10 Tipps zum Einsatz von Social Media für Gründer – Gastbeitrag von Markus Walter

Laut aktueller Studie der Medienanalysten von Nielsen wird Social Media für Unternehmen immer relevanter. So vertrauen bereits 61 % der Menschen bei ihrer Kaufentscheidung der Online-Empfehlungen fremder User. Von klassischer Werbung lassen sich […]

Laut aktueller Studie der Medienanalysten von Nielsen wird Social Media für Unternehmen immer relevanter. So vertrauen bereits 61 % der Menschen bei ihrer Kaufentscheidung der Online-Empfehlungen fremder User. Von klassischer Werbung lassen sich dagegen gerademal nur noch 14 % beeinflussen. Kanäle, wie Xing, Facebook, Blogs, Twitter und Co. stellen somit eine Chance dar, die Zielgruppe im Web effektiv zu erreichen. Egal, ob Großkonzerne oder selbstständige Einzelkämpfer, die Anwendungen sind für Unternehmen jeglicher Größe interessant. Denn der große Vorteil von Social Media ist der direkte Austausch mit der Zielgruppe. Durch den Dialog mit Kunden, Partnern und Interessenten eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten im Vertrieb und Marketing. So konnte der amerikanische Computerhersteller Dell nach eigenen Aussagen bereits über 6,5 Millionen US-Dollar mit seinen Präsenzen auf Twitter umsetzen. Allein dem Account @DellOutlet folgen über 1,5 Millionen Menschen. Doch für ein gelungenes Engagement in Social Media bedarf es nicht zwingend der Infrastruktur eines Großkonzerns. Mit der richtigen Strategie sind auch kleine Unternehmen und Gründer im Social Web erfolgreich, wie das Beispiel des Fotografen Marco Berg aus Siegen zeigt. Er hat bereits mehrere Aufträge durch den Micro-Blogging-Dienst generiert. Dabei kamen die Anfragen jedesmal direkt über seinen Twitter-Account, der bisher weniger als 200 Follower zählt. Diese beiden Fälle zeigen, dass Social Media funktionieren, wenn sie richtig eingesetzt werden. Dieser Beitrag gibt zehn Tipps, wie Gründern und Startups ein erfolgreicher Start ins Social Web gelingt.

1. Zielgruppe definieren
Gründer sollte sich zunächst klar machen, wen sie überhaupt via Social Media erreichen wollen. Soll die Bindung zu bereits bestehenden Kunden gefestigt werden oder geht es in erster Linie um den Kontakt zu Interessenten und potenziellen Neukunden? Die verschiedenen Communitys wie Xing, Facebook, Twitter und Co. weisen unterschiedliche User-Strukturen auf. Gründer müssen zunächst einmal herausfinden, welche dieser Kanäle ihre Zielgruppe regelmäßig nutzt.

2. Kanäle prüfen und zuhören
Dann gilt es passende Kanäle auszuwählen. Dabei ist es wichtig, dass für die Pflege der Accounts genügend Zeit eingeplant wird. Es ist ratsam, zunächst nur in einigen wenigen Social Networks präsent zu sein und die Aktivitäten später auszubauen, wenn man den zeitlichen Aufwand und die eigenen Möglichkeiten der Content-Generierung gut einschätzen kann. Um Interessenten zielgruppengerecht via Social Media anzusprechen, sollten Unternehmen genau hinhören, über was sich ihre (potenziellen) Kunden austauschen. So werden für das Kundenmanagement wertvolle Erkenntnisse gewonnen: Wie sind die Erwartungen? Was findet die Zielgruppe gut? Was bewegt jemanden zum Kauf, was hält ihn davon ab? Stimmungen, Trends und Tendenzen lassen sich so schnell erkennen und die Ansprache entsprechend anpassen.

3. Kommunikationsthemen festlegen
Danach lässt sich festlegen, welche relevanten Themen für Fans und Follower kommunizieren werden sollen. Dabei geht es darum anderen Usern einen Mehrwert zu liefern. Es sollte auch ruhig an Insider-Tipps und Tricks aus der jeweiligen Branche gedacht werden. Im Social Web geht es in erster Linie darum, Wissen und Erfahrungen zu teilen. Wer selbst viel gibt, erhält von anderen Teilnehmern schnell viel zurück.

