Erst vor Kurzem hatte Burda seine Sevenload-Anteile von 20 Prozent auf 55 Prozent aufgestockt; die zur Burda Digital gehörende DLD Ventures hatte die Anteile des T-Online Venture Funds übernommen. Keine drei Monate später entlässt der neue Mehrheitseigner nun 20 der 70 Mitarbeiter von sevenload (www.sevenload.de). Gegenüber Internet World Business begründete Burda den Stellenabbau damit, dass man sich verstärkt sich auf den deutschen Markt konzentrieren wolle.
Unter anderem verlässt der aktuelle CTO Jodok Batlogg das Unternehmen. Dies überrascht, verkündete doch Aufsichtsrat-Mitglied und ehemaliger Geschäftsführer Axel Schmiegelow noch im Dezember: “Ich freue mich über das neue Management Team von Andreas Heyden, Jodok Batlogg und Brian Cook, die gemeinsam den weiteren Ausbau vorantreiben werden.” Dies trifft nun nicht mehr auf alle genannten Personen zu. Auch der bisherige Pressesprecher Mike Schnoor ist zukünftig nicht mehr mit von der Partie. Für Burda scheinen die Entlassungen Teil einer radikalen Strategie zu sein, mit der das Kölner Start-up doch noch die Kurve kriegen soll, nachdem es in den letzten Jahren von anderen deutschen Videoseiten wie MyVideo.de (www.myvideo.de) oder Clipfish (www.clipfish.de) mehr und mehr abgehängt worden war. Ob dieser Schritt in die richtige Richtung führt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
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Kommentare
Hallo Yvonne,
auch wenn Ihr von den Myvideo- Geldgebern Samwer finanziert wurdet, solltet Ihr fair oder wenigstens gut recherchiert berichten: sevenload konkurriert erstens gar nicht mit dem Youtube-Klon Myvideo, außer vielleicht bei Musik. Wir haben mehr lizenzierte Inhalte als Myvideo und Clipfish zusammen, wenn man mal von DSDS und Top Model absieht. Zweitens zeigen wir unsere Sendungen bei T-Online und eine Reihe anderer Portale und haben so mehr Reichweite bei hochwertigen Kanälen als Clipfish oder Myvideo. Wir machen mehr als die Hälfte unserer Nutzer und VideoViews auf diese Weise. Wir sind die führende unabhängige Plattform für professionell produzierte Inhalte und größer als Maxdome.
Wenn Burda jetzt sich auf Deutschland konzentriert, dann ist das schade, aber logisch für die.
Kommentar von Sevenloaderin 15. März 2011 @ 17:06Der Kommentar von “Sevenloaderin” ist ja äußerst werblich und sollte in Rechnung gestellt werden :D
Kommentar von Arno 15. März 2011 @ 17:51Wenn sevenload so viele hochwertige Videoviews hat, dann muss das Geschäft mit VideoAds doch super laufen. VideoAd Geschäft läuft in allen Ländern gut, daher unverständlich warum man sich auf Deutschland beschränken will.
Und wenn man auch noch den Technik-Chef gehen lässt, dann ist es schwer vorstellbar, dass so viel Reichweite da ist, um davon Mitarbeiter und Content-Lizenzen/GEMA/sonsitige Verwertungsgesellschaften zu bezahlen. Angeblich war Sevenload auch mit B2B-Lösungen (BMW-TV) auch schon profitabel.
Hier wird berichtet, dass es wohl noch schlimmer um Sevenload steht.
http://www.gruenderszene.de/news/sevenload-massenentlassungen
Kommentar von Videofan 15. März 2011 @ 19:07@sevenloaderin: Wenn das alles bei Sevenload wirklich so gut ist, wie Du es beschreibst, dann müsst Ihr doch ordentliche Umsätze einfahren.
Warum sollte dann Burda in einem Wachstums-Segment (Video-Ads,Online-Video) die Reissleine ziehen ? Das ist schwer zu verstehen.
Kommentar von Christian Vanderbild 15. März 2011 @ 22:33Also wenn ich eine Sache gelernt habe in all den Jahren, dann diese:
Kommentar von Frank Z 16. März 2011 @ 14:20In großen Unternehmen werden ungeachtet der tatsächlichen Gegebenheiten oftmals “seltsame” Entscheidungen getroffen, die man nicht oder nur wenig nachvollziehen kann. Es können schwammige Gründe wie z.B. “Strategie” oder auch Neuausrichtung, Fokussierung oder natürlich auch die Geschäftsentwicklung sein. Meine Favoriten bei solchen Sachen sind aber ungeschlagen immer persönliche Entscheidungen von Vorständen oder Gremien (ja, das kommt vor – ist nicht rational aber passiert, man glaubt es kaum). So, nun kann man raten, welcher Fall hier wohl vorliegt :-)
Fehlbetrag Sevenload 2007:
- 2.346.843,44€
Fehlbetrag Sevenload 2008:
- 7.464.799,32€
Gewinn/ Fehlbetrag sevenload 2009/2010:
noch nicht im Bundesanzeiger veröffentlicht (obwohl der Termin für 2009 nach meiner Meinung überfällig ist)
Warum wohl?
Kommentar von Olaf 16. März 2011 @ 17:31@Frank: Meiner bescheidenen Meinung nach: Unwissenheit und völlige Inkompetenz. Ein Armutszeugnis des Unternehmens.
Kommentar von Erbsenzähler 16. März 2011 @ 21:00Ich bin ein extrem internetaffiner Mensch, bin ausschließlich von ebensolchen umgeben – und ich kenne wirklich keinen einzigen Menschen, der mir gegenüber jemals erwähnt hat, dass er auf Sevenload war. Deswegen frage ich mich seit mehreren Jahren, wie diese Seite existieren kann.
Die Antwort, die ich mir heute selber gebe: Die Betreiber müssen extrem gut darin sein, irgendwelchen ahnungslosen Investoren das blaue vom Himmel zu erzählen.
Kommentar von Angelos 16. März 2011 @ 21:30@ Angelos
Kommentar von Frank Z 16. März 2011 @ 22:33Das scheint mir son bisschen wie bei der BILD (liest ja auch keiner) oder Mc Donalds (das ißt niemand) zu sein. Obwohl ich zugeben muss, dass ich nach dieser Werbekampagne vor ein paar Monaten tatsächlich mal auf der Seite war (allerdings nicht privat sondern beruflich motiviert) :-)