Fünfzehn Fragen an Christian Wegner von momox.de

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein? Weniger Urlaub machen zu müssen. Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up? Beim Schlendern durch die Bergmannstrasse in Kreuzberg. Dort kaufte […]

Was bedeutet es Ihnen, Ihr eigener Chef zu sein?
Weniger Urlaub machen zu müssen.

Bei welcher Gelegenheit kam Ihnen die Idee zu Ihrem Start-up?
Beim Schlendern durch die Bergmannstrasse in Kreuzberg. Dort kaufte ich bei einem türkischen Antiquar ein paar alte Bücher, um sie anschließend bei ebay weiterzuverkaufen. Wow! dachte ich – so leicht kann man also Geld verdienen. Anschließend kaufte ich Sammlungen bei eBay, um diese dann gewinnbringend weiterzuverkaufen. Letztendlich kam dann die Idee doch einfach über das Internet Sammlungen anzukaufen und diese einzeln zu verkaufen. Kurze Zeit später ging der erste deutsche Onlineankauf momox.de an den Start.

Woher stammte das Kapital für Ihr Unternehmen?
Eigenkapital. Mehr als 1500 Euro waren insgesamt bis heute nicht nötig.

Was waren bei der Gründung Ihres Start-ups die größten Stolpersteine?
Die am Anfang in meiner Wohnung an allen Wänden meterhoch gestapelten CDs.

Was würden Sie rückblickend in der Gründungsphase anders machen?
Ich würde gleich momox.de an den Start bringen und mir die anstrengende Phase mit eBay und dem türkischen Antiquar sparen.

Jedes Start-up muss bekannt werden. Welche Marketingspielart ist für Sie besonders wichtig?
Erster zu sein öffnet einem oft viele Türen und Tore.

Welche Person hat Sie bei der Gründung besonders unterstützt?
Meine Freundin.

Welchen Tipp geben Sie anderen Gründern mit auf den Weg?
Macht\’s auf eure eigene Art und lasst euch nicht reinreden. Holt euch am Anfang nicht zu viele externe Berater. Wegen den Köchen und dem Brei.

Sie treffen den Bundeswirtschaftsminister – was würden Sie sich für den Gründungsstandort Deutschland von ihm wünschen?
Ich würde ihn höflich darum bitten ein Bürgergeld einzuführen. Das würde mir die Suche nach geeignetem und motivierten Personal – vor allem im Niedriglohnsegment – erleichtern.

Was würden Sie beruflich machen, wenn Sie kein Start-up gegründet hätten?
Feuerwehrmann.

Bei welchem deutschen Start-up würden Sie gerne mal Mäuschen spielen?
Ich mag keinen Würfelkäse und hab Angst vor Mausefallen.

Sie dürften eine Zeitreise unternehmen: In welche Epoche reisen Sie?
Ich würde ins Jahr 1979 reisen, einmal nach NewYork fliegen und im Studio54 feiern und mir dann bei meiner eigenen Geburt zuschauen.

Sie haben eine Million Euro zur persönlichen Verfügung: Was machen Sie mit dem ganzen Geld?
Darf ich nicht sagen.

Wie verbringen Sie einen schönen Sonntag?
Mit Freundin und meinen Kindern in Ahlbeck auf Usedom.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal auf einen Kaffee oder ein Bier verabreden?
Ich fand früher Axel Rose ganz gut – hab mir dann aber seinen Shirtspruch “kill your idols” zu Herzen genommen und hab seitdem keine mehr. Also wenn Bier dann nur mit guten Freunden.

Zur Person
Christian Wegner hob den erfolgreichen Ankaufdienst momox.de (www.momox.de) aus der Taufe. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann beschreibt den Dienst, den er aus der Arbeitslosigkeit heraus anschob, als “Ankaufsportal für private Verkäufer”. User können über die Website ihre CDs, DVDs, Spiele und Bücher direkt an momox.de verkaufen. Die erworbenen Waren verkauft der momox-Macher im In- und Ausland über Marktplätze weiter. Einen kleinen Teil der Waren bringt der Berliner auch über seine eigene Plattform medimops an den Mann. Inzwischen erwirtschaft Wegner einen Umsatz von mehreren Millionen und beschäftigt 40 Mitarbeiter. Stolz ist er, dass sein Projekt seit dem Tag nach dem Startschuss schwarze Zahlen schreibt.

Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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  2. Konzept scheint für ein mittleres Unternehmen gut. Vorallem aber wirkt der Gründer sehr sympatisch und die Forderung nach Bürgergeld zeugt von politischem Verständniss.



