Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Sehr viel. Meinen Tagesablauf kann ich selbst bestimmen und wenn ich Ideen habe, kann ich sie sofort umsetzen. Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig und setze um, was ich für richtig halte. Aber ich habe immer wieder bemerkt, dass das Feedback von anderen Leuten enorm wichtig ist.
Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Beim Surfen im Internet und bei der Suche nach einem Handyvertrag. Ich kannte mich nicht besonders gut aus, habe mich aber langsam eingelesen und das enorme Sparpotenzial entdeckt. Das ist nur ein Beispiel für Angebote, von denen man als normaler Verbraucher nur selten erfährt – man kann sich ja nicht vor jeder Anschaffung stundenlang informieren. Mein Startup soll helfen, dieses Informationsdefizit zu beheben. Bei mir gibt es die Infos auf dem Silbertablett – aus Verbrauchersicht.
Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Viel war es ja nicht, aber die 10 Euro für das Hosting kamen aus meinem Taschengeld. Ein Büro habe ich nicht, ich arbeite von zuhause aus. Dabei werde ich es auch belassen, solange ich noch studiere.
Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Es lief recht gut. Dadurch, dass ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, musste ich meinen Lebensunterhalt noch nicht selbst finanzieren und hatte keinen Erfolgsdruck. Diese Freiheit ist viel wert, weil man langfristiger denken kann.
Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Ich würde mutiger investieren und mehr Programmier- und Designarbeiten extern machen lassen. Da war ich etwas zu sparsam.
Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Wenn man weiterempfohlen wird, ist das nicht nur gute Werbung, sondern man fühlt sich natürlich auch geehrt. Aber ich habe natürlich auch Werbung gemacht, vor allem in Blogs, weil man da ein sehr internetaffines Publikum erreicht und geringe Streuverluste hat.
Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Eine Person zu benennen ist schwierig, aber Familie und Freunde haben allgemein sehr geholfen. Wenn sie Kritik üben, dann ist das immer ehrlich, direkt und schonungslos, also sehr hilfreich. Und wenn man von einem Freund auf dieses und jenes Angebot auf Schnäppchenfuchs angesprochen wird, weil ich etwas zu kompliziert erklärt habe, habe ich auch wieder dazu gelernt.
Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Nur Ideen verwirklichen, hinter denen man voll steht. Wenn man es nicht aus Leidenschaft macht, fällt es schwer und in kritischen Phasen hält man vielleicht nicht durch. Ich nehme den Schnäppchenfuchs auch mit auf Reisen schreibe täglich Beiträge. Das klappt nur deshalb so gut, weil es einfach Spaß macht.
Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Alles, was mit Steuern zu tun hat, soweit wie möglich vereinfachen. Aber da bin ich wohl nicht allein.
Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Ich würde wahrscheinlich genau wie jetzt studieren und mir vielleicht mal einen Nebenjob außerhalb des Internets suchen. So einen hatte ich nämlich seit ich 14 bin noch nie.
Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Zanox ist zwar kein Startup mehr, aber da würde ich gerne mal vorbeischauen. Ansonsten würden mich die „Möbel-Startups“ wie myfab oder design2desire reizen. Die Zusammenarbeit mit den Produzenten in Fernost und mit den Designern, das stelle ich mir sehr interessant vor.
Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Da finde ich die Zukunft eindeutig spannender als die Vergangenheit, denn die kann man ja nachlesen. Mal sehen, ob es in 50 Jahren wieder neue Techniken gibt, die unser Leben ähnlich stark verändern wie Handys, Computer und Co.
Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Ich würde ein Jahr Work & Travel in Australien machen. Wenn ich zurückkomme, setze ich einen Teil des Geldes sinnvoll ein. Es gibt ja unzählige interessante Geschäftsmodelle. Nicht auszuschließen, dass ich dann noch ein neues Projekt starten würde.
Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Ausschlafen, dann ein bisschen arbeiten und mich danach anderen vergnüglichen Aktivitäten wie zum Beispiel Tennis oder Fußball widmen. Abends schaue ich auch nochmal auf meinen Blog, lese die Kommentare und mache vielleicht ein paar Updates.
Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Angela Merkel oder auch Guido Westerwelle, um mal die Leute kennenzulernen, die unser Land regieren.
