Donnerstag, 04. Februar 2010 08:05
Bisher hat Christian Wegner seinen erfolgreichen Ankaufdienst momox.de (www.momox.de), der rund zehn Millionen Umsatz im Jahr einfährt, ohne fremdes Kapital aufgebaut. Das bisher investierte Kapital war zudem sehr überschaubar. “Mehr als 1.500 Euro waren insgesamt bis heute nicht nötig”, sagte er kürzlich gegenüber deutsche-startups.de. Nun holt er sich erstmals Investorengeld ins Haus. Pageflakes-Gründer Christoph Janz und Mark Gazecki, der die beiden Games-Start-ups Popmog und MegaZebra mitgründete, steigen bei momox.de ein. Mit dem frischen Kapital und dem “zusätzlichem Know-how” will das Berliner Unternehmen seine Marktführerschaft im Ankaufsegment ausbauen. Dort ist beispielsweise auch trade-a-game (www.trade-a-game.de) erfolgreich unterwegs. Aber auch etablierte Händler wie Libri.de setzen mit regalfrei.de (www.regalfrei.de) inzwischen auf den reinen Ankauf von Büchern. Dickschiff amazon testet in den USA mit Trade-In ebenfalls bereits den Ankauf von gebrauchten Spielen.
Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann Wegner beschreibt seinen Dienst, den er aus der Arbeitslosigkeit heraus anschob, als “Ankaufsportal für private Verkäufer”. User können über die Website ihre CDs, DVDs, Spiele und Bücher direkt an momox.de verkaufen. Die erworbenen Waren verkauft der momox-Macher im In- und Ausland über Marktplätze weiter. Einen kleinen Teil der Waren bringt der Berliner auch über seine eigene Plattform medimops (www.medimops.de) an den Mann. Inzwischen beschäftigt Wegner rund 40 Mitarbeiter. Stolz ist er, dass sein Projekt seit dem Tag nach dem Startschuss schwarze Zahlen schreibt. “Mit Christoph Janz und Mark Gazecki haben wir uns zwei erfahrene Internet-Unternehmer mit ins Boot geholt. Neben den Finanzmitteln steuern sie vor allem ihr Know-how bei. Wir arbeiten bereits einige Zeit partnerschaftlich am gemeinsamen Ziel, die Marktführerschaft systematisch auszubauen“, sagt Wegner.
“Ein Unternehmen mit demonstriertem Kundennutzen”
“Man hört ja manchmal, alle deutschen Internet-Start-ups seien Copycats“, sagt Business Angel Janz. “Momox liefert den Gegenbeweis mit einem innovativen Geschäftsmodell, das Christian Wegner seit 2004 Schritt für Schritt weiterentwickelt hat.” Mit-Investor Gazecki ergänzt: “Christian Wegner hat Momox abseits des bisweilen vorherrschenden Hypes und ohne externe Venture Capital Investoren zu einem Unternehmen mit demonstriertem Kundennutzen und echtem Geschäftsmodell aufgebaut. Das ist sehr beeindruckend.” Wie TechCrunch schreibt statten Janz und Gazecki momox.de mit n250.000 Euro aus. Vor momox.de investierte Janz bereits in Zendesk, FreeAgent Central und Clio.
Artikel zum Thema
* Fünfzehn Fragen an Christian Wegner von momox.de
* Erfolgreich an- und wieder verkaufen: trade-a-game und momox machen es vor
* momox.de kauft Medien an
250.000 Euro Finanzierung für ein Unternehmen mit 10 Mio. Euro Umsatz. Das macht 1-2,5%, wenn es fair gelaufen ist.
LG Sina
Kommentar von Sina (naanoo.com) — 04. Februar 2010 @ 08:43
Vielen Dank für den Artikel, Alexander, und für den Kommentar, Sina. Sina, Christian musste in der Tat nur einen sehr kleinen Anteil an uns Investoren abgeben, da er es auf bewundernswerte Weise geschafft hat, Momox ohne externes Kapital ziemlich groß zu machen.
Deine Schätzung möchte ich trotzdem weder bestätigen noch dementieren.
Beachte aber, dass es Christian nicht primär ums Kapital ging (siehe Zitat auf TechCrunch) und dass Mark und ich schon seit über einem Jahr an Bord sind. Damals war das Unternehmen noch etwas kleiner.
Kommentar von Christoph Janz — 04. Februar 2010 @ 14:38
Ich finde es beeindruckend, wie diese Firma funktioniert. Gestern wurde ein Ebay-Angebot von mir ohne Gebote beendet, bei einem Mindest-Preis von 9,99 Euro.
Nun bietet mir momox für dasselbe Buch 14,09 Euro, will selber noch dabei Gewinn machen und übernimmt auch noch die Versandkosten, die ich bei Ebay selber hätte tragen müssen.
Mir ist es ein Rätsel, wie das funktionieren kann.
Genauso finde ich es unerklärlich, wie die Preise am Anfang ermittelt hat, bevor er noch überhaupt ein Buch (oder eine CD/DVD) verkauft hat.
Und dann nur 1500 Euro Startkapital. Damit würde ich mich nie trauen irgend etwas anzufangen.
Schade – Ideen hätte ich auch. Aber zwei linke Hände, die das nicht umsetzen können.
Kommentar von Stefan — 06. Februar 2010 @ 16:18