Online-Networking: Zehn goldene Regeln für erfolgreiches Networken

“Online-Networking boomt. Die Plattformen gehören zu den am häufigsten aufgerufenen Internetseiten. Kein Wunder: Mit den virtuellen Communities lässt sich schnell viel erreichen” , sagt Tjalf Nienaber. Für das Fachbuch “Online-Marketing-Attacke” schrieb er den […]

“Online-Networking boomt. Die Plattformen gehören zu den am häufigsten aufgerufenen Internetseiten. Kein Wunder: Mit den virtuellen Communities lässt sich schnell viel erreichen” , sagt Tjalf Nienaber. Für das Fachbuch “Online-Marketing-Attacke” schrieb er den Artikel “Mehr Erfolg mit Online-Netzwerken” – welchen deutsche-startups.de an dieser Stelle allen Onlinern zu Verfügung stellt. Nun hat aber wieder Tjalf Nienaber das Wort: “Die erste Frage, die Sie sich stellen sollten, bevor Sie mit dem Networking loslegen, lautet: Was und wen wollen Sie eigentlich erreichen? Sie können Ihre Bekanntheit erhöhen, Ihr Image steuern und Ihre Expertise ausbauen. Sie können wertvolle Kontakte knüpfen, von denen jeder ein neuer Kunde sein könnte. Sie können Wissen austauschen, den perfekten Mitarbeiter oder den Traumjob finden. Die Möglichkeiten sind enorm. Mit diesen zehn Regeln können Sie Online-Netzwerke optimal für Ihren Erfolg nutzen.”

1. Klare Definition Ihrer Ziele.
Was wollen Sie mit dem Networking erreichen: kurz-, mittel und langfristig? Beantworten Sie diese Frage nicht allgemein mit „mehr Erfolg“, „mehr Kunden“. Seien Sie möglichst konkret: „Hochwertige Kontakte zur Branche/Firma XY“, „Nutzen von Synergien“, „Aufbau eines Images als Spezialist für…“ Reflektieren Sie auch, wo Sie aktuell stehen: In welchen Netzwerken sind Sie bereits aktiv, etwa über Hobbys oder soziales Engagement? Vielleicht gibt es hier bereits jemand, der Sie unterstützen kann.

2. Es gibt für fast alle Branchen, Berufe und Interessengruppen Online-Netzwerke. Weniger ist mehr!
Wählen Sie die renommierten Netzwerke aus und konzentrieren Sie sich zunächst auf diese. Beobachten Sie regelmäßig den Markt. Konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche, denn sicher ist Ihre Zeit knapp. Stecken Sie Ihre Energie zunächst in eine kleine Anzahl der etabliertesten Netzwerke, ausweiten können Sie Ihr Engagement später immer noch. Schauen sie regelmäßig wie sich die neuen, die täglich dazu kommen, entwickeln.

Fachlicher Austausch oder neue Aufträge? Wahrscheinlich suchen Sie beides. Sie sollten daher verschiedene Netzwerktypen kombinieren. Für den Wissenstransfer sind berufs- und branchenspezifische Netzwerke hervorragend geeignet. Sie lernen hier die Schlüsselfiguren Ihrer Branche kennen. Gemischte Business-Communities wie Xing oder Social Networks wie Facebook bieten dagegen bessere Chancen für Jobs und Aufträge. Nützen Sie auch Hobbys für Ihr Netzwerk. Wenn Sie Segeln, suchen Sie sich eine hochkarätige Segel-Community.

3. Sie können sich nicht von heute auf morgen nachhaltig vernetzen.
Pflegen Sie Ihre Kontakte, bauen Sie Vertrauen auf und geben Sie, bevor Sie nehmen! Um zu ernten, müssen Sie zunächst säen. Ihr Gegenüber sollte nicht das Gefühl haben, dass Sie in ihm nur einen potentiellen Kunden sehen. Gute, nachhaltige Kontakte wollen gepflegt werden. Zum erfolgreichen Networking gehört entspannter Spaß – und Geduld. Netzwerke sind Win-Win-Konstellationen. Erwarten und nehmen Sie nicht nur, sondern bringen Sie sich von Anfang an aktiv mit Ihrem Erfahrungsschatz und dem Nutzwert, den Sie zu bieten haben, ein.

4. Legen Sie sich eine virtuelle Visitenkarte zu.
Sie benötigen für Ihre Online-Aktivitäten ein aussagekräftiges Profil. Überlegen Sie genau, was Sie von sich preisgeben wollen. Steigen Sie dort ein, wo Sie eine Expertise haben und authentisch sein können. Kompetenz überzeugt immer. Sie können sich in Online-Netzwerken gezielt ein Image aufbauen. Ihr Profil sollte ihre Qualifikation auf den Punkt bringen und ein gutes, sympathisches Foto von Ihnen beinhalten. Das Internet hat ein gutes Gedächtnis! Geben Sie nicht vor etwas zu sein oder zu können, was nicht der Wahrheit entspricht.

