Boom der Öko-Start-ups: Die grüne Welle rollt und rollt und rollt

Längst ist der Wunsch nach ökologisch und sozial vertretbarem Konsum kein Thema der links geprägten Jugendkultur mehr sondern zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Auch in der Start-up-Szene bereichern immer mehr “grüne” Ideen den […]
Boom der Öko-Start-ups: Die grüne Welle rollt und rollt und rollt

Längst ist der Wunsch nach ökologisch und sozial vertretbarem Konsum kein Thema der links geprägten Jugendkultur mehr sondern zieht sich durch alle Gesellschaftsschichten. Auch in der Start-up-Szene bereichern immer mehr “grüne” Ideen den Markt – und könnten an der einen oder anderen Stelle noch für mehr Vorläufertum sorgen! Verschiedene Bereiche werden bereits kreativ bedient, anderen nehmen gerade Fahrt auf und so manch ein Thema ist noch außen vor. Bei allen Ansätzen geht es dabei immer auch um die Frage: Wie wird das Thema sein Strickpulli-Image los und ermöglicht über moderne Adaptionen den Schritt hin zu “Otto-Normalverbaucher”?

Mit Traverdo (www.traverdo.de) hat der Ökoboom endlich einen längst überfälligen Bereich eingenommen: Reisen. Zwar gibt es grüne Reiseanbieter schon seit Längerem. Die Plattform von Holger Haberstock, Jochen Zimmermann und Lucas von Fürstenberg bündelt nun aber die wichtigsten Anbieter und gibt dem Thema einen frischen, modernen Anstrich. Traverdo vereint den Wunsch nach besonderen, individuellen Urlauben mit Kriterien der Nachhaltigkeit/Ökologie. Zum Programm gehören zum Beispiel Fernreisen mit Ayurveda- oder Kampfkunstaktivitäten, “Kulturreisen nach Maß” und Extremsport-Urlaube. Was genau an den jeweiligen Reisen nachhaltig ist, ist von Anbieter zu Anbieter beziehungsweise von Siegel zu Siegel unterschiedlich. Jedoch entsprechen alle Kriterien der Siegel und Öko- Awards dem Standard der Globalen Kriterien für nachhaltigen Tourismus (GSTC). Dabei geht es um die Reduzierung negativer Auswirkungen auf die Umwelt, Bewahrung des kulturellen Erbes, die Vergrößerung des Nutzens für die lokale Bevölkerung und weitere Aspekte der Nachhaltigkeit. Damit fällt eine der letzten Bastionen des “Hauptsache-billig-Denkens”. Schon über 160 Anbieter verkaufen ihre Reisen über das Portal – ein gutes Zeichen.

Grüne Wunschprodukte

Einen grünen Meilenstein hat auch Avocado Store (www.avocadostore.de) gesetzt, der Marktplatz für ökologisch und fair gehandelte Produkte. Im Internet gibt es für praktisch alles Marktplätze: Autos, Selbstgebasteltes, Vermietungen. Und nun endlich auch für grüne Produkte. Die beiden Gründer Philipp Gloeckler und Stephan Uhrenbacher wollen Kunden ermöglichen, ihre grünen Wunschprodukte auf kürzestem Weg zu finden und Preise bequem zu vergleichen. Damit liegt der Nutzen vor allem in der Bündelung sämtlicher Ökokategorien und -produkten. Gerade in Bereichen wie Wohnen und Büro ist es bisher äußerst mühsam, schicke Produktalternativen zu finden. Denselben Ansatz fährt auch das schon länger existierende Portal Utopia (www.utopia.de), gegründet von Claudia Langer. Ob Wohnaccessoires, Fernseher oder Haustierzubehör: Im Produktguide finden Nutzer zu sämtlichen Kategorien ökologische und/oder nachhaltige Varianten, die in vielen Fällen von Mitgliedern getestet und bewertet werden. Darüber hinaus hat die Plattform einen ausführlichen und interessanten Magazin- und Ratgeberbereich, in dem es viele Anregungen zum nachhaltigen Lebensstil gibt.

