Kein Wunder: T-Venture investiert in 6Wunderkinder

Nach dem High-Tech-Gründerfonds steigt nun auch T-Venture, der Beteiligungsableger der Deutschen Telekom, bei 6Wunderkinder (www.6wunderkinder.com) ein. Das Berliner Start-up, welches cloud-­basierte, plattformunabhängige Apps entwickelt, mauserte sich in den vergangenen Monaten zu einem der […]
Kein Wunder: T-Venture investiert in 6Wunderkinder

Nach dem High-Tech-Gründerfonds steigt nun auch T-Venture, der Beteiligungsableger der Deutschen Telekom, bei 6Wunderkinder (www.6wunderkinder.com) ein. Das Berliner Start-up, welches cloud-­basierte, plattformunabhängige Apps entwickelt, mauserte sich in den vergangenen Monaten zu einem der Lieblingskinder der deutschen Gründerszene. Und nicht nur in Berlin, Hamburg und München wird viel über die 6Wunderkinder geredet – auch im Ausland haben viele Branchenkenner die Jungfirma bereits auf dem Schirm. 6Wunderkinder entwickelt unter dem Namen Wunderkit (www.wunderkit.com) ein Tool für Online-Collaboration. Die App soll im Herbst endlich verfügbar sein. Für Aufsehen sorgte 6Wunderkinder bisher mit dem Aufgabenverwaltungsprogramm Wunderlist (www.wunderlist.com).

Das offenbar als Nebenprojekt gedachte Tool, welches auf dem iPhone, Android-Handys, dem iPad sowie auf PC und Mac funktioniert, wurde nach Firmenangaben bisher über 1,7 Millionen mal heruntergeladen. Immerhin 650.000 registrierte Benutzer konnte die Aufgabenverwaltungs-­App bisher an sich binden. Ein gigantischer Erfolg für das kleine Start-up, auch wenn Wunderlist für die Nutzer weiter komplett kostenlos ist. 6Wunderkinder wurde von Robert Kock, Jan Martin, Daniel Marschner, Charlette Prevot, Christian Reber (ehemals Mucelli) und Sebastian Scheerer, den sechs selbsternannten Wunderkindern, gegründet. Das Team trieb vorher teilweise die Webagentur Innovatics voran. Der High-Tech-Gründerfonds, der vor der aktuellen Finanzierungsrunde rund 15 % an 6Wunderkinder hält, investierte bereits 500.000 Euro in die junge Firma. Zuvor erhielt 6Wunderkinder bereits 100.000 Euro von der e42 Gmbh, der Beteiligungsgesellschaft von Frank Thelen und Marc Sieberger. e42 hielt zuletzt knapp 20 % an 6Wunderkinder. Welchen Betrag T-Venture nun investierte ist bisher nicht bekannt.

“Wir erwarten eine lange und ertragreiche Partnerschaft”

“Wir sind begeistert mit einem so innovativen, jungen und dynamischen Technologieunternehmen wie 6Wunderkinder zusammen zu arbeiten. Das Geschäftsmodell passt hervorragend in unsere Investmentstrategie und wir erwarten eine lange und ertragreiche Partnerschaft”, sagt Thomas Grota von T-Venture. Zunächst einmal muss das 6Wunderkinder-Team aber ein Geschäftsmodell etablieren, also Premium-Tool für Wunderlist schaffen und Wunderkit an den Start bringen. Die Wunderkinder beschreiben wunderkit als “eine moderne Arbeits- und Produktivitäts-Plattform für Unternehmen, Freelancer und andere Anwender”. Die Plattform soll den Nutzern “die Möglichkeit bieten, sich untereinander zu vernetzen und effektiv auf einer Plattform zusammen zu arbeiten”. Der enorme Erfolg von Wunderlist führte aber offenbar zu Verzögerungen bei der Fertigstellung von Wunderkit, immerhin war der Start schon einmal für die erste Jahreshälfte 2011 angekündigt. “Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit T-Venture. Wir sind sicher, dass wir unsere Wachstumsstrategie nun noch stärker und besser verfolgen können”, sagt Mitgründer Reber. Wenn dies gelingt, kann 6Wunderkinder sicherlich in den Start-up-Olymp aufsteigen.