Zur Person
Leonard Quack gründete Anfang 2008 mit 17 Jahren den Schnäppchenfuchs (www.schnaeppchenfuchs.com), wo er täglich etwa 10.000 Lesern neue Schnäppchen vorstellt. Momentan studiert Quack BWL in Münster.

Fragen










Kommentare
Schönes Interview. Der Erfolg sei dir gegönnt. Da ich genau weiß wieviel Arbeit hinter so einem Projekt steckt, bin ich erstaunt wie man das alles alleine bewältigen kann.
Kommentar von Daniel 16. April 2010 @ 09:09Dem kann ich mich nur anschließen – die Besucherzahlen zeigen ja wie gut der Dienst angenommen wird. Ich finde die Blogform positiv, da man sich so auf die Infos konzentrieren kann (von beiden Seiten) – irgendwelche Web 2.0 Spielereien vermisst man nicht.
Alleine durchchecken und individuelle kommentieren der Angebote ist zeitraubend, erhöht aber auch die Qualität.
Kommentar von Sebastian Winkelmann 16. April 2010 @ 09:59Lustig, hier ab und an etwas aus dem Schnäppchen-Blog Metier zu finden! Auch von mir ein Daumen hoch für die Arbeit hinter dem Projekt! :)
Kommentar von Bjoern 16. April 2010 @ 14:50Danke für das Interview! Es ist schön zu lesen, dass Schnäppchenfuchs so erfolgreich geworden ist. Ich hoffe mal, dass mein neues Schnäppchen Blog bald auch die 1000er Marke an Besucher/Tag knackt. :)
Kommentar von Don 16. April 2010 @ 20:24Habt ihr euch mal die Mühe gemacht, und die Super-Tipps mit denen der grö0ten Schnäppchenseite mydealz verglichen? Dann dürftet ihr schnell sehen, dass nahezu alle Artikel von mydealz übernommen wurden und lediglich der Satzbau umgestellt wurde.
Die beiden neusten Artikel sind dafür nur ein Beispiel:
http://www.mydealz.de/12962/50e-planet-sports-gutschein-fuer-19e-bei-citydeal-mbw-60e/
http://www.schnaeppchenfuchs.com/blog/kleidung/50e-gutschein-bei-planet-sports-fur-19e-citydeal/
sowie:
http://www.mydealz.de/12961/klipsch-x1-fuer-2650e-und-x1m-fuer-4450e/
Kommentar von propaganda 20. April 2010 @ 14:19http://www.schnaeppchenfuchs.com/blog/kopfhorer/in-ears-klipsch-x1-ab-27e/
@ propaganda. Scheint wohl denn zu funktionieren. Schon ein wenig traurig, solch eine Kopie von myDealz an den Start zu bringen und sich damit zu rühmen.
Kommentar von Gutschein Bloggerin 10. September 2010 @ 07:28So wie ich das sehe, hat schnaeppchenfuchs aber noch andere Quellen als mydealz. Ich sag nur mal Sparbote…
Aber der Erfolg gibt ihm anscheinend Recht – weniger Recherchearbeit, mehr Zeit für Marketing. Ein klassisches Me-too-Produkt.
Kommentar von Anonym 16. November 2010 @ 17:26Sehe die Kommentare leider erst jetzt.
@propaganda:
Soweit ich das sehe wurde der Planet Sports Artikel wenn überhaupt von mydealz übernommen (das möchte ich ihnen aber nicht unterstellen, denn die Groupon Angebote hat zu der Zeit eigentlich jeder verfolgt): bei mir wurde er erstmalig am 19.04.2010 00:15 veröffentlicht. Also 15 Minuten nachdem der Deal rauskam (da muss man sich schon sehr ranhalten und um Punkt 00:01 loslegen), während bei mydealz der erste Kommentar erst gegen 00:47 geschrieben wurde.
@Anonym: die Genauigkeit der Recherche bei Schnäppchenfuchs übertrifft aus meiner Sicht die der Konkurrenten. Wenn Du das anders siehst, okay. Aber ich gebe mir große Mühe und bin überzeugt, dass mein Blog dem Internet insgesamt einen Mehrwert gibt, da es viele Infos so komprimiert und verdichtet nur bei mir gibt.
Kommentar von Leo (Schnäppchenfuchs) 07. September 2011 @ 12:32