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Beim Thema Mode sind viele noch gespalten: Ist Öko-Mode verstaubt und zu teuer? Zumindest das erste Argument setzen verschiedene neue Anbieter außer Kraft. Modeaffaire (www.modeaffaire.de) beispielsweise bietet jungen Labels, deren Artikel es mit jeder Szene-Boutique aufnehmen können, eine Verkaufsplattform für ihre fair gehandelten Bio-Modeprodukte. Das Ziel der Gründerinnen Katharina Höfling und Sabine Segerer: Zeigen, dass Kleidung sowohl zum Menschen als auch zur Natur fair sein und trotzdem richtig toll aussehen kann. In der Ratgeberrubrik erfahren interessierte Nutzer außerdem Hintergründe zu aktuellen Studien, Untersuchungen und Siegel-Erklärungen. Da Menschen vor allem bei ihrem Nachwuchs auf giftstofffreie Kleidung Wert legen, konzentrieren sich Anbieter wie Green Avenue (www.green-avenue.com) und LiebKind (www.lieb-kind.de) ganz auf den Kindermodebereich. Neben Babymode und Spielsachen verkauft die “grüne Straße” mittlerweile auch Kindermöbel, Kuscheltiere, Kinder-Bettwäsche und andere Accessoires. LiebKind führt zusätzlich Naturkosmetik und fair gehandelte Geschenke zur Geburt. Auch die Plattform bransparent (www.bransparent.com) bündelt Angebote grüner Labels und bietet zusätzliche Informationen.

Schnell zugreifen, bevor die begrenzte Stückzahl verkauft ist

Dass der Groupon-Hype auch den Ökomarkt erreichen würde, war zum Glück nur eine Frage der Zeit. Dies ist nun geschehen: Gero Gode hat mit Biodeals (www.biodeals.de) ein Deal-Konzept für Bio- und Fairtrade-Produkte entwickelt und hofft, dass die Plattform zur größten Bio-Bewegung im aufstrebenden Biomarkt Deutschlands wird. Ob Bio-Produkte, Naturkosmetik oder ökologische Kinderkleidung: Jeden Tag erfreut ein anderer Tagesdeal verantwortungsbewusste Käufer. Neu bei Biodeals ist der Marktplatz. In eine ähnliche Richtung wie Biodeals, wenn auch mit gänzlich anderen Produkten, geht jumpeco (www.jumpeco.de), ein Anbieter für Cleantech Deals. Hier gibt es stetig wechselnde Gutschein-Verkaufsaktionen zu den Themen Elektromobilität, moderne Infrastruktur, erneuerbare Energien und mehr. Gründer Robin Weiße will Anbietern eine Bühne bieten, auf der ihre innovativen ökologischen Produkte und Dienstleistungen von Endkunden besser wahrgenommen werden. Auch das etwas außer Mode gekommene Segment Live-Shopping hat die grüne Welle erreicht. Bei EinfachNachhaltig (www.einfachnachhaltig.com) präsentiert Gründer Wolfram Latschar jede Woche ein Thema und stellt ausgewählte Hersteller und ihre Produkte vor. Dann heißt es: schnell zugreifen, bevor die begrenzte Stückzahl verkauft ist.

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Beim Thema Öko-Startups kommt man unweigerlich auf das Thema Kaffee, denn dieses Segment scheint bisher am stärksten bedient zu werden. Ständig erblicken leicht abgewandelte Konzepte das Licht der Welt. So treten neben Aspekte der Ökologie und Nachhaltigkeit immer mehr die Verantwortung für das Kaffee-Herkunftsland hinzu. Der neueste Anbieter coffeecircle (www.coffeecircle.com) betreibt beispielsweise Aufbauhilfe in Äthiopien, wo es seine schwarzen Bohnen herbezieht; es soll ein Kreislauf entstehen zwischen den westlichen Konsumenten und den Einwohnern in den ärmeren Herkunftsländern. Auch Kaffee-Startups wie Sonntagmorgen.com (www.sonntagmorgen.com), mybeans (www.mybeans.com) und happy coffee (www.happycoffee.org) verschreiben sich dem Thema Nachhaltigkeit. Mit der Black Pirate Coffee Crew (www.bpcc.de) gibt es sogar schon einen Kaffee-Shoppingclub, der seinen Mitgliedern Bio-Kaffee aus kleinen Röstereien anbietet. Kaffee ist eben der Deutschen wichtigstes Getränk.

