zwei.null trends: Twitter ist nur ein vorübergehender Hype

Obwohl Twitter immer mehr Web-Professionals in seinen Bann zieht, ist der Mikrobloggingdienst für die meisten nur ein Hype. Jeder zweite Web-Professional verwendet laut zwei.null trends, einer Kooperationsstudie von deutsche-startups.de und dem Internet-Marktforscher Innofact, […]
zwei.null trends: Twitter ist nur ein vorübergehender Hype

Obwohl Twitter immer mehr Web-Professionals in seinen Bann zieht, ist der Mikrobloggingdienst für die meisten nur ein Hype. Jeder zweite Web-Professional verwendet laut zwei.null trends, einer Kooperationsstudie von deutsche-startups.de und dem Internet-Marktforscher Innofact, inzwischen Twitter aktiv zum Verfassen eigener oder zum Lesen fremder Twitter-Meldungen: 50 % der Nutzer schreiben mehrfach pro Woche eigene Twitter-Meldungen. 64 % lesen genauso häufig die Meldungen anderer Twitter-Nutzer (Grafik 1). Dabei ist die berufliche und private Nutzung sehr ausgeglichen. Von den 50 % Verwendern nutzen 12 % Twitter beruflich, 23 % sowohl beruflich als auch privat und 15 % ausschließlich privat (Grafik 2).

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Für stattliche 51 % der befragten Internet Professionals ist Twitter trotzdem nicht mehr als ein vorübergehender Hype. Dass vor allem Nicht-Nutzer (66 %) dies so sehen, klingt verständlich – aber auch 36 % der Twitter-Nutzer sehen dies so. Deutlichere Übereinstimmung gibt es in Fragen der Refinanzierung: Jeweils 29 % der Nutzer und der Nicht-Nutzer von Twitter zweifeln an der Refinanzierbarkeit der Plattform (siehe Grafik 3).

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Eine stattliche Mehrheit der Internet-Profis sagt Twitter allerdings gleichzeit eine positive Entwicklung voraus: Während nur 15 % denken, dass die Bedeutung der Community gleich bleiben wird, und lediglich 13 % an einen Nutzungsrückgang glauben, erwarten 63 %, dass Twitter an Bedeutung gewinnen wird (Grafik 4). So meinen 56 % der befragten Nutzer, dass zukünftig fast jedes größere Unternehmen einen Twitter-Account unterhalten wird. Von den Nicht-Nutzern glauben nur 14 % an ein solches Szenario (Grafik 3). 59 % der Internet Professionals sind der Meinung, dass Microblogging als Informations- und Kommunikationsmedium wichtiger wird. Bei Statusmeldungen sind es immerhin noch 49 % (Grafik 5).

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Eine stattliche Anzahl Internetnutzer aus Deutschland (41 %) interessiert sich allerdings nicht die Bohne für Microblogingdienste und Statusmeldungen: Immerhin 22 % kennen solche Funktionen zwar, nutzen diese aber noch nicht. Und 22 % kennen Angebote wie Microblogging-Dienste oder Funktionen zum Veröffentlichen von Statusmeldungen noch gar nicht. Weiteres Wachstumspotenzial ist somit trotz der großen Anzahl von Total-Verweigerern noch vorhanden (Grafik 6).

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Wie bei vielen anderen Web-Phänomenen der vergangenen Jahre ist die Zahl der Konsumierer deutlich größer als die Zahl der Produzenten. 41 % der Onliner, die Mikoroblogging und Statusmeldungen nutzen, lesen Statusmeldungen bei Twitter. 23 % nutzen Twitter aktiv. Wenn man nur die wirklich aktiven Nutzer berücksichtigt, kommen wir auf circa 3 % aktive Twitter-Nutzer (Grafik 7).

