Shopperella insolvent – Kindermode-Marktplatz am Ende

Traurig, aber wahr: Die Geschichte des Kindermode-Marktplatzes Shopperella (www.shopperella.de) ist (vorerst) vorbei! “Leider musste die Shopperella GmbH aufgrund der negativen geschäftlichen Entwicklung einen Insolvenzantrag stellen. Daher können wir aktuell keine Bestellungen mehr annehmen” […]
Shopperella insolvent – Kindermode-Marktplatz am Ende

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Traurig, aber wahr: Die Geschichte des Kindermode-Marktplatzes Shopperella (www.shopperella.de) ist (vorerst) vorbei! “Leider musste die Shopperella GmbH aufgrund der negativen geschäftlichen Entwicklung einen Insolvenzantrag stellen. Daher können wir aktuell keine Bestellungen mehr annehmen” klebt seit Montag auf der Website des Start-ups. “Wie es nun weitergeht, liegt zum Großteil in den Händen des vorläufigen Insolvenzverwalters”, sagt Mitgründerin Manuela Stoll gegenüber deutsche-startups.de. Im Sommer des vergangenen Jahres trat Shopperella an. Das junge Unternehmen bot zum Start 40 Händlern eine Plattform, um eigene Produkte zu verkaufen. Knapp 6.000 Artikel waren damals online. Zuletzt waren rund 100.000 Artikel im Angebot. Zum Gründerteam gehörte neben Stoll auch Nino Ulsamer, der zuvor das Dienstleistungsunternehmen Wevade gegründet hat.

Unterstützung erhielten die Kölner von den Macherinnen der Mütterplattform Netmoms. Gründerin Tanja von Waldeck und Shopperella-Macherin Stoll kennen sich aus McKinsey-Zeiten. Zum Gesellschafterkreis von Shopperella gehört zudem der ehemalige VZ-Mann und netmoms-Investor Michael Brehm, dessen Online-Drogerie AllesAnna kürzlich ebenfalls scheiterte. Inklusive der Gründer wirkten bei Shopperella zuletzt 10 Mitarbeiter. Plus nochmal so viele Werkstudenten. Und woran ist der Marktplatz für Kindermode letztendlich gescheitert? “Wir haben uns verschätzt, was die Attraktivität des Baby-Segments und des Marktplatzmodells angeht”, sagt Mitgründerin Stoll. “Eltern wollen sicherlich gute Qualität für ihre Kinder kaufen, achten aber gleichzeitig trotzdem stark auf den Preis. Die große Auswahl bei uns konnte daher die Preissensitivität nicht wettmachen.”

Außerdem sei das Marketing noch komplexer gewesen, als gedacht. Wenn man keinerlei Kontrolle über das Sortiment und den Preis habe, könne sich quasi alles minütlich ändern. “Was insbesondere bei SEM und SEO schnell kostspielige Auswirkungen hat, wenn man nicht schnell genug gegensteuern kann”, sagt Stoll. Das Shopperella-Konzept litt zudem – ebenso wie andere gescheiterte Marktplätze – unter den mehrfach anfallenden Versandkosten: Wer als Nutzer lustig drauflos shoppt und verschiedene Produkte in einen Warenkorb legt, erwartet am Ende des Bestellprozesses nicht das grausige Ende in Form von Versandkosten für jeden einzelnen Händler.

Das Fazit der Gründerin lauetet dementsprechend: “Marktplätze machen nur dann Sinn, wenn man entweder Ware anbieten kann, die es sonst fast nirgends zu kaufen gibt, oder wenn man die Logistik der Händler bündeln kann, so wie Amazon mit seinem Fulfillment by Amazon. Alle anderen Modelle halte ich nach unserer Erfahrung für schwierig”. Mit dem Verkauf von eigenen Produkten haben die Rheinländer dagegen gute Erfahrungen gemacht: “Mit nur wenigen Artikeln, die wir direkt über unseren eigenen Händler-Account verkauft haben und für die wir daher die Preise selbst setzen konnten, haben wie bereis in kürzester Zeit fast 20 % des Umsatzes erwirtschaftet”. Das Aus innerhalb eines Jahres mit wildem Start, großen Plänen und Fernsehwerbung wirft allerdings kein gutes Licht auf die finanzielle Ausstattung des Jungunternehmens. Und scheint darauf zu deuten, dass andere Investoren das Konzept nicht unterstützen wollten. “Wir haben sehr hart gearbeitet”, lautet das Schlusswort von Gründerin Stoll. Funktioniert hat das Konzept leider nicht.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Hi,

    das finde ich einfach nur schade. Aber wohl (fast) normal bei solch großen Teams. Man sollte Startups und Seiten eben doch über die Zeit reifen lassen und nicht von 0 auf 100 wollen, sofort in die Werbung gehen und und und. Die ganze Entwicklung ist derzeit leider so und so werden am Ende wohl doch (meist) nur die “alten” überleben.

