
In den Wettkampf der Zimmervermittler kommt immer mehr Schwung: Wie “TechCrunch” berichtet sammelte Wimdu (www.wimdu.com), der airbnb-Klon aus dem Hause Rocket Internet, stattliche 90 Millionen US-Dollar ein. Zitat: “The capital injection comes from European investors Kinnevik and the infamous Samwer brothers’ Rocket Internet”. Die Finanzierungsrunde und besonders die enorme Höhe dürften vor allen aus PR-technischen Gründen an die breite Öffentlichkeit gelangt sein. Nach eigenen Angaben sind bei den diversen Wimdu-Ablegern in aller Welt inzwischen 10.000 Zimmer bzw. Wohnungen verzeichnet. Das Start-up unterhält mittlerweile 15 Büros und beschäftigt 400 Mitarbeiter. Stattlich für ein Unternehmen, dass sich Anfang April erstmals der Öffentlichkeit präsentierte. Immer mehr wird deutlich, dass Rocket Internet Wimdu nach demselben Konzept ausrollen wie CityDeal. Den Gutscheindienst führte die Rocket-Crew um die Samwer-Brüder Alexander, Marc und Oliver innerhalb von wenigen Monaten von Null auf Exit.
Bereits Anfang Mai verkündete Qype-Gründer Stephan Uhrenbacher, der seit wenigen Wochen die Zimmervermittlung 9flats.com (www.9flats.com) betreibt, in gerade einmal 69 Zeichen den Abschluss einer Finanzierungsrunde für sein neues Start-up: “9flats raised a major round from US VCs. Details to follow next week.” Der US-Investor Redpoint Ventures und Altgesellschafter eventure statteten das Hamburger Start-up mit beachtlichen 10 Millionen US-Dollar aus. Die Kapitalspritze für Wimdu wird nun zwar später öffentlich, soll aber bereits vor der Verkündung der 9flats.com-Runde über die Bühne gegangen sein. Die Macher von airbnb (www.airbnb.com), die kürzlich die kleine deutsche Plattform Accoleo übernommen haben, dürfte diese Finanzierungsrunde erneut in Rage versetzen. Erst vor wenigen Tagen schrieb das Unternehmen seinen Nutzern eine bitterböse Mail und warnte vor den Taktiken der Kopien: “A new type of scam has been brought to our attention: Airbnb clones posing as competition. We’ve discovered that these scam artists have a history of copying a website, aggressively poaching from their community, then attempting to sell the company back to the original”.
Kunden beschweren sich über Wimdu
Die Aggressivität, mit der vor allem Wimdu im Markt agiert, führt aber auch zu Problemen! So findet mal bei Facebook zahlreiche Nutzer, die sich über nicht bestätigte oder abgelehnte Buchungen beschweren. Auch Vermieter beschweren sich inzwischen lautstark über Gäste, die mit Gutscheinen gebucht hatten, die Wimdu ausgiebig verteilt, aber nicht erschienen seien. Erinnert an die Anfangszeiten von CityDeal, als das Unternehmen Starbucks-Gutscheine kaufte und diese für einen Euro unter Volk brachte. Fazit damals: Viel Rummel, viel Chaos und etliche enttäuschte Kunden. Langfristig hat diese Marketingaktion CityDeal jedoch nicht geschadet. Bei Wimdu könnte es anders sein: Zum einen ist die Konkurrenz groß und mit reichtlich Kapital ausgestattet, zum anderen ist die Ware, sprich Zimmer, limitiert. Wer als Mieter oder Vermieter bei einer Plattform schlechte Erfahrungen gemacht hat, geht halt zur Konkurrenz.
Zumindest in einer Sache sind die Wimdu-Macher schon vorsichtiger geworden. Die Worte “Concept featured on: CNN und The New York Times” und “Will be featured on Groupon soon”, mit denen Wimdu schon seit dem Start warb, sich von der Homepage verschwunden. Und auch die komisch anmutende Betreibergesellschaft aus Peking ist aus dem Impressum verschwunden. Der deutsche Ableger wird nun von der Berliner Wimdu GmbH betrieben. Ähnlich sieht es bei anderen Landesablegern aus. Die deutsche Gründerszene darf sich in den kommenden Wochen und Monaten weiter auf einen spannenden Wettbewerb um die privaten Zimmer im Lande freuen. Und auf einen spannenden weltweiten Wettkampf.
