Die Fusionitis in der deutschen Gründerszene geht weiter: Nun schluckt brands4friends (www.brands4friends.de) Triphunter (www.triphunter.de), einen Reiseclub, der sämtliche Reisen zeitlich limitiert und in begrenzter Stückzahl anbietet. Für brands4friends-Chef Christian Heitmeyer ist die Übernahme ein nächster Schritt zur Umsetzung seiner ambitionierten Expansionsziele. “Damit wächst unser Produktportfolio deutlich und brands4friends-Mitglieder profitieren von der Touristikkompetenz des TripHunter-Teams”.

TripHunter wurde Anfang 2008 von Gabriel Graf Matuschka und Matthias Eireiner gegründet. Im Vergleich zum Schwergewicht brands4friends ist der Reiseclub ein Leichtgewicht. Vor allem an Reichweite mangelt es TripHunter: Der Doubleclick AdPlanner zählte im Februar gerade einmal 7.100 Unique Visitors. Unter dem Dach von brands4friends können die TripHunter-Gründer ihre Arbeit nun mit ganz anderen Vorzeichen fortführen, der geschlossene Shoppingclub verfügt nach eigenen Angaben über rund 2,5 Millionen registrierte Mitglieder. Der Ad Planner nennt für Februar 1,3 Millionen Unique Visitors. Bei der Übernahme dürfte für brands4friends wohl auch das erworbene Know-How der TripHunter-Gründer extrem wichtig gewesen sein. “Wir freuen uns ganz besonders, zukünftig als Teil eines der weltweit erfolgreichsten und innovativsten Unternehmen den E-Commerce-Markt tatkräftig mitzugestalten”, sagt Matuschka.
brands4friends auf Expansionskurs
Zu den Investoren von TripHunter gehörten unter anderem Lukasz Gadowski mit seinem Team Europe Ventures, der Frühphaseninvestor Redalpine Venture Partners, Berlin Venture Partners, Dennis Bemmann, Maximilian Thyssen und Michael Brehm. Der erzeilte Verkaufspreis dürfte überschaubar gewesen sein. Abschließend lässt sich niederschreiben, dass der deutsche Markt – trotz der Reiselust der Deutschen, für einen alleinigen geschlossenen Reiseclub offenbar zu klein ist: Der Ende 2008 gestartete Online-Reiseclub Dreambookers, der von Rocket Internet, dem Inkubator der Samwerbrüder Alexander, Marc und Oliver (auch an deutsche-startups.de beteiligt) ins Leben gerufen wurde, existiert bereits seit etlichen Monaten nicht mehr. brands4friends expandiert mit der Übernahme unterdessen munter weiter: Erst Anfang Februar stieg das Unternehmen über eine Übernahme von SecretSales.com in den britischen Markt ein.
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Kommentare
Ich möchte mal behaupten, daß die Übernahme schon beim Kauf der b4f-Anteile mit Tengelmann vereinbart war. Otto hat OFT, Rewe hat Rewe Touristik, nur Tengelmann hat noch nichts – wobei die Frage bleibt, ob ein Handelskonzern auch unbedingt in der schwierigen Touristik mitmischen muß…
Insofern eine große Chance für TripHunter, die alleine ganz sicher nicht die nächsten Monate überlebt hätten.
Kommentar von Hendrik 11. März 2010 @ 17:58Mal ganz platt von einem Touristiker: Sie wollen doch nicht im ernst TripHunter mit OFT oder gar der REWE Touristik vergleichen. Da liegen Welten dazwischen, die TripHunter auch in der Kooperation mit B4F nie überbrücken wird.
Kommentar von Born 01. April 2010 @ 08:50