Dies führt aber unweigerlich zu der Frage, was mit all den anderen Produkten ist, die wir tagtäglich flüssig oder fest zu uns nehmen. Zwar gibt es bereits Online-Shops, die gezielt Biowein, Biobier und anderes verkaufen. Doch werden diese Artikel noch längst nicht so offensiv und kreativ in Szene gesetzt wie Ökokaffee. Bleibt das wachsende Bewusstsein – zumindest in der Startup-Szene – beim schwarzen Gebräu stehen? Das Thema Möbel ist ebenfalls noch sehr unterbelichtet. Auch hier gibt es schon Anbieter; InteriorPark (www.interiorpark.com) beispielsweise vertreibt stylische Inneneinrichtungsgegenstände sowie Materialien für die Wand- und Bodengestaltung, die Aspekte der Ökologie und Nachhaltigkeit berücksichtigen. Für den schnellen Überblick stattet das Stuttgarter Start-up alle Produkte mit eigens entwickelten Öko-Icons aus. Insgesamt tut sich in diesem Bereich aber noch wenig. Hochpreisige und logistikintensive Produkte schrecken wohl erst einmal ab. Dabei kann das Konzept durchaus funktionieren, wie auch das Berliner Möbel-Startup fashion4home (www.fashion4home.de) beweist.

Welche weiteren interessanten Öko-Start-ups gibt es bereits, wo besteht noch Bedarf? Hinweise und Vorschläge bitte in den Kommentaren hinterlassen!

Foto: Dieter Schütz / pixelio.de

Artikel zum Thema
* Traverdo bringt Nachhaltigkeit ins Reisegeschäft
* Kaffee-Startups: Schwarze Bohnen bringen den Öko-Trend in Schwung

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.

  1. Shoppen ist für Doofe.

    Und wieder eine vertane Chance.
    Zum einen wird die heile Einkaufswelt nicht durch (ökokorrekten) Konsum gekittet.
    Zum anderen steht wohl der Konsument im Mittelpunkt des Beitrags. BtoB, und das schließt alle Zulieferer der behandelten Produzenten und Händler mit ein, scheint kein Thema.
    Gutscheine werden beklatscht, und dem alten »Quantität vor Qualität« ein Hintertürchen aufgemacht. Geiz ist halt doch geil, wenn sich das eigene Ego im Schnäppchenwahnsinn suhlen darf.
    Kaufen statt Denken – das wird die Welt retten.

    Den »Produktguide« der Utopia AG hatten wir bei seiner Einführung intensiver beleuchtet (http://tinyurl.com/ydmvpr6).

    Über den Trend Konventionen in Bio zu packen, hat sich Sina Trinkwalder gerade im manomama-Blog echauffiert (http://tinyurl.com/4lwlmuz).

    • @Utopia Watchblog: Natürlich “wird die heile Einkaufswelt nicht durch (ökokorrekten) Konsum gekittet.” Um “Kitten” kann es hier auch nicht gehen, sondern um ein langsames, stärker werdendes Umdenken in Bezug auf das eigene Handeln und den eigenen Konsum. Hierin liegt der Mehrwert all dieser Start-ups, die dir – so lese ich heraus – nicht “radikal” genug sind sondern im Mainstream haften bleiben. Da weder Rom in einer Nacht erbaut wurde noch die Masse über Nacht zum Öko- und Nachhaltigskeitsprofi erzogen wird, braucht es diese kleinen aber feinen Ansätze. Utopismus muss schließlich irgendwie mit der Realität zusammentreffen.

  2. Und was ist mit InteriorPark. (www.interiorpark.com)? Unsere Plattform präsentiert im integrierten Online Shop die besten Design Möbel und Wohnaccessoires – alle hergestellt auf der Basis von Ökologie, Nachhaltigkeit und Recycling. Außerdem bietet wir professionelle Beratung und Planung für Architektur, Innenarchitektur, Innenausstattung und Umbauten. Dazu haben wir ein Angebot an spannenden Materialien für Wand, Decke und Boden. Das ist bisher in dieser Kombination einzigartig im Web!



