Schrecksekunde bei brands4friends – Das Versagen der Buchhaltung und die Folgen für das Start-up

Hinter vorgehaltener Hand wird in Berlin seit einigen Wochen intensiv über brands4friends (www.brand4friends.de) gesprochen. Die Gespräche über das Boom-Start-up beginnen immer mit: “Hast du schon gehört?”. Und bei brands4friends hört in diesem Fall […]
Schrecksekunde bei brands4friends – Das Versagen der Buchhaltung und die Folgen für das Start-up

Hinter vorgehaltener Hand wird in Berlin seit einigen Wochen intensiv über brands4friends (www.brand4friends.de) gesprochen. Die Gespräche über das Boom-Start-up beginnen immer mit: “Hast du schon gehört?”. Und bei brands4friends hört in diesem Fall jeder gerne hin, denn fast jeder sieht ein boomendes Unternehmen gerne ein klein bisschen straucheln. Gerade in der Internetszene ist diese Schadenfreude leider weit verbreitet. Im weiteren Verlauf dieser Vier-Augen-Gespräche fallen dann meist die Worte Inkompetenz, Liquiditätsengpass und Notfinanzierung. Ab und an fällt auch der harte Vorwurf Betrug. Die gute Nachricht: Zumindest dies kann man nach aktuellem Stand der Dinge ausschließen.

Doch was ist beim geschlossenen Shoppingclub überhaupt vorgefallen? Dies zu rekonstruieren ist nicht ganz einfach, die Faktenlage ist relativ dünn und die Sachlage äußerst kompliziert. Der Ausgangspunkt der Geschichte ist hingegen klar: Der Grund, dass über brands4friends derzeit getuschelt wird, liegt in der Buchhaltung des Start-ups. Daraus macht das Unternehmen auch keinen Hehl und teilt mit: „Es gab Verzögerungen im Zahlungslauf. Diese konnten wir aber in kürzester Zeit beheben. Die Schwachstelle existiert seit Wochen nicht mehr“. Aber was genau ist dort passiert? In der Buchhaltung von brands4friends wurde offenbar eine Zeit lang massiv geschlampt. “Grob fahrlässig” nennt ein Beteiligter, der nicht genannt werden möchte, die Vorgänge. Wie es scheint, wurden diverse Rechnungen – vermutlich von Lieferanten – nicht erfasst und konnten somit auch nicht beglichen werden.

Buchhaltung wurde stillgelegt

Dies war aber nur der erste Fehler. Der zweite folgte direkt im Anschluss: Kontrollmechanismen für solche Fälle, die man eigentlich vermuten sollte, waren bei brands4friends kaum vorhanden und somit blieben die offenen Forderungen zunächst unentdeckt. Als das Problem dann doch auffiel, wurde die gesamte Buchhaltung stillgelegt und versucht das Problem zu lösen. Dabei wurde in alle Richtungen ermittelt. Eine betrügerische Absicht konnte jedoch nicht festgestellt werden. Das Wörtchen Inkompetenz trifft es eher – sowie Überarbeitung und vielleicht auch Selbstüberschätzung. Die verantwortliche Person arbeitet inzwischen nicht mehr für brands4friends.

Probleme in der Buchhaltung gibt es in dieser oder ähnlicher Form sicherlich auch in anderen jungen Unternehmen. Es gibt immer wichtigere Dinge, die man erledigen kann, als Rechnungen zu bezahlen. Hier zeigt sich, wie wichtig die Auswahl von fähigen Mitarbeitern für die Buchhaltung ist. Zudem zeigt sich an dieser äußerst unschönen Geschichte, wie wichtig der Aufbau von Kontrollmechanismen in einem Unternehmen ist – gerade in einem schnell wachsenden. Erstaunlich ist, dass dies alles bei brands4friends passieren konnte. Die junge Firma mit ihren prominenten Investoren und ihren über 200 Mitarbeitern machte und macht nach außen immer einen höchst professionellen Eindruck. brands4friends ist aber – trotz seiner Größe – noch immer ein Start-up. Und in Start-ups entstehen bestimmte unternehmerische Strukturen meist erst ganz langsam.