  3. Biggestloss

    Ich finde Hrn Wegner ebenfalls sympathisch und darüber hinaus finde ich die Art und Weise, wie er zu seinem Erfolg gekommen ist anerkennens- und lobenswert…Hut ab…weiter so…



  4. The Riddler

    Kann ich mich nur anschliessen. Sympathischer Typ,
    Viel Erfolg und vllt. kannste dann auch wieder etwas mehr Geld zum Türkischen Antiquariat bringen – ohne die wäre es ja anscheinend nicht zu Deiner Idee gekommen ;)



  5. Göran

    Naja bisschen arrogant zu sagen man bekommt die Publicity weil man der Erste ist. Soweit ich mich erinnern kann, war Trade-a-game.de (jetzt rebuy.de) lange vor momox.da.

    Nun gut, man kann es ja mal probieren!



  6. Christian

    @göran: ja klar, tradeagame gab es schon vorher. Meine Antwort auf die Frage im Interview bezog sich auf den Onlineankauf. Als 2006 momox mit dem Onlineankauf von cds,dvds und games startete, bot tradeagame noch einen gamestausch, jedoch keinen Onlineankauf an.

  7. Die Geschäftsidee ist sehr interessant und offensichtlich tragfähig, der Gründer sympathisch und geerdet. Thumbs up.



  8. Göran

    @ christian

    ok :)

  9. Pingback: Millionen fast ohne Eigenkapital | Selbstständig machen

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  12. Ich will ja keine Schleichwerbung machen,

    aber sowas gibts in Östrreich auch schon sehr lange

    http://www.seller.at

    die kaufen auch so wie momo x gebrauchte dvds – cds – konsolenspiel an ….
    schöbe grüße aus dem ösiland

    alex



  13. peternorth

    finde das system nicht gut, man bedenke das die eigenen spiele teuer weiterverkauft werden.

    z.b bei http://www.neozero.de werden die spiele direkt verkauft was deutlich mehr bringt :)



  14. Spiele verkaufen

    Da muss ich recht geben, wen man seine Spiele selber verkauft bekommt man wesentlich mehr Geld!

    Das System ist nicht fair!



  15. Gomas Therth

    Dafür spart ihr euch die Arbeit, Jungs! Soll der Christian das für euch für umme machen? Von irgendwas muss er doch auch leben !!

    Christian, geile Company und einen schönen Erfolg hast du erreicht! Freut mich sehr! Weiterhin viel Erfolg!

    Leute, schaut euch mal im Bundesanzeiger die Bilanz von momox, das wird so einigen Leuten die Tränen in die Augen treiben. Der Mann zeigt, wie man wirklich Geld verdient. Nicht so eine sinnlose VC-Burnerei

  16. Pingback: “Wachstumskapital in Millionenhöhe”: Acton steigt bei momox.de ein :: deutsche-startups.de



  17. Bianca

    Wie ist das wenn das Päckchen von daheim abgeholt werden soll .? Wie lange dauert das abholen ? Zu welcher Uhrzeit werden Sie klingeln.? Und wann wird das Parket bei ihnen ankommen, so dass ich mein Geld schneller bekomme.? LG .. Bitte um Antwort ..



  18. Volker

    Bürgergeld?

    Was soll das sein, eine indirekte Subvention für Ausbeuter?

    Von Arbeit muss man Leben können…..alles andere ist nicht mit der sozialen Marktwirtschaft vereinbar…..

    Momox, Rebuy, Zalando, Amazon betrieben eine a-soziale Personalpolitik…., ohne diese würde wahrscheinlich teilweise das Geschäftsmodell aber auch kippen (was mich nicht stören würde)

  19. Bürgergeld ist für mich sozialistische Umverteilung.

    ” Ich würde ihn höflich darum bitten ein Bürgergeld einzuführen. Das würde mir die Suche nach geeignetem und motivierten Personal – vor allem im Niedriglohnsegment – erleichtern.”

    Ich und andere, die von ihrer Arbeit ohne Subventionen leben können, finanzieren dann solche Geschäftsmodelle. Es wird endlich Zeit, daß der Kampf gegen sozialistische Umverteilung beginnt. Geschäftsmodelle, die sich ohne Subventionen nicht tragen, müssen endlich eingestampft werden. Den was bringt es für die Leistungsträger, wenn sie solche Buden wie Momox über ihre Steuern finanzieren?

    “Momox, Rebuy, Zalando, Amazon betrieben eine a-soziale Personalpolitik…., ohne diese würde wahrscheinlich teilweise das Geschäftsmodell aber auch kippen (was mich nicht stören würde)”

    Eben, ob wir Leistungsträger solche Buden indirekt finanzieren oder woanders mehr bezahlen spielt dann nämlich keine Rolle.

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