  3. TheRiddler

    _Das ist bisher in dieser Kombination einzigartig im Web!_

    Ja, ja… so einzigartig wie der Name Andrea.

  4. Die Jungs von MyMüsli haben auch von Anfang an auf Bio-Produkte gesetzt!



  5. Julia

    Mir fällt da noch Grünspar aus Münster ein: http://www.gruenspar.de/



  6. Erbsenzähler

    Was man noch zu “Öko-Startups” sagen kann ist dass die Preise utopisch und völlig übertrieben sind. 3000 euro für ne bambus-couch mit filzbezug (interiörpark).

    Öko, zu übertriebenen Preisen. Da nehm ich “Nicht-Öko” doch liebend gern in Kauf. Egal ob man mir jetzt vorwirft ich würde kleine asiatische Babies ausbeuten.

    Für Produkte aus Deutschland muss man die kleinsten Preise verlangen damit man mal was verkaufen kann sonst gilt es ja sofort als WUCHER. Und bei Produkten aus Asien und Co muss der Preis so hoch sein da man ja niemanden ausbeuten will.



  7. hempstar

    das wäre doch mal eine vision. die samwer-bande gründet ein echtes globales Öko-Startup, das kein Copy-Cat ist, wird glücklich damit und bleibt dabei ganz ohne Exit und der Planet wird gerettet.



  8. Basti

    Mir fällt noch das Modelabel Preciosa ein ( http://www.preciosa-fairtrade.de).

    Es handelt sich dabei um ein junges Label aus Hamburg für Fairtrade-Kindermode.

  9. Hallo! Wie Basti schon netterweise geschrieben hat, sind wir ein junges Modelabel aus Hamburg. Unsere Baby- und Kleinkindertextilien sind aus rein biologischer und GOTS-zertifizierter Baumwolle und unter fairen Bedingungen hergestellt (sie tragen das Fairtrade-Siegel). Freut euch auf unsere Sommerkollektion, welche im April frisch rein kommt! Dann erhältlich bei uns im Shop http://www.preciosa-fairtrade.de

  10. Man kann ja bei diesen ganzen Ökosachen stets geteilter Meinung sein aber irgendwo muss man letztlich auch feststellen, dass Ökologie und Nachhaltigkeit für die breite Masse nur über Kommerz funktioniert. Dass dabei auch geschummelt wird und Geld in falsche Kanäle gerät ist wohl ein notwendiges Übel. Insofern muss man solche Startups denke ich stets willkommen heißen, zumindest solange die Ökoseite halbwegs glaubwürdig ist.



  11. Vik

    ich finde es eine frechheit, wie viele start-ups sich als nachhaltig verkaufen wollen, nur um einen nischenmarkt zu bekleiden! ein beispiel: interiorpark verkauft mousepads aus echtem leder! leder ist nie und nimmer nachhaltig, da aus massentierhaltung, dem hauptverursacher aller weltprobleme (zB klimawandel, welthunger)!tut mir leid, aber das ist nicht nachhaltig sondern höchstens greenwashing! es geht auch anders! wenn man sich schon öko verkaufen will, dann bitte auch erst nachforschen, was nachhaltigkeit bedeutet!!!



  12. marc

    @Utopia Watchblog
    außer Werbung für deinen dubiosen Blog kommt hier von dir wenig sachliches rüber. Finde es ja immer wieder amüsant, dass der mob lieber auf projekte eindrischt, die versuchen dinge zu verändern, als konventionelle Unternehmungen zu kritisieren oder gar eigene Alternativen zu bieten. Du bist also veganer Selbstversorger, der seine Pullis selber strickt? “Shoppen ist für Doofe” – meine Güte, das hat Niveau… Lern mal fundamentale Kapitalismuskritik (so berechtigt sie auch sein mag) von schrittweisen Lösungen in bestimmten Bereichen zu trennen.