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Über zwei.null trends
Für die zweite Erhebungswelle der Kooperationsstudie zwei.null trends haben deutsche-startups.de und der Internet-Marktforscher Innofact erneut Trends und Entwicklungstendenzen im Internet untersucht. Dafür wurde im März dieses Jahres eine internet-repräsentative Online-Umfrage im Online-Access-Panel meinungsplatz.de sowie eine On-Site-Befragung unter den Besuchern von deutsche-startups.de durchgeführt. Im Rahmen der Panelstudie wurden 941 Internetnutzer aus Deutschland sowie 301 Internet-Nutzer aus der Schweiz zu den Schwerpunktthemen Kommunikation im Web 2.0, Tendenzen im Online-Shopping, Mobiles Internet sowie Gaming befragt. Bei der On-Site-Befragung unter den Lesern von deutsche-startups.de wurden 216 Besucher zu den selben Entwicklungstendenzen im Web befragt – allerdings aus Sicht der Internet-Professionals.

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Alexander Hüsing, Chefredakteur von deutsche-startups.de, arbeitet seit 1996 als Journalist. Während des New Economy-Booms volontierte er beim Branchendienst kressreport. Schon in dieser Zeit beschäftigte er sich mit jungen, aufstrebenden Internet-Start-ups. 2007 startete er deutsche-startups.de.

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  2. tina Obermeier

    Twitter ist ein Telefon das nur ein Micro hat.

    Jeder quatscht rein, keiner hört zu.
    Es bedient nur das eigene Ego….

  3. Ich sehe in Twitter jede Menge Potenzial. Man muss nur wissen, wie man die virale Macht von Twitter intelligent ausnutzt.

  4. Frage 1: Wie definieren sich “Web-Professionals”, was sind die relevanten Indikatoren?

    Frage 2: Sind Twitterer alle, die sich einen Account angelegt haben? Also auch die 10% der Grundgesamtheit, die nie/nicht mehr twittern??!

    Frage 3: Wird es vergleichende Studien mit dem selben Forschungsdesign geben, um die Validität der Ergebnisse überprüfen zu können?

  5. Sehr spannende Eindrücke,
    die Frage ist halt, ob 60.000 User in Deutschland, die wir aktuell haben in irgendeiner Weise repräsentativ sind. Zur Cebit waren es ca. 27.000 Twitter User und jetzt haben wir das Doppelte binnen drei Monaten! Wir stellen fest, dass fast jede Firma das Thema momentan auf der Agenda hat.

  6. das ganze erinnert mich sehr an die Diskussion rund um google 1998-2000 (“braucht kein mensch”, “was? noch ne Suchmaschine? wie wollen die jemals geld verdienen?”)

    Jedoch liegt im Fall Twitter die Möglichkeiten an Geschäftsmodellen offen auf der Hand – und diese sind nicht alle “werbefinanziert”.

    Der punkt ist doch auch der, dass man mit 55 mio US$ nicht so schnell geld verdienen MUSS.

    schaut man sich mal Charles River Ventures an: die sind bei der 07/2007 Series A dabei gewesen und 2/2009 in der series C.

    ich bleib dabei: Twitter ist ein Service von dem wir noch viel hören werden.

  7. @Thilo Specht

    Hier die Antworten von unserem Partner Innofact:

    1. Es sind Ergebnisse der On Site-Befragung auf DS: Besucher von deutsche-startups.de + zusätzliche Selbsteinschätzung der Kenntnisstand bzgl. Web 2.0 Themen

    2. Nach einem Account haben wir in der Studie nicht gefragt, nur nach Nutzung von Microblogging/ Statusmeldungen und Twitter (was bei Twitter – soweit ich weiss – zumindest passiv auch ohne Account möglich ist). 2a) nein 2b) ja

    3. Ja, ist im Herbst geplant.

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  9. Twitter folgt der Hype Kurve von Secondlife. Agenturen müssen deswegen jetzt schnell handeln und bei allen grösseren Firmen Twitter Dienstleistungen pitchen bevor es zu spät ist! ;-)

