Wirklich relevante Themen für Pressemitteilungen – Gastbeitrag von Daniel Pichel (newsmax)

Wenn ein Unternehmen gegründet ist, gibt es tausend Dinge, die man kommunizieren will: Dass es das Unternehmen überhaupt gibt zum Beispiel, wer es gegründet hat und was es macht. Doch welchen Fokus soll […]

Wenn ein Unternehmen gegründet ist, gibt es tausend Dinge, die man kommunizieren will: Dass es das Unternehmen überhaupt gibt zum Beispiel, wer es gegründet hat und was es macht. Doch welchen Fokus soll man für die ersten Pressemitteilungen wählen? Wie findet man ein Thema, das die Journalisten wirklich interessiert? Tipps, wie Sie relevante Themen für Pressemitteilungen finden bzw. erkennen, erläutert Daniel Pichel, Geschäftsführer von newsmax.

Tipp 1
Fangen Sie mit dem Wichtigsten an: Also mit der Meldung, dass es Ihr Unternehmen gibt. Schreiben Sie, was neu ist an Ihrem Unternehmen, welche Leistungen Sie anbieten und warum und für wen diese spannend sind.

Tipp 2
Konzentrieren Sie sich auf ein einzelnes Thema und packen Sie nicht mehrere Storys in eine Meldung. Gute Themen sind das Kostbarste, das Sie haben. Deswegen sollten Sie versuchen, aus einem wirklich interessanten Thema das Maximum herauszuholen – und nur ein Thema pro Pressemitteilung bringen.

Tipp 3
Bietet Ihr Unternehmen Leistungen an, die aus einem aktuellen Trend heraus wichtig sind? Dann betonen Sie das! Hängen Sie sich ruhig an andere Themen ran, wenn diese plötzlich groß in den Medien sind.

Tipp 4
Jedes Unternehmen hat Themen für fast jedes Ressort. Und genau so müssen Sie durch Ihr Unternehmen gehen: einen Tag als Wirtschaftsredakteur, einen Tag als Ressortleiter Vermischtes, einen Tag als Journalist einer Fachzeitschrift. Bringen Sie gerade in der Anfangszeit Mitteilungen, die genau zu den unterschiedlichen Ressorts passen.

Neben Meldungen zu Produktneuheiten, Auftragseingängen und Pflichtmitteilungen börsennotierter Unternehmen sind Personalmeldungen die häufigste Botschaft an die Medien. Vor allem Entscheider in Verbänden und Unternehmen sollten dabei als Menschen aus Fleisch und Blut dargestellt werden. Das schafft Nähe und Vertrauen zum Unternehmen und hebt Sie aus der Anonymität hervor. Stellen Sie also Ihre Gründer vor und beschreiben Sie damit ruhig die Menschen, die hinter Ihrem Unternehmen stehen.

Ein gelungenes Beispiel
Herr Mustermann neu im Vorstand der Deutschen Steinkohle AG
Auf seiner gestrigen Sitzung hat der Aufsichtsrat der Deutschen Steinkohle AG (DSK) Herrn Mustermann mit sofortiger Wirkung in den Vorstand des Unternehmens bestellt. Als Nachfolger von Herrn Schmidt übernimmt Mustermann mit Wirkung zum 1. Juli 2004 das Ressort Personal.

Geboren im Hammer Stadtteil Bockum-Hövel, in dem der 43-jährige Familienvater auch heute noch wohnt, wuchs das neue Vorstandsmitglied in Sichtweite der Schachtanlage Radbod auf. Als Spross einer echten Bergmannsfamilie prägte die Zeche, auf der schon sein Großvater und der Vater als Fahrsteiger bzw. Steiger gearbeitet hatten, natürlich auch seinen Berufswunsch. Im Anschluss an das Abitur zog es den Westfalen jedoch zunächst zum Bergbau-Studium nach Aachen. Nach seiner Rückkehr warteten auf den jungen Diplom- Ingenieur unterschiedliche Aufgaben im unter- und übertägigen
Bereich der Bergwerke Radbod und Heinrich Robert, bevor Mustermann am 1. März 1996 die Leitung der neu gegründeten Abteilung Organisationsentwicklung der Ruhrkohle Bergbau AG übernahm. Diese führte er bis zu seinem Wechsel als Abteilungsleiter Bildung zur RAG Aktiengesellschaft im Jahr 1998. Nach seinem Abstecher in die RAGKonzernzentrale kehrte er im Oktober 2000 zur DSK zurück, bei der er zuletzt die Hauptabteilung Personal leitete.

Den Hammer Sportfans ist Mustermann weitaus besser bekannt als Leistungsträger des TTC GW Bad Hamm, für den er viele Jahre spielte. Zusammen mit seinen Mannschaftskollegen Klaus Mustermann, Franz Mustermann und den Gebrüdern Mustermann gelang ihm dabei im Jahre 1976 sogar der Aufsteig in die erste Tischtennis-Bundesliga.