  13. Endlich ein trend von dem wir alle etwas haben :)

  14. http://www.green-your-life gehört eigentlich auch auf die Liste…

  15. http://www.riotcreations.com

    Onlineshop für Mode.
    “RiotCreations ist der Online Shop für FashionActivists und Streetwear Fans: Hier gibt es angesagte Design T-Shirts von unabhängigen Designern, Basicshirts, Poloshirts und T-Shirts für Babys.
    Fair hergestellt und aus Bio-Baumwolle.”



  16. Erbsenzähler

    Jeder Bordellbetreiber kann wohl nachhaltiger sein, als eine Suchmaschine die ihre suchergebnisse von bing und die anzeigen von yahoo nimmt….

  17. @Yvonne: Vielen Dank für den Nachtrag!
    Was die Themen ökologisch, nachhaltig, recycelt, fair etc. angeht, ist die Definition manchmal sehr fein und natürlich auch streitbar. Ist ein Produkt, was lediglich lokal hergestellt wird, bereits nachhaltig? Ist ein Produkt aus biologisch angebauten Rohstoffen, aber in China produziert, nachhaltig? Und ist ein Mousepad aus pflanzlich gegerbtem Leder nachhaltig? Diese Fragen und wo seine persönliche Grenzen liegen, muss wohl jeder für sich persönlich entscheiden. Wir versuchen zu zeigen, dass öko auch Style haben kann und der kostet mit oder ohne öko meistens etwas mehr Geld.

  18. Zunächst muss man doch sagen, dass es wundervoll ist wie viele Menschen sich für den “öko, fairen & sozialen Markt“ engagieren. Ich sage mal mit Absicht nicht “nachhaltig”, da ich immer wieder bemerke wie problematisch dieses Wort doch ist. Was bedeutet denn eigentlich Nachhaltigkeit? @Andrea hat es ja auch schon ganz hübsch beschrieben. Ist etwas fair, weil es innerhalb der EU produziert wurde? Aus biologischem Anbau, aber aus China kommt? Ab wann ist etwas nachhaltig? @Vik: ist man ein schlechter Mensch, weil man Fleisch ist? Soll man die übriggebliebene Haut lieber wegschmeißen? Oder ist es nicht doch auch sinnvoll das sogenannte „Abfallprodukt“ weiter zu verwerten und wäre es nicht sogar verwerflich, wenn man es nicht tut? Aber ich gebe Dir natürlich recht, wenn man extra viele Tiere halten muss, um möglichst viele Produkte aus Leder herzustellen. Nein, das ist natürlich nicht in Ordnung und schädigt ungemein die Umwelt. Mehr, als viele wissen. Aber doch finde ich, dass Produkte aus Leder sogar „nachhaltiger“ sind, als Stoff, da in der Regel z.B. Ledertaschen eine höhere Lebensdauer haben, als Stofftaschen. Die Frage ist doch „wieso muss der Mensch“ immer so übertreiben? Die Verschwendung ist doch der Motor für so viele Probleme, die wir haben. Warum gibt es z.B. in der Mode einen ständigen Saisonwechsel? Wir als Konsument und aber auch als Händler werden quasi dazu genötigt ständig neu zu kaufen. Ich denke auch hier sollten wir uns alle mal an die Nase fassen. Denn ist es nicht nachhaltiger, lieber Basics zu tragen und Mode, die man auch morgen mag? Man hat ja auch immer die Möglichkeit, seine Stücke zu modifizieren oder sie anders zu kombinieren. Tja, das ist doch alles irgendwie Definitionssache und bleibt wohl jedem selbst auch überlassen, wie er etwas tun möchte, um die Umwelt zu schonen. Und sei es durch Greenwashing. Denn ich finde auch ein bisschen ist zumindest schon einmal ein Anfang. P.S. @Erbsenzähler: Schon mal die ganze Philosophie gelesen und Dich wirklich mit der Suchmaschine „Ecosia“ auseinander gesetzt? ….tja, das ist doch alles http://www.definitions-sache.de wo wir dann bei unserer Seite sind, wo sich die Frolleins ebenfalls mit dem öko, fairen & sozialen Markt auseinander setzen.