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Artikel zum Thema
* airbnb übernimmt Accoleo und eröffnet Büro in Hamburg
* Finanzspritze aus Übersee: 9flats.com sammelt Kapital in den USA ein
* Wimdu vs. airbnb vs. 9flats.com – Wimdu fordert airbnb und 9flats.com heraus


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Kommentare
15 Büros weltweit, 400 Mitarbeiter? Fuck, das soll mal einer nachmachen. Wahrhaftige Meister :-) Klar, Geld macht vieles möglich, aber trotzdem…
Comment by HejaBVB 15. Juni 2011 @ 10:24Nunja, wenn man bedenkt, dass man 90 Mio im Rücken hat, ist Expansion sehr einfach. Aber im Endeffekt wird airbnb gewinnen.
Kommentar von Andreas Otterstein 15. Juni 2011 @ 10:32Inzwischen gibt es auch eine offizielle PM!
“Wir freuen uns sehr, mit einigen der bekanntesten Investoren Europas zusammenarbeiten zu können”, so Arne Bleckwenn, Global CEO und Mitgründer von Wimdu. “Vor allem in Hinblick auf unsere internationale Strategie erlaubt uns dies, auf ein weltweites Netzwerk und länderspezifisches Know-How zurückzugreifen und somit noch mehr Fahrtwind aufnehmen zu können”, fügt Russell Foldman, Leiter der USA-Dependance von Wimdu, hinzu.
Kommentar von Alexander Hüsing 15. Juni 2011 @ 10:53Holy cow, soviel VC hatten die Samwers doch noch nie in einer Company!? WOW! Jetzt sind die ähnlich kapitalisiert wie airbnb, aber vom Team wesentlich besser aufgestellt. Samwers haben 12 Jahre höchsterfolgreich Erfahrung gesammelt, der airbnb-Macher dagegen ist noch nicht so lange dabei und die peinliche Detektiv-Mail-Aktion zeigt auch, dass er noch einiges lernen muss.
Die Samwers haben jedenfalls momentan ein teuflisches Portfolio: Groupon (10% Anteil), zalando, wimdu — Die Milliarde ist ein greifbarer Nähe!!
WOOOWW!!!!
Comment by Burgkemnitz 15. Juni 2011 @ 11:13Die Finanzierungssumme stimmt garantiert nicht. Die Runde liegt bei nur $10 Millionen. Das ist wohl ein Scherz von der Rocket Internet PR-Abteilung von $90
Comment by Nikkki 15. Juni 2011 @ 14:01Millionen zu sprechen.
Ich denke mal, je nachdem wie der Börsengang ausgeht, wird es dieses Mal keinen Exit geben.
Wenn Wimdu massiv Airbnb User angeht, spricht das dafür, dass sie es gar nicht auf eine Akquise abgesehen haben. Man akquiriert ja eigentlich nur Dubletten.
Denn was fehlt den Samwers jetzt zum Ruhm? Ein Börsengang! (Wobei man sagen muss, dass es einfacher ist, wenn man verkauft und den Börsengang & Co jemand anders machen lässt.. potentiell steht man ja mit nem halben Fuß im Gefängnis.. )
Comment by Petra Panther 15. Juni 2011 @ 14:08@Petra Panther: Welchen Börsengang sprichst du an? Wenn die Samwers wirklich einen Börsengang anstreben sollten, dann doch lieber für zalando.
Comment by Burgkemnitz 15. Juni 2011 @ 14:43Das einzige was die anstreben ist, das airbnb Milliarden von Investoren einsammelt (bei der aktuellen Blase in den USA wohl ein Kinderspiel) und dann wimdu kauft.
Comment by Dieter 15. Juni 2011 @ 16:17Die 90 Millionen dienen nur dazu das ding künstlich aufzublasen.
