
Im Herzen Berlins, in der Rosa-Luxemburg-Straße, entsteht unter dem Namen Lempa 7 (www.lempa7.com) seit etlichen Monaten eine neue Start-up-Schmiede. Interessant ist das Unternehmen schon deswegen, weil die treibenden Kräfte und Anteilseigner von Lempa 7 Klaus Hommels und Oliver Jung heißen. Das bekannte Investoren-Duo, welches bereits in Firmen wie Skype, spotify und brands4friends investierte, baute mit BrandsAlliance und Group Buying Global zuletzt ein weltweites Shoppingclub- und ein weltweites Groupon-Netzwerk auf. Zum Advisor-Team von Lempa 7 gehören ansonsten Advisor Michael Stünkel und Manu Gupta. Lempa 7 ist laut Eigenbeschreibung “ein junges Consulting-Unternehmen”.
Im Grunde aber ist Lempa 7 mehr als eine Beratungsklitsche, der Name Inkubator bzw. Start-up-Dienstleister passt sicherlich auch. Auf der Lempa 7-Website heißt es weiter: “Wir helfen unseren internationalen Partnern, spannende Webprojekte umzusetzen. Unsere Expertise und unser Fokus liegen auf Internet-Unternehmen insbesondere im eCommerce-Bereich.” Unter Partner sind dann verschiedene BrandsAlliance- und Group Buying Global-Projekte aufgeführt sowie der australische Schuhshop Styletread (www.styletread.com.au). Wie es scheint, soll die Lempa 7-Mannschaft das erfolgreiche hommelsche-jungsche Klon-Konzept von Geschäftsideen, die in anderen Märkten gut funktionieren, weiter ausbauen. Als Geschäftsführer von Lempa 7, welches dabei offenbar als eine Art interner Dienstleister für verschiedene Themen auftritt, wirken Christopher Cederskog, der zuletzt den Mint-Klon Kontoblick aufbaute und Felix Kreyer, ehemals Projektleiter bei McKinsey.

Auf der Website von Lempa 7 ist zudem noch Michael Franzkowiak, der in der Vergangenheit in verschiedenen Funktionen bei Rocket Internet, dem klonenden Inkubator der Samwer-Brüder Alexander, Marc und Oliver, wirkte aufgeführt. Ausgiebige Kopier-Kompetenz ist bei Lempa 7 somit vorhanden. Bleibt die Frage, welche neuen Projekte das Team vorantreibt? In Stellenanzeigen sucht Lempa 7 derzeit nach unzähligen Mitarbeitern – unter anderem Praktikanten in allen denkbaren Sprachen. Besonders interessant ist eine Stellenzeige mit dem Titel “Key Account Manager im Bereich Luxusgastronomie”. Gesucht wird darin ein Mitarbeiter, der die Schnittstelle zwischen Kunden, in diesem Fall “Sternerestaurants weltweit in 100 Städten”, und Lempa 7 bildet. Und weiter: “Als Mitarbeiter in unserer Zentrale im Herzen Berlins ist der KAM direkt verantwortlich für alle Restaurants seiner Stadt.”
Wer jetzt noch ein bisschen weiter stöbert, findet schnell den Namen Gourmeo (www.gourmeo.com). Auf der Website des brandneuen Start-ups aus dem Lempa 7-Universum gibt es noch nicht viel zu sehen. Das Konzept wird mit der kurzen Beschreibung aber klar. Gourmeo adaptiert Savored (www.savored.com), ehemals VillageVines. Nutzer können über die Website einen Tisch in einem Restaurant buchen und erhalten dann einen Rabatt in Höhe von 30 % auf die Gesamtrechnung. Im Grunde ist Gourmeo damit eine Mischung aus Opentable (www.opentable.de) und Groupon (www.groupon.de) – nur ohne Coupons. In Deutschland ist Tablespots (www.tablespots.de), ehemals Cuisini, in diesem Segment bereits aktiv.

Neben dem deutschen Markt nimmt die Gourmeo-Crew aber auch direkt andere Länder ins Visier. Rocket Internet hat es zuletzt mit CityDeal/Groupon vorgemacht, wie man ein Konzept in Windeseile internationalisiert. Und in diese Fußstapfen tritt Lempa 7. Frankreich, China, Russland, Italien, Australien, Großbritannien und Spanien gehören offenbar zu den Ländern, die für Lempa 7 besonders interessant sind. Vermutlich wird auch StylesClub (www.stylesclub.com), ein weiteres Baby aus dem Lempa 7-Imperium, bald in diesen Ländern aufschlagen. In einem kurzem und leider schwer verständlichem Video gibt Mitgründer Maximilian Kempf bei Facebook bereits einige Einblicke in das Fashion-Projekt: Es geht dabei um Social Commerce. StylesClub soll soziale Umfelder und Produktdaten vereinen.