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* 6Wunderkinder feiert Erfolge mit wunderlist: High-Tech-Gründerfonds unterstützt das Start-up

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. Henning Schmidt

    Nett, dass hier auch mal angegeben wird, wieviel Nutzer registriert sind. Oftmals werden ja immer nur die Downloads angegeben aber die Frage nach wie viele Deinstallationen durchgeführt wurden bleibt logischerweise unbeantwortet.

    Bei der Durchsicht der Webseite werde ich den eindruck nicht los, dass der Fokus der Wunderkinder die Wunderkinder selbst sind und weniger die Produkte die sie erstellen. Nette Fotos und Stories über die, aber welchen Nutzen die App hat – fehlanzeige.

    Und wie sieht es auf der Einnahmeseite aus? Ich meine richtige Einnahmen und keine Förderungen von irgendwelchen Gründerfonds. Kurzum: womit wollen die Geld verdienen?



  2. Stefan

    Grandiose Selbstdarstellung hilft eben doch mehr als alles andere… ;)



  3. .

    sehe ich genauso.



  4. Jim

    Was seit ihr eigentlich für ein Haufen Hater? Unglaublich! Die Jungs von 6 Wunderkinder haben eine der weltweit erfolgreichsten Productivity Apps released. Und das Einzige wo ihr euch aufregen könnt, ist die symphatische Darstellung des Teams. 6 Wunderkinder verkörpern die nächste Generation von Berliner Tech Startups, die wirklich innovative & UX orientierte Produkte an den Markt bringen.

    Wunderkit, wird höchstwahrscheinlich in die Richtung Subscribtion basierende Social Productivity Suite ala Salesforce/Basecamp gehen.

    Weniger Neid, mehr Support für innovative Produkte aus Deutschland!



  5. HejaBVB

    Jim, was bist du eigentlich für ein Fanboy? Unglaublich! Weiterhin ist die Darstellung des Teams nicht sympathisch, sondern unsympathisch. Und zu guter letzt: seitseid.de

  6. Kann Jim da nur zustimmen. 6Wunderkinder hat es geschafft, eine beneidenswerte Startup-Kulture zu schaffen, kann sich ausserdem gut vermarkten und ein geniales Produkt vorweisen. Berlin braucht mehr kreative, innovative Startups dieser Art!

    niko
    http://www.techberlin.com

  7. Pingback: HTC, Telekom, Apple. — mobilbranche.de

  8. Tjo, wird nen “Wunder” wenn die Investoren hier die Gewinne erhalten, die ihnen versprochen wurde… typisch Blase: Grossartige Prognosen, für übermorgen!

  9. @JohannQ

    Es heißt bekanntlich Risikokapital. Da wird mal etwas finanziert, was ein Risko darstellt – und schon wird draufgehauen. Und auf der anderen Seite den Innovationsstau der deutschen Webszene bemängeln, passt nicht zusammen. Dann können auch alle munter weiterklonen.



  10. Jim

    @Johann: Ich weiss nicht, wie man von einer Blase sprechen kann wenn 6Wunderkinder 600k registrierte Benutzer hat, die potenziell dann auch das Kit kaufen/benutzen würden. Bei einer sehr konservativen Annahme der Konvertierungsrate von 1%, sind das auch schon 6000 zahlende User, nimmt man jetzt den Basic Plan von Basecamp als Bezugsquelle, kommt man schon auf monatlich 24$ x 6k = 144k.
    Abgesehen davon ist die Managementstruktur super lean, also auch hier kein obsoletes Verhalten, was für eine Bubble sprechen würde.



  11. Henning Schmidt

    Ich bemängel ja auch gar nicht die Innovation – wobei: Was bringt mir bitte ein Planer (die gibt es zu hauf, auch EInkaufslistenapps gibt es auch zu hauf), aber lassen wir das.

