Abgang: Patrick Ohler und Fabian Jager, die Gründer des sozialen Netzwerkes wer-kennt-wen.de (www.wer-kennt-wen.de), verlassen ihr Start-up Ende August. Vor vier Jahren hob das Duo in Koblenz das Social Network aus der Taufe. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich wkw, wie die Plattform von ihren Nutzern genannt wird, vom Stadtgespräch zum Regionalchampion und schließlich zu einem der erfolgreichsten Netzwerke in Deutschland – mit zuletzt 8,28 Millionen Unique Visitors im Monat (AGOF). Anfang 2008 beteiligte sich das Medienunternehmen RTL an wer-kennt-wen.de – zunächst mit 49 %. Ein Jahr später übernahm der TV-Sender das Start-up dann komplett. Insgesamt zahlte RTL rund zehn Millionen Euro für wer-kennt-wen.de.

Auf Wiedersehen: Patrick Ohler und Fabian Jager (r.) verlassen wkw
“Wir sind stolz darauf, nach nunmehr vier Jahren ein Unternehmen übergeben zu können, das seit einiger Zeit profitabel und damit wirtschaftlich erfolgreich ist”, sagt Jager. Mitgründer Ohler ergänzt: “Seit der Idee zu wer-kennt-wen.de im Sommer 2006 konnten wir mit Begeisterung miterleben, wie sich die Plattform und ihre Nutzerschaft rasant bis hin zu 8,5 Millionen registrierten Mitgliedern – und damit jedem zehnten Deutschen – entwickelt hat. Es war eine ereignisreiche und lehrreiche Zeit für uns”. Ihrem Baby bleiben die Gründer zumindest “in beratender Funktion verbunden”. Was das Duo sonst plant, ist bisher nicht bekannt. Bei wer-kennt-wen.de übernimmt nun Sönke Strahmann, seit Anfang 2008 Leiter Marketing & Finanzen sowie Mitglied der Geschäftsleitung des sozialen Netzwerkes, das Kommenado – allerdings nur kommissarisch, bis ein Nachfolger gefunden ist.
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Kommentare
nach abzug der steuern bleiben rund 2.5 mio für jeden ca
kann man als ok bezeichnen aber für richtiges livestyle reicht das geld nicht aus –
alleine durch inflation ist das geld in 20 jahren die hälfte weg
verspekuliert es bloß nicht :)
Kommentar von borg 26. August 2010 @ 11:54Ja wie jetzt, keine Grinse Fotos mehr von den beiden wenn man sich einloggt?
Ist vielleicht auch besser so, Facebook trampelt im Moment eh alles platt.
@borg Die Probleme hätte ich auch gerne ;-)
Kommentar von Dieter M. 26. August 2010 @ 12:14Ich glaub, die wenigsten Leute sitzen nach so einem Erfolg auf ihrem Arsch rum und verprassen einfach ihre Millionen. Selbst wenn man unterstellt, dass sie’s nur fürs Geld gemacht hätten: Wer will in dem Alter schon in Rente gehen?
Aber selbst wenn, man kann auch schon von einem Vermögen von 2,5 Millionen EUR ziemlich gut leben, ohne jemals wieder arbeiten zu müssen.
Kommentar von Bjoern Wilmsmann 26. August 2010 @ 12:32Gratulation an Fabian und Patrick !
Es ist wirklich erstaunlich, was diese beiden Jungs, aus einer Idee, welches in der Uni-Mensa geboren entstanden ist trotz der vielzahl der Communities, gemacht haben.
Hut ab !
Die zentrale Frage, die Ich mir immer wieder stelle ist, wie es wer-kennt-wen.de schaffen konnte und andere nicht.
Leider konnte Ich diese Frage bislang nicht erschöpfend beantworten.
Kommentar von Sedat Özdemir 26. August 2010 @ 12:57“bis hin zu 8,5 Millionen registrierten Mitgliedern”
und wieviele davon sind noch aktiv? 10%?
wkw ist bis ende des jahres geschichte…
Kommentar von mike 26. August 2010 @ 13:31Profitabel? Ja,nee is klar! Wenn man nichts mehr in die Weiterentwicklung der Seite investiert und nur noch ein paar Werbeeuros herauszieht, ist man schnell profitabel. Das Problem ist nur, dass man in naher Zukunft dann auch schnell komplett vom Markt verschwunden ist.
