Mit Webcams kann man nicht nur wunderbar Chatroulette spielen sondern neuerdings auch seinen Körper vermessen lassen. Die Technologie von Upcload (www.upcload.com) hat Potential, das E-Commerce-Kleidungssegment kräftig auf Trab zu bringen: Sollte sich das Prinzip durchsetzen, sind schlecht sitzende T-Shirts und falsche Größenangaben bald passé. Nutzer stellen sich vor die Webcam, erhalten Daten zu ihren Maßen und bekommen von den kooperierenden Onlinehändlern fortan nur noch perfekt passende Kleidungsstücke geliefert – so die Vision.
Wer bei Onlineshops bestellt, ist oft nicht glücklich: Die Kleidung ist zu weit, zu eng, zu groß, zu klein. Wer sicher gehen will bestellt gleich mehrere Größen und schickt einen Großteil wieder zurück. Für Kunden bedeutet das Zeit- und Nervenaufwand, für Versandhäuser Versand- und Logistikkosten. Insofern könnte die Technologie des Berliner Start-ups, das von Sebastian Schulze und Asaf Moses gegründet wurde, eine kleine Revolution im Onlineshop-Segment auslösen. Nutzer müssen sich nur einmalig in unterschiedlichen Positionen und mit enger Kleidung von ihrer Webcam fotografieren lassen. Fortan können sie die Daten bei unterschiedlichsten Shops eingeben. “Die technologische Herausforderung ist enorm, deshalb haben wir zwei israelische Top-Entwickler ins Boot geholt”, erklärt Schulze. Die Vermessung soll schließlich auch bei ungünstigen Bedingungen – zum Beispiel bei schlechtem Licht oder buntem Hintergrund – gute Daten liefern. Bis es so weit ist, müssen Kunden allerdings noch einige Wochen warten. Im Marktsegment, wenn auch mit anderer Technologie, ist Zugara (www.zugara.com) unterwegs. Per Webcam und Augmemted Reality können Nutzer das gewünschte Kleidungsstück auf den eigenen Körper projizieren und schauen, wie es einem steht.
“Echte Innovation made in Germany”
Upcload gehört zu den rar gesäten deutschen Start-ups, die gleich international vorgehen: Nach einer Privatinvestoren-Runde im Februar trifft sich das Team nun mit Investoren und Onlineshops in den USA. Vor allem große Onlineshops sind die Hauptzielgruppe für die “echte Innovation made in Germany”. Daneben kooperieren die Berliner bereits mit dem Online-Schneider YouTailor (www.youtailor.de). Dort vermessen sich Kunden aktuell noch von Hand – aber nicht mehr lange. Die Technologie beschränke sich jedoch längst nicht nur auf den Kleidungsmarkt: “Wer Abnehmen will kann mit Upcload genau sehen, an welchen Stellen er abnimmt und wo nicht. Wer Muskelmasse aufbauen will ebenso. Dies erschließt weitere Zielgruppen”, erklärt Schulze. Upcload sieht sich nicht nur als Technologieunternehmen sondern als Verwalter von Kundendaten, die Nutzer in unterschiedlichen Bereichen verwenden können. Von dieser Technologie wird man sicherlich noch einiges hören.


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Kommentare
Glückwunsch zu der geilen Idee. Hoffentlich funktionierts, dann hol ich mir auch die ein oder andere Klamotte mehr.
Kommentar von Stefan 11. Mai 2011 @ 10:24Andererseits werden, wenn das System genau ist, bei vielen Herstellern direkt signifikante potentielle Käufer verschwinden. Lösung wäre, dass die Hersteller bei ihren Angaben schummeln -> es passt wieder nicht…
Ich freu mich auf jeden Fall drauf!
finde die idee nicht gut durchdacht…
Kommentar von Daniel 11. Mai 2011 @ 13:06Die Idee ist doch nicht neu. Oder gibt es noch keine Gesichtserkennung.
Klingt mir eher nach einem schnellen Exit,welches keine Zukunft haben dürfte. Wär die Idee so toll,hätten die Samwers ihre Hände schon im Spiel.
Das Problem ist hier einfach,dass der Vorteil ausschließlich beim Unternhemer ist und nicht beim Kunden,obwohl das anders propagiert wird.
Ich als Kunde bestell mir lieber 10 mal das gleiche Hemd in verschiedenen Größen und schau selbst was mir passt.
Der Rückversandt ist doch fü mich als Kunde eh kostenlos.Der weg zur Post ist auch kein Problem.
Selbst wenn ich in den laden gehe und ich wähle die absolut passende Größe, muss mir das hemd noch lange nicht gefallen.
Also ich finde die Idee,die aber nicht neu ist,zwar interessant,aber aber dennoch ohne Zukunft.
Upcload passt ganz gut zu youtailor, schlechte maße,Prod. in China o.Indien und die Kunden sind fast alle sehr unzufrieden.
und mit 20 Maßen kann man da keine Verbesserung erzeugen.
Absoluter FLOP
Kommentar von stefan 11. Mai 2011 @ 17:44This will only work for very specific categories of clothes. We don’t always want all clothes to fit body measurements perfectly, jeans which are a little loose, or a little big, can look sexy on a girl! (just an example..:), also its a question of fashion: different fits, different sizes and different looks need different kind of fit. For business shirts and evening formal wear, maybe. But otherwise: FAIL.
Kommentar von Robert Bramstocker 12. Mai 2011 @ 01:44Finde das Modell interessant. Es könnte was großes werden!
Kommentar von Nikkki 13. Mai 2011 @ 07:49Die Frage ist wie soll das technisch auf die Kleidungsstücke umgesetzt werden? Das funktioniert nur mit einem Hersteller, der aus den gewonnenen Daten ein Schnittlagebild für ein Kleidungsstück erstellt und dieses dann produziert (z.B. Massbekleidung für Anzüge). Es wird kaum möglich sein die gewonnenen Daten (Messpunkte) zu nehmen und dann zu checken, welches vorhandene T-Shirt darauf passt. Ein einzelnes T-Shirt oder eine Jeans anhand der gewonnenen Daten zu produzieren geht auch nicht, da dies auf Grund der zu geringen Stückzahl nicht bezahlbar ist.
Kommentar von Frank Oliver 20. September 2011 @ 17:37