Über die Facebook-App von StylesClub kann bald jeder herausfinden, welche Produkte seine Freunde, Promis und Fachleute empfehlen. Zum Gründerteam gehören neben Kempf noch Malte Schulze und Philipp Mayer. In einer Stellenanzeigen verrät das Trio dies: “Wir konnten mit unser Idee bereits sehr erfolgreiche Investoren (z.B., skype, Facebook, Brands4Friends) aus dem Fashion Bereich gewinnen, die uns ihr Netzwerk zu führenden Brands und Shopping Clubs zur Verfügung stellen.” Und Lempa 7 kümmert sich vermutlich um den Rest. Man darf gespannt sein, wie die Start-up-Werkstatt von Hommels und Jung im Markt aufgenommen wird – vor allem international. Eine neue Copycat-Debatte wird sicherlich folgen!
Artikel zum Thema
* Sehenswert: Klaus Hommels (BrandsAlliance, Group Buying Global) im Interview


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Kommentare
Lempa 7 gibt es doch schon seit ca. einem Jahr. Das ist doch keine Neuigkeit mehr in der Berliner Szene…
Kommentar von Heiko 26. Juli 2011 @ 16:43Das stimmt.
Viel Glück mit Stylesclub, ich bin gespannt!
Kommentar von metoo 26. Juli 2011 @ 21:17Sternerestaurants werden NIEMALS gutscheine anbieten. Nur ein detail. Aber vielleicht sollte man dieses daemliche werbegelaber mal gleich ordentlich gestalten.
Kommentar von rene 26. Juli 2011 @ 21:52@ Gourmeo. Oh my god. das nächste hej -wir-versprechen-dir-viel-halten-wenig startup.
wir wollen keine discounts mehr!!!!
jedes restaurant dass das macht, gibt sich selbst zum abschuss frei.
ich kann jedem gastronomen nur davon abraten, da teilzunehmen. die einzige kuh die dabei fett wird steht im stall von den bauern hommels und jung. (vielleicht machen sie das aber auch nur, um billiger essen gehen zu können)
Kommentar von Petra Panther 26. Juli 2011 @ 22:51Man kann es bald nicht mehr hören/sehen/lesen – Geiz ist geil und ich will billig?! Ich will, nein möchte, vor allen Dingen qualitative Speisen, für die ich dann auch je nach Qualität bereit bin entsprechendes Geld zu zahlen. Die Schraube kennt sonst nur einen Weg: den nach unten. Bin mal gespannt, wann am Markt eine Sättigung eintritt. Prost Mahlzeit!
Kommentar von Anke Neumann 27. Juli 2011 @ 01:46Ich würde sagen, nach Rocket der erste wirklich professionelle Inkubator.
Kommentar von jan 27. Juli 2011 @ 09:38Alle anderen versuchen ja nur Gründer abzuziehen und haben keine wirklich guten Teams. Zumindest deckt lempa7 alles ab.
@heiko: als “alt” Troll solltest Du Dich wieder zu Lachschon.de begeben.
Hi ihr Besserwisser. Ich war gestern im Mint Leaf, einem Sternerestaurant in London, mit Opentable 50% Gutschein essen. Hat wunderbar funktioniert. Also, vielleicht noch 1-2 Jahre und dann werden auch in D Gastronomen über Auslastung, Grenzkosten und Marketing nachdenken. Ich glaube nicht, dass Deutschland eine Insel der Glückseligen ist oder bleibt.
Kommentar von c 27. Juli 2011 @ 10:48@Heiko
ja, Lempa 7 gibt es schon einige Monate. Fakt ist aber auch, dass noch niemand drüber berichtet hat. Deswegen war es an der Zeit für einen Artikel.
Kommentar von Alexander Hüsing 27. Juli 2011 @ 10:53Immer wieder lustig zu sehen, wie hier ein irgendwelche Nobodies Unternehmern, die in kürzester Zeit Companies mit run rates von über 600 Mio. US Dollar hochgezogen haben, die Welt erklären wollen
Kommentar von Thomas Oponeo 27. Juli 2011 @ 11:02Lempa7 – soso…was machen eigentlich Lempa6 und Lempa8….und was zum Henker bedeutet Lempa eigentlich? Auf diese relevanten Fragen findet man im Artikel leider keine Antwort :-)
Kommentar von Frank Z 27. Juli 2011 @ 11:06@Thomas Oponeo
Tschuldigung. Aber Fakt ist, dass Groupon & Co schon das eine oder andere Unternehmen insolvent gemacht haben, mit falschen Versprechungen ahnungslose Gastwirte überrumpelt haben, etc.
Natürlich ist das ne geile Leistung. Fakt ist aber auch, dass Incentives falsch gesetzt sind, wenn eine FIrma Exit-getrieben ist.
Dann ist sie nicht auf eine Win-Win Situation oder auf eine dauerhaftere Partnerbindung aus.
Schau Dir doch mal die Deals bei Groupon allmählich an: Mondpreise als Referenzpreise, Gastro Gastro Gastro… Meinste, das ist noch ne gute Werbung für den Merchant, wenn er immer mit Fotolia Fotos beworben wird.. ?
Kommentar von Petra Panther 27. Juli 2011 @ 11:34So funktioniert aber unsere ganze Economy mein Freund.
Kommentar von Thomas Oponeo 27. Juli 2011 @ 13:19Fakt ist doch viel eher, dass zu einem solchen “Deal” immer zwei gehören.