    Greetz Jens



  2. Burgkemnitz

    Nochmal zurück auf Start und “Kopf schlägt Kapital” lesen.

  3. Schade, dass es Shoperella nicht mher gibt. War eine tolle Idee mit einem guten Angebot. Ich wünsche den Gründern und ihren Mitarbeitern alles Gute für die Zukunft!

    Beste Grüße,
    Tanja Handl von TimeTac

  4. Pingback: Pleitegeier erfasst Marktplatz Shoperella und Online Dorgerie AllesAnna. Warum? » shop-optimieren



  5. Kai

    Es ist für mich einfach unfassbar unverständlich warum sich noch niemand an das Thema:
    Mehrere Shopanbieter, eine Plattform rangetraut haben.

    Das Potential eines solchen Systems wäre so immens groß, aber keine Softwareschmiede scheint es auf dem Radar zu haben.

  6. Schade um die schöne Idee – ich fand das Konzept und die Umsetzung sehr gelungen. Aber die Problematik mit den multiplen Versandkosten sollte doch von Anfang an klar gewesen sein, oder?

    Ich drücke Nino die Daumen, dass er bald wieder eine gute Idee hat und diese auch zügig umsetzt.

  7. @Christian

    Das Versandkosten-Problem sollte von Anfang an klar gewesen sein. Vielleicht hatten alle die Hoffnung, dass zahlungskräftige Eltern diese bittere Pille schlucken würden.

  8. Sehr Schade, dass es nicht geklappt hat.

  9. @Kai, Stylight funktioniert ja anscheinend. Vllt. gab es einfach nur Probleme in der Umsetzung einer stringenten Online Marketing Strategie. Trotzdem schade, dass solch ein schönes Konzept nicht klappt.

    Beste Grüße, Sebastian

  10. Es ist sehr bedauerlich das Shopperella insolvent ist. Das Konzept war vielversprechend und die Konditionen für Händler interessant. Ich war kurz davor unseren Onlineshop für Kindermode bei Shopperella anzumelden. Das Problem war wahrscheinlich wirklich das hier zuviel auf einmal gewollt wurde. Ich war immer wieder erstaunt auf welchen Kanälen überall Werbung geschaltet wurde. Ich hoffe das hier nicht zuviele Gläubiger betroffen sind.

  11. „Ich war immer wieder erstaunt auf welchen Kanälen überall Werbung geschaltet wurde.“

    Leider nicht auf den Kanälen, in denen sie sich mit ihrem Projekt bewegt haben…



  12. Benjamin

    Read at @wadhwa: “Funny thing is that they have a special word for failure in Silicon Valley: “Pivoting”. That is how acceptable failure is.”
    Viel Erfolg beim nächsten Projekt!

  13. Wir standen auch kurz davor mit Shoparella zu kooperieren. Wirklich schade denn ansich hatte wie Webseite und auch die Unterlagen etc. wirklich “Hand und Fuss”. Über Fernsehwerbung lässt sich sicherlich streiten ob das der effizinteste Kanal für ein Startup ist – ich denke nicht aber wenn die Zahlen ansonsten gut gewesen wären wäre es ja bestimmt auch weiter gegangen. Interessant wäre natürlich was alles in den Online Marketing Bereichen gemacht wurde – zugegeben für Marktplätze ist das eine nicht ganz einfache Disziplin – aber dennoch lösbar. Schade um Shoparella!



  14. Robert C. Mendez

    Ich habe das Projekt beobachtet über mehrere Monate hinweg. Ich denke das die Maßnahmen im Bezug auf Marketing, SEO/SEM stark fehlgesteuert waren. Da wäre noch viel mehr gegangen. Schade….

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