Werbeschlacht der Lieferdienste: Lieferando startet Plakatkampagne

Im Wettstreit der Lieferdienste zündet Lieferando (www.lieferando.de) die nächste Stufe in Sachen Werbeschlacht. Der Berliner Essensvermittler setzt nach TV-Werbung, die im März zunächst auf dem männerlastigen Sender DMAX lief, nun auf Plakatwerbung (siehe […]
Werbeschlacht der Lieferdienste: Lieferando startet Plakatkampagne

ds_lieferando_poster

Im Wettstreit der Lieferdienste zündet Lieferando (www.lieferando.de) die nächste Stufe in Sachen Werbeschlacht. Der Berliner Essensvermittler setzt nach TV-Werbung, die im März zunächst auf dem männerlastigen Sender DMAX lief, nun auf Plakatwerbung (siehe oben). Die rote Plakatkampagne mit dem Wörtchen “Hunger???” als Hingucker wird zunächst in Hamburg, Berlin, München und Köln plakatiert. Über 600 Flächen hat Lieferando dafür beim Außenwerber Ströer gebucht. Das Mediabudget liegt nach Unternehmensangaben im sechsstelligen Bereich. Einige Elemente der TV-Werbung, unter anderem Fotos von verschiedenen Speisen und der Slogan “Hier wird Essen bestellt” tauchen auch in der Plakatkampagne wieder auf. Auf Gutscheincodes oder andere Anreize, den Essensvermittler auszuprobieren, haben die Hauptstädter, die inzwischen auch Gewinnspiele bei ProSieben – beispielsweise bei “Galileo” und “taff” sponsern -, dagegen verzichtet.

Mitbewerber Lieferheld.de (www.lieferheld.de) setzte in Sachen Werbung bisher auf Printwerbung: Zunächst erschienen die ansprechenden Printanzeigen von Lieferheld – mit dem riesigen Slogan “Hunger?” als Blickfang – in der bekannten Programmzeitschrift “TV Direkt”, die mit einer Auflage von zuletzt rund 1,2 Millionen verkauften Expemplaren zu den Schwergewichten im deutschen TV-Hefte-Segment gehört. Einseitige Anzeigen in der 14-tägigenen Fernsehzeitschrift aus dem Gong-Verlag gibt es lautet Preisliste ab 16.600 Euro. Außerdem warb Lieferheld.de im Stadtmagazin “030?. Im Berliner Stadtmagazin kosten farbige Anzeigenseiten 4.100 Euro. Den Lesern der Zeitschriften, die sich über einen Gutscheincode anmelden, der in der Anzeige genannt wird, spendiert Lieferheld.de ein Guthaben von 2 Euro. Ganz neu ist die TV-Kampagne von Lieferheld.de (siehe oben), wie Lieferheld.de-Gründer Fabian Siegel vor einigen Tagen im Interview mit deutsche-startups.de verriet.

Momentan läuft der TV-Spot auf einigen Spartenkanälen. Die Kampagne aber schon bakd auf reichweitenstärkere Sender ausgeweitet werden. Als kleine Inspiration für den Lieferheld.de-Spot diente wohl auch der Spot (siehe oben) von eat-star (www.eat-star.de), der bereits im vergangenen Jahr auf DMAX, Motorvision, Sky, VIVA und MTV lief. Erdacht wurde der knackige, kleine Werbeclip, der das Konzept von eat-star erklärt, von der Agentur Gorilla Screen. Insgesamt haben die Spots von Lieferando , Lieferheld.de und eat-star aber alle einen ähnlichen Aufbau: Es geht um das Thema Essen Online bestellen, die Auswahl auf den Plattformen und Vorteile wie bargeldlose Zahlung. Abgesehen von den TV-Spots sind aber vor allem die anderen Werbeaktivitäten der neuen Essensvermittler, die alle Pizza.de (www.pizza.de) vom Thron stoßen wollen, spannend: Denn Plakat- und Printwerbung sind interessante Wege, um neue Zielgruppen für das Boomthema Essen Online bestellen zu gewinnen. Nur wenn den Start-up dies gelingt, wird der Griff nach der Marktführerschaft funktionieren.