Wenn irgendein Café mit 20 Sitzen im Prenzlauer Berg Tausende Gutscheine verkauft und sich dann wundert, wenn ganze Hochzeitsgesellschaften eintrudeln und für 5 € frühstücken wollen (true story) dann sind sie selbst Schuld. Es wird ja niemand gezwungen seine Restauration durch Groupon-Deals zu bewerben.
Lieber Herr Oponeo.
Falsch. Die sind nicht selbst schuld. Du gehst davon aus, dass die Betreiber allwissend sind, jeden Deal kennen und das Resultat ihres Deals kennen.
Wenn jemand in was reingequatscht wird gibt es kein Win-Win mehr. Genau das sollte aber Groupon gewährleisten.
Wenn Du Dein Business mit einer “selbst schuld” Mentalität betreibst, magst Du meinetwegen erfolgreich sein, aber behaupte nicht, dass unsere Economy so funktioniert. Es gibt genügend Unternehmer, die noch sowas wie Anstand und Partnerschaftsdenken haben. auch aus eigenem Interesse, weil sie nämlich von einer dauerhaften Partner/ Kundenbeziehung abhängig sind.
Also bitte kein so blödes Gefasel über “so funktioniert unsere ganze Economy”. Danke.
Kommentar von Petra Panther 31. Juli 2011 @ 10:09@Paul Panzer:
Kommentar von Thomas Oponeo 31. Juli 2011 @ 11:34Sie haben grundsätzlich schon Recht, allerdings noch ein paar Anmerkungen:
1. Man ist auch als Café-Betreiber Unternehmer und infolgedessen dazu angehalten ein Risikomanagement zu betreiben
2. Wenn man seine Dienstleistung zu 50% Rabatt verkauft, muss man damit rechnen einen erhöhten Ansturm bewältigen zu müssen
3. Marktrecherche gehört für jeden Unternehmer dazu. Guckt man sich dann an wieviele Deals bei Groupon so “über die Theke gehen” und sieht dass sich das leicht im vierstelligen Bereich bewegt, muss man entsprechend überlegen wie man seinen Deal strukturiert
4. “allwissen sind, jeden Deal kennen und das Resultat ihres Deals kennen.”
Sicher muss man nicht jeden Deal kennen, aber zumindest seinen eigenen und man sollte sich informieren (Marktrecherche Punkt 3) wie vergleichbare Gastro-Deals ablaufen.
5. Ein gewissenhafter Unternehmer recherchiert – bevor er Geschäftsbeziehungen mit Partnern eingeht – im Vorfeld um wen es sich handelt. Wenn man das im falle Groupon Germany macht wird man recht schnell fündig und auch Personen außerhalb der Startup Szene wissen mit welchen Methoden diese Personen mitunter arbeiten können.
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Grundsätzlich nochmal zum deutlich machen: Heutzutage Unternehmer zu sein ist ein knallhartes Unterfangen und man muss sich warm anziehen um bestehen zu können.
Ich bin wirklich voll ihrer Meinung dass man partnerschaftlich und nachhaltige agieren muss, aber man muss eben damit rechnen, dass das Gegenüber nicht so denkt.
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Zum Groupon Modell:
Ich denke die werden noch einige Probleme: Verzögerung Börsengang durch SEC, dann sehr fragwürdige Deals wie die Dr. Dre Kopfhörer und gestern die Matratzen. Immer mehr unseriöse Verkäufer nutzen das als Kanal. Die Dealqualität kann man mE nicht mal über das nä. Jahr kontinuierlich hoch halten, sodass man allen Beteiligten nur wünschen kann, den Absprung schnell genug zu schaffen. Die Millionen sollen sie aber lieber nich in Dollar halten ;-)
Gerade als Gastro-Betreiber sollte man doch “eigentlich” Erfahrung mit Leuten haben, die einem was aufquatschen wollen…
Kommentar von JMCQ87 31. Juli 2011 @ 17:36Lieber Herr Oponeo.
“der gewissenhafte Unternehmer”. In welcher Welt lebst Du denn?
Es gibt auch den gewissenhaften Kunden… der hat sich von den vermeintlichen Expertern der Bank auch viel aufschwatzen lassen. Was nicht okay ist.
Du meinst also, der Restaurantbesitzer sitzt da in seinem Büro, macht Internetrecherche, etc. Der hat doch gar nicht die Zeit dazu. Der Tag ist auch schon so voll genug… Der sieht die Referenzpartner und denkt sich “hej das probier ich mal aus”. Aber genug von Groupon , darum gehts hier auch gar nicht… sonder um gourmeo.
Fakt: Warum sollte das Restaurant dauerhaft die Bindung an Gourmeo unterstützen? Das ist nicht nachhaltig. Das macht nur eine Kuh fett. Die von Gourmeo. DAUERHAFTE Rabatte sind kein gutes Marketing.
Kommentar von Petra Panther 01. August 2011 @ 08:19Ihr vergesst: der Restaurantbesitzer hat in den meisten Fällen keine Ahnung von Internet und Internetmarketing
Kommentar von Petra Panther 01. August 2011 @ 08:21