4. Themenplan generieren
Gründer sollten eine Liste von Themen generieren, sodass nicht bereits nach kurzer Zeit das „Futter“ für die jeweiligen Kanäle ausgeht. Social-Media-Aktivitäten sollten auf mehreren Schultern ruhen, damit kontinuierlich neuer Content entwickelt wird. Geplant werden sollte auch, zu welchem Zeitpunkt auf welchen Plattformen (vielleicht parallel zur Pressearbeit sowie zu Marketing- und Vertriebsaktionen) spezielle Themen kommuniziert werden. So erreicht man eine sehr hohe Wahrnehmung.

5. Direkter Dialog statt medialem Monolog
Die Dialogmöglichkeiten des Social Webs bieten Gründern eine große Chance – sie ermöglichen nämlich den direkten Austausch mit der Zielgruppe. Marketing-Floskeln und Werbebotschaften erzielen in diesen Medien eher negative Effekte. Vielmehr müssen Unternehmen mit ihren Kunden in einen offenen Dialog treten. Dabei ist eine persönliche und authentische Kommunikation auf Augenhöhe gefragt. Der Gesprächspartner muss merken, dass man ihn ernst nimmt und auf seine tatsächlichen Bedürfnisse eingehen möchte. Das schafft Vertrauen und führt zu mehr Business.

6. Kreative Inhalte produzieren
Content is King in Social Media. Kreative und neuartige Inhalte sind gefragt. Dabei sollten neben dem eigenen Angebot, den News aus der Branche auch Einblicke in die Firma gegeben werden – dies macht ein Unternehmen im Social Web sympathisch. Auch Aufrufe zu Umfragen oder Aktionen und Wettbewerbe werden positiv aufgenommen. Gerade Außergewöhnliches oder Lustiges wird von der Community gern übers Netzwerk weiterverbreitet. Eine solche digitale Mundpropaganda wirkt bei Interessenten viel stärker als Werbebotschaften, da sie sich in erster Linie an den Meinungen und Empfehlungen ihrer Freunde und Kontakte im Netz orientieren.

7. Persönlichkeit verleihen
Mit den unterschiedlichen Accounts auf Xing, Facebook, Twitter etc. können Gründer ihrem Unternehmen ein Gesicht verleihen. Über Bilder und Profil-Informationen sollte deutlich gemacht werden, wer dort kommuniziert. Ein freundliches Foto erleichtert anderen die Kontaktaufnahme. Denn Menschen möchten sich mit anderen Menschen austauschen und nicht mit anonymen Unternehmen. It’s people business. Auch die Art der Tweets und Statusmeldungen sind entscheidend. Es können ruhig auch ab und an persönliche Einblicke in den Alltag gewährt werden. Das lockert auf und bringt Sympathiepunkte.

8. Traffic generieren
Über Social-Media-Seiten können Besucher gezielt auf die eigene Webseite oder Landing-Pages geleitet werden. Hier müssen dann die versprochenen Inhalte sofort bereitgestellt sein, damit der Nutzer sich weiter informieren kann. Werden ein bestimmtes Angebot, ein Blogbeitrag oder auch ein Videoclip von Sozialen Netzwerken aus geschickt verlinkt, lässt sich ein hoher Traffic generieren.

9. Dialogpartner suchen
Unternehmen sollten versuchen Experten und Firmen aus ihrem Netzwerk als Gesprächspartner in den Social Networks zu gewinnen. Wechselseitige Empfehlungen und ein gegenseitiges Vorstellen, zum Beispiel mit Gastartikeln oder Interviews im Blog, erhöht die Wahrnehmung und Reichweite.

10. Ständiges Monitoring etablieren
Täglich gelangen neue Inhalte ins Social Web. Meinungen und News verbreiten sich rasend schnell. Es ist wichtig die aktuellen Entwicklungen nachzuvollziehen. Zu wissen, welche Themen gerade angesagt sind, ist ein großer Vorteil für die eigene Kommunikation. Daher sollte ein Monitoring etabliert und das Web regelmäßig gescannt werden.