Aber Respekt an die Samwers: sie machen schließlich Geld damit und irgendjemand kauft es ja anscheinend.
“aller Welt inzwischen 10.000 Zimmer bzw. Wohnungen verzeichnet” – Ich gebe demjenigen 90 Millionen Dollar, der mich davon überzeugt, dass mehr als 5% der angebotenen Zimmer wirklich aus freien Stücken und von realen Personen (vom Gewinnspiel sind wimdu Mitarbeiter ausgeschlossen) angeboten werden. Wer zum Beispiel über Wimdu nach einem idyllischen Angebot in Köln sucht, findet unmittelbar einzigartige und unverwechselbare Appartments mit klangvollen Namen wie B12,C1,C2,C². ber Wimdu läuft bis zum jetzigen Zeitpunkt 0,0. Wer sich die Seite länger als 2 Minuten und abseits der Oberfläche anguckt, erkennt die kleinen Wölkchen von einem riesen Luftschloß. Das Geld wird sich seinen Weg schlagen, der Plan wird gut durchdacht sein, Airbnb und 9flats können nur darauf hoffen, dass Leidenschaft und die Überzeugung, wirklich noch was bewegen zu können, einen Wert haben.
Comment by Bob 15. Juni 2011 @ 17:54HAHAHA Geil! und wieder einmal Hut ab vor den Jungs :-)
Comment by TOM! Neumann 15. Juni 2011 @ 18:32Falls man wirklich dort buchen sollte, auch auf den Preis achten!
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Bsp. Berlin
Sortieren nach Preis, teuerste Angebote ansehen.
1)
Wer: Michael Karp
Was: Penthouse at Potsdamer Platz Square
Personen: 9
Bedrooms: 3
Preis: 573 $
Quadrat: 150
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2)
Wer: feels-like-home
Was: Luxuriöses und elegantes 3 Zimmer Apartment
Personen: 7
Bedrooms: 1
Preis: 608 $
Quadrat: 150
Fotos sind absolut identisch.
Comment by Burgkemnitz 15. Juni 2011 @ 18:37Hier zu Köln: Das ist alles das boardinghaus. 1 zu 1 ins Angebot übernommen.
http://www.boardinghome.de/
Interessant wäre jetzt zu wissen, ob die auch was von Ihrem Glück wissen. Inseratstext steht wortwörtlich auf der Webseite. Inhaber ist bei wimdu niemand angegeben.
Großes Kino ;)
Comment by Anna 15. Juni 2011 @ 19:52Schluss damit.
Comment by Boby 15. Juni 2011 @ 22:24Bitte keine neue Blase.
Ich würde mich freuen falls die Samwers kein Exit-Partner finden. Amazon und Airbnb wissen wie man internationalisiert und brauchen kein Partner der nur rote Zahlen schreibt und nur am Exit denkt.
Ihr habt noch einen Anbieter vergessen: http://gloveler.com/. Was ist denn aus denen geworden?
Comment by Benedict 16. Juni 2011 @ 15:36Guter Hinweis Benedict. Die absolute Härte ist ja, dass gloveler afaik schon seit 2007/2008 am Markt ist, d.h. sogar vor airbnb, also first mover war.
Comment by Burgkemnitz 16. Juni 2011 @ 16:04.
Wahrscheinlich war damals die Zeit noch nicht reif für solche Modelle, und für die derzeitigen Bewertungen erst recht nicht.
Noch einige Details zur Finanzspritze:
“Investment AB Kinnevik publ. (“Kinnevik”) today announced that it has invested EUR 25 million in the travel marketplace company Wimdu.”
“In addition to the EUR 25 million now invested, Kinnevik has warrants to double its investment in Wimdu to a total of EUR 50 million.”
Somit stammen 70 Millionen US-Dollar der verkündeten Kapitalrunde von Kinnevik. Die restlichen 20 stammen somit von Rocket.
Kommentar von Alexander Hüsing 17. Juni 2011 @ 08:10bzgl. gloveler u.a. die “unter gegangen” sind…es ist nie das Konzept, es ist immer das Team.
Comment by A-Team 17. Juni 2011 @ 15:15