  10. Danke für die Antworten! :-)

    Die Erhebung ist interessant und stellt wichtige Fragen. Das Design des Surveys ist – den Antworten zufolge – allerdings “unglücklich”. Deshalb sind die Ergebnisse nur bedingt aussagekräftig.
    Ich bin gespannt auf weitere Stichproben und deren Ergebnisse.
    Eine weitere interessante Studie, u. a. zum Thema Social Media-Nutzung in der Unternehmenskommunikation, wurde übrigens von den Kollegen von Weber Shandwick veröffentlicht: http://tr.im/nKOu



  11. Hendrik

    Twitter und SL ist überhaupt nicht vergleichbar. SL verdient Geld. Twitter ist völlig sinnfrei und für Unternehmen nutzlos.

  12. Gerade bei Web Professionals wie mir, die sich am PC wirklich konzentrieren müssen, nervt Twitter. Du kannst ja nicht dauernd die Twitter-Meldungen lesen. Ich will selbst bestimmen, wann ich mir das reintue. Und nicht dauern irgendwelche aufblinkenden Tweets links am Bildschirm sehen. Da gehe ich lieber in Facebook und schaue, was meine Freunde so twittern.



  13. Dieter Müller

    Die Anzahl der Twitter-User ist absolut nichtsaussagend.
    Es gibt auch angeblich 300 Mio eBay User, alleine meine 3 Accounts sind schon seit Jahren inaktiv aber vorhanden.

    Ich sag nur Twitternde Start-ups
    http://www.deutsche-startups.de/2009/04/27/twitternde-start-ups/
    Von allen Einträgen sind wahrscheinlich 5 die Twitter wirklich nutzen.

    Das ist wie bei den Sportlern die einmal pro Jahr Sport treiben, es ist auch regelmäßig und man gilt als sportlich ;)

    Es wäre zur Abwechslung mal schön, wenn Unternehmen wie MySpace, Facebook & co. mal die aktiven zahlen melden würden, statt nur die absolute Anzahl an User.

  14. Für mich ist Twitter die beste Quelle für interessante Gedanken und Links rund um die Branche in der ich arbeite. Das Potential vn Twitter wird erst richtig deutlich, wenn man Multimedia (Twitpic oder Video-Tweets) mit einbezieht und sich diese Form von Echtzeit Collaboration mal unter http://wave.google.com anschaut. Da werden sich einige Twitter-Kritiker noch umschauen!

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  17. ich finde den Artikel sehr spannend und man sieht wieder das Deutschland den USA hinterherhinkt

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  21. “Twitter ist ein Telefon das nur ein Micro hat.

    Jeder quatscht rein, keiner hört zu.
    Es bedient nur das eigene Ego….”

    Besser hätte ich es nicht sagen können…
    Ich blogge lieber auf meinem eigenen Blog und schenke denen nicht noch kostenlosen Content…

  22. Hey Deutsche Startups ..

    Eure Basis sind webmaster..Also die Macher hinter den
    Vorhängen des ISP.

    Nehm mal als basis einen normalen user dessen flatrate fast so lahm ist wie isdn, denn das sind die meisten!



  23. tina Obermeier

    ” dessen flatrate fast so lahm ist wie isdn ”

    ansich magst du recht haben, mein google analytics zeigt aber mittlerweile bei fast 70% der Nutzer DSL oder schneller an… (DSL, Cable…)

    Ist es doch schon so weit?

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  27. Interessant bin auf der Suche nach einen transparenten PNG hier gelandet und schmunzel ein wenig… der Post in nun ca. 1,5 Jahre alt. Twitter gibts immer noch zwar ist der RUN mit den riesigen Zuwächsen gebrochen, aber einen vorübergehender Hype sieht doch anders aus, oder soll ich noch ein wenig warten? :)

    Aber danke für die Umfrageergebnisse!

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