Zur Person
Markus Walter ist geschäftsführender Gesellschafter der PR-Agentur Walter Visuelle PR GmbH (www.pressearbeit.de) in Wiesbaden. Neben der klassischen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, berät Walter Unternehmen zu Marketing- und Vertriebsthemen. Seit Anfang 2009 betreut seine PR-Agentur mehrere Firmen bei ihren Aktivitäten im Social Web. Im März 2010 ist Walters erstes Buch “Gewusst wie – Das 1×1 der Pressearbeit“ erschienen. Walter ist zudem zugelassener Berater für das Gründungscoaching in Deutschland.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

  1. Pingback: Tweets die 10 Tipps zum Einsatz von Social Media für Gründer – Gastbeitrag von Markus Walter :: deutsche-startups.de erwähnt -- Topsy.com

  2. Pingback: Meine Spiele. Das Portal rund um Spiele. Onlinespiele , Computerspiele , Brettspiele

  3. Pingback: Telekom Image: “Erleben was verbindet” – Der Markenfilm | Erleben, Telekom, Markenfilm, Shares | Sohneinesschwaben.de

  4. Schöner Beitrag… und gute Tipps

  5. Pingback: 10 Tipps zum Einsatz von Social Media für Gründer « TwentyFeet Blog – Check your Track!

  6. Pingback: Tweets die 10 Tipps zum Einsatz von Social Media für Gründer – Gastbeitrag von Markus Walter :: deutsche-startups.de erwähnt -- Topsy.com

  7. Pingback: Blogging und Twitter für Gründer | Entrepreneurship Education Ruhr

  8. Pingback: Social Media im Unternehmen: Die zwölf häufigsten Fehler :: deutsche-startups.de

  9. Pingback: inBlurbs » Aktuelle Umfrage Zeigt, Social Media Marketing Ist Gekommen Um Zu Bleiben

  10. Sorry, Herr Walter. Das ist leider der typische Beraterbrei, den es schon vielfach in noch mehr Sprachen zu lesen gab. Schon dieser immerimmerimmerwiederkehrende Hinweis auf Dell ist – mit Verlaub – klassisches Beraterschmarotzertum.

    Irgendwer hat irgendwas erreicht und schon wird so getan, als wäre es ein übertragbares Beispiel. Das ist leider totaler Quatsch, wie der Umkehrversuch beweist: Der Anteil von Dell am Umsatz in städtischen Einkaufszonen betrug im letzten Jahr 0%. Daraus sollten C&A, H&M oder Kaufhof jetzt aber nicht den Schluss ziehen, dass das Geschäft in Innenstädten nicht attraktiv wäre.
    Zudem: 6,5 Millionen Umsatz sind ganz ganz toll – aber bei einem Umsatz in den beiden ersten Quartalen 2009 von über 25 Mrd . mehr als überschaubar. Und wie hoch waren eigentlich die Kosten um einen Umsatzanteil (inwiefern Gewinne beim Verhökern von Restposten gemacht wurden, wäre zusätzlich zu klären) ganz weit unterhalb der 1%-Marke zu generieren?

  11. Guten Tag Herr Herold,
    ich respektiere Ihre Sichtweise!

    Schade, dass Sie kein Wort über das krasse Gegensatz-Beispiel verlieren, welches ich ganz bewusst mit dem Siegener Fotografen vorgestellt habe: Weniger als 200 Follower bei Twitter und trotzdem Aufträge gewonnen! In meinem Beitrag habe ich damit gezeigt, dass das bekannte Beispiel Dell selbstverständlich nicht auf die Masse der Unternehmen übertragbar ist, wohl aber das eines kleinen Einzelkämpfers. Für Startups kann dies ein Ansporn sein, klein zu starten und die großen Umsätze als Ziel anzupeilen.

    Was Dell betrifft: Ende letzten Monats habe ich mit einem Kunden gemeinsam einen Vortrag vor über 60 großen Industrieunternehmen im Süden Deutschlands zum Thema „Social-Media im B2B: Chancen & Nutzen“ gehalten. Gerne zeige ich dabei auch immer 6-8 konkrete Beispiele, wie Unternehmen tatsächlich Business mit Social Media generieren… eins der Beispiele war Dell. Sicher haben Sie Recht, wenn Sie sagen, dass das Beispiel Dell häufig genannt wird. Aber, Fakt ist, dass keiner der Anwesenden von den „Erfolgen“ wusste, was mich darin bestätigt Dell auch weiterhin in meinen Präsentationen (selbstverständlich neben einigen weiteren) zu lassen. „Erfolge“ heißt für mich in diesem Zusammenhang: Dell tritt neben dem Verkauf auch in den Dialog und erhält so viele Informationen über die Zielgruppe. Ich denke, dass ich Ihnen all die Vorzüge nicht erklären muss. Zudem schafft das Ganze Arbeitsplätze, was ich in der heutigen Zeit sehr gut finde. Alles in Allem ist und bleibt bis auf weiteres das Beispiel Dell für mich erwähnenswert!