Nicht jedes Gerücht glauben

Zum Glück für die junge Firma flog das Missmanagement noch einigermaßen rechtzeitig auf. Während der Ursachenforschung war die Buchhaltung von brands4friends aber stillgelegt. Während dieser Zeit wurden dann auch weitere Rechnungen nicht bedient. Das Unternehmen versichert in diesem Zusammenhang, dass alle Schritte den Partnern offen kommuniziert wurden. Dennoch tauchten schon bald – teilweise üble – Gerüchte über den Fortbestand des Unternehmens in der Szene auf. Der Wahrheitsgehalt dieser Äußerungen tendierte aber gen Null. Dennoch führte das Problem in der Buchhaltung zu einem anderen großen Problem: Die ausstehenden Forderungen sollen sich schließlich zu einem üppigen Betrag summiert haben. Und dieser wiederum führte – wie mehrere Quellen bestätigen – beim 2007 gestarteten Unternehmen offenbar zu einem extremen Liquiditätsengpass. Der Flurfunk beim Start-up spricht von Millionenforderungen, die nicht beglichen werden konnten. Die kolportierten 14 Millionen Euro stimmen aber wahrscheinlich nicht. Zumal es bei E-Commerce-Firmen immer offene Forderungen gibt. Im konkreten Fall lassen sich dann wohl auch nicht alle offenen Forderungen auf das Versagen der Buchhaltung und die anschließende Untersuchung zurückführen.

Das Ende dieser dilettantischen Episode war eine Finanzierungsrunde, die zu diesem Zeitpunkt garantiert nicht geplant war. Zumal die Bewertung unterirdisch gewesen sein soll. Was vermutlich erklärt, warum alle bestehenden Investoren bei dieser Runde freudig mitgezogen haben. Zuletzt hatte brands4friends noch eine Bewertung von rund 100 Millionen Euro. Der bereits genannte Beteiligte spricht in diesem Zusammenhang sogar von einer “Strafaktion gegen das bisherige Management”. Er geht davon aus, dass die Gründer nun nur noch “äußerst kleine Anteile an ihrem Unternehmen halten”. Der Shoppingclub wurde von Christian Heitmeyer, Constantin Bisanz, Nicolas Speeck und Mario Zimmermann ins Leben gerufen. Im Handelsregister ist eine solche Verwässerung aber noch nicht sichtbar. Das Unternehmen selbst macht aus der Finanzierungsrunde keinen Hehl, nennt aber keine Details. Die Verschiebung der Anteilsverhältnisse kommentiert das Start-up nicht. Auch Mitgründer Bisanz äußerst sich dazu nicht. Mittel und langfristig war bei brand4friends sicherlich noch eine weitere Finanzierungsrunde geplant – zumal das Start-up weiter massiv expandiert. Gerade erst investierte brands4friends mehrere Millionen Pfund in den britischen Shoppingclub Secretsales.

Sergio Dias führt brands4friends künftig

Von Panikmache und aktuten Abgesängen  in Zusammenhang mit brands4friends ist es somit noch zu früh. Das Start-up wandelt sich gerade erst zum ordentlichen Unternehmen. Ein sichtbares Zeichen dafür ist der neue Mann an der Spitze des Shoppingclubs. Sergio Dias heißt die neue Nummer eins bei brands4friends. Der gebürtige Brasilianer war zuvor – jetzt kommen einige lange Titel – President of Millennium the Vodka & Rum Division von Moet Hennessy bei LVMH und Chief Financial Officer Moet Hennessy bei LVMH sowie General Manager für Non-Food Web-Sites bei Carrefour. Zudem arbeitet er im Hintergrund bereits seit über einem Jahr für das Start-up. Dabei kümmerte sich Dias vor allem um Secretsales. Eine solche Spitzenkraft lockt man bestimmt nicht mit lockerer Jungunternehmeratmosphäre nach Berlin. Und in der Hauptstadt arbeitet der Frühaufsteher jetzt an vier Tagen in der Woche. Die restliche Zeit verbringt er in London, wo auch seine Familie lebt. Dort kann Dias weiter ein Auge auf die britische Tochter Secretsales haben. Sein Ziel ist klar: Er will aus brands4friends „ein richtig großes Unternehmen machen“. Einige Kinderkrankheiten, die bei Start-ups normal sind, hat er inzwischen mitbekommen und beseitigt.