    Was ich meine ist, dass die Wunderkinder doch wohl was verkaufen wollen. Jeder Verkäufer, sei es auf dem Flomarkt, Kirmes oder sonstwo wird dir sagen: DAS, was du verkaufen willst, muß auf Augenhöhe angeboten werden – sprich im Web gleich auf der ersten Seite direkt als Einblendung! Kein scrollen oder sonstwas. DEIN Produkt was verkauft werden soll.

    Und was sehe ich bei Wunderkind – eine Rakete (erst dachte ich, ich wäre bei Rocket Internet oder einer Tochterfirma gelandet).
    Dann wird das Team in den tollsten Fotos präsentiert. Dann an der Seite alle möglichen socialen Netzwerke und was es sonst noch so gibt. Frage, zahlen die eigentlich Werbegelder dafür oder warum macht man das? (ok soll darüber verbreitet werden – aber auf der Startseite?)

    Und dann irgendwann findet man das Produkt – keine Bilder davon (oder nur wenig). Wenig Erklärungen, wenig andere Sachen, die die Sache schmackhaft machen.

    Mein Eindruck: Es geht hier hauptsächlich um das sich selbst verkaufen und an den Mann (bzw. Investor) bringen. Nichts anders.



  12. Max

    Glückwunsch zum Risikokapital und der steilen Entwicklung. Allerdings frage ich mich auch, wie damit irgendwann einmal nachhaltig Geld verdient werden soll?!?



  13. Jim

    @Henning: Ich denke 750k Downloads sprechen für sich, daher scheint der undogmatische Aufbau der Seite bzw das Produkt zu funktionieren.
    Und wie ich das Team kenne, haben die ein viel zu grosse Vision um an das schnelle Geld zu denken.



  14. Jim

    @Max: Kennst du 37 Signals?

  15. Henning, sorry, dein Beitrag basiert nicht auf Fakten. Gehst Du auf die Homepage der Firma, bekommst Du noch vor dem Team und anderen Dingen (Social Networks, Support, etc.) Infos zum Produkt. Hierbei kannst Du mehr Bilder durch Klick auf “Mehr Infos” bekommen … so wie auf allen anderen Webseiten auch. Die Hirarchie ist für eine Firmenwebseite also völlig in Ordnung.

    Da Du dich aber über das Produkt primär auch nicht auf der Firmenwebseite informierst sondern vielmehr auf der Produktseite (wunderlist.de) ist die Prio hier doch richtig gesetzt, oder?

    Das Team wird mit nur einem Foto pro Mitarbeiter vorgestellt. Zum Produkt findest Du deutlich mehr Text- und Bildmaterial auf der Firmenwebseite. Auf der Produktseite findest Du dagegen nichts zum Team.

    Auch auf der Firmenwebseite von ProSiebenSat1 findest Du verhältnismäßig wenige Infos über die Produkte sondern hauptsächlich Informationen über die Firma dahinter. Das ist gängiger Standard.

    Ich finde die 6wunderkinder machen einen sehr guten Job was die UX ihrer Produkte und die Vermarktung angeht. Auch daher haben sie, obwohl es, wie Du (Henning) auch richtig sagst, schon 1000 andere Planer gibt, schon so viele Downloads erreicht. Im Endeffekt spielt die Usability und ein durchdachtes Design eben auch eine große Rolle. Daher kann man auch in einen scheinbar gesättigten Markt noch erfolgreich einsteigen. Design matters.

  16. @Jim: Und wie lange werden die dann deiner Meinung nach an Bord bleiben? 1 Jahr? 2 Jahre? 5 Jahre?
    Reicht alles nicht, um etwas mehr als die jetzt laufenden Kosten zu decken. Die Anfangsinvestitionen sieht man wohl nie wieder… und die Wunderkinder springen dann wohl auch eins nach dem anderen ab, wenn sie auch nur halb so wunderbar sind, wie sie behaupten, wenn bald das ganze nicht mehr so eine “aufregende PR Story” ist. Und dann ist der Laden sowieso am Ende!