    Beste Grüße
    Markus Walter

  12. Hallo, Herr Walter.
    Sie schreiben: “Ich denke, dass ich Ihnen all die Vorzüge nicht erklären muss.”
    Ich fürchte Sie müssen doch. Denn ihr Kommentar ist, so rein vom Informationsgehalt her – ich führe das mal mit größtmöglicher Nachsicht auf Ihre PRofession zurück – alles andere als aussagekräftig und klar.

    Da wird über Aufträge eines Fotografen fabuliert (der Mann schiesst Passbilder – zugestanden auf höherem Niveau. Somit wäre der Auftragseingang wohl auch über die Gelben Seiten oder den Beitritt in den örtlichen Schützenverein zu realisieren gewesen), da wird die Schaffung von Arbeitsplätzen ins Spiel gebracht (wo und wann sind die geschaffen worden, von Social Media Unternehmen mal abgesehen?), da werden 6-8 konkrete Beispiele angeteasert und kein echtes gezeigt. Nur eine spontan entworfene Studie haben Sie nicht vorgebracht.

    Wüsst ich nicht, da schreibt Herr Walter, ich würd glauben es wär Sonntag Mittag, ich seh Doppelpass und Lattek spricht.

  13. Guten Morgen Herr Herold,

    bitte sehen Sie es mir nach, dass ich hier keine Abhandlungen für Sie verfassen werden. Gerne sende ich Ihnen mein demnächst erscheinendes Buch zu… selbstverständlich kostenfrei! Hier können Sie all Ihre offenen Fragen nachlesen und sich aufschlauen. Kostenfreies Buch versteht sich als Rezensionsaufforderung, d.h. ich freu mich schon auf Ihre Rückmeldung.

    Ihnen noch einen sonnigen Tag
    Markus Walter

    Was Sie interessieren wird: Lattek, Dell & Marco Berg (der erwähnte Fotograf) erwirtschaften Geld, mit dem was Sie tun! Da stellt sich jetzt einem aufmerksamen Betrachter die Frage: Wie sieht es bei Ihnen aus Herr Herold?

  14. Ich komm so über die Runden, Herr Walter. Schicken Sie mir Ihr Buch gerne zu. Ich kann aber nicht versprechen, dass ich es loben werde.

  15. Pingback: Existenzgründer Blog

  16. Man kann sich jetzt an der oder jener Kleinigkeit aufhängen. Fakt bleibt, jeder Unternehmer sollte sich über Social Media Gedanken machen, dabei beschränkt sich Social Media nicht nur auf Netzwerke wie Facebook und Twitter, auch gehören Videos auf Youtube u.a. und RSS Feeds in diese Sparte.

    So kann man sagen, dass bestimmt nicht jeder seine Zielgruppe auf Twitter und ähnlichen Nezwerken finden und bedienen wird, aber mit Sicherheit in einer der anderen vielfälltigen Social Media Kategorien. Wobei jede Kategorie auch eine eigene Vorgehenweise erfordert.

    Somit ist, wie schon zu Anfang gesagt, auch meine Empfehlung an alle Einsteiger und auch “schon” Unternehmer, sich mit dem Thema Social Media auseinander zu setzen. Denn die nächste Generation der zukünftigen Kunden wird eine Multimedia und vor allem eine Social Media Generation sein.

    Viele Grüße
    Maxim Grübel
    Marketing CEO
    MVL-Vertrieb

  17. Pingback: Jappy Blog » Blog Archiv » Social Media im Unternehmen: Die zwölf häufigsten Fehler

  18. Pingback: 150 Lesetipps, an denen kein Start-up vorbeikommt :: deutsche-startups.de

  19. Pingback: Die zwölf häufigsten Fehler, die von Unternehmen in Social Media begangen werden | wasistsocialmedia.com

Aktuelle Meldungen

Alle