  19. @Yvonne Ortmann
    Es geht mir keineswegs, um eine Kritik an der Zielformulierung: einer Verhaltensänderung der Konsumenten.
    Allerdings empfinde ich die »Optimierung« des Konsums in Richtung »mehr« Nachhaltigkeit als befremdlich. Ich teile hier Michael Braungarts (z.B. in der FAZ: http://tinyurl.com/7bsga8 ) Auffassung, dass dies eine Verschlimmbesserung darstellt. Auch der deutschen »Naturverliebtheit« stehe ich mit Skepsis gegenüber. Da fehlt mir z.B. bei einem, wenn auch ökogegerbten, »Leder-Mousepad« doch noch der Gedanke beim von Dir eingeforderten Umdenken und zwar sowohl beim Konsumenten, wie auch beim Produzenten und Hersteller.
    Wünschen würde ich mir mehr Berichte über Hersteller, fände ich schlichtweg spannender als eine Aufzählung von Internetversandhäusern, deren Innovation lediglich in der Auswahl mehr oder minder nachhaltiger Produkte besteht. Im Sinne eines Start-Ups, welches Alleinstellungsmerkmal bieten mir die vorgestellten Unternehmen sonst? Wenn wir den Fokus von ds mit einfließen lassen, Internet-Gründungen, und die Auswahl für den Artikel, Online-Shops, zu Grunde legen,
    was macht die erwähnten Shops interessant? Ist das Interface der Shopanwendung nutzerfreundlicher, ist die eigene Nachhaltigkeit (ökologisch, sozial, ökonomisch) berichtenswert?

    Der Titel des Artikels verspricht viel, »Boom der Öko-Start-Ups«, heißt es. Gemeint ist natürlich die schiere Masse der Neugründungen, nicht deren Qualität.
    Betrachten wir exemplarisch die Utopia AG in Sachen Nachhaltigkeit (ökologisch, sozial, ökonomisch).
    Wie erwähnt haben wir den »Produktguide«, ein Affiliate-Shopsystem, bei der Einführung besprochen, und mussten feststellen, dass die vermeintlichen Öko-Produkte vor Einstellung in das Shopsystem nicht geprüft werden, was vom Start weg dazu führte, dass nicht ökologisch produzierte Waren im Shop auftauchten. Der Mehrwert des Öko-Shops tendiert mangels Verlässlichkeit somit gegen Null.
    Die PR für Greenwasher wie Henkel, Entega, Telekom… lässt an dem Anspruch ökologischer Nachhaltigkeit zweifeln
    (Auch hierzu haben wir einzelne Artikel recherchiert).
    Die soziale Verträglichkeit der Utopia AG leidet unter den Mindereinnahmen, was sich in der Team-Aufstockung mittels Praktikanten zeigte (http://tinyurl.com/yzeaaw8).
    Auch beim sozialen Aspekt der Nachhaltigkeit gibt es also Punktabzüge.
    Bleibt die Ökonomie.
    Claudia Langer versichert wiederholt, dass die Utopia AG auch im dritten Jahr nach Gründung, immer noch nicht wirtschaftlich arbeitet (das letzte mal in der Schrot & Korn 01/2011, http://tinyurl.com/45mc7py ; unser Kommentar: http://tinyurl.com/29ahgaf).
    Das Unternehmensziel, mit den Gewinnen der Utopia AG die eigene Utopia-Stiftung zu finanzieren, kann als gescheitert angesehen werden (http://tinyurl.com/25d4fog). Anfang des Jahres ruft Frau Langer zu Spenden für die Stiftung auf, da die Utopia AG selbst die Aufwendungen nicht erbringen kann.
    Soviel zum »Boom« im Allgemeinen und der Nachhaltigkeit der Utopia AG im Speziellen. Natürlich ist dies nur eine Ausschnitt. Z.B. betreibt die Utopia AG ihre Server mit Ökostrom. Die Frage besteht jedoch was bleibt unterm Strich.

    Natürlich ist es wichtig nicht in einer Nische zu vegetieren sondern im Mainstream zu agieren, doch wie soll gerade ein Nischen-Portal oder Nischen-Shop (ausschließlich Öko-Produkte) diesen Schritt befördern?

    Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, und auch Verhaltensänderungen kommen nicht über Nacht. Zudem, da stimme ich zu, sind kleine Schritte ein guter Einstieg in die Thematik der Nachhaltigkeit. Trotzdem sollten wir die Messlatte nicht zu tief hängen, sondern an den Anforderungen ausrichten die wir selbst formuliert haben.
    Wenn wir unsere Aktivitäten auf den eigenen Konsum beschränken, und den Konsum nicht als solchen in Frage stellen, werden wir die Welt nicht retten (auch wenn Braungarts Auffassung das in Aussicht stellt).
    Wir leben, momentan, auf Kosten Anderer und der Zukunft – wir sind realitätsfremd.

    @marc
    Schade, dass Du Dich in der, zugegebener Maßen populistischen, Überschrift so verbeißt.
    Ich kritisiere durchaus konventionelle Unternehmen, z.B. die Utopia-Partner Henkel (http://tinyurl.com/ylh4jbb ), Entega (http://tinyurl.com/3yep4xh ), Krombacher (http://tinyurl.com/33ctr29 )…
    Bzgl. der eigenen Alternativen:
    Soweit ich, als Designer von Printprodukten, mit der Herstellung betraut werde, produziere ich Druckmittel in ökologisch/fairer Produktion. Falls Du Empfehlungen für Druckereien im Raum Berlin brauchst, ruf einfach an.

    Parallel betreibe ich den Nachhaltigkeitsstammtisch Berlin, zusammen mit Glocalist Medien (www.glocalist.com ) und dem Blog Politischer Konsum (http://www.politischer-konsum.de ), die Betreiber von Letzterem sind allerdings momentan stark in ihrem neuen Start-Up LokalFairKauf (http://www.lokalfairkauf.de ) eingebunden.
    Und ja, der Stammtisch ist gekoppelt an ein vegan/vegetarisches Frühstück.
    (Nein, ich bin kein Veganer, und, in der Stadt wohnend, auch kein Selbstversorger. Ich besitze keine »Pullis« und habe keine Kapitalismuskritik betrieben.)
    Eine Konsumismus-Kritik halte ich jedoch für sinnvoll (wenn ich auch keine in meinem Kommentar formuliert habe).



  20. marc

    @Utopia Watchblog
    WOW! Eine echte Glanzleistung, die im Artikel vorgestellten Start-Ups zu kritisieren weil ihre “Innovation lediglich in der Auswahl mehr oder minder nachhaltiger Produkte besteht” und dann mit lokalfairkauf.de dein Startup zu bewerben, dessen Innovation (huch!) – in der Auswahl mehr oder minder nachhaltiger Produkte besteht (schön auch die “Nachhaltige Finanzberatung…”). Wenn du dir vor deiner Pauschalkritik mal die Mühe gemacht hättest dir die vorgestellten Seiten anzusehen, wäre dir vielleicht aufgefallen, dass viele von ihnen strenge Kriterien bei der Produktauswahl anlegen.
    Woher kommt eigentlich dein aus jedem Kommentar durchscheinender Hass auf Utopia? Persönliche Kränkung?
    Und wer hat dich dazu erwählt die Messlatte für Nachhaltigkeit zu bestimmen? Du wünscht dir mehr Berichte über “Hersteller” statt über Start-Ups bei deutsche-startups.de? Das ist schön für dich…
    (BTW “Shoppen ist für Doofe” ist für mich Anti-Konsumismus und damit Kapitalismuskritik im weiteren Sinne, obwohl da dann doch ein Mindestmaß an Intellektualität im Diskurs mitschwingen sollte..)