Im Fokus: Weitere lesenswerte Artikel zum aktuellen Wettstreit der Lieferdienste gibt es in unserem unserem großen Themenschwerpunkt Lieferdienste

Artikel zum Thema
* Start-up-Spot: Lieferando
* Alles nur geklaut? Der harte Wettkampf der Lieferdienste
* Lieferando sichert sich Millionenfinanzierung
* Lieferando dockt bei Qype an

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. qnap

    Also je mehr ich mich mit diesen Lieferdiensten beschäftige, desto weniger verstehe ich den Sinn dieser Dienste. Ist das jetzt so eine Art “Branchenbuch für Lieferservices”, ein “Service für Sammelabrechnung” oder was genau? Warum sollte ich über diese Dienste mein Essen bestellen anstatt direkt bei den Lieferservices anzurufen, bei denen ich sowieso schon immer bestelle? Entweder bin ich zu blöd, aber die “Geschäftsidee” ist mir ziemlich suspekt…

  2. @qnap

    Was heißt suspekt? Pizza.de ist in diesem Segment sehr erfolgreich unterwegs. Wer einen Lieblingsladen hat, bestellt dort vielleicht gerne per Telefon. Wenn aber kein Flyer zur Hand ist und man gerne andere Sachen ausprobiert, ist eine Bestellung über das Internet doch sehr angenehm!



  3. Miguel

    @qnap
    Ich habe, angeregt durch Deinen Kommentar, für mich überlegt, ob und warum ich einer der unzähligen Bestelldienste nutzen würde:

    Für mich stellt dies einen Service dar, den ich vielleicht in einer fremden Statt nutzen würde, um mir schnell einen Überblick zu schaffen, wer was wo an Speisen etc. ausliefert.

    In der eigenen Stadt kommen für mich eine Hand voll Lieferanten in Frage, dafür brauche ich die Webseiten nicht.

    Auch bezahlen würde ich nie über die Lieferverzeichnisse – zum einen bekommt der/die Fahrer/in ein Trinkgeld, zum anderen nehme ich die “Ware” erst in Augenschein, dann folgt die Kohle.

    Außerdem, wie von vielen anderen zuvor bereits erwähnt, ist es mir wichtig, per Telefon meine Sonderwünsche (“Currywurst bitte diesmal mit Weissgold belegen”) zu kommunizieren und das direkte Feedback (“Sorry, wir haben nur Rotgold heute…”) des Lieferdienstes zu bekommen.

    Damit sehe ich eigentlich nur den einen UseCase (LieferantenVZ) und darum denke ich, ist die Geschäftsidee in der Tat wie Analog-Gouda – wenn er erhitzt wird, wirft er blasen. Kalt schmeckt er schnell nicht mehr…



  4. qnap

    @Alexander
    Ich verstehe den Ansatz schon soweit… Diese Dienste sind eine Art “Gelbe Seiten für Lieferservices”. Dennoch frage ich mich ob der Markt groß genug für (wieviel sind es jetzt?) 3 – 5 dieser Dienste ist. Naja, mir kann es sowieso egal sein, ich koche lieber selbst, als mir den Fraß der ganzen (überteuerten) Lieferservices anzutun…



  5. Rene

    In der Runde zu Hause übers ipad bestellen ist easy, da kann ich ordentlich aussuchen, bei pizza.de kann ich leider nicht online bezahlen, dort sind aber die grossen hamburger pizzadienste wie smileys und joeys z.B. die ein ganz wichtiger starterpunkt für nutzer sind, bei einer pizzeria die ich nicht kenne würde ich eventuell auch anrufen. Die bewertungen sollten daher auch relevanter sein, gerade bei der auswahl eines neuen dienstes. Nur mal 4 von 5 punkten reicht da nicht, haben ja alle dienste irgendwie.



  6. Mark Beyer

    Bei der Erstellung des TV-Spots, hätte ich den Lieferhelden ein wenig mehr Kreativität zugetraut. Traurig, dass jetzt auch schon die Werbemittel kopiert werden. Wo bleibt der Mut zu was Neuem? Oder um es mit den Worten von Ralf Dommermuth (1&1) zu sagen: “Wer in die Fußstapfen eines anderen tritt, kann diesen nicht überholen” ;-)… Also Co-Creator des Eat-Star Spots sein mir die Bemerkung gestattet.



  7. abdullah

    Lieber @qnap wann ein kunde von pizza.de bestellt bezahlt liferant 10% von umsatz. aber wenn von http://www.homedeliver.de bestellt bezahlt lieferant nur 0.50€ pro bestellung. ist nicht unterschied für lieferservice betreiber.

  8. Pingback: Lieferando Print Werbung « WERBUNG VERNETZT

Aktuelle Meldungen

Alle