In eigener Sache: deutsche-startups.de gibt es auch bei Facebook

Artikel zum Thema
* Shopping-Clubs: Wann Einkaufs-Communitys auch künftig beste Umsatzperspektiven haben
* Exklusiv: Tengelmann zahlt 10 Millionen Euro für den Einstieg bei brands4friends
* Fusionitis: brands4friends schluckt Reiseclub TripHunter

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.



  1. theRiddler

    Liebes DS Team ihr verbreitet hier Neuigkeiten auf Bild Niveau. Man soll nicht jedes Gerücht glauben aber Ihr plappert fliessig drauf los und tragt weiter zu der Gerüchteküche bei.

    Wenn sich bei Brand4Friends Millionenforderungen angelaufen sind, davon ist wohl auszugehen, dann ist da gewaltig was schief gelaufen. Die Entscheidung Forderungen überhaupt nicht mehr zu begleichen kann sicherlich nur aus der Chefetage gekommen sein und ist ne absolute Fehlentscheidung der Flachzangen, der Vertrauenverlust bei den Geschäftspartnern dürfte sicherlich enorm sein. Hört sich nach nem sehr schlechten Management. Naja hat man wohl in BWL und VWL für Dot.Com Kapitalisten so gelernt.



  2. Insider

    Oh man die Story glaubt doch nicht mal meine Oma! Wegen offener Forderungen ein mehrwöchiger Zahlungsstop, um die Belege zu sortieren? Wer’s glaubt wird selig.

    Brands4Friends hat ganz klar ein Profitabilitätsproblem, seit Gründung noch keinen Gewinn gemacht, und deshalb kommt es dann zu einer Notfinanzierungsrunde im sehr niedrigen zweistelligen Millionenbereich, man hörte was von 22 Mio, was ein Witz und in der Tat eine Watschn wäre für das beteiligte Management. Oliver Jung und TEV wussten genau warum sie im Januar das Schiff verlassen haben.



  3. Steven

    Soll das ein Witz sein? Der Buchhalter soll an diese Misere schuld sein? Das ist eindeutig der Fehler der Geschäftsführung. Der angeblich verantwortliche Buchhalter hatte garantiert keine unbeschränkte Zahlungsverfügung. Aber wie bei jedem Start-up mit schlechter Geschäftsführung muß immer ein Bauernopfer für die eigenen Fehler gerade stehen.

    Ich kündige meine Mitgliedschaft bei b4f und lege es allen Menschen in meinem Umfeld nahe.



  4. kopfkratz

    Ich habe ja nur begrenztes Verständnis von Buchhaltung. Aber sind Rechnungen, welche ich noch nicht bezahlt habe nicht Verbindlichkeiten? Forderungen sind doch Rechnungen, welche ich geschrieben habe und die noch nicht bezahlt worden sind.
    Zahlen die Kunden von B4F auf Rechnung? Die Zahlen doch sicher online und sofort. Auf die obige Geschichte würde das doch bedeuten: B4F bekommt weiterhin das Geld von den Kunden, bezahlt aber keine Rechnungen an Lieferanten.
    Was mich jetzt aber total verwirrt… wieso führt sowas bei B4F zu Liquiditätsschwierigkeiten?