  21. Moin aus der Umwelthauptstadt 2011, wir von http://www.umwelthauptstadt.de freuen uns natürlich sehr, dass die Nachhaltigkeits-Bewegung immer größer wird und der Markt auf beiden Seiten (Anbieter, Käufer) wächst – das zeigt, dass die Konsumenten immer mehr Achtung vor der Natur, tierischem Leben und den Ressourcen der Erde haben.
    Umwelthauptstadt.de ist das erste und einzige unabhängige Umweltportal zum Europäischen Thema Umwelthauptstadt/Green Capital.
    Was macht umwelthauptstadt.de?
    Wir geben den Menschen und den Unternehmen die Möglichkeit ihre Meinung zu äußern, ihre Ideen und Innovationen vorzustellen und den Markt alternativer Produkte und Dienstleistungen attraktiver und verständlicher zu machen. Viel Wert legen wir auf die Bürgerbeteiligung, hierzu stehen auf der Plattform mehrere interaktive Möglichkeiten zum Austausch untereinander zur Verfügung.
    Obwohl es uns erst seit Mitte/Ende letzten Jahres gibt, unterstützen bereits viele Unternehmen unsere Vorhaben und zeigen damit, wie wichtig nachhaltiges Handeln mittlerweile ist. Wir freuen uns über jede Meinung, Anregung und Idee von euch!
    Grüne Grüße aus der Umwelthauptstadt



  22. Tatiana

    Hier noch 3 grüne startups:
    http://www.consumenatural.com
    Ein grünes Print-Magazin für Frankfurt Main und Umgebung. Kommt im Laufe des Jahres 2011 auf den Markt. Vollgepackt mit interessanten stories und Fotos in und um Frankfurt.
    http://www.HumanAnimalfactory.com
    Das grüne Portal, hier finden User interessante Berichte und nachhaltige Anbieter in ihrer Naehe.
    http://www.gruenenetzwerker.de
    Für alle nachhaltigen Unternehmen, let’s connect.



  23. Tatiana

    Sorry, wegen Doppelposting. Das 1. bitte loeschen. Dachte es haette beim 1. Mal nicht geklappt. War keine Absicht.

  24. @marc
    LokalFairKauf ist nicht »mein« Startup, ich bin auch nicht wirtschaflich mit den Machern verbandelt. Ich bin und habe kein StartUp.

    Ich habe auch keine Pauschalkritik an den vorgestellten Unternehmen geäußert.

    Ich hasse Utopia auch nicht, sie bieten aber häufig die Möglichkeit zu erkennen, wie man Dinge nicht angehen sollte.

    Niemand hat mich berufen die Meßlatte für Nachhaltigkeit zu bestimmen. Das mache ich für mich und Du für Dich, bei mir muss man halt stabhochspringen und bei anderen nur hürdenlaufen.

    Ich wünsche mir nicht mehr Berichte über Hersteller »statt« über Startups auf DS, sondern mehr Berichte über Hersteller »als« Startups, speziell im BtoB-Bereich – und das ist nur eine Bitte.

    Für mich sind Konsum und Kapitalismus, sowie die Kritiken an beiden, nicht zwingend miteinander verbunden.

  25. Da haben die Grünen ja mal wieder allen gezeigt, wie es funktioniert! Und der fiese Einwohner ist nicht so einfach zu manipulieren, wie es die Politiker in Berlin sicherlich haben wollten. Aber was ist passiert? Die Mehrzahl der Bürger hält den Anti-Atomkraftwerk-Kurs der Regierung für plumpe Wahlkampftaktik und genau deshalb haben etliche Bürger in Baden-Würrtemberg das Original gewählt: Das Bündnis 90. Und was sagt uns das? Liebe Politiker, ihr müsst euch schon etwas mehr anstrengen und uns auf keinen Fall für dumm halten – wir können ganz genau erkennen, was eine nachhaltige eigene Position ist und wer sein Fähnchen bloß in den Wind hält. Da können Parteien wie die CDU so viele Aufkleber bei fairposter.de ausdrucken wie sie wollen, es nützt nichts.

  26. http://www.use-again.de

    Shop rund um wiederverwendbare Produkte.

  27. Wir finden, unser Shop würde auch ganz gut dazu passen. Wir bieten Bio Babykleidung und Babyspielzeug auf http://www.naturspross.de an!



  28. Richard Pehl

    http://www.derfrischelieferant.de
    Online Wochenmarkt für frische, regionale und handwerklich hergestellte Lebensmittel mit eigenem Lieferservice in der Region Ingolstadt.

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