können. Der Amazon Server is derzeit down. Sobald dieses Problem behoben ist, geht es auch bei uns wieder! Danke weiterhin für Eure Geduld!
Kommentar von Simone 16. August 2011 @ 18:10Einer der Gründe warum ich mich nicht zu sehr auf Cloudservices á la Amazon verlassen würde.
Kommentar von Thorsten 16. August 2011 @ 20:12Stimmt nicht, bleibt mal bei der Wahrheit, Amazon AWS läuft:
Kommentar von Darren 16. August 2011 @ 20:59http://status.aws.amazon.com/#EU_block
Es gab laut eigenen Angaben von Amazon ein Problem mit der Schnittstelle. Daher wurden wir nun auf einen neuen EC2 Server verfrachtet und sind wieder 100% funktionsfähig.
Kommentar von Kevin Waschescio 16. August 2011 @ 21:56Super Idee, super Team. Viel Erfolg beim Launch!
Kommentar von Stephen 17. August 2011 @ 01:04Über die Startschwierigkeiten sollte man großzügig hinwegsehen, gestern morgen hat es doch schon funktioniert, der Ausfall dürfte also auf wenige Stunden beschränkt gewesen sein.
Ich kann gigalocal leider nicht ernst nehmen. Das Konzept stinkt doch irgendwie.
Warum sollte ich von meinem Sofa aus bei jemandem in Auftrag geben, meine Wäsche für 10 Euro aus der Reinigung zu holen, wenn es mich tatsächlich nur 7 Euro kostet. Und spiegelbildlich frage ich mich, warum der Erfüller für 3 Euro Verdienst sein Sofa verlassen sollte, um Wäsche für jemand anderes abzuholen. Mehr als fragwürdig und irgendwie dämlich.
Kommentar von Peterle 17. August 2011 @ 09:59Viel Erfolg!
Kommentar von Nikkki 18. August 2011 @ 10:48