  5. Ein Zweifler

    brands4friends hatte “nur” ein Problem mit der Buchhaltung? Kein Wunder, die Suche auf Xing ergibt 0 Treffer bei ‘brands4friends’ & ‘Buchhaltung’ ;-)

    Im Ernst: Aus welcher PR-Schmiede kommt denn dieser Text?



  6. Konstantin

    “Zumal die Bewertung unterirdisch gewesen sein soll.
    Was vermutlich erklärt, warum alle bestehenden Investoren bei dieser Runde freudig mitgezogen haben.”

    Kann mir die Freude bildlich vorstellen…zu 100 Mio investiert, ein paar Monate später auf 22 Mio…da lacht das Investorenherz. Erinnert eher an EM.TV :)



  7. Dieter M.

    Was ist das? Dallas für Arme?

    In den Hauptrollen:
    Larry Hagman als Sergio Dias.
    Patrick Duffy als der “Buchhalter”.



  8. Peter

    Lernt Ihr mal den Unterschied zwischen Forderungen und Verbindlichkeiten! Trotzdem interessante Story. Dass die Buchhaltung schuld sein soll, ist natürlich Blödsinn. Erstens ist Liquiplanung CFO- Thema, zweitens kommt das nicht plötzlich, sondern deutet sich längerfristig an. Vorgeschobene “Probleme” in der Buchhaltung sind auch eine weithin gebräuchliche Ausrede, wenn das Geld knapp wird.
    Die interessantere Frage ist natürlich, warum wird es knapp? Neben mangelnder Profitabilität kommt bei B4F auch Umsatzrückgang in Frage. Das Modell beruht ja auf negativem Working Capital (Kunden zahlen mehr oder weniger sofort, Lieferanten werden nach ein paar Wochen bezahlt). Solange sie wachsen, ist alles toll, die Differenz, aus der sie sich finanzieren wird größer. Das kaschiert auch mangelnde Profitabilität eine Weile. Aber wehe, die Umsätze stagnieren oder fallen gar.



  9. BD

    @Kopfkratz

    Mit Ihrer Frage bezüglich der im Artikel angesprochenen “Forderungen” haben Sie Recht. Aus Sicht des betroffenen Unternehmens handelt es sich selbstverstädlich um Verbindlichkeiten LuL (“Wie es scheint, wurden diverse Rechnungen – vermutlich von Lieferanten – nicht erfasst und konnten somit auch nicht beglichen werden.”).

    Zu Liquiditätsschwierigkeiten kann es kommen, wenn offenen Rechnungen mit hohen Beträgen plötzlich auftauchen und bezahlt werden müssen. Wenn das Unternehmen dann keine flüssigen Mittel zur Schuldenbegleichung hat, kann es unter Umständen in die Zahlungsunfähigkeit rutschen.

    Dass der Autor ständig von “Forderungen” spricht, kann ich auch nicht nachvollziehen. Eine Klärung durch den Autor wäre sinnvoll.

    Dass eine Firma Rechnungseingänge nicht dokumentiert ist fahrlässig. Für solche Fehler haften meiner Einschätzung nach im Falle einer Insolvenz die Geschäftsführer persönlich. Kleiner Tipp: wenns anders nicht klappt, macht eben einer der Geschäftsführung die Post und nicht der unterbezahlte Fibu Praktikant.

    Andereseits werden Rechnungen manchmal auch ganz (unter)bewusst unterschlagen. Man kann so zum Stichtag sein Ergebnis “verschönern”. Da sieht die monatliche BWA gleich viel nicer aus und die Investoren haben auch keinen Grund Druck zu machen.