  17. Bernd

    Habs selbst installiert und gerade durch die eigene Installation von Wunderlist bin ich eifersüchtig, da ich auf die selbe Idee vor geraumer Zeit auch kam aber es nicht umgesetzt hatte da ich mir hab sagen lassen, man bräuchte es nicht :-D.

    Dennoch wünsch ich den Wunderkindern alles Gute. Solide Arbeit!



  18. Jim

    @Johann: Ich kann deiner Argumentation nicht folgen. Ich würde gerne wissen, auf was für Daten du dich berufst, um solche unqualifizierten Aussagen zu treffen.

  19. Welche App, die heute entwickelt wurde und Abo-Kosten verursacht, werden die Kunden über 1, 2 oder 5 Jahre benutzen? Wenn die Abo-Kosten die Haupteinnahmequelle, oder die einzige Einnahmequelle sein sollen, wie sollen diese Beträge, die jetzt investiert wurden, wieder eingespielt werden?

    Es gibt ja auch noch Gehälter zu zahlen und andere Kosten. Es ist noch nicht mal gesagt, dass das iPhone 5, 6 oder 7 dann überhaupt noch die Apps die heutzutage auf iPads und Phones unterstützen wird – ähnliches gilt (in etwas geringerem Masse) für Android. Was dann? Teuer weiterentwickeln?

    Wer jetzt eine App auf den Markt bringt, der muss entweder gleich richtig Geld verdienen damit, oder etwas anderes, grösseres vorhaben und eben auch zustande bringen, was dann Synergien mit dieser App hat. Und vorhaben: gut, das haben sie wohl – aber das dann auch den durchlagenden Erfolg hat, da kann man definitiv Zweifel haben!

    Und: Welches Startup, dass zum Grossteil mit Personen-Hype-PR angeschoben wurde war langfristig erfolgreich? Und vor allem: Aus Deutschland erfolgreich? Ich kenne kein einziges Beispiel aus Kontinentaleuropa. Der Personenkult ist meist nach dem Erfolg gekommen – und dann auch eher unbeabsichtigt gewesen…

  20. alle, die herummeckern, sollten die App erstmal testen. Entweder der Style liegt einem oder er liegt einem eben nicht.

    Mir gefällts:

    http://www.severint.net/2011/04/14/warum-ich-wunderlist-liebe/

  21. Ja, so eine tiefgründige und objektiv anmutende Analyse stimmt mich jetzt natürlich um. Da für den geschäftlichen Erfolg des Unternehmens diese kostenlose Wunderlist-App ohnehin ungemein zentral sein wird, behaupte ich natürlich ab sofort das Gegenteil. Ganz klar!



  22. Mike Papa

    @Johann Salesforce oder SugarCRM leben von dem Abo Modell – was ist daran falsch? Wenn ich eine Applikation anbiete, die für den Kunden attraktiv ist und ihn auch durch Migrationskosten (“Schmerzen des Umzuges der eigenen Daten auf eine neue App”) halten kann, dann ist das Abomodell durchaus erfolgreich und die Entwicklungskosten wieder einspielen. Natürlich muss ich diese Entwicklung vorfinanzieren bzw. einen VC hierfür finden.

    Ich sehe, dass die 6 Wunderkinder derzeit alles richtig machen: Durch die Gratis App (offenbar das Koppelprodukt der App Wunderkit, die in der Entwicklung ist) erzeugen sie eine entsprechenden Buzz, parallel läuft die Entwicklung des Hauptproduktes Wunderkit. Wenn diese App auf der Rampe steht, sind sie durch den derzeitigen Hype entsprechend bekannt. Die Markteinführung von Wunderkit sollte entsprechend smooth laufen. Durch die Bekanntheit werden auch die VCs aufmerksam und man bekommt zumindest die Chance auf einen Pitch. Oder einen Investor wie im Fall T-Venture ….

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