Inzwischen dürfte ja wohl jedem klar sein, dass eine Seite wie wkw niemals langfristig gegen Facebook bestehen kann. Ich frage mich nur, warum RTL nicht schon längst Verknüpfungen mit Clipfish, RTLnow etc. hergestellt hat, um sich von Facebook zu differenzieren.
Wenn man sich auf der anderen Seite die aktuellen Zahlen von RTL ansieht (EBITA der RTL Mediengruppe Deutschland im 1. HJ 2010 in Höhe von 257 Mio. Euro) erkennt man, dass wkw im Konzern nur eine untergeordnete Rolle spielt und der Kaufpreis von 10 Mio. ggf. einfach abgeschrieben werden kann.
Nichtsdestotrotz Glückwunsch an Patrick und Fabian! Die oben beschrieben Probleme sind nun die von RTL ;-)
An dieser Stelle passt wohl die Aussage von Ehssan Dariani auf die Frage, ob man mit StudiVZ auch Geld verdienen könne: “Aber natürlich! Indem man es verkauft!”
Kommentar von Johannes 26. August 2010 @ 13:39Glückwunsch zu dem DEAL und dem schnellen Exit nochmals. WKW hatte einfach seine Zielgruppe und man wird sehen, wie es weitergeht!
Kommentar von Thomas 26. August 2010 @ 13:51Erstaunlich ist allerdings, wie es Sedat Özdemir zuvor schon anklingen ließ, dass die beiden trotz der immensen Konkurrenz großen Erfolg mit http://www.wer-kennt-wen.de hatten. Hier wäre es doch sehr interessant die Gründe für die gute Umsetzung und den Erfolg zu erfahren.
Die Idee selbst halte ich für nichts besonderes, doch der erzielte Erfolg und die gewonnenen Mitglieder aufgrund der hohen Sichtbarkeit und der Mundpropaganda sind absolut bemerkenswert.
Besonders interessant wäre es auch, die Motivation bzw. das Motiv von RTL einmal zu erfahren. Mit welchem Hintergrund wurden hier 10 Millionen ausgegeben? Spannende Frage wie ich finde, nur scheint leider keinerlei Information bezüglich der Strategie von RTL durchzudringen.
Kommentar von J. Weber 27. August 2010 @ 05:34langsam, langsam, 10m war die Investition – NICHT der Kaufpreis an die Gründer.
Der dürfte doch wesentlich niedriger liegen.
Kommentar von willi 27. August 2010 @ 09:25Es gibt nicht immer direkte Erklärungen warum die einen Erfolg hatten und die anderen nicht. Wie immer im Leben bedarf es des “Quentchen Glücks” oder auch Schicksal genannt. Ist das gleiche warum Lars Hinrichs sagt, er wird den XING Erfolg nicht noch mal schaffen. Das sagt er, weil er weiß, dass er sehr viel Glück hatte. Wenn Erfolg immer programmierbar und glücksunabhängig wär, dann könnte einer wie Hinrichs ja ein Top-Unternehmen nach dem anderen aufbauen.
Kommentar von Schmied 27. August 2010 @ 10:24@ J.Weber: Ich glaube nicht, dass RTL eine bestimmte Strategie für wkw gehabt hat. Die haben wahrscheinlich das enorme Wachstum von social networks in der Anfangszeit gesehen und von höherer Stelle kam dann der Auftrag an RTL Interactive “In diesen Markt müssen wir rein! Tut was!”. Da studiVZ bereits zu groß und zu teuer war und facebook unerreichbar schien, blieb wahrscheinlich nur wkw übrig. Dann gabs bestimmt ne schöne Powerpoint-Präsi vor der Geschäftsleitung, so nach dem Motto: Gleiche Zielgruppe wie RTL, blabla, personalisierte Werbung möglich, blabla, Internationalisierung, blabla, crossmediale Kampagnen, usw.
Dass aufgrund von Netzwerkeffekten der gesamte Markt für social networks ein “The winner takes it all Markt” sein könnte, hat man dabei wohl diskret verschwiegen…
Da wkw zu der Zeit des Investments von RTL dringend Geld brauchte, konnte man vergleichsweise günstig einsteigen. Ich glaube, denen war das Experiment wkw einfach 10 Mio. Wert. Hätte ja auch klappen können. Die 85 Mio., die Holtzbrinck versenkt hat, schmerzen da wahrscheinlich schon mehr :-)
Kommentar von Johannes 28. August 2010 @ 10:43