Tipp 5
Auch in mittelständischen Unternehmen gibt es Themen, jedoch werden diese häufig nicht erkannt oder es heißt: „Über uns schreiben die doch eh nicht.“ Ein Beispiel: Ein Hersteller von Betriebsfunktechnik und Satellitenanlagen mit rund 800 Mitarbeitern winkte im Gespräch ab, er habe eh nichts für die Presse. Bei einem Rundgang durchs Unternehmen entdeckte der PR-Experte auf einer Transportkiste arabische Schriftzeichen. Es handelte sich um die komplette neue Betriebsfunktechnik der Straßenbahn in Kairo. Das Interessante hieran ist der Gegensatz: „Kleines sächsisches Unternehmen versorgt Straßenbahn der Millionenmetropole im exotischen Ägypten.“

Es ist auch ein Thema, wenn Ihr Unternehmen eine eigene Mannschaft mit körperlich gehandicapten Tischtennis-Spielern hat, wenn Ihr Unternehmen einen Azubi freistellt, damit er an den Snowboard-Meisterschaften teilnehmen kann, Ihr bald ausscheidender Meister als einziger noch die alte Druckerpresse bedienen kann, oder ein Azubi einen Kaffeetassenwarmhalter entwickelt hat, den man mit USB-Schnittstelle an den Rechner anschließen kann. Gehen Sie also auf die Suche nach Besonderheiten in Ihrem Unternehmen:

Nächste Woche in dieser Reihe: Der richtige Aufbau einer Pressemitteilung.

Zur Person
Daniel Pichel ist Geschäftsführer von Newsmax Medien (www.newsmax.de). Auf der Plattform haben mehr als 15.000 Unternehmen inzwischen über 50.000 Pressemitteilungen eingestellt. Das Kerngeschäft seines Unternehmens, welches Pichel 2006 gründete, fokussierte sich zunächst auf die Entwicklung von Web- und Softwarelösungen für Verlage. Erst als sich nach konkreten Kundenaufträgen Bedarf für die Verbreitung von Pressemitteilungen abzeichnete, entwickelte Pichel eine Plattform, um dieser Nachfrage Rechnung zu tragen. Das Unternehmen sowie das Presseportal newsmax wurden Ende 2009 an einen österreichischen Investor verkauft. Pichel kümmert sich seitdem um den Ausbau von Qualität und IT-Infrastruktur.

  1. Sorry, aber die Deutsche Steinkohle AG Meldung gibts es genau so 3 Millionen mal am Tag und wird ausser auf kostenlosen Presseportalen, wo man die Meldung selbst einstellen kann und vielleicht noch dem Allgäuer Steinkohle-Fachblatt keine Reaktionen nach sich ziehen. Wer lernen will, wie es geht, sollte sich mal ansehen was KaufDA macht. Die hängen sich an den iPad-Launch und machen ihr eigenes Thema “Die Angst der Zeitungsverlage vor dem Wegbrechen der Umsätze aus Beilagen – weil Startups wie KaufDa die Kataloge ins Netz holen”



  2. Henning Peters

    Solche Pressemitteilungen braucht kein Startup und interessiert niemanden ausser Herrn Schmidt und Herrn Mustermann. Unfassbar, dass dieser Beitrag ernst gemeint ist.



  3. VanDamme

    Richtig, die Werbewirkung von kostenlosen Presseportalen liegt doch sehr nah bei Null. Solche Portale sind nicht gut besucht, daher völlig überflüssig.

  4. Die herangehensweise finde ich auch hinterfragenswert… :-)
    Das Beispiel ist schon schwach gewählt und überhaupt nicht der Leserschaft von DS angepasst.
    Presseportale sind unnötig wie Webakataloge… Sieht ja auch Google so. VSR Looser.
    Das einzige was wirklich Sinn macht ist presseportal.de Weil hier eine gute Verbreitung über Sateliten sichergestellt wird.
    Aber weiterhin alles gute für newsxmax.

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  6. Immer wieder erschreckend Behauptungen als Tatsachen in Kommentaren darzustellen:

    1) Leider sind eine SEHR hohe Zahl an Unternehmen nicht “sexy” – müssen sie aber auch nicht sein. Die meisten verdienen aber Geld.

    2) Wer kostenlose Presseportale RICHTIG nutzt kann schon (kleine) Erfolge erzielen. Keine Besucher? Vergleiche mal presseportal.de ($$$) vs. openpr.de (—)- die geben sich nicht wirklich viel:
    http://bit.ly/bTjrBT – und die tollen “Social Media” Satelliten sind doch im Sinne von Social Media eher (stark!) fragwürdig.

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  11. Florian

    “Wirklich relevante Themen…”

    sind also

    “ein Azubi, der einen Kaffeetassenwarmhalter entwickelt hat, den man mit USB-Schnittstelle an den Rechner anschließen kann.”

    Ich lach mich kaputt…

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