  10. xyz

    Liquiditätsschwierigkeiten resultieren aus schlechtes oder gar nicht existierendes Controlling, was eng mit der Geschäftsführung zusammen arbeiten sollte. Die Buchhaltung hat damit rein gar nichts zu tun. Ein vernünftiges Unternehmen plant seine Aufwendungen und Erträge (bzw. Ford. und Verb.). Dadurch kann die GF rechtzeitig agieren und die richtigen Schritte machen. Existiert das Controlling, ist das Geschäftsmodell einfach unrentabel. Entweder zu wenig Verkäufe oder zu viel Einkauf (und somit totes Kapital, welches in den Lagern von B4F liegt).

    Und ob ein Buchhalter wirklich Rechnungen unterschlägt würde ich sehr stark anzweifeln. Welches Motiv sollte er hierfür haben? Weniger Arbeit? :)



  11. Stefan

    Interessant wäre auf jeden Fall zu erfahren mit was für einem Buchhaltungssystem (Software) B4F jetzt arbeitet bzw. gearbeitet hat. Weiss das jemand?



  12. Steffen

    Bestimmt aus der Goldenen Serie von Data Becker



  13. theRiddler

    _Interessant wäre auf jeden Fall zu erfahren mit was für einem Buchhaltungssystem_

    Das ist vollkommen uninteressant. Es liegt nicht an der Software oder am Personal es liegt an der Unternehmens-strategie- und Kultur sowie der Unternehmesleitung.
    Ein “exklusiver” “Shoppingclub” der nicht exklusiv ist ist eh für Arsch. Das ist in etwa so spektakulär wie ein VIP Bereich in der allerletzten Dorfdisse. Dann kann der Milchbauer Michael dann feieren. Juhu. juhu…, ich bin der König von Scheisse.



  14. Andreas

    Ganz ehrlich finde ich die Begründung auch mehr als peinlich und zeigt, dass die Geschäftsführung auch aus diesem Zwischenfall offensichtlich nichts gelernt hat. Jeder, der einigermassen ein betriebswirtschaftliches Verständnis hat weiss, dass die Situation nichts mit “plötzlich aufgetauchten Rechnungen” zu tun haben kann.

    Jedes seriöse Unternehmen sollte eine Liquiditätsplanung haben – speziell dann, wenn man das Geld der Kunden vor Bestellung der Waren bei den Lieferanten erhält. Offensichtlich hat man sich hier deutlich übernommen.

    Das grundsätzliche Geschäftsmodell ist sicher nicht uninteressant – aber Gründer sollten neben der Präsenz auf Fashion Partys vielleicht auch mal einen Volkshochschulkurs Finanzbuchhaltung besuchen.

    Erstaunlich ist dies eigentlich auch, da doch sehr professionelle VCs an Board sind – spricht auch nicht unbedingt für deren Qualitäten, wenn es zu so einer Situation kommt.

  15. Fakt ist doch: Brand4Friends war in den rund drei Jahren seit Gründung noch nie profitabel. Statt Gewinn- und Margenergebnissen werden Pressemitteilungen mit der Anzahl der verschickten Pakete als Erfolgskennzahl verteilt.

    In den ersten 18 Monaten nur auf Wachstum zu setzen mag ja ok sein, aber dann sollte man langsam die Kurve in Richtung Break-Even schaffen, sonst nimmt man den gleichen Weg wie Discount24. Umsatz rauf, Verlust rauf, bis die Gesellschafter den Stecker ziehen.

    http://www.excitingcommerce.de/2010/08/discount24-1.html

    Insofern wird “Peter” recht haben, das lange Wachstum und dessen Finanzierung aus dem working capital hat die Profitabilitätslücke überdeckt. Jetzt brechen aber Saison-bedingt die Umsätze ein, und auf einmal kann man ausstehende Verbindlichkeiten nicht mehr aus den laufenden Umsätzen bedienen. Und wenn dann plötzlich Lieferanten nur noch gegen Vorkasse liefern ist das Kind vollends in den Brunnen gefallen.