5. Stellen Sie Synergien zu komplementären Geschäftspartnern her
Wenn Sie regelmäßig in Netzwerken Ihrer Branche aktiv sind, kennen Sie die Keyplayer. Sie haben das Ohr an der Basis und wissen, was gefragt ist. Nutzen Sie Ihr Networking-Know-how und bauen Sie ein Kontaktnetz zu Anbietern auf, die Ihre eigene Leistung/Ihr Produkt sinnvoll ergänzen. So können Sie Ihren Kunden attraktive Komplettlösungen bieten und sich von Mitbewerbern abheben.

6. Teilen Sie sich Ihre Zeit für das Networking gut ein.
Legen Sie fest, wie viel Zeit Sie pro Woche auf das virtuelle Networking verwenden wollen – und halten Sie sich daran! Profile zusammen- und einstellen, Kontakte pflegen, Kommentare schreiben – Netzwerke können sich schnell zum Zeitfresser entwickeln. Gleichzeitig sind sie ein wichtiges Instrument für Marketing, Akquise und Öffentlichkeitsarbeit. Setzen Sie sich ein zeitliches Limit für Ihre Networkingaktivitäten und planen Sie, was Sie wann tun. Sie müssen nicht alles selbst machen! Sie können auch Ihre Mitarbeiter Ihr Image pflegen lassen. Es gibt zudem immer mehr Dienstleister, die sich auf das Pflegen von Online-Profilen und das Erstellen von Social Media Texten spezialisiert haben.

7. Gründen Sie Ihr eigenes Netzwerk.
Das Schöne ist: Jeder User kann sich seine eigene Community aufbauen, die ihn lebenslang begleitet. Vielleicht gehören Sie zu einer der Branchen, die im Internet noch unterrepräsentiert ist? Beginnen Sie doch zunächst damit, eine eigene Gruppe in einem der etablierten Netzwerke aufzumachen. Wenn Sie etwas Erfahrung haben, könnten Sie in eine eigene Community-Lösung investieren. Diese gibt es bereits zu überschaubaren Konditionen. So haben Sie die Steuerungselemente in der Hand und werden selbst Zielgruppenbesitzer!

8. Der Mix machts! Kombinieren Sie Online- mit Offline-Netzwerken.
Bei Offline-Netzwerk-Treffen sollten Sie die Kontakte, die Sie im Internet geknüpft haben, intensivieren. Virtuelle Communities sind schnell. Sie können sprunghaft den Bekanntheitsgrad zu erhöhen und in einem kurzen Zeitraum viele Menschen kennen lernen. Die Plattformen gehören zu den meistabgerufenen Webseiten. Ein weiterer Vorteil der virtuellen Netzwerke ist, dass sie zeitlich flexibel agieren können. Sie sollten aber auch regelmäßig Offline- Treffen besuchen. Hier können Sie den Kontakt persönlich ausbauen und ihm eine stabile Basis geben. Online können sie ihn dann weiter pflegen. Aus der Kombination von Online und Offline entsteht der tragfähigste Netzwerktyp.

9. Wahren Sie Grenzen zwischen Beruf und Privatleben
Klar trennen lassen sich die verschiedenen Lebensbereiche längst nicht mehr. Dennoch sollten Sie nicht zu freizügig mit Informationen umgehen! Social Networks sind eigentlich auf private Zwecke ausgerichtet. Halten Sie sich dennoch mit allzu intimen Informationen zurück. Sie wissen nie, wer sich hinter dem lustigen Nickname verbirgt. Auch bei den Foren und Gästebüchern der Business-Communities sollten Sie Kommentare nur mit Bedacht abgeben. Natürlich darf es „menscheln“. Sie sollten aber dennoch Grenzen wahren und stets als Geschäftsperson handeln. Legen Sie sich im Zweifelsfall lieber ein weiteres, anonymisiertes Profil für Ihr privates Networking zu.

10. Scheuen Sie sich nicht, Kontaktanfragen abzulehnen!
Überlegen Sie genau, wen Sie in Ihren engeren Kontaktkreis aufnehmen. Die Qualität Ihres Netzwerks ist viel wichtiger ist als seine Größe. In vielen Business-Netzwerken kontaktieren Mitglieder wahl- und ziellos, um ihr Netzwerk möglichst schnell auszubauen. Scheuen Sie sich nicht, Kontaktanfragen von Personen, die nicht aus Ihrem beruflichen oder privaten Umfeld stammen, abzulehnen. Investieren Sie Ihre Energie lieber in den Ausbau der wertvollen Kontakte. Bleiben Sie dabei aber auch bei der Ablehnung stets freundlich und respektvoll.

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Zum Autor
Tjalf Nienaber gründete nach einer Karriere im Finanzdienstleistungsvertrieb – unter anderem bei der Deutschen Bank Gruppe in leitender Position – mehrere Internet-Unternehmen und war Mitglied des Management-Teams der Scout24. Der Macher von networx (www.networx.info) gilt als einer der Pioniere des professionellen Networking in Deutschland. Mit seinen Veranstaltungen brachte er schon weit über 60.000 Personen zusammen.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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