Sellaround macht Widgets zu Mini-Shops

Ein hohes Ziel: Das junge Start-up Sellaround (www.sellaround.net) will den Social Commerce in Deutschland auf die nächste Stufe heben. Über den virtuellen Marktplatz kann jeder seine Produkte empfehlen, weiterverbreiten und verkaufen. Der zentrale […]
Sellaround macht Widgets zu Mini-Shops

Ein hohes Ziel: Das junge Start-up Sellaround (www.sellaround.net) will den Social Commerce in Deutschland auf die nächste Stufe heben. Über den virtuellen Marktplatz kann jeder seine Produkte empfehlen, weiterverbreiten und verkaufen. Der zentrale Punkt ist ein kleines Fenster: Nutzer erstellen Widgets mit ihren Verkaufsprodukten, die sich so in sämtliche Medien wie Blogs, soziale Netzwerke oder andere Webseiten einbauen lassen und sich viral verbreiten. Die Fensterchen sind Werbebanner und Mini-Shop mit integriertem Bezahlprozess in einem. Andere User, die sich am Weiterverkauf des Produktes beteiligen, erhalten Provisionen.

Social Commerce gilt im Internethandel als das Zukunftsmodell schlechthin. “In Deutschland wird allerdings mehr der Bereich \’Empfehlungsmarketing\’ und weniger der kommerzielle Aspekt betont – wir setzen den Akzent anders”, erklärt Geschäftsführer Adrian Thoma. Sellaround wendet sich an drei Zielgruppen. Professionelle Verkäufer haben die Möglichkeit, ganze Produktpakete per Massen-Upload viral zu verbreiten. Kleinkünstler wie Musiker und Autoren können ihre Werke bekannt machen und gleichzeitig verkaufen, ohne dass der Umweg über die eigene Webseite nötig ist. Nutzer verdienen daran, dass sie interessante Produkt-Widgets viral verbreiten. Sie können bei Sellaround gezielt nach Produkten oder Marken suchen, die sie per Widget in ihren Blogs und Webseiten einbauen möchten – oder bei Facebook, Twitter und Co posten. Verkäufer legen die Provisionen für ihre Resell-Aktionen selbst fest. Damit ist Sellaround ein Affiliate-Modell, das laut Thoma “besser funktioniert als jede Google Adsense Kampagne.”

Ungute Vermischung von Freundeskreis und Verkaufsabsichten

In den USA fährt Vorreiter Payvment (www.payvment.com) eine ähnliche Strategie, allerdings als reine Facebook-App und nicht widgetbasiert. Noch ähnlicher ist tinypay.me (www.tinypay.me), bei dem Nutzer fremde Produkte auf ihrem Marktplatz anbieten. Das Alleinstellungsmerkmal von Sellaround ist die Widget-Ausrichtung. Die Produktfenster können ähnlich wie YouTube-Videos medienneutral überall eingebettet werden: “Das Produkt soll schließlich zum Kunden kommen und nicht umgekehrt!” Mit dem Konzept hat Sellaround noch einiges vor: Anfang dieses Jahres sollen Verkäufer auch digitale Produkte wie MP3s viral vermarkten können. Mitte des Jahres soll ein App-Store folgen, in dem Nutzer verschiedene Aktionen freischalten können, zum Beispiel die Groupon-Funktion: Die Widget-Produkte werden erst dann freigeschaltet, wenn beispielsweise fünf potentielle Käufer ihr Interesse bekundet haben. Oder: Ab 50 “Likes” bei Facebook – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ein Problem kann allerdings auch dieses Konzept nicht lösen: die ungute Vermischung von Freundeskreis und Verkaufsabsichten.

Seit Mai 2009 schreibt Yvonne für deutsche-startups.de Gründerportraits, Start-up-Geschichten und mehr – ihre besondere Begeisterung gilt Geschäftsideen mit gesellschaftlich-sozialer Relevanz. Sie tummelt sich auch im Ausland – immer auf der Suche nach spannenden Gründerpersönlichkeiten und Geschäftsideen.



  1. Stephan

    “Ein Problem kann allerdings auch dieses Konzept nicht lösen: die ungute Vermischung von Freundeskreis und Verkaufsabsichten.”

    Ganz richtig, und deswegen werden all diese Konzepte keine Mainstream-Applikationen werden. Aber solange das Geschäftsmodell stimmt, kann es ja auch mit einer “kleinen” Anzahl an Nutzern passen…

  2. Aber reicht diese kleine Anzahl, um damit ein Unternehmen zu finanzieren?

  3. Pingback: SocialMediaCuts



  4. Ulli

    Die Gefahr ist glaube ich auch groß, dass es später heißt “Ich habe auf deinem Blog ABC das Produkt XYZ bestellt und es wurde nicht geliefert, ist defekt, möchte ich umtauschen etc.”, da man als eigentlicher Verkäufer angesehen wird. Ich glaube es wird oft vergessen, dass die ganz große Mehrheit der Internetnutzer eben NICHT alle Zusammenhänge im Hintergrund erkennen und so z.B. ein Widget auf einem Blog von einer ganz anderen Seite stammt. Aber die Verkäuferliste ist ja schon gut gefüllt, Interesse ist wohl auf jeden Fall vorhanden.



  5. DaWoe

    ein blick auf diese seite lohnt sich – anscheinend ist sellaround auch rechtlich mehr als problematisch – also eher eine anwendung für mutige die auf abmahnungen stehen ;)

    http://netzwertig.com/2011/01/05/sellaround-net-onlineshop-in-widget-form/

  6. Im Artikel von Netzwertig wird auf diesen Bericht verwiesen:

    Sind Homepage-Baukasten Online Shops rechtlich sauber?

    http://www.websitetooltester.com/news/homepage-baukasten-online-shop-recht/

  7. “Ein Problem kann allerdings auch dieses Konzept nicht lösen: die ungute Vermischung von Freundeskreis und Verkaufsabsichten.”

    Das muss auch nicht sein und ist nicht immer der Ansatz von Verkauflösungen in Social Media. Wir (shopshare) pflegen zumindest die gedanke es den Facebookuser (ohne Freunde) interessant zu machen auf eine Facebookseite einkaufen zu gehen weil er als Fan und individu Vorteile bekommt über nicht-fans oder gegenüber den normalen Webshopangeboten.

    Wenn er etwas kauft wählt er selbst ob er dies seine Freunden kundtün möchte oder nicht.

    Der Vorteil für den Shopbetreiber ist eindeutig die Fangewinnung und erst i zweiter Instanz dei möglichkeit das seine Angebot Viral werden.

  8. Pingback: Sellaround.net: Onlineshop in Widget-Form | Aus der Praxis für die Praxis

  9. Pingback: 10 brandneue Start-ups, die man im Blick behalten sollte – April 2011 :: deutsche-startups.de

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