    Denn Fakt ist nun mal auch: vor drei Jahren war Brands4Friends allein auf weiter Flur. Heute aber tummeln sich ein finanziell solides Vente Privee, ein durch Otto finanziertes Limango, BuyVIP, Club Sale und nicht zuletzt Zalando mit einem eigenen Ableger im Shoppingclub-Teich. Und alle konkurrieren um die gleichen Artikelposten und z.T. auch um die gleichen User. Da gewinnt langfristig nur der mit den besten Einkaufskontakten (Vente Privee, Limango/Otto und Zalando) und den besten Prozessen. Und wenn die Buchhaltung/Finanzplanung schon so ein Saftladen bei Brands4Friends ist, ahnt man nur schlimmes bezüglich der operativen Effizienz.

    Insofern aus Investorensicht keine Schrecksekunde, sondern eine mehrteilige Horror-Story, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Zumindest für alle beobachtenden Zeitgenossen ein spannender Thriller, der sich hier abspielt.

    Meine Wette: Anfang 2011 wird es Brands4Friends in der Form nicht mehr geben.

  16. Ich nutze die Diskussion für eine kurze Eigenwerbung – natürlich ohne die Buchhaltung bei B4F diskreditieren zu wollen: Bei steuerberaten.de bieten wir die Leistung “Betreutes Buchen” an. Dies ist gerade für Startups und Online Händler interessant. Die Buchhaltung erfolgt inhouse auf einer SaaS Buchhaltungsplattform und unsere Steuer-Experten können dann live eine Qualitätssicherung vornehmen und aus den Daten dann einen Jahresabschluss oder Steuererklärungen ableiten. Infos unter: http://www.steuerberaten.de



  17. Hansi

    Das ganze wirft auf jeden fall kein gutes Licht auf die Early Stage Investoren Oliver jung und lukasz gadowski. Sie hatten ihre Anteile in der vorletzten finanzierungsrunde zu einer Bewertung von 100 Mio an tengelmann verkauft. Kaum war die runde abgeschlossen kommen dann ploetztlich diese tricksereien ans Licht und es muss dringend eine Zwischenfinanzierung gemacht werden zu nur einem fuenftel der zuvortuen Bewertung (22 mil stand hier gestern noch im Artikel). Selbst wenn man nicht unterstellen möchte dass sie davon wussten, scheinen sie doch erahnt zu haben dass der laden nie wieder soviel wert sein wird. Bleibt zu sehen ob tengelmann da nicht versuchen wird Geld zurückzufordern



  18. Angel one

    Ich habe mich bei Brands 4 friends auch angemeldet.Aber keine Bestellung getätigt.Plötzlich befand sich in meinem E-Mail Postfach eine Nachricht,dass meine Reklamation nicht bearbeitet werden kann,weil ich angeblich einen leeren Karton zugesandt hätte.Man könne ja schliesslich nur eine Reklamation bearbeiten,wenn auch das Kleidungsstück vorhanden wäre.

    Keine Bestellung,also auch kein Kleidungsstück,oder habe ich da was falsch verstanden!?

    Fand es erstmal gar nicht lustig.Nach langem hin und her,hat sich Brands4friends dann entschuldigt.

    Also meine Antwort darauf:Die haben sicher nicht nur Probleme in der Buchhaltung,sondern gleich auch mit Kundendaten und Logistik.Armes Unternehmen!



  19. karl horst

    Was soll das denn? Erst ordentlich Gerüchte verbreiten und dann schreiben: “Nicht jedes Gerücht glauben”

    Niveauvoller Journalismus ist etwas anderes.

  20. Pingback: Startup-Barometer 8/2010 :: deutsche-startups.de

  21. Pingback: Jetzt ist es offiziell: Amazon verkündet Übernahme von BuyVip :: deutsche-startups.de

  22. Pingback: Deal or No Deal? Amazon übernimmt den Shoppingclub BuyVip « Berlin Internet-Startups

  23. Pingback: brands4friends – ein Berliner Vorbild ? | Success & Failure

Aktuelle Meldungen

Alle